15.04.2025
NEUER FONDS

Shape Capital Partners: Neuer Later-Stage-VC von Andreas Nemeth und Ralf Kunzmann

Mit Shape Capital Partners bekommt Österreich einen neuen Later-Stage-VC. Noch werden aber keine Details bekanntgegeben.
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Shape Capital Partners - vl. Georg Ioannidis, Andreas Nemeth und Ralf Kunzmann | (c) Uniqa Ventures / Erste Group
vl. Georg Ioannidis, Andreas Nemeth und Ralf Kunzmann | (c) Uniqa Ventures / Erste Group

Early-Stage-VCs hat Österreich mittlerweile einige – und mit Speedinvest auch zumindest einen international bedeutenden Player. Beteiligungsgesellschaften mit Later-Stage-Fokus sind hierzulande dagegen rar – zu nennen wäre jedenfalls 3VC. Nun kommt mit Shape Capital Partners ein weiterer Player in dem Bereich hinzu.

Fokus auf europäische Tech-Scaleups

Shape Capital Partners sei ein unabhängiger Wachstumsfonds, der auf europäische Tech-Scaleups in der Wachstumsphase fokussiere, schreibt Andreas Nemeth auf LinkedIn. Er hat das neue Beteiligungsunternehmen gemeinsam mit Ralf Kunzmann und Georg Ioannidis als Partnern gestartet. Das betätigt Nemeth auch auf brutkasten-Rückfrage. Mehr könne er aber erst in den kommenden Wochen verraten. Man stehe jedenfalls noch ganz am Anfang.

Wohl noch länger bis zu den ersten Investments von Shape Capital Partners

Noch ist die Gesellschaft nicht im Firmenbuch zu finden. Demnach wird es über das Fundraising des Fonds bis zu den ersten Investments noch eine Zeit lang dauern.

Nemeth und Ionnidis zuvor bei Uniqa Ventures

Andreas Nemeth war bislang CEO von Uniqa Ventures und baute den Corporate-VC über mehr als acht Jahre hinweg auf. Zeitgleich mit dem Start von Shape Capital Partners gab er nun seinen Abschied dort bekannt. Bei Uniqa Ventures sammelte Nemeth bereits Erfahrung mit Startup-Investments über die Frühphase hinaus – der Corporate VC fokussiert auf Series-A-Investments. Ebenfalls von dort kommt Partner Georg Ioannidis. Er war seit 2018 dort beschäftigt. Auch im Team finden sich einige ehemalige Uniqa-Ventures-Mitarbeiter:innen.

Die Uniqa hat in diesem Bereich zuletzt eine Umstrukturierung vorgenommen: Uniqa Ventures fungiert nicht mehr als eigenständige Einheit, sondern ist nunmehr Teil der breiteren Kapitalmarkt-Einheit Uniqa Capital Markets. Die Website von Uniqa Ventures ist mittlerweile auch verschwunden und leitet auf die Uniqa-Website weiter.

Kunzmann von aws Gründungsfonds über Erste Private Capital zu Shape Capital Partners

Der dritte Partner im Bunde, Ralf Kunzmann, ist ebenfalls ein großer Name in der heimischen Risikokapital-Szene. Er war bis 2021 Geschäftsführer der aws Fondsmanagement GmbH und hatte davor den aws Gründungsfonds mit aufgebaut. Seit 2021 ist er Geschäftsführer von Erste Private Capital.

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© Wiener Börse/Nik Pichler

Österreichische Unternehmen setzten im bisherigen Jahresverlauf 2026 positive Impulse am Kapitalmarkt, auch wenn die Belebung noch nicht alle Marktsegmente erfasste. Wie das aktuelle IPO Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY zeigt, stehen vier Neuzugänge an der Wiener Börse, ein neuer ATX-Rekord sowie zwei Börsengänge österreichischer Unternehmen im Ausland zu Buche.

Die zwei Auslands-Listings waren das Unternehmen Asta Energy, das im Jänner in Frankfurt an die Börse ging, sowie Innio Jenbacher mit dem Börsengang im Juni an der Nasdaq. Parallel dazu entwickelte sich der heimische Aktienmarkt stark: Der ATX inklusive Dividenden erreichte am 28. September mit 17.618,00 Punkten ein neues Allzeithoch und liegt seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent im Plus.

