Unter dem Motto „Every software developer should be a hacker!“ findet zum dritten Mal die sec4dev Conference & Bootcamp (22. bis 25. Februar 2021) statt.
Software-Security ist in Zeiten von verteilten Arbeitsplätzen, privaten Geräten im Firmennetz und allgemeiner Unsicherheit wichtiger denn je. Damit kommt einer Konferenz wie der sec4dev Conference & Bootcamp – die sich die Wissensvermittlung rund um Security in der Software-Entwicklung auf die Fahnen geschrieben hat – besondere Bedeutung zu. Aus bekannten Gründen findet die Konferenz Anfang 2021 im digitalen Raum statt – was durchaus auch ein Vorteil ist. So können sich alle TeilnehmerInnen top Vortragende aus der ganzen Welt in ihr Wohnzimmer holen.
(c) sec4dev
Die Schwerpunkte der sec4dev 2021
Dieses Jahr beschäftigt sich die Konferenz mit den Schwerpunkt-Themen Applikationssicherheit, Sicherheit im Entwicklungsprozess, Security-Testing & Automatisierung, Cloud- & Container-Security, Machine Learning- & AI-Security sowie IoT-Security. Ziel ist es, einen breiten Überblick über Security-Themen in der Software-Entwicklung zu geben und die Mauern zwischen DeveloperInnen und Security- ExpertInnen abzubauen.
An den ersten zwei Tagen finden dazu interaktive und praxisorientierte Bootcamps zur Vertiefung der Themen statt. Es folgen zwei Single-Track-Konferenztage mit renommierten internationalen Vortragenden, 14 Talks und themenspezifischen Diskussionen, bei denen die Security-ExpertInnen mit den TeilnehmerInnen ins Gespräch kommen können.
Erstmals bietet die sec4dev 2021 zwei geballte Halbtage mit kostenlosen Vorträgen und Raum für Erfahrungsaustausch:
Vorträge können noch bis 20. Dezember 2020 hier eingereicht werden.
Keynote-Speakerin: Tanya Janca
Die Keynote „Security Metrics That Matter“ hält Tanya Janca, Gründerin von We Hack Purple und Autorin von „Alice and Bob Learn Application Security“.
We Hack Purple umfasst eine Online-Lernakademie und -Community sowie einen wöchentlichen Podcast rund um sichere Software-Entwicklung. Tanya arbeitet seit über zwanzig Jahren in der IT-Branche – von Start-ups über den öffentlichen Dienst bis zu Technik-Giganten (Microsoft, Adobe und Nokia) – und hat zahlreiche Preise gewonnen. Sie war selbst Gründerin eines Start-ups, ist Pentesterin, CISO, AppSec Engineer und Software-Entwicklerin. Tanya hält regelmäßig Vorträge und Schulungen und ist als Bloggerin und Streamerin aktiv.
sec4dev 2021 – die Bootcamps
Die drei sec4dev-Bootcamps (jeweils 2-tägig) finden parallel am 22. und 23. Februar 2021 statt. Die Themengebiete sind: Cloud-Sicherheit, API-Sicherheit und Kubernetes-Sicherheit.
WienIT: 500 Nutzer:innen für die konzernweite KI-Plattform
Vor eineinhalb Jahren nahm das bei der WienIT angesiedelte Competence Center KI der Wiener Stadtwerke-Gruppe seine Arbeit auf. Eine Zeit, die vor allem von Aufbauarbeit geprägt war. Im Zentrum steht heute weniger ein einzelner Vorzeige-Use-Case als eine Infrastruktur: eine zentrale KI-Plattform für den gesamten Konzern. Warum dabei bewusst auf Eigenentwicklung gesetzt wird und Startups bislang nicht unmittelbar beteiligt sind.
WienIT: 500 Nutzer:innen für die konzernweite KI-Plattform
Vor eineinhalb Jahren nahm das bei der WienIT angesiedelte Competence Center KI der Wiener Stadtwerke-Gruppe seine Arbeit auf. Eine Zeit, die vor allem von Aufbauarbeit geprägt war. Im Zentrum steht heute weniger ein einzelner Vorzeige-Use-Case als eine Infrastruktur: eine zentrale KI-Plattform für den gesamten Konzern. Warum dabei bewusst auf Eigenentwicklung gesetzt wird und Startups bislang nicht unmittelbar beteiligt sind.
