18.06.2024
SAVD

Wiener Startup übernimmt Mitbewerber aus Deutschland mit über 800 Dolmetscher:innen

Das Wiener Startup SAVD Videodolmetschen übernimmt den Münchner Anbieter für Telefondolmetschen LingaTel. Künftig sollen beide Unternehmen unter der SAVD Holding operieren.
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Gregory Heckl, CEO von SAVD | (c) SAVD
Gregory Heckl, CEO von SAVD | (c) SAVD

Ursprünglich aus einem wissenschaftlichen Pilotprojekt entstanden, wurde die SAVD Videodolmetschen GmbH 2014 in Wien gegründet. Die Idee dahinter: Sprachbarrieren sollten über einen Pool an zertifizierten Videodolmetscher:innen überwunden werden. Die Plattform für Remote-Dolmetschen fand zunächst im Gesundheitsbereich Anwendung und wurde später auf andere Bereiche ausgedehnt.

SAVD Expansion und Investment

Mittlerweile kommt die Anwendung aus Wien neben Krankenhäusern und Arztpraxen auch in Frauenhäusern oder im Gerichtsaal zur Anwendung. Das Unternehmen bezeichnet sich im Bereich des Videodolmetschens als Marktführer in Österreich und Deutschland. 2023 gab das Unternehmen an, über einen Pool von 300 zertifizierten Dolmetscher:innen zu verfügen (brutkasten berichtete).

Bereits 2022 konnte SAVD ein Investment in Höhe von drei Millionen Euro an Land ziehen. Damals beteiligte sich Impact Partners mit einer Mehrheit am Wiener Unternehmen (brutkasten berichtete). Impact Partners verfügt laut eigenen Angaben über ein verwaltetes Vermögen von rund 350 Millionen Euro und Standorte in Paris, Frankfurt, Kopenhagen und Barcelona.

Übernahme von LngaTel aus München

Nach dem Einstieg von Impact Partners im Jahr 2022 stärkt SAVD nun seine Marktposition mit der Übernahme des Mitbewerbers LingaTel aus München. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Der Pool von LingaTel beläuft sich auf über 800 ausgebildete Dolmetscher:innen.

Durch die Übernahme von LingaTel werden beide Unternehmen unter dem gemeinsamen Dach der SAVD Holding operieren. Bereits jetzt führen Lingatel und SAVD zusammengerechnet über 30.000 Dolmetschungen pro Monat durch.

„LingaTel hat wie wir viele Jahre Erfahrung im Bereich Video- und vor allem Audiodolmetschen. Das Team von LingaTel wird uns mit seiner Expertise stärken und unsere Kapazitäten erweitern“, so Gregory Heckl, CEO von SAVD Videodolmetschen und Geschäftsführer der SAVD Holding.


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Die nächste Finanzinfrastruktur wird gerade gebaut – die Frage ist nur, von wem

In seiner Kolumne zum „Proof of Talk“-Event in Paris zeigt Dejan Jovicevic: Blockchain wird zur neuen Finanzinfrastruktur. Europa muss jetzt handeln, um seine digitale Souveränität zu sichern.
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© brutkasten

Wer Blockchain hört, denkt oft noch immer an Kryptowährungen, Kursentwicklungen und die Spekulationsexzesse der vergangenen Jahre. Dieses Bild greift jedoch zunehmend zu kurz. Nach zwei Tagen beim Proof of Talk in Paris, einem der relevantesten europäischen Treffen für Web3, digitale Assets und Finanzinnovation, ist mein Eindruck vor allem einer: Die Diskussion hat sich fundamental verändert.

Bemerkenswert war dabei weniger die Technologie selbst als die Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Neben Gründer:innen und Technologieunternehmen waren Banken, Asset Manager, institutionelle Investoren, Zahlungsdienstleister und Regulatoren präsent. Viele der Gespräche drehten sich nicht mehr um die Frage, ob Blockchain-Technologien künftig eine Rolle spielen werden, sondern darum, wo und wie sie konkret eingesetzt werden können. Die Debatte hat die Nische verlassen und ist in der Mitte des Finanzsystems angekommen.

