11.04.2022

SensoBalls: Mit Bällen unter den Schuhen die Sensomotorik steigern

Gleichgewichtsbälle der etwas anderen Art.
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SensoBalls, Motorik, Sensorik, Bälle zum Üben, Übungsbälle,
(c) Puls4/Gerry Frank - Die SensoBalls werden unter den Schuhen befestigt.

Der Box-Trainer Josef Pühringer aus Oberösterreich hat mit „SensoBalls“ an eigenen Gleichgewichtsbällen getüftelt. Die Bälle sollen Mobilität fördern und sensomotorische Bedingungen verbessern.

Breite Anwendung bei SensoBalls

Die Gleichgewichtsbälle werden durch eine Vorrichtung an den Füßen angebracht. Egal ob im Sitzen, im Stehen oder während der sportlichen Betätigung, Pühringer möchte durch eine breite Anwendungsvielfalt überzeugen.

Mit den SensoBalls seien Steh- und Gehübungen bis zu komplexen sportspezifischen Bewegungsabläufen möglich, sagt er. Pühringer empfiehlt für Anfänger, mit einfachen Einheiten zu beginnen – gehen am Stand etwa – und dabei einen Haltegriff oder Türschnalle in der Nähe zu haben.

Kombinieren möglich

Nach einer Eingewöhnungsphase könnten mit dem runden Trainingsgerät, laut Website, auch alle zyklischen und azyklischen Bewegungen trainiert werden. Es sei zudem möglich, Elemente aus dem koordinativen und konditionellen Bereich, zum Beispiel Schnellkraft, zu kombinieren.


Wer mehr über SensoBalls erfahren möchte, hat am Dienstagabend bei „2 Minuten 2 Millionen“ die Möglichkeit dazu. Weiters dabei: WilsonGuide, TuchQuadrat, VitaBlick und Boss Fitness.

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Alice Hristov (Mitte) bei der Preisverleihung des Bundeswettbewerbs Jugend Innovativ 2026
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Über zehn Millionen Menschen weltweit leiden an Parkinson. Das Kernsymptom Tremor, ein unkontrolliertes Zittern, wird bisher fast ausschließlich punktuell bei Arztterminen erfasst. „Der Arzt ist komplett auf die subjektive Einschätzung vom Patienten angewiesen“, erklärt Entwicklerin Alice Hristov im brutkasten-Gespräch. Weil verfälschte Momentaufnahmen oft zu ungenauen Medikationen führen, möchte die Wiener HTL-Schülerin diese Datenlücke mit TremoCup schließen.

TremoCup Prototyp @ Alice Hristov

Diskrete Messung beim Trinken

TremoCup ist ein kompaktes Sensormodul, das auf die Unterseite einer handelsüblichen Tasse montiert wird. Während der Nutzung misst das System die Bewegungen im Alltag. Ein integrierter Bandpassfilter lässt dabei nur Frequenzen zwischen 4 und 12 Hertz durch, um gezielt den Tremor zu erfassen und andere Alltagsbewegungen verlässlich auszublenden. „So ähnlich wie bei Noise-cancelling“, zieht Alice den technischen Vergleich.

Die Daten werden per Bluetooth an eine selbst entwickelte Smartphone-App übermittelt, die Verlaufsgrafiken anzeigt und PDF-Berichte für das Arztgespräch generiert. Aus Datenschutzgründen verbleiben alle Daten lokal und symmetrisch verschlüsselt auf dem Endgerät. In einer bereits durchgeführten Befragung von 20 Pflegeheimbewohnerinnen gaben 75 Prozent an, dass ihnen dieser lokale Datenschutz besonders wichtig sei.

Vom Freizeitprojekt auf die internationale Bühne

Die Entwicklung des Systems begann als Freizeitprojekt neben dem Unterricht an der HTBLVA Spengergasse, die in der Vergangenheit schon mehrmals beeindruckende Schüler:innen-Projekte hervorgebracht hat. „Wenn ich lange gesessen bin und es am Ende nach dem Testen funktioniert, das war der größte Erfolg für mich“, so Hristov über die intensive Entwicklungsphase.

Der Aufwand hat sich ausgezahlt: Beim diesjährigen Bundeswettbewerb Jugend Innovativ holte TremoCup den 1. Preis in der Kategorie „ICT & Digital“, der mit 2.500 Euro dotiert ist. Das Preisgeld soll direkt in das Projekt zurückfließen: „Das wird wieder reinvestiert in TremoCup. Patente sind nicht billig, falls ich ein Patent bekomme.“

Regulatorische Prüfung und Markteintritt

Als nächste Schritte sind eine klinische Validierung in neurologischen Praxen sowie Förderanträge bei AWS und FFG geplant. Zudem steht die finale regulatorische Einordnung an. Aktuell wird das System vorläufig als Klasse-I-Medizinprodukt eingestuft.

Der angedachte Verkaufspreis soll zwischen 80 und 150 Euro pro Einheit liegen. Im September 2026 wird Hristov ihr Projekt zudem beim 37. European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) in Kiel präsentieren.

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