27.05.2025
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S&B Award 2025: Das sind die Sieger-Startups

Das Boku-Spin-off Rockfish Bio holt sich den Hauptpreis beim S&B Award 2025. Der brutkasten-Sonderpreis geht an das TU-Wien-Spin-off CompreVie.
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Siegerfoto des S&B Award 2025 | (c) Paul Gruber
Siegerfoto des S&B Award 2025 | (c) Paul Gruber

Schlaganfall, Herzinfarkt, Alzheimer – die Liste der Gesundheitsprobleme und Krankheiten, die vor allem im Alter auftreten, lässt sich lange fortsetzen. An einer Art Allheilmittel arbeitet das Wiener Startup Rockfish Bio, ein Spin-off der Universität für Bodenkultur (Boku). Wie das? Rockfish Bio hat eine Behandlung entwickelt, mit der gealterte Zellen gezielt entfernt werden können. Sie gelten als eine der entscheidenden Ursachen dieser Krankheiten.

Rockfish Bio holt als Sieger des S&B Award 2025 20.000 Euro

Der Weg von (erfolgreichen) präklinischen Studien mit Mäusen im Labor zu einer Anwendung beim Menschen dauert aber noch. Schon jetzt sicherte sich Rockfish Bio aber eine wichtige Anerkennung: Das Startup rund um die Forscher Ingo Lämmermann und Johannes Grillari holte sich den Hauptsieg beim S&B Award 2025 des Rudolf Sallinger Fonds und damit ein Preisgeld von 20.000 Euro.

Ingo Lämmermann (r.), Co-Founder von Rockfish Bio, bei der Preisverleihung | (c) Paul Gruber

Der Preis wurde heuer zum neunten Mal vergeben – wenn der Wettbewerb im Corona-Jahr 2020 nicht einmal ausgefallen wäre, hätte es dieses Jahr bereits das zehnte Jubiläum gegeben. „Groß gefeiert wird dann nächstes Jahr“, versicherte Elisabeth Mayerhofer, Gründerin des „What’s Next Institute“, die die Preisverleihung moderierte. Den Unternehmergeist im Zusammenspiel mit Forschung und Wissenschaft wolle man aber auch in diesem Jahr gebührend feiern, betonte sie. Dazu wurden unter anderem Stefan Fürnsinn und Philip Walther vom Vorjahressieger QUBO – Quantensichere digitale Zahlung auf die Bühne geholt.

Elisabeth Mayerhofer moderierte die Verleihung des S&B Award 2025 | (c) Paul Gruber

„Ein Jahr der Rekorde“

Der Jury-Vorsitzende Rudolf Dömötör, Geschäftsführer des WU Gründungszentrums, betonte dann in seiner Rede nicht nur die Qualität, sondern auch die Quantität und das breite Feld an Disziplinen bei den Einreichungen für den S&B Award 2025. „Das Ausschreibungsjahr 2025 war ein Jahr der Rekorde. Wir hatten 28 Einreichungen – so viel wie noch nie. Und die Einreichungen kamen von Forscherinnen und Forschern von 15 verschiedenen Unis, FHs und Forschungseinrichtungen – auch das ist ein neuer Rekord.“

Rudolf Dömötör auf der Bühne | (c) Paul Gruber

CompreVie holt brutkasten-Sonderpreis

Letztlich setzte sich Rockfish Bio unter zehn Finalisten-Startups durch. Auch brutkasten vergab im Rahmen des Awards einen Sonderpreis, der im Vorfeld per Online-Voting ermittelt wurde. Diesen holte sich das TU-Wien-Spin-off CompreVie rund um Ifigeneia Petrocheilou und Elizabeth Pavez Lorie. Das Haut-on-Chip-System des Startups kann menschliche Haut täuschend echt nachbilden – in Struktur, Funktion und Reaktion. Das soll sichere und nachhaltige Tests von Medikamenten, Kosmetika und Chemikalien ermöglichen.

Die CompreVie-Gründerinnen Elizabeth Pavez (m.) und Ifigeneia Petrocheilou (2.v.r.) nehmen den brutkasten-Sonderpreis entegegen | (c) Paul Gruber
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Pulse
© Knightify/Canva - Amirali Khoshneviszadeh, Founder | Knightify FlexCo.

