01.10.2025
IMMOBILIENPLATTFORM

SearchPlace.ai bündelt den gesamten österreichischen Immobilien-Markt auf einer Plattform

Das Gründerteam der Allimmo Group bringt mit SearchPlace.ai eine neue Immobilien-Plattform auf den Markt. Im brutkasten-Test zeigt sich, ob die KI-Suche hält, was das Startup verspricht.
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searchplace.ai
Markus Hammerschmid (Software Engineer), Julian Wimmer (Co-Gründer und CTO), Vivienne Pour (Co-Gründerin und COO), Joshua Krick (Co-Gründer und CEO). Foto: SearchPlace.ai, Victoria Pour

Mietwohnung unter 900 Euro, ab 40 Quadratmeter, im 1. bis 20. Bezirk, mit Freifläche. Wer schon einmal auf Wohnungssuche war, kennt das Spiel: Filter setzen, Ergebnisse durchforsten, zwischen Suchplattformen wie Willhaben, Immoscout und WG-Gesucht hin- und herspringen. Genau damit soll jetzt Schluss sein – zumindest wenn es nach dem Wiener Startup SearchPlace.ai geht.

Das junge Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, den gesamten österreichischen Immobilienmarkt auf einer Plattform zu bündeln und dabei den Suchprozess radikal zu vereinfachen. „Niemand möchte zehn Portale gleichzeitig durchklicken“, sagt Vivienne Pour, COO von SearchPlace.ai und Co-Gründerin wie CEO bei Allimmo (brutkasten berichtete bereits über die Immobilienvermittlung Allimmo).

Funktionen und Alleinstellungsmerkmale

SearchPlace.ai ist kostenlos nutzbar und setzt auf eine semantische, KI-gestützte Suchtechnologie, die klassische Filtermethoden ablösen soll. Nutzer:innen könnten dadurch Wünsche formulieren, was sie tatsächlich suchen würden. Die KI liefert daraufhin Ergebnisse. Auch wird es – wie man es von Willhaben kennt – einen Suchagenten geben, der automatisch benachrichtigt.

Ihre Alleinstellungsmerkmale zu bereits bestehenden Plattformen formulieren sie durch folgende Punkte: Intelligente Suche, Plattformübergreifende Abdeckung, Präzisere Ergebnisse als klassische Filter, kostenlose Standardsuche ohne Limit, Zusatzfunktionen flexibel zubuchbar.

„Technologisch setzen wir auf semantische KI, die Inhalte versteht, statt nur Schlagwörter zu matchen. Das erlaubt uns, Suchanfragen wirklich ‚menschlich‘ zu interpretieren. Unser Ziel ist es, die modernste Immobiliensuche Europas zu entwickeln – und langfristig die Standardsuche weltweit“, sagt Julian Wimmer CTO von SearchPlace.ai, ebenso Co-Gründer und CTO der Allimmo Group. In wenigen Wochen soll die Ausweitung auf Deutschland und in die Schweiz folgen.

SearchPlace.ai im Selbsttest

Brutkasten probiert die kostenlose Funktion der Plattform aus, eingegeben wurde in die Suchfunktion: „Wohnung, 1080, bis 700 Euro, ab 40 Quadratmeter“. Das erste angezeigte Ergebnis: Wohnung mit Balkon in Wien für 3.700 Euro, 158 Quadratmeter, und weitere nicht relevante Wohnungen, die sich zum Teil nicht in Wien befinden.

Auf Nachfrage, warum die KI-Funktion bei dem Beispiel scheiterte, antworte Joshua Krick, CEO und Co-Gründer: „Bei der eingegebenen Suchanfrage ist das 1080 alleine zu frei bzw. zu wage für die KI. Wenn es sicher sein soll, müsste zumindest „in 1080″ eingegeben werden, sonst kann es passieren, dass die KI das als Preis, Größe und der gleichen interpretiert.“

Krick meint, man solle sich die KI wie einen Gesprächspartner vorstellen, dem man seine Wünsche von null auf erklärt. Als Beispiel formuliert der CEO diesen Prompt: „Ich suche eine ruhige Wohnung in 1080, mit mindestens 40m2 bis maximal 1800€ Miete. Sie soll min 3 Zimmer haben und einen netten Balkon.“

Brutkasten gibt diesen Wortlaut in die Suchfunktion ein. Tatsächlich werden zwei Ergebnisse angezeigt, die auf den ersten Blick diesen Kriterien entsprechen.

Durch Abo-Modelle Zusatzfunktionen erhalten

Nutzer:innen können bei Bedarf auch Premium-Abos schließen, die ab 15 bis 50 Euro monatlich verfügbar sind. Dadurch erhält man Zusatzfunktionen wie Suchprofile mit 24/7-Benachrichtigungen (das gibt es bei Willhaben.at übrigens kostenlos), Markt- und Preisanalysen, Insights oder API-Integrationen.

