12.05.2023

Saubergarten: Startup will Kinder spielend zum Putzen bringen

Das deutsche Startup Saubergarten setzt auf Spaß und Spiel, wenn es darum geht, Kinder zum Putzen zu motivieren. Die angebotenen Sets sind zudem umweltfreundlich.
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Das Startup Saubergarten will Haushalt und spielen verieinen. (C) Saubergarten Facebook
Das Startup Saubergarten will Haushalt und spielen verieinen. (C) Saubergarten Facebook

Job, Haushalt, Kindererziehung – all das unter einen Hut zu bekommen und vor allem quality time mit den Kindern zu verbringen, ist nicht immer so einfach. Das weiß auch Janine Wesener (41): „Eines Tages war ich so frustriert, dass ich versucht habe, Haushalt und Kinder miteinander zu verbinden.“ 

Experimente aus Putzmitteln

So entstand die Idee zu SauberGarten – kinderfreundliche Putzmittel-Sets zum Selbstanrühren. „Die Kinder können mit kleinen verblüffenden Experimenten Putzmittel eigenständig herstellen“, erklärt die Gründerin.

Die Sets bestehen aus biologischen, kinderfreundlichen Zutaten und kindgerecht bebilderten Anleitungen. So können sie ein spannendes Experiment durchführen, aus dem ein Kinderputzmittel entsteht und dabei mit den Eltern spielerisch sauber machen.

Saubergarten stellt Gadgets bereit

Gadgets, wie eine Riesenspritze oder ein Wolkenschwamm sollen für Spaß beim Putzen sorgen. Das Sortiment umfasst aktuell sechs Produkte wie z. B. den WC-Reiniger „Spritzsauber“, den Allzweckreiniger „Putzvulkan“ oder die Ledercreme „Farbenspiel“.

Die entsprechenden Experimente wurden laut Startup gemeinsam mit einem Chemie-Professor entwickelt und die Zutaten abgestimmt. Um mit ihrem Unternehmen wachsen zu können, benötigt Janine ein Investment von 75.000 Euro und bietet im Gegenzug 20 Prozent ihrer Firmenanteile an – das versucht sie nun bei „Höhle der Löwen“.

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Cyberhsell-CEO Mario Curvelo Carvalho | (c) Cybershell Technologies

Es ist das Zukunftsszenario schlechthin: Menschenleere Produktionshallen, gefüllt mit humanoiden Robotern, die unermüdlich arbeiten. Cybershell arbeitet daran, dass diese Vision einmal Realität wird. Das Deeptech-Startup entwickelt eine Außenschicht für humanoide Industrieroboter, die sie im Arbeitsalltag vor externen Einflüssen wie extremer Hitze, Stößen oder Chemikalien schützen soll. „Aktuell schauen die Roboter nicht so aus, als könnten sie z. B. neben einem Hochofen arbeiten“, sagt Gründer Mario Curvelo Carvalho. Cybershell soll das nun ändern. Die Idee wurde zuletzt beim Riz-up-Preis des Landes Niederösterreich in der Kategorie „Innovativ genial“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet (brutkasten berichtete).

Cybershell ist ein „First of a kind“

Laut Curvelo Carvalho gibt es ein Produkt wie Cybershell noch nicht auf dem Markt. „Cybershell ist ein First of a Kind. Es gibt Hersteller, die Abdeckungen und so für Roboter machen. Aber es gibt unseres Wissens nach noch keinen Hersteller, der das im humanoiden Bereich macht“, sagt der Niederösterreicher. Dementsprechend schwierig seien manche Schritte für Cybershell, da es noch keine Referenzbeispiele gebe. „Ich komme mir manchmal vor wie wenn ich vor einem Dschungel mit einer Planierraupe stehe und mir dort erst meinen Weg ebnen muss“, sagt Curvelo Carvalho.

Erstmalige Versicherung einer Flotte

Laut dem Gründer ergibt sich durch seine Technik ein entscheidender Vorteil: Durch Schadensreduktion, Austauschbarkeit und standardisierte Betriebs- und Wartungsdaten gebe es eine bessere Grundlage für die Versicherbarkeit von humanoiden Robotern. „Die Versicherung hat das erste Mal die Möglichkeit, auf Daten zurückzugreifen und damit zu arbeiten. Damit können Versicherer Risiken, Schadenwahrscheinlichkeiten und mögliche Prämiengrundlagen besser bewerten“, erklärt der Founder und ergänzt: „Die Versicherungen sagen aktuell ‚Wir haben keine Werte, wir können hier nicht berechnen, wie hoch die Ausfallsrate ist und wie viel Schaden da wirklich auf uns zukommt.“ Doch bevor eine Flotte versichert werden kann, braucht Cybershell die notwendigen Zertifikate. An diesen werde gerade gearbeitet.

Modularer Aufbau

Das Startup setzt auf einen modularen Aufbau. Die Protektoren für z. B. Schultern, Arme und Beine sind getrennt abnehmbar und greifen nicht in Antrieb, Steuerungssoftware oder Sicherheitslogistik ein. „Es geht darum, die Downtime zu reduzieren. Wenn ein Roboter beschädigt wurde, dann wollen wir nicht, dass der ganze Roboter getauscht wird. Es soll einfach das beschädigte Modul werkzeuglos abgenommen werden und das neue Modul eingesetzt werden und nach 20 Minuten soll die Downtime vorbei sein“, erklärt Curvelo Carvalho. Die Außenschicht besteht aus fünf Layern, wobei jeder eine eigene Funktion hat und unterschiedlich anpassbar ist, je nachdem, wo der Roboter zum Einsatz kommt.

Das Patent als nächster Milestone

Das Unternehmen befindet sich aktuell noch vor der Gründungsphase und ist gebootstrappt. Gründen und die Suche nach Investoren machen laut Curvelo Carvalho erst dann Sinn, wenn die Firma das entsprechende Patent habe. Dafür müsse zuvor noch die Firma gegründet werden. Es läuft somit alles auf das Patent hinaus, noch im Herbst soll der Antrag gestellt werden. Förderungen hat Cybershell noch keine erhalten, jedoch hat das Startup bereits einen FFG-Patenscheck, also einen ersten Schritt in Richtung FFG-Förderung.

Eine Auswanderung in die USA stellt für Curvelo Carvalho aktuell keine Option dar. In Europa dauert zwar der Aufbau eines Unternehmens länger als in den USA, doch Cybershell habe hierzulande alles, was es für den Aufbau benötige. „Wir können hier vom Ökosystem, von den Inkubatoren und von den Förderungen profitieren. Cybershell muss ein niederösterreichisches Unternehmen werden. Das steht ganz groß auf unserer Flagge drauf“, sagt Curvelo Carvalho.

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