16.11.2015

Seltener Insolvenz durch Führung von Frauen

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(c) Screenshot www.linkedin.com

Sind Frauen die besseren Führungskräfte? Unternehmen mit zwei Männern an der Spitze gehen doppelt so häufig „baden“, als jene mit einer Frau als Geschäftsführerin.

Unternehmen, die von Frauen geführt werden, sind seltener insolvent, so die Ergebnisse einer Studie der Wirtschaftsauskunftei CRIF. Demnach sind Firmen mit einer weiblichen Geschäftsführerin am sichersten – wohingegen die Konstellation aus der Führung zweier männlicher Geschäftsführer die risikoreichste Variante von allen sein soll.

Von Frauen geführte Unternehmen sind rentabler

Wer dafür ist, dass sich mehr Frauen in Führungsposition befinden, kann sich freuen: Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Unternehmen deren Leitung mit einer oder mehreren Frauen besetzt ist, rentabler arbeiten.

  • 1,61 Prozent aller von einer Frau geführten Unternehmen sind insolvent
  • 3,25 Prozent aller Firmen mit einem Mann an der Spitze sind insolvent
  • 3,52 Prozent aller Firmen mit zwei Männer als Leitung sind insolvent

Durchschnittlich gehen 2,69 Prozent aller Unternehmen in Konkurs.

Sozialwesen und Handel: Hohe Frauen-Führungskräfte-Quote

Die meisten Unternehmen mit einer hohen Quote an weiblichen Geschäftsführerinnen gibt es:

  • im Sozial- und Gesundheitswesen
  • im Handel
  • Reparatur von Kraftfahrzeugen
  • technische Dienstleistungen
  • Tourismus

Frauen sind in Chefetagen unterrepräsentiert: Laut CRIF sitzen Frauen in 14 Großunternehmen in der Geschäftsführung, während 1157 Großunternehmen von Männern geleitet werden.

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(v.l.) Das Führungsteam von reebuild: Nicolaus Lederer, Alexander Kornell, Matteo Cimadom, Luca Papay © Oskar Fleischanderl

Papierordner und manuell geführte Excel-Tabellen sollen der Vergangenheit angehören, zumindest wenn es nach reebuild geht. Das Tech-Startup automatisiert mit seiner KI administrative Tätigkeiten von Bauleitern. Es wandelt also Dokumente, PDFs, Fotos etc. in strukturierte Daten um oder automatisiert Aufgaben wie die Rechnungsprüfung. In der vergangenen Pre-Seed-Runde sind bereits bekannte Investoren wie Hansi Hansmann eingestiegen (brutkasten berichtete). Nun schloss reebuild eine Seed-Runde von über drei Millionen Euro ab, angeführt vom europäischen Investor Fortino Ventures, mit Beteiligung von Rise PropTech und CuriosityVC.

Weitere Automatisierung des kaufmännischen Ablaufs

Mit dem frischen Kapital sollen KI-gestützte Module weiterentwickelt werden, durch die der kaufmännische Ablauf von der Kalkulation bis zur Buchhaltung weitgehend automatisiert werde. „Wir wollen den Kosmos auf unserer Plattform mit immer neuen Workflows erweitern. Darunter verstehen wir z.B. den Erstellungsprozess von Ausgangsrechnungen“, sagt CEO und Gründer von reebuild Alexander Kornell im brutkasten-Gespräch. Zudem soll das Büro in Wien personell aufgestockt werden. Aktuell ist reebuild in Deutschland und in Österreich etabliert. Durch die Investitionen soll nun in weitere europäische Länder wie Italien oder Polen expandiert werden. Es gebe bereits Entwicklungspartnerschaften mit ersten Proof Points.

Zu den Kund:innen zählen Unternehmen wie Pittel+Brausewetter oder 3SI Immogroup. Die Software wird, laut dem Startup, in Wien entwickelt, in Deutschland gehostet und ist DSGVO-konform.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“

„Wir sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für Bauunternehmen und Projektentwickler ist, ihre Backoffice-Prozesse mit Software und KI zu digitalisieren und zu automatisieren“, sagt Wouter Goossens, Partner bei Fortino Ventures. Reebuild erklärt, dass die Verwaltung und Steuerung von Kosten zwischen den Abteilungen im operativen Geschäft der Baubranche veraltet sei. Rechnungen würden händisch mit Vertragsbedingungen oder Lieferscheinen abgeglichen und Führungskräfte würden Entscheidungen auf Basis überholter Informationen treffen müssen.

„Wir kennen die Probleme der Branche aus erster Hand und entwickeln reebuild gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden extrem nah an der Praxis“, sagt Kornell über die Baubranche und ergänzt: „Wir sind überzeugt, dass wir diesen Markt mit einem Team aus Bau- und Technologie-Know-how aufmischen können. Nicht mit einem weiteren Tool, sondern mit einer Lösung, die wirklich versteht, wie Baustellen und Projekte kaufmännisch abgewickelt werden.“

Reebuild sorge für beschleunigte Prozesse und aktuellere Entscheidungsgrundlagen, was wiederum zu messbaren Einsparungen im gesamten Unternehmen führe. Beschaffungskosten könnten dadurch um bis zu 20 Prozent sinken.

Vision: Administrativer Aufwand auf null senken

Der bürokratische Aufwand soll laut reebuild in Zukunft gänzlich verschwinden. Auf Basis der strukturierten Daten hinter jedem Dokument entwickele reebuild das Agentic Backoffice für Bauunternehmen. KI-Agenten übernehmen eigenständig Routineaufgaben wie Prüfung, Abgleich und Vorkontierung. Dadurch sollen Teams ihre Zeit eher für das operative Geschäft anstatt für das manuelle Kostencontrolling nutzen.

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