Vier Neuzugänge an der Wiener Börse

Am österreichischen Kapitalmarkt verzeichnete die Wiener Börse im laufenden Jahr vier Neuzugänge. Mit dem Handelsstart der Biogena Good Vibes AG am 10. September im Segment direct market plus kam der vierte Neuzugang an die Börse – brutkasten berichtete. Dem Listing ging eine außerbörsliche Kapitalerhöhung mit öffentlichem Aktienangebot voraus. Laut Unternehmensangaben zeichneten mehr als 2.300 neue Aktionär:innen Aktien, wobei sich der Mittelzufluss auf fast 18 Mio. Euro belief. Zuvor gingen dieses Jahr die Emerald Horizon AG im standard market (brutkasten berichtete), die FIT Group AG im direct market plus und die K2G Holding AG im direct market an den Wiener Markt.

Ein klassischer IPO eines österreichischen Unternehmens im geregelten Markt wurde im dritten Quartal hingegen nicht verzeichnet. Seit Anfang Juli ist der direct market plus zudem als EU-KMU-Wachstumsmarkt registriert, was insbesondere Wachstumsunternehmen und KMU den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern soll.

„Für nachhaltige Belebung des IPO-Markts braucht es gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen“

„Das dritte Quartal zeigt ein differenziertes Bild: Ein klassischer IPO im geregelten Markt blieb zwar aus, zugleich belegen die Neuzugänge und insbesondere das zusätzliche Listing von Biogena, dass der Kapitalmarkt auch für österreichische Wachstumsunternehmen eine relevante Finanzierungsoption sein kann. Dass mehr als 2.300 neue Aktionärinnen und Aktionäre gewonnen und fast 18 Millionen Euro eingeworben wurden, ist ein positives Signal für die Mobilisierung privaten Kapitals“, analysiert Martina Geisler, Partnerin und Leiterin IPO bei EY Österreich.

„Für eine nachhaltige Belebung des heimischen IPO-Markts braucht es nun eine gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen. Entscheidend sind eine überzeugende Equity Story, transparente Governance, realistische Bewertungsvorstellungen und die Bereitschaft, den Kapitalmarkt frühzeitig in die Wachstumsstrategie einzubinden. Der EU-KMU-Wachstumsmarkt kann dabei helfen, die Einstiegshürden für kleinere und mittlere Unternehmen zu senken“, so Geisler weiter.

Wer den Kapitalmarkt in Betracht ziehe, müsse daher „frühzeitig Börsenreife herstellen und seine Equity Story klar auf die Bedürfnisse eines internationalen Investorenkreises ausrichten“, heißt es von EY.

Erweiterung im global market

Neben den Neuzugängen erweiterte die Wiener Börse am 9. September den global market – das Handelssegment für bereits an anderen Börsen notierte internationale Aktien – um 45 Titel aus dem Nasdaq 100 und dem S&P 500. Damit sind dort nun erstmals mehr als 1.000 internationale Wertpapiere in Euro, zu Inlandskonditionen und während der Wiener Börsenzeiten handelbar. Bei diesen Einbeziehungen handelt es sich nicht um österreichische IPOs.

Im weltweiten Vergleich blieben die IPO-Märkte im dritten Quartal 2026 mit 367 Börsengängen nahezu stabil (Vorjahresquartal: 374), während das Emissionsvolumen um 79 Prozent auf 93,3 Mrd. US-Dollar stieg. „Die hohen Emissionsvolumina dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erholung des IPO-Markts noch nicht in der Breite angekommen ist. Das dritte Quartal wurde stark von wenigen sehr großen Transaktionen geprägt“, erläutert Geisler.

Weltweit entfielen im dritten Quartal rund 75 Prozent des Platzierungsvolumens auf die Branchen Advanced Manufacturing und Technology. Getragen werde der Markt laut EY von Equity Stories, die auf kritische Infrastruktur und Energie, KI und Robotik sowie Verteidigung einzahlen.

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