20.05.2022

Sichere Kernkraft: Das könnte der oberösterreichische IV-Chef damit meinen

Axel Greiner sorgt mit der Idee für Aufsehen, Kernkraft in Österreich einzuführen. Eine tatsächlich sichere Lösung ist jedoch noch lange in der Experimentierphase.
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Im Mai 2022 wird ein Teil der Plasma-Kammer der ITER-Fusionsanlage in Südfrankreich montiert – allein dieser Teil wiegt mehr als 1.300 Tonnen © ITER
Im Mai 2022 wird ein Teil der Plasma-Kammer der ITER-Fusionsanlage in Südfrankreich montiert – allein dieser Teil wiegt mehr als 1.300 Tonnen © ITER

Der oberösterreichische IV-Chef Axel Greiner sorgt mit einem Atomenergie-Sager für Aufregung. Der Kurier (Freitagsausgabe) zitiert ihn mit der Idee, Kernkraft als Alternative zu russischem Gas und Öl in Betracht zu ziehen – auch in Österreich. Er sei gegen Denkverbote: „Es ist an der Zeit, auch Kernkraft wieder in Betracht zu ziehen”.

Die Kernkraft habe sich seit Zwentendorf weiterentwickelt und “es gibt mittlerweile Ideen, Konzepte und Ansätze, Kraftwerke so zu bauen, dass sie sicher sind und keine radioaktiven Reststoffe erzeugen.“ Er spricht von einer modernen Version von Kernkraft und sei sei „kein Fan der konventionellen Atomkraft“. Aber was genau könnte der Kunststoff-Industrielle Greiner damit meinen?

Die “saubere Schwester” der Kernkraft

Tatsächlich gibt es eine als sauber geltende “Schwester” der Kernkraft und zwar auf Basis der Kernfusion. Fusionesenergie galt lange nicht als praxistauglich, doch in den letzten Jahren konnten bedeutende Fortschritte bei der Technologie gemacht werden. Bei herkömmlicher Atomkraft wird ein schwerer, radioaktiver Atomkern in ebenfalls radioaktive Teile gespaltet. Bei Fusionsenergie werden hingegen zwei leichte Atomkerne zu ungefährlichem Helium fusioniert. Nach dem Vorbild der Sonne verschmelzen in entsprechenden Reaktoren die Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium und setzen dabei große Energiemengen frei. Von den Isotopen könnte ein Gramm in einem künftigen Fusionsreaktor so viel Energie liefern, wie bei der Verbrennung von elf Tonnen Kohle entsteht.

Das Problem mit Energie aus Kernfusion

Der Vorteil von Fusionsenergie im Vergleich zu Kernkraft: Es gibt keinen langlebigen, radioaktiven Abfall. Das Problem: Bisher gibt es nur Versuchsanlagen und ein Betrieb ist nach jetzigem Forschungsstand kaum wirtschaftlich möglich – der Prozess erfordert enorm hohe Temperaturen, deren Erzeugung einen großen Energieaufwand bedeutet. 

In einer dieser Anlagen konnte im Februar 2022 ein Erfolg vermeldet werden. In der derzeit größte Fusionsanlage JET im britischen Culham gelang eine Fusion mit einer Plasmaentladung, die in fünf Sekunden 59 Megajoule Energie freisetzte. Zum Vergleich: Ein Liter Heizöl oder ein Kubikmeter Erdgas bringen etwa 41 bzw. 37 Megajoule Wärmeenergie. 

Die JET-Anlage dient als Versuchsplattform für das internationale Kernfusions-Projekt ITER, das derzeit in Südfrankreich entsteht. Vor 2035 soll diese Anlage aber nicht in Betrieb gehen und wird bis dahin ab 2025 ebenfalls nur Tests absolvieren. Bei ITER rechnet man damit, dass künftige Fusionskraftwerke einen Output von 1 bis 3 Gigawatt haben könnten. Bis es gelingt, Fusionsenergie wirtschaftlich zu erzeugen, wird tatsächlich “sichere Kernkraft” kaum möglich sein.  

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v.l.n.r.: David Riedl und Laurenz Sutterlüty, die beiden Gründer und Geschäftsführer von EnerCube | © Kathrin Gollackner

Die Nächte werden länger, die Temperaturen beginnen zu sinken. Kurzum: Die Heizsaison beginnt. Der Salzburger Heizzentralen-Hersteller EnerCube bietet mit seinen Wärmepumpen-Heizzentralen eine nachhaltige Heizungsmöglichkeit an. Nun bringt er im Zuge der strategischen Partnerschaft mit Panasonic eine neue Modellreihe auf den Markt, die vor allem für große Gebäude gedacht ist. Damit soll die Wärmewende in Gewerbe, Industrie und kommunalen Gebäudebeständen vorangetrieben werden.

Fertigung in Europa

EnerCube integriert bei der neuen Reihe Luftwärmepumpen der Big Aquarea M-Serie von Panasonic in seine Heizzentralen. Gefertigt werden die Wärmepumpen in Europa in einer tschechischen Panasonic-Fabrik in Pilsen. EnerCube verantwortet die Entwicklung und ganzheitliche Fertigung der Heizzentralen und greift dabei auf die etablierte Wärmepumpentechnologie von Panasonic zurück.

Schneller Tausch, geringe Investitionskosten

Das Salzburger Unternehmen setzt auf vorgefertigte Heizzentralen, wobei die einzelnen Komponenten bereits im Werk zusammengesetzt werden. Das soll einen schnellen Tausch garantieren. Zusätzlich seien die Investitionskosten laut dem Salzburger Unternehmen geringer als bei bestehenden Modellreihen. „Wir wollen den Heizungstausch so einfach machen, dass sich auch große Gebäudebestände mit überschaubarem Aufwand und wirtschaftlich tragfähigen Investitionskosten auf eine nachhaltige Wärmeversorgung umstellen lassen“, sagt David Riedl, Co-Gründer und Geschäftsführer von EnerCube.

Co-Gründer und ebenfalls Geschäftsführer Laurenz Sutterlüty ergänzt: „Mit der neuen Modellreihe erweitern wir unser Angebot an vorgefertigten Heizzentralen auf Basis von Panasonic Luftwärmepumpen und schaffen damit Lösungen, die durch ihre kompakte Bauweise, hohe Effizienz und Wirtschaftlichkeit überzeugen.“ Die neuen Geräte erreichen bis zu 180 kW Wärmepumpenleistung, wodurch größere Gebäude mit einer Einheit, auch Cube genannt, versorgt werden können. Die Einheiten werden außerhalb der Gebäude aufgestellt und benötigen laut EnerCube nicht mehr Platz als die Fläche eines Autoparkplatzes. Neben dem Heizen können die Cubes auch zum Kühlen und zur Warmwasserbereitung verwendet werden.

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