Genau darin liegt auch die eigentliche Relevanz der Entwicklung. Im Kern geht es längst nicht mehr um Kryptowährungen. Es geht um die Infrastruktur der Finanzwelt von morgen. Diskutiert wurden Themen wie Tokenisierung, Stablecoins, digitale Identitäten, neue Kapitalmarktmodelle und die Frage, wie Finanztransaktionen künftig abgewickelt werden. Viele dieser Entwicklungen stehen noch am Anfang. Dennoch entsteht zunehmend der Eindruck, dass sich hier grundlegende Bausteine einer neuen Finanzarchitektur herausbilden.

Besonders häufig fiel in Paris das Schlagwort Tokenisierung. Die dahinterstehende Idee ist, reale Vermögenswerte digital abzubilden und damit einfacher handelbar, teilbar und zugänglich zu machen. Befürworter sehen darin die Chance auf effizientere Kapitalmärkte und einen leichteren Zugang zu Investitionen. Ob sich diese Vision in vollem Umfang verwirklichen wird, bleibt abzuwarten. Unübersehbar ist jedoch, dass erhebliche Ressourcen und Aufmerksamkeit in diese Richtung fließen.

Für Europa stellt sich dabei eine weit größere Frage als jene nach einzelnen Technologien oder Geschäftsmodellen, nämlich die Wettbewerbsfähigkeit. In den vergangenen Jahren wurde intensiv darüber diskutiert, wie Europa bei künstlicher Intelligenz, Cloud-Infrastruktur oder Halbleitern eine stärkere Rolle einnehmen kann. Weniger Aufmerksamkeit erhält bislang die Frage, wer die Finanzinfrastruktur des digitalen Zeitalters gestaltet.

Dabei sind die Parallelen offensichtlich. Wer die Standards definiert, die Plattformen betreibt und die Infrastruktur kontrolliert, verfügt über einen erheblichen strategischen Vorteil. Wenn Europa digitale Souveränität ernst meint, sollte diese Debatte daher nicht bei KI oder Cloud-Lösungen enden. Sie muss auch den Finanzsektor umfassen.

Die Voraussetzungen dafür wären grundsätzlich vorhanden. Europa verfügt über starke Universitäten, technologisches Know-how, hohe Sparquoten und etablierte Finanzinstitutionen. Gleichzeitig zeigt sich seit Jahren ein wiederkehrendes Muster: Innovationen entstehen häufig in Europa, werden aber anderswo skaliert. Genau deshalb wird es entscheidend sein, Forschung, Unternehmertum, Kapital und Regulierung stärker zusammenzuführen und die Umsetzungsgeschwindigkeit zu erhöhen.

Proof of Talk hat mir vor allem eines vor Augen geführt: Die Diskussion befindet sich an einem anderen Punkt als noch vor wenigen Jahren. Die Frage lautet nicht mehr, ob Blockchain-Technologien jemals relevant werden könnten. Die Frage lautet zunehmend, welche konkreten Anwendungen sich durchsetzen und welche Regionen von dieser Entwicklung profitieren werden.

Ob Blockchain tatsächlich die Finanzwelt grundlegend verändern wird, kann heute niemand mit Sicherheit beantworten. Sicher ist jedoch, dass Banken, Investoren, Unternehmen und Regulatoren diese Möglichkeit mittlerweile ernsthaft diskutieren. Allein das unterscheidet die aktuelle Situation grundlegend von jener vor einigen Jahren.

Gerade deshalb lohnt es sich, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen. Nicht, weil jede technologische Vision Realität wird. Sondern weil in solchen Phasen oft die Grundlagen jener Infrastrukturen entstehen, die Wirtschaft und Gesellschaft über Jahrzehnte prägen. Die nächste Finanzinfrastruktur wird möglicherweise genau jetzt gebaut. Die entscheidende Frage für Europa lautet daher nicht, ob sie kommt, sondern welche Rolle wir dabei spielen werden.

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