12.03.2025
INVESTMENT

Sechsstelliges Investment für Wictory.ai – Ex-Skistar als Investor an Bord

Das Wiener HealthTech-Startup Wictory.ai rund um das Gründerduo Klaus Müller und Markus Unterweger, sicherte sich nur wenige Monate nach dem offiziellen Start ein mittleres sechsstelliges Investment.
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Wictory.ai-Gründerteam Markus Unterweger und Klaus Müller waren zu Gast im brutkasten-Studio. © brutkasten/Haris Dervisevic

Wearables sind aus dem Training vieler Sportler:innen nicht mehr wegzudenken – es gibt sie mittlerweile in unzähligen Varianten. Neben dem Training messen sie auch Schritte, Schlaf, den Glukosespiegel oder andere Gesundheitswerte. Doch die Herausforderung liegt oft darin, diese Daten richtig zu interpretieren. Genau hier setzt das Wiener HealthTech-Startup Wictory.ai an. Seine KI-basierte Software richtet sich an Sportler:innen und deren Coaches, die die sportliche Leistung durch datenbasierte Analysen verbessern wollen.

Nur wenige Monate nach der Gründung verkündet Wictory.ai nun den erfolgreichen Abschluss seiner Pre-Seed-Finanzierungsrunde. Das Startup konnte sich ein mittleres sechsstelliges Investment sichern – zu den Investoren gehören namhafte Personen aus der Startup- und Sport-Szene. Im Interview mit brutkasten erzählen die Gründer mehr zu dem Hintergrund des Investments.

Ex-Skirennläufer Michael Walchhofer als Lead-Investor

Im Oktober letzten Jahres gründeten Klaus Müller und Markus Unterweger das Startup Wictory.ai – brutkasten berichtete. Knapp fünf Monate später verkünden sie nun den erfolgreichen Abschluss der Pre-Seed-Finanzierungsrunde und sichern sich eine mittlere sechsstellige Investmentsumme. Das Kapital stammt von insgesamt fünf Investor:innen, angeführt vom ehemaligen Skirennläufer Michael Walchhofer.

„Es macht uns sehr stolz, den Michael Walchhofer als Lead-Investor mit an Bord bekommen zu haben. Wir haben sehr viele Gespräche mit ihm geführt, sehr viel Vertrauen in beide Richtungen offensichtlich auch aufgebaut“, erzählen die Gründer gegenüber brutkasten.

Wictory.ai-Gründerteam Klaus Müller und Markus Unterweger im brutkasten-Talk. © brutkasten/Haris Dervisevic

Walchhofer äußert sich zum Investment wie folgt: „Wictory.ai verbindet die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz mit meiner Leidenschaft für den Sport. Die Möglichkeit, eine sportliche Leistung datenbasiert zu optimieren, eröffnet neue Dimensionen für Athleten und Trainer gleichermaßen. Doch nicht nur die Technologie fasziniert mich – auch die Menschen hinter dem Projekt haben mich von Beginn an begeistert“.

Eversports-Gründer Hanno Lippitsch als Investor an Bord

Zusätzlich sicherte sich das Startup den Eversports-Gründer und -CEO Hanno Lippitsch als Investor. Mit seiner strategischen Erfahrung und seinem Branchennetzwerk wird er Wictory.ai künftig zur Seite stehen. Ebenfalls investiert haben Martin Wild, ehemaliger CIO von MediaMarkt Saturn Retail und Serial Entrepreneur, die Sportmedizinerin Dr. Sabine Meraner, sowie Karl Lux. „Wir stehen für Sport, wir kommen über den Sport, und umso schöner ist es, im Sportbereich Investoren zu haben“, sagt CEO Klaus Müller.

Ein Großteil des frischen Kapitals fließt in die technische Weiterentwicklung des Produkts. Die KI-basierte Software befindet sich derzeit noch in der Prototyp-Phase mit 150 Nutzer:innen, die sie seit Herbst testen. „Das heißt, wir müssen jetzt das MVP fertig bauen“, sagt CPO Markus Unterweger. Dafür werde man zusätzliche Techniker:innen und Unterstützung im kommerziellen Bereich benötigen. „Ein laufender Beta-Test liefert wertvolle Einblicke in die Nutzungsmöglichkeiten der Plattform. Die Technologie findet bereits Anwendung in verschiedenen Sportarten, darunter Wintersport, Radsport und Ballsport“, so Unterweger.

Zum Video-Talk mit Klaus Müller und Markus Unterweger

Wictory.ai: Objektive Datenanalyse durch KI-Assistenten

Die KI-basierte Software von Wictory.ai unterstützt Trainer:innen, indem sie präzise und schnelle Datenanalysen zu ihren Sportler:innen liefert. „Deswegen ist ein AI-Assistent natürlich genial, weil der kann sieben mal 24 Stunden Daten bewerten und kann dir immer auf deine Frage die personalisierte Antwort geben“, sagen die Gründer.

