12.11.2018

Sarmayacar: 30 Mio. Dollar-VC-Fonds in Pakistan mit starker Ö-Beteiligung

Der österreichische Business Angel Bernhard Klemen ist als "International Partner" maßgeblich am Aufbau von Pakistans bislang größtem VC-Fonds beteiligt. Mit Sarmayacar will man vorwiegend in lokale Lösungen für lokale Probleme investieren.
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Sarmayacar: Bernhard Klemen und Rabeel Warraich
(c) Sarmayacar: Bernhard Klemen und Rabeel Warraich

„Bei Pakistan denken viele zunächst an Krieg und Terrorismus“, sagt der österreichische Business Angel Bernhard Klemen. „Das ist auch eine Chance. Es ist das weltweit größte Land, in dem es noch keine starke internationale Investoren-Präsenz gibt“. Das Ökosystem sei quasi noch ‚roh‘. Dabei sei jetzt gerade ein „interessanter Zeitpunkt“. Denn im 200-Millionen Einwohner-Land gebe es eine wachsende Mittelschicht, eine sehr niedriges Durchschnittsalter und die Sicherheitslage habe sich zuletzt signifikant verbessert. Monatlich kämen im Land derzeit etwa eine Million Smartphones dazu – derzeit stehe man bei etwa 59 Millionen. Und diese Disposition treffe auf viele junge Talente. Mit Sarmayacar will Klemen das nutzen.

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Start als Angel-Syndikat

Die Geschichte von Pakistans neuem und auf Anhieb größten VC-Fonds beginnt vor zehn Jahren in London. „Ich habe damals mit Rabeel Warraich (Anm. Sarmayacar-Founder und CEO) bei Morgan Stanley zusammengearbeitet. Wir sind in Kontakt geblieben und haben uns 2016 wieder getroffen. Rabeel hat mich auf meine Tätigkeit als Business Angel angesprochen und mich auf die pakistanische Szene aufmerksam gemacht“, erzählt Klemen. Daraus entstand zunächst ein Angel-Syndikat. Im Laufe von 18 Monaten tätigte man drei Investments in pakistanische Startups.

„Mehr als ein paar 200.000 US-Dollar-Tickets“

„Wir haben damit eine Pipeline und einen Dealflow aufgebaut. Wir haben uns im Land vernetzt, etwa mit dem größten Inkubator. Und Rabeel ist auch Juror in der pakistanischen Shark Tank-Adaption“, sagt Bernhard Klemen. Nun wolle man aber „mehr als ein paar 200.000 US-Dollar-Tickets“ vergeben. Für den VC-Fonds Sarmayacar, der seinen Sitz in den Niederlanden hat, klopften Klemen und Warraich daher zunächst bei Privatinvestoren in Nordamerika, Europa, dem nahen Osten und Asien an.

Bernhard Klemen im Video-Interview zum Fonds:

Live Interview mit Bernhard Klemen: Gründung des ersten pakistanischen VC-Fonds

Bernhard Klemen, Investor und Fonds-Gründer, gewährt im Interview Einblicke in seine Beteiligungen und seine Investmentstrategie, die Gründung des ersten Pakistanischen internationalen VC-Fonds uvm!

Gepostet von DerBrutkasten am Sonntag, 15. Juli 2018

Sarmayacar: 15 Mio. US-Dollar im ersten Closing

Nach dem ersten Closing, an dem sich auch ein bekannter Business Angel und ein Familiy Office aus Österreich beteiligten, kamen rund 15 Mio. US-Dollar herein. Mit dem zweiten Closing, an dem Klemen als „International Partner“ des Fonds bereits arbeitet, will man auf insgesamt 30 Mio. Dollar kommen – nun werden auch institutionelle Investoren angesprochen. Bei den Investment Cases hält man dabei nicht unbedingt Ausschau nach global skalierbaren Tech-Lösungen. „Es muss nicht DeepTech sein, oder der Weltverbesserung dienen. Gerade in Emerging Markets braucht es oft lokale Lösungen für lokale Herausforderungen“, sagt der Business Angel. Die bisher mit dem Angel-Syndikat getätigten Investments, die nun auch in den Fonds überführt werden, seien gute Beispiele dafür.

Payment-Lösung auf niedrigem technologischen Level

SimPaisa etwa bietet ein Payment-System, das über Handy-SIM-Karten läuft und das Guthaben von Prepaid-Karten nutzt. „Das Startup arbeitet mit den drei größten Telcos des Landes zusammen und hat seine Lösung in 115 Millionen SIM-Karten im Land integriert – von 170 Millionen im ganzen Land“, erzählt der Investor. Dadurch, dass die Lösung auch auf niedrigem technologischen Level funktioniere, sei sie innerhalb Pakistans besonders erfolgreich. Denn der Zugang zu im Westen üblichen Payment-Lösungen sei schwierig.

