02.11.2018

Wiener Startup-CEO mit Reality-Doku auf Amazon Prime

Gregor Wallner, Co-Founder des Wiener Startups Jingle, hat mit seiner Zwei-Mann-Band Second Floor gemeinsam mit seinem Band-Kollegen Alex Dollischal nun eine "Reality-Trash-Doku" auf Amazon Prime.
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Second Floor Rumour: Jingle-CEO Gregor Wallner und Alex Dollischal
(c) Second Floor Rumour: Gregor Wallner und Alex Dollischal

Ein wenig ironisch ist es schon. Mit seinem Startup Jingle, das Gregor Wallner gemeinsam mit Lukas Binder und Kevin Bachmann in Wien gründete, will er eine Alternative zu Amazon bieten. Die Jingle-App sagt Usern mittels Chatbot, bei welchen lokalen Geschäften in der Nähe sie das Produkt bekommen, das sie suchen. Im zweiten Batch des WeXelerate-Accelerators holte man sich den Crowd-Award. Der große Launch steht kurz bevor. Mit seiner Zwei-Mann-Band Second Floor will Wallner gemeinsam mit dem Band-Kollegen Alex Dollischal Amazon nutzen, um groß rauszukommen.

+++ Chatbot Steckbrief: Lokal shoppen mit dem Chatbot von jingle +++

14 Episoden „Reality-Trash-Doku“

Und zwar mit einer „Reality-Trash-Doku“, wie Dollischal es gegenüber dem Magazin Futter der kleinen Zeitung nennt. In einer ersten Staffel sind 14 Episoden zu je sieben Minuten der „Second Floor Diaries“ online. Dazu ließen sich Wallner und Dollischal bei einem „Song Writing Retreat“ von einem Filmteam begleiten. Gezeigt wird in der Serie der Prozess des Song-Schreibens und -Produzierens mit dem entsprechenden Drumherum. Verfügbar ist die Serie im deutschen Sprachraum, in den USA und im Vereinigten Königreich. Mit ihrer vierköpfigen Vorgänger-Band Empty-Flags waren die beiden übrigens im Finale der ORF-Show „Die große Chance“.

Trailer der Second Floor Diaries

Amazon-Mitarbeiter auf Event kennengelernt

Ganz unabhängig von Jingle ist dieser PR-Coup von Wallners Band scheinbar nicht. Den Kontakt zu Amazon hat der Gründer nämlich auf einer Veranstaltung hergestellt, wie er Futter erzählt. Dessen erste Mail sei im Spam-Ordner gelandet. An der zweiten Staffel werde gerade gearbeitet, heißt es von der Band. Das ist insofern beachtlich, als es auch bei Jingle große Pläne für die kommenden Wochen gibt – Stichwort: Weihnachtsgeschäft. Und auch Alexander Dollischal ist als Agentur-Gründer selbstständig.

EDIT 28. April 2020: Demnächst startet die zweite Staffel!

⇒ Zur Serie auf Amazon Prime

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KI-Startups gibt es bekanntlich wie Sand am Meer. Siebt man jedoch jene aus, die sich über ein eigenes Large Language Model (LLM) trauen (und auch die Kompetenz dazu mitbringen) werden es plötzlich sehr wenige. Innerhalb Österreichs ist hier bislang das Linzer Startup NXAI rund um KI-Pionier Sepp Hochreiter zu nennen. Mit dessen Spinout Emmi AI, das zwar kein LLM, aber ein Foundational Model im Bereich Physical AI entwickelt hat, und dieses Jahr an Mistral aus Frankreich verkauft wurde, sollte ein zweites Linzer Unternehmen nicht ausgelassen werden. Und nun kommt ein drittes dazu.

Klarer Fokus auf Europa und digitale Souveränität

Auch Ablatic AI, ein Spinoff des LIT Open Innovation Center der Johannes Kepler Universität Linz, baut mit Talos ein eigenes LLM – und zwar mit klarem B2B-Fokus. Dass das Unternehmen rund um Florian Zimmermann und Julian Mauerkirchner dieses sehr rechenintensive Unterfangen stemmen kann, wird unter anderem über eine Kooperation mit AI Factory Austria AI:AT, wo man im Rahmen des EuroHPC-Programms europäische Hochleistungsrechenressourcen nutzt.

Doch wie wollen sich die Linzer gegen die übermächtige internationale Konkurrenz durchsetzen? Einmal mehr lautet die Antwort auf die Frage: digitale Souveränität. Talos sei bereits in seiner Architektur DSGVO- und AI-Act-konform; man decke den gesamten „Life Cycle“ des Produkts inklusive Hosting innerhalb Europas ab und falle so nicht unter den US-Cloud-Act. „Nicht das erste europäische KI-Modell. Das beste. Talos ist das fähigste, transparenteste und rechtssicherste Modell, das Europa jemals hervorgebracht hat, und wir haben es in Linz gebaut“, schreiben die Gründer durchaus selbstbewusst auf ihrer Website.

Kein Risikokapital

Der Plan ist dabei klar: den europäischen B2B-Markt erobern. Kernzielgruppe sind Unternehmen in regulierten Branchen wie Banken und Versicherungen sowie Softwareunternehmen. Schon in der aktuell noch laufenden Beta-Phase arbeitet Ablatic AI nach eigenen Angaben mit mehr als 100 Firmen zusammen. Schon Ende August soll der Marktstart erfolgen – dabei befindet sich das Unternehmen laut Impressum aktuell noch in Gründung.

Ob die großen Pläne aufgehen, bleibt freilich abzuwarten. Einen Teilaspekt könnte das Gründer-Duo früher oder später überdenken müssen. Man finanziere sich durch die EU, nicht durch Risikokapital, geben die beiden auf ihrer Website stolz an: „Wir bauen für Kunden, nicht für Investoren.“ Um mit den US-Riesen mit ihren bis zu elfstelligen Kapitalrunden konkurrieren zu können, könnte natürlich doch mehr externes Kapital notwendig werden.

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