19.10.2022

Ex-Mobilkom CEO Boris Nemšić steigt bei Wiener FinTech Seasonax ein

Das Wiener FinTech Seasonax bietet Trend- und Musteranalyse von Finanzanlagen an. Boris Nemšić, ehemaliger CEO der mobilkom Austria AG, steigt nun als Investor und Strategieberater ein.
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Seasonax
Seasonax: Das Founder/Gesellschafter-Team (vlnr.): Boris Nemsic, Christoph Zenk, Tea Muratovic und Dimitri Speck) | (c) Seasonax

Das vor neun Jahren von Christoph Zenk und Dimitri Speck gegründete FinTech Seasonax hat sich auf die saisonalen Analyse von Finanzanlagen spezialisiert – angefangen von Aktien über Währungen bis hin zu Rohstoffen. Die Basis dafür bildet ein eigens entwickelter Algorithmus, der dabei hilft zu erkennen, wann sich Kaufen und Verkaufen üblicherweise auszahlen. „Wir haben ein Tool entwickelt, das User:innen die Möglichkeit gibt, mit geringem Aufwand sowohl komplexe Kurstrends als auch die daraus resultierenden Kauf- und Verkaufssignale abzuleiten“, so Zenk, Geschäftsführer und Co-Founder von Seasonax über das Tool.

Neben dem Errechnen von Langzeit-Durchschnittswerten kommt die Technologie auch beim Intraday-Trading zum Einsatz, wobei über eine Plattform gezeigt wird, zu welchen Uhrzeiten Aktien & Co in der Regel zulegen oder an Wert verlieren. Das Tool steht sowohl B2B- als auch B2C-Kund:innen zur Verfügung. Zudem ist die Lösung des Wiener Startups auch bei Bloomberg und Thomson Reuters integriert, die so ihre Nutzer:innen mit genaueren Informationen zur Saisonalität versorgen.

Wachstumskurs von Seasonax

Wie Geschäftsführer und Co-Founder Zenk erläutert, legte das Unternehmen mit seinem Analyse-Tool in den letzten Monaten ein starkes Wachstum hin. „Wir konnten uns letztes Jahr stark vergrößern und auch dieses Jahr im ersten Halbjahr einen Umsatzwachstum von über 56 Prozent verzeichnen“, so Zenk. 99 Prozent des Wachstums erfolgt aktuell außerhalb von Österreich und zu über 50 Prozent bereits in den USA. Zudem zählt das Unternehmen laut dem Gründer im Bereich der saisonalen Analyse mittlerweile zum Marktführer.

Neuer Investor & Strategieberater an Bord

Die starke Internationalisierung soll nun weiter vorangetrieben werden, und zwar mit Boris Nemšić als Investor und Strategieberater an Bord. Nemšić war von 2000 bis 2009 CEO der mobilkom austria AG, wechselte dann zu Russlands Vimpelcom und arbeitet heute hauptsächlich für den in Dubai ansässigen Strategieberater Delta Partners. Als früherer Vorsitzender des Beirats des kroatischen Unicorns Infobip sowie als mehrfacher Investor in Startups verfügt er zudem über Erfahrung in der Startup-Welt – erst im März diesen Jahres stieg er als Investor beim Grazer Video-Tech-Startup eyeson ein.

„Ich freue mich, dem Team von Seasonax beizutreten. Ich bin davon überzeugt, dass intelligente FinTechs einen wesentlichen Beitrag zur Qualität und Transparenz von Anlageentscheidungen leisten können“, so Nemšić über seinen Einstieg.


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Die Stadtwerke Klagenfurt versorgen die Region unter anderem mit Strom, Gas, Fernwärme, Wasser und verantworten den öffentlichen Personennahverkehr. © Stadtwerke Klagenfurt

Ob E-Mails, vertrauliche Kunden-Dokumente oder interne Richtlinien: Viele österreichische Unternehmen haben verstanden, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz unausweichlich wird, stehen allerdings vor der Herausforderung, KI sicher in die eigenen Arbeitsabläufe zu integrieren. Bei den Stadtwerken Klagenfurt entschied man sich bewusst gegen Standard-Lizenzen externer US-Hyperscaler und entwickelte stattdessen eine maßgeschneiderte Inhouse-Lösung: den „Stadtwerke GPT“, auch liebevoll „Susi-Sorglos“ genannt.

