08.04.2026
EXPANSION

SchuBu: Wiener EdTech-Startup holt Millionenfinanzierung

Mit dem Kapital will SchuBu seine digitale Lehr- und Lernplattform technologisch weiterentwickeln, die Nutzung im Schulalltag ausbauen und die Expansion im DACH-Raum vorantreiben.
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Das SchuBu-Team | (c) SchuBu
Das SchuBu-Team | (c) SchuBu

„Das interaktive Schulbuch“ – so lautet die kurze Selbstbeschreibung des Wiener Startups SchuBu auf seiner Homepage. Etwas ausführlicher heißt es vom Unternehmen: „SchuBu entwickelt eine interaktive, lehrplankonforme digitale Lehr- und Lernplattform, die Lehrkräfte im Schulalltag entlang des gesamten Unterrichtsprozesses unterstützt – von der Vorbereitung über individuell zugeschnittene Aufgaben bis hin zur Lernstandsanalyse.“ Die Plattform biete Schüler:innen ein digitales Lernumfeld, das Lernen anschaulicher, motivierender und effektiver mache.

Gründung just zum Start der Corona-Pandemie

Gegründet wurde das Unternehmen im März 2020 – zufällig gerade rechtzeitig für den unfreiwilligen EdTech-Hype in der Corona-Pandemie (brutkasten berichtete wenige Monate später erstmals). Schon damals im ersten Jahr holte sich das Startup ein Investment und eine Förderung. 2024 schließlich kündigten zwei der fünf Gründer gegenüber brutkasten am Business Angels Summit in Kitzbühel an, man arbeite an einer neuerlichen Finanzierungsrunde, mit der auch die Internationalisierung gelingen soll. Nun ist es so weit.

Bestehende und neue Kapitalgeber in siebenstelliger Runde

SchuBu holt sich demnach eine Finanzierung in siebenstelliger Höhe. Dabei beteiligen sich neben bestehenden Investor:innen auch „neue Partner:innen aus Österreich und Deutschland“, heißt es vom Startup. Dazu zählen VerVieVas, Johannes Woithon, Erste Social Finance sowie der European Social Innovation and Impact Fund (ESIIF). Begleitet und strukturiert wurde die Finanzierungsrunde von der Impact-Finance-Beratung FASE. „In zukunftsfähige Bildung zu investieren, ist letztlich eine Investition in unsere Gesellschaft. SchuBu leistet einen wichtigen Beitrag dazu, diese Zukunft für unsere Kinder mitzugestalten“, kommentiert Margit Mayr von Erste Social Finance. Die Tochter der Erste Stiftung finanziert Social Businesses über das Nachrangdarlehen-basierte Instrument „Quasi-Equity“.

Weiterentwicklung mit KI-Funktionen

Das Kapital soll sowohl in die Produktentwicklung als auch in die weitere Expansion am deutschen Markt fließen. „Wir wollen Künstliche Intelligenz so in den Unterricht bringen, dass sie Lehrkräfte im Alltag konkret unterstützt und personalisiertes Lernen für Schüler:innen besser ermöglicht“, sagt Paul Beyer Klinkosch, Co-Founder und Head of Business Development bei SchuBu, zur Produktentwicklung. Die KI-gestützte Anwendung „SchuBu+“ bietet Funktionen wie etwa automatische Korrekturen, intelligente Lernempfehlungen und digitale Assistenzsysteme für den Unterricht.

SchuBu will von „Marktplatz Lernapps“ profitieren

Profitieren will das EdTech-Startup auch von einer kürzlich erfolgten politischen Entscheidung. „Mit Blick auf den Rollout des vom Bildungsministerium geförderten ‚Marktplatz Lernapps‘ bereiten wir uns intensiv auf den nächsten Entwicklungsschritt vor. Unser Ziel ist es, Schulen und Lehrkräften eine Lösung bereitzustellen, die sich sinnvoll in den Unterricht integrieren lässt“, sagt Ines Grangl, Investor Relations Managerin bei SchuBu.

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Die drei Partner von RM Equity Partners (v.l.) Nicola Szekely, Eugen Benedikt Russ und Chris Wittlinger | (c) RM Equity Partners
Die drei Partner von RM Equity Partners (v.l.) Nicola Szekely, Eugen Benedikt Russ und Chris Wittlinger | (c) RM Equity Partners

Rund 50 Digital-Unternehmen mit etwa 600 Mitarbeiter:innen und mehr als 400 Millionen weltweiten Nutzer:innen – das ist das Portfolio der Liechtensteiner Private-Equity-Gesellschaft RM Equity Partners. Insgesamt hält diese eine halbe Milliarde Euro Assets under Management (AuM). Bekannte Portfolio-Unternehmen sind etwa die Outdoor-Plattform Bergfex aus Graz oder die deutsche Motorrad-Tour-App Calimoto.

Neue Bedeutung für zwei Buchstaben

Bis vor kurzem war die Gesellschaft Teil der Vorarlberger Russmedia-Gruppe, wie auch die zwei Buchstaben im Namen verraten. Nun befindet sich das PE-Unternehmen komplett im Besitz der drei Partner Eugen Benedikt Russ, Chris Wittlinger und Nicola Szekely. Somit bleibt es freilich zu einem Teil in der Vorarlberger Unternehmerfamilie Russ, die hinter Russmedia steht. Das RM bleibt als etablierter Name erhalten. Mit dem Slogan „Results matter“ bekommt es eine neue Bedeutung.

„Was das Team im vergangenen Jahrzehnt aufgebaut hat, macht uns stolz – und das ist erst das Fundament. Als völlig unabhängiges Unternehmen liegt unser Fokus nun ganz auf der Zukunft: der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Unternehmern und dem Aufbau beständiger, digitaler Unternehmen“, kommentiert Russ in einer Aussendung.

Bis zu 250 Millionen Euro pro Beteiligung

Die drei Partner investieren über die Gesellschaft ausschließlich eigenes Kapital und fokussieren klar auf Mehrheitsübernahmen und langfristige Beteiligungen. Bei einem Einzeldeal können nach Unternehmensangaben bis zu 150 Millionen Euro fließen, für eine Beteiligung insgesamt bis zu 250 Millionen. Dabei definiert RM Equity Partners klare Anforderungen, die auch auf der Website abzulesen sind: Das übernommene Unternehmen muss Marktführer oder starker Zweiter in seinem Segment sein und ein EBITDA über fünf Millionen Euro bzw. einen Nettoumsatz über 20 Millionen Euro vorweisen.

Gleichzeitig geben die Partner ihrerseits drei Versprechen: Kommt ein Unternehmen für einen Deal in Frage, bekomme es einen ersten Call innerhalb von 48 Stunden, eine konkrete Antwort innerhalb von sieben Tagen und, wenn ein Deal zustande kommt, dessen Abschluss innerhalb von acht Wochen. „Wenn es uns gefällt, sagen wir ja. Wenn nicht, sagen wir schnell nein. Hinter uns steht kein Investmentkomitee, und zwischen uns stehen keine Berater“, so die Partner auf der Homepage.

Zuletzt Verkauf von Alpy.com

Nach der Übernahme restrukturiere man dann nicht, aber unterstütze in jenen Bereichen, in denen man Expertise habe. Wiewohl RM Equity Partners als PE-Gesellschaft im Gegensatz zu einer VC-Gesellschaft nicht Exit-getrieben ist, sind auch Verkäufe übrigens keineswegs ausgeschlossen. Brutkasten berichtete erst im August vom Verkauf der Beteiligung Alpy.com. Es war der zweite Exit für die Gesellschaft in diesem Jahr.

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