24.05.2023

Saubermacher investiert in neuen Aufbereitungsstandort in Graz-Puntigam

Um künftig noch mehr recycelte Wertstoffe an die Bauindustrie zu liefern, hat Saubermacher in einen neuen Standort in Graz-Puntigam investiert. Seit April 2023 bereitet das Unternehmen dort unterschiedliche mineralische Abfälle auf, die unter anderem beim Zementhersteller Holcim zur Anwendung kommen.
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(c) APA-Fotoservice/Tanzer

Für die Errichtung und Sanierung von Gebäuden und Infrastruktur wie etwa Brücken und Tunnel ist Zement ein unverzichtbarer Bestandteil. Die Produktion verursacht allerdings erhebliche Treibhausgasemissionen und ist sehr energieintensiv.

Abhilfe schaffen sogenannte Ersatzbrennstoffe (EBS), die mittels spezieller Verfahren aus Abfall hergestellt werden. Verarbeitet werden dafür nur Abfälle, die derzeit (noch) nicht recycelt werden können. In Österreich zählen Saubermacher und der Zementhersteller Holcim in diesem Bereich zu den Pionieren. Bereits 2002 gründeten sie dafür ein Joint Venture namens ThermoTeam mit Sitz in Retznei in der Steiermark.

Die Bilanz des Joint Ventures

Beide Unternehmen zogen am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien Bilanz. Seit der Gründung des Joint Ventures wurden am Standort in der Steiermark rund 1,5 Millionen Tonnen an Ersatzbrennstoffen hergestellt. Dies führte zu einer CO2-Einsparung von insgesamt 1,2 Millionen Tonnen CO2. Zudem wurden 1,4 Millionen Tonnen an Steinkohle substituiert und der Abbau von bis zu 320.000 Tonnen mineralischer Rohstoffe, wie beispielsweise Kalkstein, vermieden.

Die EBS von ThermoTeam nutzt u.a. das Holcim-Zementwerk Retznei. Dank eines Förderbandes zwischen den beiden Fabriken sind keinerlei LKW-Transporte dafür nötig. „Die EBS-Substitutionsrate im Werk Retznei liegt bei über 95 Prozent und damit weit über dem Österreich-Durchschnitt von mehr als 80 Prozent oder dem EU-Durchschnitt von über 40 Prozent“, so Berthold Kren, CEO Holcim Österreich.

Neuer Saubermacher Standort in Graz-Puntigam

Um künftig noch mehr recycelte Wertstoffe an die Bauindustrie liefern zu können, hat Saubermacher eine niedrige sechsstellige Summe in einen neuen Standort in Graz-Puntigam investiert. Seit April 2023 bereitet das Unternehmen dort mit mobilen Brechanlagen unterschiedliche mineralische Abfälle auf und liefert sie als Rohstoff an den Bausektor zurück. Aufbereitet werden beispielsweise Beton, Ziegelschutt und Mörtel. Organische Stoffe oder Problemstoffe wie Asbest zählen nicht dazu.

Ab 2024 sollen zusätzlich 10.000 Tonnen Recyclingrohstoffe mineralische Ressourcen in der gleichen Größenordnung im Zementwerk Retznei ersetzen. Ingesamt soll der neue Aufbereitungsstandort über ein Aufbereitungsvolumen von jährlich rund 100.000 Tonnen verfügen.


Tipp der Redaktion

Anfang 2023 startete die brutkasten-Redaktion einen neuen thematischen Schwerpunkt zum Thema Kreislaufwirtschaft. Im Zentrum stehen Innovationen von Startups, Corporates und Mittelstand, die eine ressourceneffiziente und schadstoffarme Produktion ermöglichen. Zudem berichten wir über aktuelle Entwicklungen und Hintergründe rund um eine kreislauforientierte Wirtschaft – darunter auch über das Thema Batterierecycling.

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Andreas Klinger ist einer der Initiatoren von EU Inc | (c) brutkasten / Dervisevic
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„Das Startup-Ökosystem muss vor dem 16. Juli laut werden.“ – mit diesem Appell wendet sich die Initiative EU-INC aktuell an die europäische Startup-Szene. Denn die kommenden Wochen seien das entscheidende Zeitfenster, um noch auf den Gesetzgebungsprozess in Brüssel einzuwirken. Die Warnung der Initiatoren fällt deutlich aus: „Mehrere Lobbygruppen drängen darauf, genau die eine Klausel zu streichen, die das Ganze funktionsfähig macht.“ Konkret geht es um die freie Wahl des Registrierungssitzes. Diese Klausel bildet ein Herzstück des Entwurfs. Falle sie weg, drohe das gesamte Projekt für Startups seinen Wert zu verlieren, meint man bei der Initiative.