Die Vision: Ein DSGVO-konformer „Büro-Buddy“

Das Hauptziel war von Beginn an klar definiert: eine sichere Umgebung zu schaffen, in der Mitarbeiter:innen Bedenken bezüglich des Datenschutzes komplett ausräumen können. „Wir wollten unseren Mitarbeitern einen souveränen, DSGVO-konformen Chatbot anbieten, den sie komplett bedenkenlos nutzen können, wo sie personenbezogene Daten von Kunden reinkopieren und vertrauliche Dokumente hochladen können“, erklärt Peter Weratschnig, IT-Bereichsleiter der Stadtwerke Klagenfurt.

Neben der Chatbot-Funktion dient die KI als intelligenter „Büro-Buddy“. Über ein Retrieval-Augmented-Generation-System (RAG) wurden ca. 2.000 Seiten an internen Dokumenten, von Konzernrichtlinien bis hin zu IT-Anleitungen, eingebunden, um Fragen zu regulatorischen Vorgaben oder Systembedienungen direkt zu beantworten.

Der Gamechanger: Die Austria Wirtschaftsservice (aws)-Förderung

Das Projekt hat man nicht alleine umgesetzt, sondern entstand durch den Kontakt mit dem Wiener KI-Startup BReact, das 2022 von Raphael Fakhir und Nemanja Klincov gegründet wurde. Der entscheidende Impuls für die Realisierung lag in der Förderlandschaft. Denn das finanzielle Gesamtinvestment bewegte sich im fast sechsstelligen Bereich, erklärte Weratschnig im Interview.

Hier kam die IÖB-Toolbox-Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) als entscheidender Beschleuniger ins Spiel. „Ohne diese Förderung hätten wir es nicht gemacht“, betont Weratschnig rückblickend. Die Förderung reduzierte das finanzielle Risiko für die Stadtwerke entscheidend und machte den Weg frei für die gemeinsame Entwicklung mit dem Startup.

Das Förderungsprogramm aws IÖB-Toolbox richtet sich an öffentliche Beschaffer und hat den Zweck, die Planung und Umsetzung von IÖB-Challenges als innovativem Instrument der Markterkundung, juristische und/oder technische Expertise für die Erstellung von Unterlagen für eine geplante Ausschreibung (Modul Prepare), sowie die Durchführung von innovativen Beschaffungen (Modul Transfer) zu ermöglichen. Damit sollen Anreize für eine verstärkte Innovationsnachfrage durch den öffentlichen Sektor gesetzt werden, insbesondere für Vorhaben mit positiven Beiträgen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Europäische KI-Architektur On-Premise

Auch technisch setzten die Partner auf digitale Souveränität: Als Sprachmodell dient ein Modell des französischen KI-Unternehmens Mistral, das Mitte des Jahres auch das Linzer Startup EmmiAI kaufte. Die Datenhaltung erfolgt laut Weratschnig ausschließlich On-Premise in eigenen IT-Systemen. Lediglich die reine GPU-Rechenleistung wird bei einem italienischen Anbieter angemietet. „Sobald das Modell nachdenkt, tut es das in dieser Infrastruktur ohne persistente Datenspeicherung. Danach sind keine Datenspuren außerhalb unseres IT-Systems zu finden“, erklärt der IT-Bereichsleiter. Das Resultat ist der angestrebte „Susi Sorglos“-Bot für den internen Arbeitsalltag.

Große Begehrlichkeiten & wertvolle Erkenntnisse

Nach der schrittweisen Bereitstellung als internes Web-Service stieß das Tool auf enormes Interesse in den Fachbereichen. Neben Fachfragen zu Richtlinien entstehen bereits Ideen für eigene Teil-Wissensdatenbanken oder interaktive Schulungsassistenten.

Gleichzeitig liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse für künftige KI-Initiativen. „Der Benefit aus unseren Lessons Learned ist fast ebenso hoch einzustufen wie das Tool an sich“, fasst Weratschnig zusammen. Seine zentralen Ratschläge an andere Unternehmen: Von Beginn an die eigene IT-Architektur und Lieferkette der Dienstleister genau prüfen sowie die Qualität der zugrundeliegenden Analog-Dokumente gründlich analysieren.


Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienbeauftragung mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.

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