„Wie geht’s?“. „Gut“ – Das ist die Konversation zwischen zwei Individuen, die wohl am häufigsten im deutschsprachigen Raum geführt wird, oftmals in einer Beziehung. Es handelt sich dabei nicht bloß um eine Reflex-Antwort oder Verheimlichung des wahren Zustandes, sondern dem Wiener Software-Studio Knightify FlexCo zufolge, manchmal einfach um Unwissen, was mit einem los ist.

Pulse: Health-Daten als Hinweisgeber für Partner:in

„Der Tag war lang, der Schlaf war schlecht, der Kopf ist voll, die eigene Belastbarkeit ist niedriger als sonst. Man ist vielleicht nicht krank und braucht auch keine medizinische Diagnose. Man ist einfach erschöpft“, beschreibt Amirali Khoshneviszadeh, Gründer von Knightify, die unsichtbare Seite von Beziehungen. Und möchte mit „Pulse“ hier ansetzen.

Mit dieser App werden laut Unternehmen Daten aus Apple Watch und Apple Health herangezogen, um Hinweise für Partner:innen zu formulieren. Statt konkrete Messwerte wie Herzfrequenz, Schlafdauer oder HRV weiterzugeben, soll Pulse daraus einen allgemein gehaltenen Hinweis ableiten – etwa, dass ein ruhiger Abend sinnvoll sein könnte. Die App soll dabei weder Diagnosen stellen noch den Gesundheitszustand eines Nutzers oder einer Nutzerin bewerten.

„Wir wollten nicht noch ein Dashboard bauen, das Menschen dazu bringt, sich selbst ständig zu analysieren“, sagt Khoshneviszadeh. „Wir wollten herausfinden, ob Technologie manchmal auch etwas viel Einfacheres tun kann: einem Menschen helfen, den anderen besser zu verstehen, ohne dass dieser alles erklären muss.“

Datenschutz

Ein Schwerpunkt liegt laut dem Founder auf dem Datenschutz. Die Rohdaten würden auf dem iPhone verarbeitet und nicht an die Server des Unternehmens übertragen. Auch Partner:innen erhalten demnach keine konkreten biometrischen Werte. Geteilt werden können stattdessen die daraus generierten sogenannten Wellness-Cues.

Das Teilen einzelner Signale soll zudem freigegeben werden können und sich jederzeit pausieren lassen. Zusätzlich bietet Pulse Funktionen wie einen privaten, Ende-zu-Ende-verschlüsselten Chat, gemeinsame Erinnerungen, Fragen des Tages und Möglichkeiten, um um Nähe oder ein Gespräch zu bitten. Zyklusdaten können freiwillig aktiviert werden; sie bleiben standardmäßig privat und werden nicht automatisch mit dem Partner geteilt, heißt es.

„Wenn Technologie in die intimsten Bereiche eines Menschen kommt, muss sie nicht nur mehr können. Sie muss auch wissen, was sie nicht tun sollte“, sagt Khoshneviszadeh hierzu.

Pulse als Kombination aus Wearable-, Wellness- und Couples-App

Der Gründer bezeichnet Pulse als Kombination aus Wearable-, Wellness- und Couples-App und arbeitet nach eigenen Angaben derzeit an der Weiterentwicklung des Produkts. Dafür sammle das Unternehmen Feedback von Paaren, um herauszufinden, welche Informationen im Beziehungsalltag tatsächlich hilfreich sind.

Langfristig spricht Knightify von „Relationship Intelligence“ – gemeint ist ein persönlicher Kontext, der das gegenseitige Verständnis unterstützen soll, ohne die Beziehung selbst zu bewerten. Pulse wurde in Wien entwickelt und ist laut Pressemitteilung derzeit kostenlos für iPhone und Apple Watch verfügbar; die Apple Watch ist optional.

„Wir glauben, dass die interessanteste Information in einer Beziehung nicht unbedingt lautet, wie jemand heute geschlafen hat“, sagt Khoshneviszadeh abschließend. „Interessanter ist vielleicht, was diese Information für genau diese zwei Menschen bedeutet.“

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