29.07.2025
INSOLVENZ

Saturo: Wiener Startup für Trinkmahlzeiten muss saniert werden

Erst kürzlich brachte das Wiener Startup ein neues Produkt auf den Markt – jetzt muss Saturo Insolvenz anmelden. Ein Sanierungsverfahren wird eingeleitet.
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CEO und Gründer von Saturo, Jörg Hauke (c) Saturo
CEO und Gründer von Saturo, Jörg Hauke (c) Saturo

Saturo hatte von Beginn an eine klare Vision: ganze Mahlzeiten durch praktische Drinks zu ersetzen, die alle essenziellen Nährstoffe enthalten, die der Körper benötigt. Mit dieser Idee konnte das 2017 gegründete Unternehmen vor rund zwei Jahren einen der bedeutendsten österreichischen Mikronährstoff-Spezialisten als Investor gewinnen. Wie brutkasten damals berichtete, sicherte sich Biogena rund 3,7 Prozent der Anteile an Saturo.

Neuausrichtung von Saturo

Noch im April diesen Jahres berichtete brutkasten über das Startup, als diesen eine strategische Neuausrichtung vornahm. Statt des ursprünglich personalisierten Proteindrinks, der individuell auf Faktoren wie Gewicht, Größe oder Aktivitätslevel abgestimmt war, brachte Saturo einen standardisierten Drink auf den Markt. Der Grund für diese Umstellung: Laut dem Unternehmen verfolgen „die meisten Personen ohnehin sehr ähnliche Ziele“, und der logistische Aufwand zur Auswertung der detaillierten Fragebögen sei schlicht zu hoch gewesen.

Sanierung ohne Eigenverwaltung

Diese Änderung scheint jedoch nicht den gewünschten Erfolg gebracht zu haben. Am 29. Juli 2025 meldete Saturo schließlich Insolvenz beim Handelsgericht Wien an. Gläubiger können ihre Forderungen noch bis zum 1. Oktober 2025 anmelden. Die erste Tagsatzung wurde für den 15. Oktober 2025 angesetzt. Der Insolvenzverwalter Günther Hödl wird dann die weitere Vorgangsweise bekanntgeben. Aktuell wird eine Sanierung ohne Eigenverwaltung angestrebt.


Saturo auf brutkasten-Nachfrage: „Die Saturo Foods GmbH hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eingeleitet, um den langfristigen Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Dieser Schritt war notwendig, um die Zukunft der Marke nachhaltig zu gestalten. Unser klares Ziel ist es, weiterzumachen und Saturo als innovative Marke im Bereich der Trinkmahlzeiten zu stärken. Während des Sanierungsverfahrens bleibt der Geschäftsbetrieb vollumfänglich aufrecht. Kund:innen können weiterhin auf die gewohnte Qualität und Verfügbarkeit aller Saturo-Produkte vertrauen. Wir blicken positiv nach vorne und danken unseren Kund:innen sowie Partnern für das Vertrauen.“




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Biogena-CEO Albert Schmidbauer beim traditionellen Läuten der Börsenglocke | © Wiener Börse AG/APA-Fotoservice/Arman Rastegar
Biogena-CEO Albert Schmidbauer beim traditionellen Läuten der Börsenglocke | © Wiener Börse AG/APA-Fotoservice/Arman Rastegar

Bereits im Juli hatte das Salzburger Unternehmen Biogena rund um Gründer Albert Schmidbauer seinen Börsengang angekündigt, wie brutkasten berichtete. Heute erfolgte das Listing im Direct Market Plus, also im KMU-Segment der Wiener Börse. Gelistet wurde mit der Biogena Good Vibes AG die oberste Holding der Unternehmensgruppe. Wenige Stunden nach Handelsstart lag die Marktkapitalisierung bei knapp über 480 Millionen Euro.

Zwei AGs sollen perspektivisch verschmolzen werden

Bereits seit 2020 ist mit der Beteiligungsgesellschaft Biogena Group Invest AG ein anderer Teil der Unternehmensgruppe dort gelistet. „Perspektivisch sollen die Strukturen zusammengeführt werden; eine Verschmelzung der Biogena Group Invest AG mit der Biogena Good Vibes AG wird derzeit geprüft“, heißt es dazu in einer Aussendung zum heutigen Börsenstart.

Wachstum auf 500 Mio. Euro Umsatz bis 2030 geplant

Die Biogena Group verfolgt einen ambitionierten Wachstumskurs, wie CEO Schmidbauer auch im Juli gegenüber brutkasten darlegte. Bis 2030 will man den Konzernumsatz von zuletzt 156,65 Millionen Euro auf rund 500 Millionen Euro steigern.

„Die bestehenden Fertigungskapazitäten in Koppl und am neuen Spezialproduktionsstandort Liefering reichen bereits für rund 500 Millionen Euro Umsatz. Die Anlage ist aktuell zu weniger als 25 Prozent ausgelastet. Das heißt: Ein wesentlicher Teil der industriellen Basis für das geplante Wachstum ist bereits vorhanden und muss nicht erst vollständig neu aufgebaut werden“, so Schmidbauer damals.

„Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet uns neue Möglichkeiten“

Anlässlich des heutigen Börsenstarts kommentiert der CEO: „Biogena ist aus der Überzeugung entstanden, Gesundheit neu und ganzheitlich zu denken – und aus diesem Anspruch ist über die Jahre eine Unternehmensgruppe mit internationaler Perspektive gewachsen.“ Die Notierung sei „weit mehr als ein finanzieller Meilenstein“, sie sei „der nächste konsequente Schritt“ in der Entwicklung.

„Der Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet uns neue Möglichkeiten, unsere Ideen schneller in die Welt zu bringen, international weiter zu wachsen und Biogena langfristig als starke österreichische Gesundheitsmarke zu positionieren“, so Schmidbauer

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