Portfolio-Startup mit Lösung für virulentes Problem

Das Portfolio-Startup Procheck behandelt ein virulentes Problem im Land. Mehr als 30 Prozent der Medikamente, die in Pakistan angeboten werden, sind gefälscht. „Man schickt den Zahlencode per SMS, oder scannt den Barcode mit dem Smartphone ein und bekommt sofort ein Ergebnis, ob es sich um eine Original-Verpackung handelt“, erklärt Bernhard Klemen. Diese unmittelbaren Checks seien durch eine Kooperation mit den drei größten Pharma-Firmen des Landes möglich.

„Man kann von hier auch heil wieder zurückkommen“

Nun arbeitet Klemen, wie erwähnt, bereits am zweiten Closing. Zudem werde er bei Sarmayacar das Reporting gegenüber ausländischen Investoren übernehmen, erzählt er. Vor allem aber ginge es für ihn nun daran, weiter Überzeugungsarbeit zu leisten. „Es gilt auch, die Außenwahrnehmung Pakistans ins rechte Licht zu rücken. Salopp gesagt: Ja, man kann von hier auch heil wieder zurückkommen“.

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MyPilz Team mit Gründern Wolfgang Hinterdobler (l.) und René Lux (r.) © MyPilz

Das vor vier Jahren gegründete Startup MyPilz hat es sich zum Ziel gesetzt, das wirtschaftliche und ökologische Potenzial von Pilzen in die industrielle Anwendung zu bringen. Ermöglicht wird dies laut Unternehmen durch den technologischen Fortschritt der letzten Jahre: Dank gesunkener Kosten in der DNA-Sequenzierung lassen sich Pilzstämme heute präzise bis auf die Ebene des Individuums bestimmen, erklärt Gründer René Lux im brutkasten-Interview.

Angewandte Mykologie für die Kreislaufwirtschaft

Das biologische Reich der Fungi bietet laut Gründer Rene Lux enorme, bisher kaum genutzte Potenziale für die Wirtschaft. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von Verpackungsmaterialien und Plastikersatz über den Einsatz in der Bau- und Textilbranche bis hin zur gezielten Bodenentgiftung und dem Biomassemanagement.

Pilze agieren hierbei als essenzielle Zersetzer im Ökosystem. Um die Vernetzung zwischen internationaler Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern, veranstaltet das Startup zudem die biennale Eventreihe „Pilzfestspiele“, die auch 2027 wieder in Wien über die Bühne gehen werden.

Das Geschäftsmodell: Drei Säulen im Untergrund

Das Geschäftsmodell von MyPilz ruht laut Lux im Wesentlichen auf drei Säulen:

  • Consulting & IP: Das siebenköpfige Team unterstützt etablierte Unternehmen und Startups bei der Entwicklung von Innovationen und begleitet sie bei Förderprojekten.
  • Laboranalytik: Mittels DNA-Metabarcoding bietet das Startup standardisierte Boden- und Schadbildanalysen an. Diese Daten nutzen unter anderem NGOs, staatliche Organisationen sowie die Landwirtschaft.
  • Education: Neben Ausbildungsprogrammen und Initiativen im Bereich Bildung vertreibt MyPilz ein ökologisches Brettspiel im deutschsprachigen Raum.

„Wir produzieren nicht ein Produkt und suchen uns dann einen Markt, sondern wir finden ein Problem und einen Partner und lösen dann dieses Problem durch Innovation“, erklärt Lux den strategischen Ansatz des Unternehmens. Zu den Kund:innen und Projektpartner:innen zählen unter anderem, das für sein Fungi Pad bekannte Startup Hermann.Bio und das Entsorgungsunternehmen öKlo. Für das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft erstellte das Startup zudem eine Potenzialstudie.

Gründer René Lux mit dem „Pilzfest“ Brettspiel

Cashflow-Stabilität und AWS-Wachstumsfinanzierung

Nach einer ersten Seed-Finanzierung durch Family and Friends sowie strategische Mentoren-Investoren trägt sich die operative Basis des Startups seit dem elften Monat selbst. Im ersten Geschäftsjahr erwirtschaftete MyPilz einen sechsstelligen Umsatz, der laut Angaben des Unternehmens seither jährlich annähernd verdoppelt werden konnte.

Da die Grundkosten über den eigenen Cashflow gedeckt sind, verzichten die Gründer aktuell auf die Abgabe weiterer Unternehmensanteile. Um das geplante Wachstum, darunter die Erweiterung des Teams und der Ausbau eines größeren Labors an einem neuen Standort, zu finanzieren, setzt MyPilz auf Fremdkapital. Dieses wurde unter anderem durch das Double-Equity-Programm der Förderbank AWS mit 250.000 Euro vor einigen Wochen erfolgreich gehebelt und durch langjährige Nachrangdarlehen der bestehenden Gesellschafter:innen auf 400.000 Euro erhöht.

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