08.11.2017

Searchin.it: Wiener Startup bringt Suchmaschine für Sneaker-Freaks

Das Wiener Startup Searchin bringt auf seiner Online-Plattform Sneaker-Käufer und -Verkäufer zusammen. Die Idee zur Gründung entstand aus einer persönlichen Leidenschaft.
/artikel/searchin-it
(c) searchin: Hadi Reda, Günther Zott und Andreas Feichtinger

Shops durchforsten, Angebote vergleichen: Online passende Turnschuhe zu einem günstigen Preis zu finden, kostet Zeit. Die Online-Plattform „Searchin.it“ will es Sneaker-Käufern erleichtern, das richtige Produkt zu finden. Sie können dort mit einer Suchabfrage das Angebot von über 100 Sneaker-Shops weltweit vergleichen.

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Nachfrage in der Sneaker-Szene

„Ich bin schon seit Jahren Sneaker-Sammler und Liebhaber“, erzählt Hadi Reda, einer der beiden Gründer des Startups. „In meinem Freundeskreis war ich bekannt dafür, immer ein günstigeres Angebot oder sogar Artikel, die teilweise schon ausverkauft waren, zu finden. So entstand die Idee zu Searchin.“ Das Projekt sei anfangs nur zum Eigenbedarf gedacht gewesen, sprach sich in der Sneaker-Szene aber schnell herum.

Mut zum Relaunch

Mit dem steigenden Traffic und Anfragen von Händlern, sich auf „Searchin.it“ listen zu lassen, entwickelte sich die Online-Plattform stetig weiter. Und das, obwohl sie damals noch „grottenschlecht“ gewesen sei, wie der Gründer erzählt. Günther Zott glaubte an die Idee seines langjährigen Freundes Reda und wurde Mitgründer von Searchin. Gemeinsam suchten die beiden ein passendes Team und beschlossen, die Seite neu aufzusetzen. Ein Wagnis, das sich gelohnt hat, wie Reda sagt: „Seit dem Relaunch konnten wir mit Searchin gute Umsätze erzielen, die alle reinvestiert werden.“

Über ein halbes Jahr lang arbeiteten Reda, Zott und Co. an der neuen Seite. „Die größten Hürden lagen hier im Development-Bereich“, erinnert sich Reda. „Unser System ist nun kein 08/15-Ding mehr, deswegen war es wichtig, gute Entwickler zu finden, was uns auch gelungen ist.“ Seit Anfang 2017 ist auch Andreas Feichtinger bei Searchin mit an Bord, der die Aufgaben Controlling und Operations übernommen hat.

„Niemanden mit Retargeting-Kampagnen nerven“

Die hohe Nachfrage war einer der Gründe, warum Searchin ins Leben gerufen wurde. Und darauf möchte sich das Team auch weiterhin verlassen. „Unsere Marketingstrategie beruht darauf, ein Produkt auf die Beine zu stellen, welches die Leute annehmen, ohne sie mit Retargeting-Kampagnen zu nerven“, betont Reda.

Ein Ziel sei es, in den asiatischen Markt einzutauchen. „Unsere Statistiken zeigen, dass wir hier sehr viel Potenzial haben.“ Und natürlich möchte man auch den mobilen Bereich verbessern, um auch hier alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Ob die Gründung von Searchin hier in Österreich die richtige Entscheidung war, kann Reda noch nicht beantworten: „Das wird sich Ende des Jahres herausstellen.“ Sein Learning aus der Geschichte ist allerdings schon jetzt: „Nicht warten: Tun! Auch wenn etwas nur halbfertig ist…“

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Elias und Matthias Bohun von Traivelling bei der Prämierung der besten Geschäftsidee Niederösterreichs 2019 (c) Daniela Matejschek

Interkontinentale Zugreisen einfach und nachhaltig zu ermöglichen, dafür wurde Traivelling vor gut fünf Jahren gegründet. Ursprünglich war das Unternehmen im B2C-Bereich tätig. Privatpersonen sollten ohne großartige Recherche weite Strecken mit dem Zug zurücklegen können. Zuletzt wollte man sich im B2B-Bereich verstärken, doch nun ist das Unternehmen insolvent. Ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien wurde eröffnet.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich“

Zuletzt arbeitete Traivelling daran, eine Softwareschnittstelle im B2B-Bereich anzubieten, über die Tickets weitervermittelt werden sollten. Das Wiener Startup hätte dafür monatliche Fees von B2B-Partnern und eine Provision von Bahnfirmen erhalten. Aus einer Aussendung des Kreditschutzverbands KSV1870 geht hervor, dass Traivelling dadurch Umsätze in einer Größenordnung generieren wollte, die für einen langfristigen Unternehmenserfolg entscheidend sein sollten. Im Endeffekt war laut KSV 1870 eben diese Softwareschnittstelle für die Nutzung durch Unternehmenskunden, also der B2B-Bereich, die Ursache für die Insolvenz.

Die Entwicklung dieser Schnittstelle konnte nämlich bis dato nicht fertiggestellt werden. Auch ein Rettungsversuch durch Verhandlungen mit Investoren scheiterte. „Es waren unüberbrückbare vertragliche Differenzen zwischen den Investoren und uns“, erklärt Geschäftsführer Elias Bohun, der die Namen der Investoren nicht nennen möchte.

„Wir arbeiten in einem knappen Margenbereich. Am Ende ist uns leider das Geld ausgegangen, obwohl wir jeden Tag Buchungen hatten. Wir hätten aber ein Vielfaches gebraucht“, sagt Bohun. Bereits gebuchte Tickets würden ihre Gültigkeit behalten. Das Unternehmen hatte zwei Mitarbeiter.

Die Verbindlichkeiten betragen laut Kreditschutzverband 435.000 Euro, rund 200 Gläubiger seien betroffen. Die Zahl der Gläubiger sei so groß, weil Traivelling sich unter anderem mittels Crowdfunding finanzierte.

Crowdfunding und FFG-Förderung

Das Startup konnte im Jahr 2025 über eine Crowdfunding-Aktion 200.000 Euro einsammeln (brutkasten berichtete). Um diese Summe zu erreichen, habe es laut Geschäftsführer Elias Bohun nur zehn Tage gebraucht. Zusätzlich erhielt das Wiener Startup eine FFG-Basisförderung. Insgesamt konnten man eine Finanzierung in Höhe von rund 600.000 Euro aufstellen.

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