Die Gesundheits- und Trainingsdaten der Sportler:innen werden objektiv durch die künstliche Intelligenz analysiert. Zusätzlich gibt die KI individuelle Empfehlungen für Training, Erholung und Ernährung. Dabei soll sie Trainer:innen nicht ersetzen, sondern „schlauer machen mit Technologie, was wiederum dem Athleten zugute kommt“.

Langfristig gesehen, will das Startup allerdings nicht nur im Sportbereich Präsenz zeigen. „Wir wollen über den Sport groß werden. Aber der Longshot ist auf jeden Fall im Gesundheitssystem mehr Menschen da draußen zu helfen, dass sie ihr Leben gesund verbringen und nicht in ein reaktives System fallen“, so Müller.

Partnerschaft mit Fitnessuhren-Anbieter Polar

Für die Datenauslese setzt das Startup auf Wearables. Dafür ging es eine exklusive Partnerschaft mit dem Fitnessuhren-Anbieter Polar ein. Darüber hinaus befindet sich Wictory.ai in einem „sehr guten Austausch mit unterschiedlichsten Playern“, so Klaus Müller. „In Summe haben wir schon über 100 Devices, die wir connecten und wo wir schon Daten reinbekommen. Was wir sehen ist, es wird nur noch mehr werden.“

Das Wictory.ai-Gründerteam mit brutkasten-CEO Dejan Jovicevic im Video-Talk. © brutkasten/Haris Dervisevic

Bisher konnte das Startup vor allem Spitzenathlet:innen mit seiner Software überzeugen. Nun soll die Skalierung folgen, um weitere Zielgruppen zu erreichen – „sowohl im Profibereich als auch im Freizeit-, Hobby-, Amateurbereich“. Zunächst liege der Fokus jedoch auf dem Profisport, um das Produkt gezielt weiterzuentwickeln.

Konkrete Kundennamen möchten die Gründer gegenüber brutkasten noch nicht nennen. Fest steht jedoch: Im Wintersport ist Wictory.ai mittlerweile „sehr, sehr gut“ unterwegs. Zudem konnte das Startup bereits ein international erfolgreiches Team aus einer Ballsportart für sich gewinnen. Zudem wird Wictory.ai auf der FIBO in Köln – einer internationalen Messe für Fitness, Gesundheit und Wellness – vor Ort vertreten sein und sein Produkt der breiten Sport-Community vorstellen.

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Es ist bisher ein geschäftiges Jahr für das Wiener Startup fonio.ai. Im Juni schloss man eine Seed-Runde über 14,6 Millionen Euro ab – angeführt von 20VC, bei einer Bewertung von 120 Millionen Euro. Es folgte die Verkündung, die 10-Millionen-Dollar-ARR-Marke (Annual Recurring Revenue) geknackt zu haben – siehe hier – und dass man Pläne verfolge, neue Standorte zu eröffnen.

fonio-CEO: „Emotionaler Schritt“

Das Startup, das von Daniel Keinrath (CEO) und Matthias Gruber (CTO) gegründet wurde, entwickelt KI-Agenten für KMU, für die telefonische Erreichbarkeit geschäftskritisch ist. Kern ist ein Orchestration-Layer, der verschiedene KI-Modelle in Echtzeit mit der Unternehmenssoftware koordiniert. Nun tut man das auch aus Barcelona heraus.

Gründer Keinrath beschreibt die Eröffnung gegenüber brutkasten wie folgt: „Das ist ein sehr emotionaler Schritt für uns. Dieser Monat wird der erste, in dem voraussichtlich über 50 Prozent von unserem Umsatz bereits aus Non-DACH-Märkten kommt. Das Büro in Barcelona wird unser Hub für Italien, Frankreich und Spanien. Das Team für diese Märkte besteht schon aus über 15 Personen und wird wahrscheinlich bis Ende des Jahres auf 30 anwachsen. Wir suchen tatsächlich schon nach dem nächsten Büro“, sagt er.

Polen, Brasilien und England

Zusätzlich zu Barcelona sind auch Ausweitungen nach u.a. London, Warschau, München, Berlin, Amsterdam, New York und sogar nach Brasilien geplant: „Grundsätzlich expandieren wir unabhängig von Büros in Länder. Wir starten damit, dass wir top Leute aus den Ländern nach Wien (teils temporär) relocaten. Und wenn das Team dann groß genug wird, machen wir ein Büro auf“, erklärt Keinrath.

Das Warschau-Office soll bereits innerhalb der nächsten beiden Wochen eröffnet werden, gefolgt von Campinas (rund 100 Kilometer nordwestlich von São Paulo) Anfang November. London wird mit Dezember-Beginn anvisiert und New York wahrscheinlich in ersten Quartal 2027. „Für München, Berlin und Amsterdam“, so Keinrath weiter, „haben wir noch keine genauen Pläne, weil wir da den Headcount zuerst aufbauen. Aber wir haben bereits aus allen Städten Hires.“

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