29.08.2023

Silicon-Valley-Elite finanziert neue Stadt in Kalifornien

Eine neue Stadt soll in der Nähe von Silicon Valley errichtet werden. Das Geld stammt offenbar von lokalen Tech- und Investmentgrößen.
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San Francisco, Kalifornien - Foto: Unsplash/Piotr Musiol

Nordöstlich von San Francisco wird es wohl eine neue Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien geben. Wie die New York Times berichtet, hat das Unternehmen Flannery Associates in Solano County zehntausende Hektar Ackerland für 800 Millionen US-Dollar gekauft. Die finanziellen Mittel sollen von mehreren Milliardär:innen und Investor:innen aus Silicon Valley stammen.

Damit soll Wohnraum in dem Gebiet geschaffen werden. „Diese Bemühungen sollten einige der Belastungen im Silicon Valley lindern, die wir alle spüren – steigende Immobilienpreise, Obdachlosigkeit, Staus usw.“, sagte Investor Michael Moritz gegenüber der New York Times.

Teure Silicon Valley-Erweiterung

Dem Artikel der New York Times zufolge wurde mit Preisen verhandelt, die das vier- bis fünffache des Marktwertes entsprechen. Wie Gerichtsdokumente zeigen, hat Flannery Associates im Mai eine Klage gegen die Eigentümer:innen in Solano County eingereicht. Der Vorwurf: Sie sollen sich über die Verkaufspreise abgesprochen haben. Das Unternehmen habe dadurch 170 Millionen Dollar zu viel gezahlt und fordere nun einen Schadenersatz von mindestens 510 Millionen Dollar. Im Juli wiesen die Landbesitzer:innen die Klage ab.

Die Grundstücke liegen rund um den Militärstützpunkt Travis der US-Luftstreitkraft. Der Verkauf habe auch Regierungsbeamt:innen alarmiert, welche ausländische Interessen befürchtet haben sollen. Eigentlich wird hinter dem Vorhaben Jan Sramek, ein ehemaliger Goldman-Sachs-Bänker, vermutet.

Seit 2017 soll er Geldgeber aus der Tech-Branche ins Boot geholt haben und ist dabei offenbar fündig geworden. Neben Michael Moritz sollen auch LinkedIn-Co-Founder Reid Hoffman, Stripe-Gründer John und Patrik Collison, Chris Dixon sowie Marc Andreessen von der VC-Firma Andreesen Horowitz, die milliardenschwere Unternehmerin Laurene Powell, Tech-Investor Nat Friedmann und Daniel Gross dabei sein.

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V.l.n.r. LH Stv. Stephan Pernkopf, COO Gate Space Johannes Pammer, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher | © NLK Filzwieser

Die Zukunft des ESA-Phi-Lab Austria ist bis 2031 sicher. Das Land Niederösterreich und die ESA (über den Bund) finanzieren den Space Hub in Schwechat mit 4,4 bzw. 5,2 Millionen Euro, wie bei den Austrian Space Days bekanntgegeben wurde. Somit können weitere Unternehmen gefördert werden. Ziel für die Förderperiode ab 2028 ist, neuartige Raumfahrttechnologien schneller vom Prototyp in die industrielle Produktion zu bringen.

Unabhängigkeit und Wertschöpfung

Aufgrund der geopolitischen Lage sei es zentral, mit der „Konkurrenz aus den USA und Asien mithalten zu können“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie präzisiert: „Wenn wir die Schlüsseltechnologien nicht in der Hand haben, dann steigt unsere Abhängigkeit sowohl politisch, aber vor allem auch wirtschaftlich. Was das heißt, haben wir in den letzten Jahren hautnah zu spüren bekommen.“

Außerdem sieht sie eine Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich: „Wir erwarten uns neue Jobs, neue Unternehmen und dadurch auch neue Wertschöpfung, aber vor allem auch Wohlstand in der Zukunft.“ Während andere Branchen laut Mikl-Leitner wegen der wirtschaftlichen Lage verloren gingen, habe die Raumfahrt Potential. „Es gibt in der Raumfahrt ein Wachstum von zehn Prozent pro Jahr. Raumfahrttechnologie und auch Bahntechnologie sind die am schnellsten wachsenden Bereiche weltweit und da wollen wir natürlich auch mit dabei sein.“

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont: „Die Verlängerung des ESA-Phi-Lab ist wichtig, um zu zeigen, dass wir auch in angespannten Budgetzeiten in Zukunftstechnologien investieren.“

Vier Ausschreibungen, mehr als 150 Einreichungen

Seit seiner Einführung im Jahr 2024 gab es vier Ausschreibungsrunden, in denen insgesamt über 150 Projekte eingereicht wurden. Einreichungen seien weiterhin laufend möglich. Die Förderung betrage zwischen 200.000 und 500.000 Euro die Projekte würden 12 bis 24 Monate begleitet werden. Der Schwerpunkt liege auf Upstream-Technologien, also der Hard- und Software für Satelliten und Raumfahrzeuge und ihren Betrieb. Das Programm verbindet die Finanzierung mit Unterstützung u. a. bei Geschäftsmodellen, Marktanalyse und Skalierung.

Im ESA Phi-Lab Austria werden aktuell 13 Projekte umgesetzt. Dabei sind Firmen wie Peak Technology, R-Space oder auch Gate Space beteiligt. Letztere designte einen Satelliten, der im Februar nächsten Jahres von SpaceX in den Orbit geschossen werden soll. Der Beaconsat ist Österreichs erster Militärsatellit und soll Angriffe auf Navigationssignale sichtbar machen.

Der Beatconsat (Bildmitte) wurde von Gate Space im Auftrag des Verteidigungsministeriums entwickelt. | © brutkasten

Auf Space Factory folgt Ausbau von Space Hub

Im Sommer dieses Jahres wurde die Space Factory, eine Infrastruktur für Prototyping und Tests, gegründet (brutkasten berichtete). Nun folgt der Ausbau des Space Hubs, um Platz für mehr Firmen zu schaffen. Aktuell sind dort zehn Unternehmen tätig. „Als österreichischer Generaldirektor bin ich wirklich sehr beeindruckt, wie dynamisch die Szene hier ist, wie schnell sich das aufbaut und wie vorwärtsschauend die Region Niederösterreich, aber Österreich insgesamt ist. Die Industrie ist aufgewacht und sehr aktiv. Das rennt jetzt“, sagt ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.

Space Region Lower Austria

In Niederösterreich möchte man „Raumfahrt weiterdenken“ und arbeitet daher an der Initiative „Space Region Lower Austria“. Von Seibersdorf über Wiener Neustadt bis zum Flughafen Wien-Schwechat sollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen besser vernetzt werden und unter einer Dachmarke auftreten. „Wir stehen für Raumfahrttechnologie, wir wollen im internationalen Wettbewerb auch mitspielen können. Wir wollen uns von den USA und letztendlich auch von Asien abheben können“, sagt Mikl-Leitner.

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