07.07.2021

see:PORT InvestorCircle startet in Kärnten: 25 Angels für den Süden

Neue Initiative am Wörthersee: 25 Gründungsmitglieder wollen mit dem see:PORT InvestorCircle von Pörtschach aus für mehr Startup-Kapital in Kärnten und Umgebung sorgen.
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einige der Gründungsmitglieder des neuen see:PORT InvestorCircle
(c) see:PORT: einige der Gründungsmitglieder des neuen see:PORT InvestorCircle

Bislang haben sie in rund 150 Beteiligungen mehr als 25 Millionen Euro an privatem Kapital investiert. Nun schlossen sie sich zusammen, um die Gründerszene im Süden Österreichs auf das nächste Level zu hieven. Die Rede ist von 25 Business Angels und Investoren, die hinter der in Pörtschach am Wörthersee gestarteten Initiative see:PORT InvestorCircle stehen. Bereits seit Jahren setzt see:PORT unterschiedlichste Aktivitäten, um die Innovations- und Startup-Szene in Kärnten und Umgebung zu stärken.

Bekannte Namen im see:PORT InvestorCircle

„Der see:PORT InvestorCircle ist der nächste Baustein beim Aufbau eines Startup- und Gründerökosystems in Kärnten. Denn in einem Land, wo es viele neue Geschäftsideen gibt, findet sich auch ein guter Nährboden für Investments von kapitalstarken Partnern. Diese Investitionen gehen aber weit über die Finanzierungen hinaus: Feedback zu Businessplänen, Mentoring und Coaching der Gründer, Kontakte und Netzwerke sind beim Aufbau eines neuen Businessmodells ebenso wichtig und begehrt“, heißt es von der neuen Initiative.

Auch wolle man eine Anlaufstelle für Neo-Investoren darstellen, die sich hier mit arrivierten Investor-Experten austauschen und Tipps holen können. Untern den Gründungsmitgliedern sind 2 Minuten 2 Millionen-Investor Bernd Hinteregger, Roderich van Kessenich (u.a. Niceshops, Holiday Inn), Aleksander Kopac (AlpVent
AG) und der Industrielle Christoph Kulterer. Zusätzliche Expertise und „den notwendigen Blick über die Landesgrenzen hinweg“ wolle man über Allianzen mit den Business Angels of Slovenia in Ljubljana und der aaia in Wien liefern.

Startup-Bewerbung per Mail mit One-Pager

All das soll zur Entwicklung einer professionellen Investment-Struktur bzw. eines Ökosystems rund um den Wörthersee führen. Sukzessive sollen diesem immer mehr Investoren angehören. Startups spricht die Initiative direkt an. Diese können einen „klar strukturierten One-Pager (Problem, Lösung, Markt, Wettbewerb, Team, Unterstützungsbedarf)“ per Mail senden und dann gegebenenfalls schon bald vor der Angel-Runde pitchen.

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Montage eines Sensors im Bachbett | (c) GMD
Montage eines Sensors im Bachbett | (c) GMD

„Naturgefahren frühzeitig erkennen und fundierte Entscheidungsgrundlagen für Behörden und Infrastrukturbetreiber bereitstellen“ – so definiert das Innsbrucker Startup GMD sein Produkt. Dazu hat es mit der KI-gestützten Plattform GeoSenseAI ein ganzes Technolgoie-Portfolio aufgebaut. Das umfasst etwa IoT-Sensoren zur Erkennung von Hochwasser, Verklausungen, Hangbewegungen und Steinschlag, seismische Sensorik zur Überwachung instabiler Felsbereiche, Wetterstationen für hochalpine Standorte, Monitoring von Wasserressourcen und Quellen und KI-gestützte Analyse von Besucher- und Personenströmen. Über die Cloud-basierte Plattform erfolgen dann Visualisierung, Modellierung und Alarmierung.

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen“

Damit war das 2024 gegründete Unternehmen, das als „Verified Social Enterprise“ eingetragen ist und unter anderem mit Infineon kooperiert, schon bislang über die Landesgrenzen hinaus aktiv – etwa über eine Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein (brutkasten berichtete). Nun erfolgte mit der Eröffnung eines Standorts im Technopark Graubünden im Schweizer Landquart und der Gründung einer Schweizer Tochtergesellschaft der nächste Expansionsschritt. Dabei startete man bereits ein erstes Pilotprojekt mit dem Schweizer Bahnbetreiber Rhätische Bahn.

Ein Pegelsensor von GMD | (c) GMD

„Naturgefahren kennen keine Staatsgrenzen – unsere Technologien dürfen daher ebenfalls nicht an Landesgrenzen enden. Mit der Gründung der GMD Swiss GmbH schaffen wir die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit mit Schweizer Partnern und stärken unsere Präsenz im gesamten Alpenraum“, kommentiert Geschäftsführer Steve Weingarth. Der Standort Landquart sei „weit mehr als ein Vertriebsbüro“. „Er wird zu einem zentralen Innovations- und Entwicklungsstandort für intelligente Lösungen zur Prävention alpiner Naturgefahren und bildet einen wichtigen Baustein unserer internationalen Wachstumsstrategie“, so Weingarth.

Finanzierungsrunde für Expansionsstrategie

Die unmittelbare Nähe zu Forschungsinstitutionen, Infrastrukturbetreibern und öffentlichen Einrichtungen am Standort schaffe ideale Voraussetzungen für die gemeinsame Entwicklung neuer Technologien im Bereich der Klimaresilienz und Naturgefahrenprävention, heißt es von GMD. „Graubünden zählt zu den Regionen Europas, die besonders stark von Naturgefahren betroffen sind und gleichzeitig über eine hochentwickelte Infrastruktur verfügen. Damit bietet der Kanton ideale Bedingungen, um innovative Sensorik und digitale Frühwarnsysteme unter realen Einsatzbedingungen zu entwickeln, zu testen und weiterzuentwickeln.“

Langfristig verfolge man den Aufbau eines grenzüberschreitenden „Alpine Data Hub“, der Umwelt-, Sensor- und Geodaten aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Italien zusammenführt. In den kommenden Jahren sollen weitere Standorte „entlang der Alpenachse“ entstehen. Dazu befinde man sich aktuell auch im Closing einer Seed-Finanzierungsrunde. Schon für Anfang 2027 sei ein weiteres Investment geplant.

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