Larisa Stanescu (l.) vom Competence Center KI der Wiener Stadtwerke-Gruppe und Product Owner Jonathan Mayer | (c) WienIT
Im August 2025 zog die WienIT in einem eigenen Beitrag eine erste Zwischenbilanz des Competence Center KI. Der Bogen spannte sich damals vom Wissensmanagement-Tool bis zur KI-gestützten Lösung für Förderanträge.
Ein Jahr später hat sich der Schwerpunkt verschoben. In den Vordergrund gerückt ist eine zentrale KI-Plattform, die allen Mitarbeitenden der Wiener Stadtwerke-Gruppe Zugang zu KI-Werkzeugen geben soll. Sie ist produktiv, und seit dem Rollout wurden nach Angaben des Unternehmens rund 500 Nutzer:innen gewonnen.
„Die vergangenen eineinhalb Jahre waren vor allem von Aufbauarbeit geprägt“, sagt Jonathan Mayer, Product Owner der KI-Plattform. Das größte Vorhaben sei die Entwicklung eben dieser Plattform gewesen, mit dem Ziel, einen „einfachen, sicheren und vertrauenswürdigen Zugang zu KI-Technologien“ zu ermöglichen.
Larisa Stanescu, die das Competence Center leitet, wertet die Zahl als Bestätigung: Die Entwicklung zeige, dass der Bedarf an KI-Werkzeugen im Arbeitsalltag groß sei und kontinuierlich wachse. Entscheidend sei dabei, dass die Plattform einen sicheren und unternehmenskonformen Zugang biete.
Vom Freitextfeld bis zur Bestellprognose
Inhaltlich sieht das Competence Center einen großen Bedarf im Wissensmanagement. Informationen würden immer umfangreicher und verteilter, KI könne relevantes Wissen schneller auffindbar machen.
Daneben kommt KI zur Datenanalyse zum Einsatz, etwa bei der Auswertung offener Antworten aus Mitarbeiter- und Kundenbefragungen. Freitextdaten enthielten oft wertvolle Erkenntnisse, deren manuelle Analyse aber sehr zeitaufwendig sei, so Mayer.
Stanescu betont, dass klassische Data-Science- und Machine-Learning-Ansätze darüber nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Aktuell arbeite man an mehreren Use Cases in der Logistik, bei denen historische Daten genutzt werden, um Bestellmengen und Bestellzeitpunkte präziser zu prognostizieren.
Larisa Stanescu vom Competence Center KI | (c) WienIT
Digitale Souveränität als Leitprinzip
Die Frage nach Modellen und Infrastruktur ist für das Competence Center mehr als eine technische. „Digitale Souveränität ist für uns ein strategisches Leitprinzip“, sagt Mayer. Ziel sei es, die Kontrolle über die eigenen Daten und deren Verarbeitung zu behalten und gleichzeitig die Vorteile moderner Cloud- und KI-Technologien nutzen zu können.
Der Weg dorthin wird als pragmatisch beschrieben: Abhängig von den Anforderungen eines Use Cases und der Sensibilität der Daten wird entschieden, welche Infrastruktur und welche Technologien zum Einsatz kommen.
Konkret wird es beim nächsten Release der Plattform. Dann sollen Nutzer:innen zwischen verschiedenen Modellen selbst auswählen können, etwa europäischen Modellen oder Thinking-Modellen. Parallel dazu soll Model Routing implementiert werden, das automatisch das passende Modell für die jeweilige Fragestellung auswählt.
Warum Startups bislang nicht unmittelbar beteiligt sind
Bemerkenswert für ein Innovationsthema dieser Größenordnung: Startups sind bislang nicht unmittelbar beteiligt. „Aktuell arbeiten wir in unseren KI-Projekten nicht unmittelbar mit Startups zusammen“, sagt Stanescu. Den Wiener Stadtwerken sei der interne Knowhow-Aufbau besonders wichtig, weshalb auch im Hinblick auf digitale Souveränität stark auf Eigenentwicklungen gesetzt werde.
Eine grundsätzliche Absage ist das nicht. Entscheidend sei, ob eine Lösung konkreten Mehrwert biete und sich in die Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz und Integration einfüge. Künftige Kooperationen schließe man keineswegs aus, so Stanescu: Gerade im dynamischen KI-Markt könnten Partnerschaften mit innovativen Unternehmen eine interessante Ergänzung zu etablierten Technologieanbietern sein.