Kritik bereits bei Kommissions-Entwurf im März

Die Forderung nach einer einheitlichen europäischen Rechtsform für Startups treibt das Ökosystem seit Monaten an. Die Initiative EU-INC sammelte zehntausende Unterschriften, um ein Gegenkonzept zur regulatorischen Fragmentierung in der EU und damit eine ernsthafte Alternative zur US-Rechtsform Delaware Inc. für europäische Startups zu schaffen. Das klare Ziel: Gründungen, grenzüberschreitende Skalierung und Investments deutlich zu vereinfachen.

Die EU-Kommission griff die Forderung auf und lieferte schließlich im März einen Entwurf, der den Begriff „EU Inc.“ von der Initiative übernahm, aber bei weitem nicht alle Forderungen (brutkasten berichtete). Schon vor der offiziellen Veröffentlichung äußerten viele aus dem Ökosystem Kritik an Kompromissen und potenziellen Hürden. Sie befürchteten, dass nationale Interessen eine wirklich einheitliche Lösung blockieren.

EU Inc. als „Plug-in“

Nun liegt eine juristische Detailprüfung des Kommissionsentwurfs im Auftrag der Initiative vor. Und mit ihr folgt seitens EU-INC eine teilweise Neupositionierung. Der Entwurf bringe nicht das ursprünglich geforderte „28. Regime“ – also eine völlig losgelöste, eigenständige europäische Rechtsform mit einem eigenen Gesellschaftsrecht und einem eigenen Gerichtssystem, wird klargestellt. Stattdessen bewerten die Expert:innen die EU Inc. nun als „Plug-in für das Rechtssystem jedes Landes“.

Die Initiative passte ihre Vorschläge nun an diese Gegebenheiten an. Die Rechtsform könne weiterhin als Wegweiser zu einem paneuropäischen Standard dienen, vorausgesetzt, die Politik setze sie korrekt um, heißt es. Da setzt die aktuelle Kritik an. Die Initiative spricht sich vehement gegen das Szenario aus, dass nationale Anpassungswünsche den Entwurf aushöhlen und am Ende „27 verschiedene Geschmacksrichtungen“ entstehen. Eine Kern-Forderung der Initiator:innen: „Lasst nicht zu, dass die freie Wahl des Registrierungssitzes verwässert wird“. Sie betrachten diese Wahlfreiheit als die absolut unverhandelbare Grundvoraussetzung für den Erfolg der Rechtsform.

Klinger: „Phase 3 beginnt“

EU-INC bläst unter anderem via LinkedIn zur Mobilisierung innerhalb der europäischen Startup-Szene. Andreas Klinger, Co-Initiator und bekanntes Gesicht der Kampagne, kommentiert in einem Posting: „Das ist groß. Die Phase 3 von EU-INC beginnt.“ Man brauche nun die gesamte Startup-Community hinter den Forderungen der Initiative. „Lasst uns das über die nächste Ziellinie bringen“, so Klinger.

Konkret ruft die Initiative Gründer:innen und Investor:innen auf: „Postet auf LinkedIn. Fordert: Ein Europa. Einen Standard.“ Die Akteure sollen ihre EU-Abgeordneten sowie Staats- und Regierungschefs in ihren Beiträgen direkt markieren. Gerade im deutschsprachigen Raum sollen die Gründer gezielt Politiker wie den SPD-Europaabgeordneten René Repasi, der bereits vergangenes Jahr mit einem Gegenentwurf zur Initiative auf sich aufmerksam machte, in die Pflicht nehmen und den öffentlichen Druck aufrechterhalten. „Helft uns, das bis zum 16. Juli richtigzustellen“, so die Initiator:innen.

Aufruf von AustrianStartups

Von AustrianStartups kommt zugleich ein Aufruf an die heimische Community: Es sei an der Zeit, laut zu werden – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene. Österreichische Minister:innen könnten nämlich im Rat der EU Einfluss auf die finale Entscheidung nehmen. „In Österreich zieht aber nicht jeder am selben Strang. Die typischen Interessensvertetungen arbeiten dagegen“, heißt es von AustrianStartups. Man arbeite sowohl „hinter verschlossenen Türen“ als auch öffentlich an Verbesserungen.

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