03.04.2026
GRAZER STARTUP

Sanierungsantrag angenommen: Holy Pit kann nach Insolvenz im Herbst weitermachen

Im November musste die Sanierung beantragt werden. Nun gab es gute Nachrichten für das Kosmetik-Startup Holy Pit aus Graz: Der Antrag wurde angenommen. Co-Founder Asmir Samardzic gab brutkasten dazu ein Statement.
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Asmir Samardzic und Branka Puljic | (c) Holy Pit
Asmir Samardzic und Branka Puljic | (c) Holy Pit

„Die letzten Monate waren für uns unglaublich hart. Wirtschaftlich, emotional und auch ganz persönlich“, schreibt Asmir Samardzic in einem Statement für brutkasten. 2020 hat er in Graz gemeinsam mit Branka Puljic das Kosmetik-Startup Holy Pit gegründet. Dieses sorgte im Laufe der Jahre unter anderem mit einem Investment in der deutschen Startup-Show „Die Höhle der Löwen“ und einer Spongebob-Schwammkopf-Kooperation mit Paramount Pictures für brutkasten-Schlagzeilen.

Im November 2025 folgte aber ein Rückschlag: Holy Pit musste Insolvenz anmelden und beantragte ein Sanierungsverfahren. Gelegen habe das an „einer unglücklichen Kombination vieler Faktoren“, sagte Samardzic damals gegenüber brutkasten. Unter anderem sei der Druck durch „aggressiven Discount-Kampagnen“ von Billiganbietern wie Temu und Shein stark angewachsen. Zudem habe das Wetter für weniger Nachfrage nach Mücken- und Sonnenschutz gesorgt.

„Haben am Ende nur noch mit absolut minimalen Mitteln weitergearbeitet“

Doch Ende Februar gab es gute Nachrichten für das Grazer Gründer:innen-Duo. Der Sanierungsplan wurde mit einer Quote von 45 Prozent für die Gläubiger:innen angenommen. Einfach war der Weg dorthin aber keineswegs, wie Samardzic erzählt: „Wir haben in dieser Zeit wirklich alles reduziert, was irgendwie möglich war, und am Ende nur noch mit absolut minimalen Mitteln weitergearbeitet. Wir haben zu zweit direkt aus dem Lager herausgearbeitet. Nur so konnten wir jeden verfügbaren Euro für Gerichtskosten, Masseverwalter und die Barquote einsetzen. Gerade für ein Startup ist so eine Cash-Belastung eigentlich kaum stemmbar.“

Nun sei man erleichtert und dankbar. „Dass wir das geschafft haben, war nur durch den Einsatz vieler Menschen möglich. Einerseits durch unsere treuen Kundinnen und Kunden, die uns auch in dieser schwierigen Phase nicht aufgegeben haben. Andererseits durch unsere Partner und Gläubiger, die an uns geglaubt und mit uns gemeinsam Lösungen gefunden haben. Und nicht zuletzt durch sehr viel persönlichen Verzicht, volle Hingabe und den festen Willen, nicht aufzugeben“, so der Gründer.

„Der Weg vor uns bleibt herausfordernd“

Doch in trockenen Tüchern ist damit noch nicht alles. „Es ist erst geschafft, wenn die Quote erfüllt wurde“, stellt Samardzic klar. „Uns ist wichtig, dabei ehrlich zu bleiben: Ja, wir haben einen großen Schritt geschafft. Aber der Weg vor uns bleibt herausfordernd.“ So müsse man die Verpflichtungen erfüllen, das Unternehmen weiter stabilisieren und uns vieles Schritt für Schritt neu erarbeiten. „Gerade auch, weil dieses Jahr weltwirtschaftlich schon wieder turbulent gestartet ist, wissen wir, dass es nicht leicht wird“, räumt der Gründer ein.