Jonathan Mayer, Product Owner der KI-Plattform von WienIT | (c) WienIT
Keine hochsensiblen Daten, On-Premises als Option
Auf technischer Ebene arbeitet das Competence Center mit klaren Datenklassifizierungen. Derzeit werden auf der Plattform keine hochsensiblen Daten verarbeitet. In Pilotprojekten wird evaluiert, wie künftig auch sensiblere Anwendungsfälle umgesetzt werden können, etwa durch On-Premises-Modelle, bei denen Daten die eigene Infrastruktur nicht verlassen.
Unabhängig von der Technologie gelte ein Grundsatz, sagt Mayer: KI unterstütze Menschen bei ihrer Arbeit, ersetze aber nicht die menschliche Verantwortung. Bei wichtigen Entscheidungen bleibe die finale Bewertung und Freigabe stets in menschlicher Hand.
Begleitet wird der Rollout von einem Change- und Enablement-Ansatz. Jede neue Nutzerin und jeder neue Nutzer der Plattform erhält ein strukturiertes Onboarding zu den Regeln im Umgang mit KI, dazu kommen Informationsveranstaltungen, Schulungen und eine Community für den Erfahrungsaustausch.
„Welches Problem lösen wir?“
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Monate formuliert Stanescu grundsätzlich: KI sei kein reines IT-Thema, technologische Exzellenz allein reiche nicht aus. Erfolgreiche Projekte entstünden dort, wo Fachbereiche, IT, Informationssicherheit, Datenschutz und Change Management früh eingebunden werden. Die Abstimmung dieser Anforderungen brauche oft mehr Zeit als die technische Umsetzung selbst.
Der Erfolg von KI-Anwendungen hänge zudem wesentlich stärker von Akzeptanz, Vertrauen und nutzbaren Anwendungsfällen ab als von der Leistungsfähigkeit einzelner Modelle. Statt „Welches Modell ist das beste?“ solle man fragen: „Welches Problem lösen wir für unsere Kolleginnen und Kollegen?“
Agentische KI und ein Hackathon
In den kommenden Monaten liegt der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der Plattform. Der Zugang zu KI soll weiter vereinfacht, zusätzliche Anwendungsfälle sollen erschlossen werden.
Parallel beschäftigt sich das Competence Center mit agentischer KI. Das Competence Center für Intelligent Process Automation pilotiert erste agentische Fähigkeiten innerhalb der Wiener Stadtwerke-Gruppe. Evaluiert wird, wie KI künftig nicht nur Informationen bereitstellen, sondern komplexere Aufgaben und Prozessschritte eigenständig unterstützen kann.
Um die Innovationskraft im Konzern zu stärken, ist außerdem ein KI-Hackathon geplant, bei dem Mitarbeitende eigene Ideen umsetzen können.
Langfristig sieht das Competence Center seine Rolle nicht darin, einzelne Lösungen bereitzustellen, sondern nachhaltige KI-Kompetenz im gesamten Konzern aufzubauen. Der größte Hebel liege nicht in einzelnen Tools, sondern in den Menschen, die diese Technologien sinnvoll einsetzen.
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sec4dev 2021: Die Wiener Security-Konferenz geht in den virtuellen Raum
IT-Security ist in Zeiten von verteilten Arbeitsplätzen, privaten Geräten im Firmennetz uns allgemeiner Unsicherheit heute wichtiger denn je.
Umso wichtiger sind nun Konferenzen wie die sec4dev, die sich der Vermittlung von Wissen rund um IT-Security im Kreise der Developer auf die Fahne geschrieben haben.
Die 2021er-Ausgabe der sec4dev-Konferenz wird aus Live-Keynotes und aufgezeichneten Vorträgen bestehen, gefolgt von Live-Fragen und Antworten.
Die Keynote mit dem Titel „Security Metrics that matter“ wird Tanya Janca, Gründerin von We Hack Purple und Autorin von „Alice und Bob lernen Anwendungssicherheit“, halten.
Die Themen der Talks drehen sich um Application Security, Secure SDLC, Security Testing & Automation, Cloud & Container Security, Machine Learning & AI Security sowie IoT Security.
Die Kern-Konfrenz findet von 24.-25.02.2020 statt.
Bereits vor dem Start der eigentlichen Konferenz, nämlich von 22.02. bis 23.02.2021 wird es zumden drei Bootcamps geben, die jeweils zwei Tage dauern.
AI Kontextualisierung
Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?
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