16.12.2021

7 Mio. Euro: Speedinvest beteiligt sich erneut an Hier Foods

Hier Foods: Speedinvest geht die Seed-Runde mit, die von einem US-Fund angeführt wird.
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Speedinvest/ Hier Foods,
(c) HF - Lara Hämmerle und Mark Jäger haben Hier Foods Anfang 2020 gegründet.

Hier Foods erhält in einer hohen Seed-Runde sieben Mio. EUR Kapital. Der US-amerikanische Collaborative Fund hat die Runde angeführt. Die Bestandsinvestoren Speedinvest und Pale Blue Dot investieren erneut. Zu den neuen Investoren gehören Amplifier Labs und A* Capital. Außerdem beteiligen sich einige Business Angels.

Europäische Schnittstellen verbessern

„Die heutige Lebensmittelversorgungskette ist zutiefst ineffizient, hochkomplex und eine der Hauptursachen für die Verschwendung von Lebensmitteln, die sich allein in Europa auf weit über 150 Mrd. USD jährlich beläuft“, so Guy Vidra, Partner des Collaborative Fund.

Es ist geplant, dass Hier Foods ihre Vision und ihr Vorhaben im europäischen Raum voranbringen. Das bedeutet, dass das Unternehmen die Schnittstellen zwischen den Lieferanten und Lebensmittelanbietern verbessern will. Dazu soll außerdem das Team wachsen.

Nachhaltige One-Stop-Lösung für Lieferketten

Hier Foods wurde im Jahr 2020 von Lara Hämmerle und Mark Jäger gegründet und bietet eine Software-Lösung, die Lebensmittelhändler und Lieferanten untereinander vernetzt. Außerdem werden die Beschaffung sowie der Vertrieb von Lebensmitteln vereinfacht und digitalisiert. Das Unternehmen möchte den Konsumenten somit ein lokaleres und diverseres Lebensmittelangebot ermöglichen. Hier Foods wollen damit globale Wertschöpfungsketten und lokale Lieferketten nachhaltig und dezentral verändern. Mit dieser One-Stop-Lösung werden Lieferanten aller Art und sowohl der stationäre als auch der digitale Handel angesprochen.

Dieser Artikel erschien am 15.12. 2021 im VC-Magazin.

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„Der Spagat zwischen Karriere und der Betreuung von Angehörigen betrifft in Österreich derzeit rund 400.000 Erwerbstätige“, erklärt Mitgründer von because we care Andreas Gruber. Bis zum Jahr 2050 soll fast jede fünfte erwerbstätige Person eine Pflegeverantwortung übernehmen müssen, fügt er hinzu. Um diesen wachsenden Druck auf Mitarbeitende und Unternehmen abzufedern, positioniert sich „because we care“ als digitale Informationsplattform für Arbeitgeber:innen.

Das Kernprodukt mit bald 200.000 Zugriffsberechtigten hilft pflegenden Angestellten dabei, sich im hochkomplexen heimischen Pflegesystem zurechtzufinden, Anträge zu stellen und entlastende Schritte einzuleiten. Es gehe laut Gruber darum, sich mit Angehörigen auf das Alter vorzubereiten, „lange bevor jemand zu Hause die Treppe runtergefallen ist“. Ursprünglich unter dem Dach der Organisation „Austria Assisted Living“ angesiedelt, agiert die Plattform seit Ende 2024 als eigenständige GmbH, um den wachsenden Markt gezielter zu adressieren.

Branchenübergreifende Nutzungsrate von zehn Prozent

Wie Gründer Andreas Gruber im Gespräch erklärt, verzeichne man bei den teilnehmenden Unternehmen branchenübergreifend eine stabile Nutzungsrate von etwa zehn Prozent. Dies sei für ihn ein klares Indiz, dass das oft unter der Oberfläche schwelende Thema Angehörigenpflege in der Arbeitswelt „voll präsent“ sei. Bislang lag der Fokus der Plattform vor allem auf Lotsenfunktionen für akut Betroffene.

Im September erweitert das gebootstrappte Startup das Angebot jedoch um ein Modul zur mentalen Prophylaxe. Dieses wurde gemeinsam mit Fachleuten aus Psychologie und Mentaltraining entwickelt und richtet sich gezielt an die gesamte Belegschaft. Ziel ist es, rechtzeitig Strategien gegen psychische Belastungen im Arbeits- und Pflegealltag zu vermitteln.

Umbau der Pflegevermittlung

Neben der inhaltlichen Erweiterung steht das Startup vor einem nächsten großen Schritt: Im Oktober soll das System „because we match“ nach aktueller Testphase mit einem großen Salzburger Pilotkunden live gehen. Dieses adressiert einen zentralen Flaschenhals im System, wie Gruber erklärt: die oft wochenlange Suche nach verfügbaren Pflegediensten. Laut dem Gründer vergehen im Schnitt 60 Tage, bis eine Regelversorgung greift – eine Zeitspanne, in der Angehörige unzähligen Anbietern nachtelefonieren müssen. „Wir drehen dieses System jetzt um“, erklärt er im Interview.

Künftig sollen Suchende eine zentrale, rund um die Uhr erreichbare Hotline anrufen können. Dort erfasst ein KI-Voice-Agent den konkreten pflegerischen Bedarf strukturiert und filtert emotionale Bedürfnisse von harten fachlichen Anforderungen. Pflegedienstleister:innen in der jeweiligen Region sehen diese anonymisierten Gesuche auf der Plattform und können sich anschließend bei den Suchenden vorstellen und ihre Leistungen anbieten.

Sprachgesteuertes CRM für das Back-Office

Gleichzeitig sollen die Leistungserbringer von einer digitalen Entlastung im Hintergrund profitieren. Die Software soll im Idealfall für die mobilen Pflegekräfte als sprachgesteuertes CRM-System fungieren. Einsätze lassen sich direkt per Spracheingabe festhalten, während intelligente Voicemails eingehende Anrufe filtern und priorisieren.

Dieser technische Ansatz soll bürokratische Hürden drastisch reduzieren, den Dienstleister:innen das ungeliebte Backoffice abnehmen und „effizienteres Arbeiten näher am Menschen ermöglichen“. Der Hebel dieser Effizienzsteigerung ist laut Gruber beträchtlich: „Wenn wir jeder Pflegefachkraft 30 oder 40 Minuten Orga am Tag abnehmen, geht sich ein Klient mehr aus.“

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