Trotzdem blicke man mit Zuversicht nach vorne. „Nicht, weil plötzlich alles einfach ist, sondern weil wir gezeigt haben, dass wir auch unter extrem schwierigen Bedingungen kämpfen, Verantwortung übernehmen und weitermachen.“ Für Samardzic ist klar: „Wir geben weiterhin alles.“

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Healthblokk
© Peter Crane - Shideh Heravi von HealthBlokk.

Für die Gründerin des Vorarlberger Startups HealthBlokk, Shideh Heravi, waren die vergangenen Monate von Unsicherheit geprägt. Der Krieg im Iran führte dazu, dass der Kontakt zu Familienmitgliedern und Teilen ihres Teams von einem Tag auf den anderen abriss. Gleichzeitig stand das Startup mitten in einer Finanzierungsrunde.

HealthBlokk-Founderin: „Ankerpunkte weg“

„Von einem Tag auf den anderen hatten wir keinen Kontakt mehr zu meiner Familie und auch nicht zu Teilen unseres Teams. Plötzlich waren zwei wichtige Ankerpunkte gleichzeitig weg“, erzählt Heravi im Gespräch mit brutkasten. „Ich habe mich gefragt: Warten wir ab? Machen wir weiter? Schließen wir vielleicht sogar?“

Trotz der schwierigen Situation entschied sich das Startup weiterzumachen. Die geopolitische Situation wirkte sich jedoch direkt auf das Unternehmen aus.

„Wir haben die Produktentwicklung für etwa zwei Monate gestoppt. In dieser Zeit lag unser Fokus auf Strategie, Partnerschaften und darauf, die Situation überhaupt zu bewältigen“, sagt Heravi.

Finanzierungsrunde im Gespräch

Mittlerweile sei der Kontakt zum Entwicklerteam (und zur Familie) wieder hergestellt. Ein Entwickler, der sich derzeit noch im Iran befindet, soll nach erfolgreichem Abschluss einer Finanzierungsrunde (zeitnah geplant) nach Österreich geholt werden.

Das Startup arbeitet an einer App, die Nutzer:innen dabei unterstützt, passende Lebensmittel und Gerichte entsprechend ihrer individuellen Unverträglichkeiten und Ernährungsbedürfnisse zu finden – brutkasten berichtete.

„Wir wollen eine intelligentere Discovery-App schaffen, die viel genauer beantworten kann, was jemand essen kann und was nicht“, erklärt Heravi. „Künftig soll ein KI-Agent jede Nutzerin und jeden Nutzer besser kennenlernen und Empfehlungen immer stärker personalisieren.“

In mehreren Sprachen

Besonders auf Reisen soll die Anwendung künftig mehr Unterstützung bieten. Geplant sind unter anderem lokale Sprachfunktionen, die es User:innen ermöglichen sollen, auch im Ausland einfacher passende Speisen zu finden.

„Wenn ich beispielsweise in Portugal bin, möchte ich in der jeweiligen Landessprache sofort verstehen können, was ich essen kann und worauf ich achten muss“, so Heravi.

Team wächst

Aktuell besteht das Team aus sechs Personen. Vier arbeiten Vollzeit für das Startup, zwei weitere unterstützen neben ihren Hauptberufen. Besonders stolz ist Heravi auf die Zusammenarbeit mit jungen Talenten.

© zVg – Shideh Heravi mit Teodora Markovic.

„Ich kann anderen Gründerinnen und Gründern nur empfehlen, schon sehr früh mit Studierenden und jungen Talenten zusammenzuarbeiten“, sagt sie. „Sie bringen neue Perspektiven mit und können langfristig zu den loyalsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden.“

Für HealthBlokk steht nun zunächst der erwähnte Abschluss der Finanzierungsrunde im Fokus. Weitere Closings sind geplant, wobei sich die Gründerin mehr Frauen als Partnerinnen wünscht, wie sie sagt. Parallel dazu soll die Produktentwicklung wieder beschleunigt werden. Das langfristige Ziel bleibt unverändert: Menschen mit Unverträglichkeiten und speziellen Ernährungsbedürfnissen mithilfe von KI einfacher durch ihren Alltag zu begleiten.

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