Wie die Zukunft aussehen soll: „SearchPlace soll die führende Suchmechanik für Immobilien werden – zunächst im DACH-Raum, später europa- und weltweit. Unser Ziel ist es, alle Märkte an einem zentralen Ort zusammenzuführen und dabei Transparenz sowie Fairness zu schaffen“, erklärt Joshua Krick.

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Forschende in der SAL Reinraum Villach. (c) Sarina Dobernig

Der Quantencomputer gilt als die nächste Schlüsseltechnologie, was die Quantenforschung zu einer der gefragtesten unserer Zeit macht. Ein zentraler Punkt sind dabei die Ionenfallen-Chips, die das Funktionieren von Quantencomputern ermöglichen. Die USA und China investieren bereits Milliarden in diese Forschung, nun startet Europas erste Pilotinitiative zur industriellen Herstellung der Chips, und das in Österreich.

Vom raumfüllenden Labor zum winzigen Chip

Sogenannte Ionenfallen gelten als einer der vielversprechendsten Ansätze für zukünftige Quantencomputer. Das Prinzip dahinter: Einzelne geladene Atome werden mithilfe elektromagnetischer Felder „eingesperrt“ und dann durch Laserstrahlen gesteuert.

Aktuell füllt diese komplexe Technik im Labor noch einen kompletten Raum. Für eine praktische Nutzung muss der gesamte Aufbau auf einen winzigen Chip schrumpfen – und zwar so, dass er zuverlässig, reproduzierbar und in großen Stückzahlen industriell gefertigt werden kann. Hier setzt die Pilotinitiative von Silicon Austria Labs an, denn sie hat das Ziel, eine industrielle Herstellung von Ionenfallen-Chips in Österreich zu etablieren.

„Unsere Industriestrategie 2035 hat einen klaren Anspruch. Wir wollen Schlüsseltechnologien nicht anderswo entstehen sehen, sondern hier in Österreich mitgestalten. Dass Silicon Austria Labs bei Europas erster Fertigung von Ionenfallen-Chips die Führung übernimmt, zeigt, dass dieser Kurs greift. So wird aus Spitzenforschung industrielle Wertschöpfung im eigenen Land“, kommentiert Innovationsminister Peter Hanke das Projekt.

Innovationsminister Peter Hanke bei einem Besuch in den Silicon Labs Austria. (c) Tobias Holzer

30 Mio. Euro für Österreich

Insgesamt stehen für das Projekt 50 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Fördermittel kommen vom „Chips Joint Undertaking“ der Europäischen Union, das die Entwicklung und Einführung von nanoelektronischen Chip-Technologien vorantreibt, sowie den teilnehmenden Mitgliedstaaten. Der größte Teil von diesem Geld – über 30 Millionen Euro – fließt direkt an die österreichischen Partner.

Das Geld wird laut SAL in erster Linie für den Ausbau der Produktionsanlagen, die Ausbildung neuer Fachkräfte und in offene Servicestrukturen investiert.

Gebündelte österreichische Expertise

An dem Großprojekt sind 21 Organisationen aus sechs verschiedenen Ländern beteiligt. Das Netzwerk besteht aus Forschungseinrichtungen, Universitäten, Startups, KMU und Industrieunternehmen.

Neben Silicon Austria Labs als Projektkoordinator sind weitere heimische Akteure dabei. ParityQC, das mit dem Bau eines Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium erst für Schlagzeilen sorgte, liefert die Quantensoftware-Architektur. Infineon Technologies Austria bringt als industrieller Kernpartner das Wissen zur Fertigung der Chips ein. Alpine Quantum Technologies steuert die Systemperspektive bei, und die Universität Innsbruck fungiert als europäisches Ideenlabor für Ionenfallen.

Europas Quanten-Vorreiter

Die Silicon Austria Labs GmbH (SAL) ist ein 2018 gegründetes, österreichweites Forschungszentrum für elektronik- und softwarebasierte Systeme. An den Standorten Graz, Villach und Linz vernetzt SAL Wissenschaft und Industrie, um innovative Ideen in wirtschaftlich nutzbare Technologien zu verwandeln. Der Forschungsfokus liegt auf Mikrosystemen, Sensorik, Leistungselektronik, intelligenten drahtlosen Systemen und Embedded Systems. Neben CHAMP-ION ist SAL an drei weiteren europäischen Quanten-Pilotlinien beteiligt. Diese Breite habe in Europa kaum ein anderes Forschungszentrum, heißt es in einer Aussendung.

„Wir sind stolz darauf, CHAMP-ION als wahrhaft europäische Initiative zu koordinieren, die führende Expertise aus dem gesamten Kontinent zusammenbringt, um Europas technologische Souveränität im Bereich der Quantentechnologien zu stärken. Durch den Aufbau eines offenen und skalierbaren Ionenfallen-Ökosystems schaffen wir das Fundament für Quantenexzellenz auf Weltklasseniveau, made in Europe“, sagt Christina Hirschl, CEO von Silicon Austria Labs.

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