10.11.2022

Sam Bankman-Fried: Krypto-Milliardär (30) verlor an einem Tag 94 % seines Vermögens

FTX-Gründer Sam Bankman-Fried war in nur vier Jahren zum Multi-Milliardär geworden. Bloomberg schreibt vom "größten Vermögensverlust innerhalb eines Tages der Geschichte".
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FTX-Gründer Sam Bankman-Fried
FTX-Gründer Sam Bankman-Fried | (c) Cointelegraph via Wikimedia Commons

Die Geschwindigkeit in der Krypto-Welt ist oft atemberaubend. Das stellte der 30-jährige Unternehmer Sam Bankman-Fried bereits mehrfach unter Beweis. In nur vier Jahren wurde er mit seiner Krypto-Börse FTX zum Multi-Milliardär. Vorgestern bezifferte Bloomberg sein Vermögen noch mit fast 16 Milliarden US-Dollar.

Durch FTX-Pleite: „Größter Vermögensverlust innerhalb eines Tages der Geschichte“

Doch gestern passierte bekanntlich der Super-GAU. Zunächst wurde bekanntgegeben, dass FTX pleite sei und in einer Rettungsaktion von Konkurrent Binance übernommen werden sollte (wir holten dazu Stimmen ein). Später am Tag stellte Binance dann klar, dass der Deal nicht zustande kommen werde. Für den ohnehin schon gebeutelten Krypto-Markt wurde das alles zum nächsten Tiefschlag. Noch viel heftiger erwischte es natürlich Sam Bankman-Fried selbst. Bloomberg beziffert den Wert von FTX und seinem zweiten Unternehmen Alameda Research nun mit je einem Dollar. Daraus resultiert der laut Bloomberg „größte Vermögensverlust innerhalb eines Tages der Geschichte“ bei einer Einzelperson. Sein Gesamtvermögen wird nun mit rund einer Milliarde US-Dollar angegeben. Das entspricht einem Verlust von 94 Prozent des Vermögens des Gründers.

Sam Bankman-Fried: Der gescheiterte Krypto-Retter

Dabei hatte sich Sam Bankman-Fried eigentlich den Ruf aufgebaut, ein „Erwachsener“ in der oft chaotischen Krypto-Welt zu sein. Noch vor kurzem machte er damit Schlagzeilen, seinerseits in Bedrängnis geratene Krypto-Unternehmen zu retten – der brutkasten berichtete im August. Damals kündigte er an, eine Milliarde US-Dollar investieren zu wollen, um eine Kettenreaktion kollabierender Unternehmen im Krypto-Winter zu verhindern. Konkret gewährte er etwa dem angeschlagenen Krypto-Anbieter BlockFi ein 400 Millionen-US-Dollar-Darlehen und kaufte die Börse Liquid nach einem Hack. Der Plan ging allem Anschein nach nicht auf. Nun erwischte es aber seine eigene Firma.

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retrostrap
© Screenshot-retrostrap

Es ist 1996. Keine verschwundene Freundin oder Südsee-Gefühle, dafür ein Web, das heute eventuell bei manchen melancholische Erinnerungen weckt: ohne Reizüberflutung und ohne Hektik. In diesem Sinne hat der österreichische Entwickler Stefan Gündhör heute retrostrap veröffentlicht, ein quelloffenes CSS- und JavaScript-Framework, mit dem sich Websites konkret im Stil des Webs von 1996 bis 2003 bauen lassen, technisch aber auf heutigem Stand sind: barrierefrei, auf jeder Bildschirmgröße nutzbar, ohne Tracking und ohne Werbung. Das Projekt ist ab sofort kostenlos verfügbar und versteht sich zugleich als Gegenbewegung zum schnellen, überladenen Internet der Gegenwart.

retrostrap: Ästhetik der alten Web-Jahre

Retrostrap gibt der Ästhetik der frühen Web-Jahre eine technische Form: eine feste Farbpalette aus den 216 websicheren Farben, neun zeittypische Schriftfamilien, kantige Flächen statt runder Ecken. Zugleich erfüllt jede Seite heutige Anforderungen, sie passt sich an Handybildschirme an, lässt sich mit Tastatur und Screenreader bedienen und lädt ohne externe Dienste. Ein eingebauter Prüfer stellt sicher, dass diese Regeln eingehalten werden.

Darüber hinaus bietet Retrostrap eine ausführliche Dokumentation, die den Einsatz der einzelnen Bausteine erklärt und Entwickler:innen die Anpassung für eigene Projekte erleichtern soll. Dadurch lasse sich das Framework flexibel für unterschiedliche Arten von Websites einsetzen, heißt es.

Nicht das erste Privat-Projekt

„Ich habe meine Jugend in deutschsprachigen Support-Foren verbracht, erst als Fragensteller, später als Moderator und Co-Admin“, sagt Gündhör. „Der Umgangston war freundlich, die Netiquette war echt. Das vermisse ich heute. Die aktuellen Netzwerke sind für mich kaum noch auszuhalten: alle auf 180, mehr Werbung als Inhalt, und vieles fühlt sich nach Abzocke an. Retrostrap ist der technische Teil einer Gegenbewegung, ein ruhiger, kultivierter Ort im Netz für alle, die sich danach zurücksehnen.“

Der Entwickler fiel bereits im Februar auf, als er die beiden Plattformen freitext.org und rohtext.org öffentlich zugänglich machte. Diese bieten gemeinfreie deutschsprachige Literatur kostenlos und ohne Registrierung an. Nutzerinnen und Nutzer können dort auf mehr als 9.200 Bücher von über 2.250 Autorinnen und Autoren zugreifen. Entwickelt wurden die Plattformen ebenfalls in Eigenregie ohne Unternehmen oder externe Investoren.

Auch ein Community-Feature

Zum aktuellen Projekt retrostrap gehören über 30 frei einsehbare Beispielseiten sowie der „Builder“, mit dem man testweise selbst Websites mit den retrostrap-Komponenten zusammenklicken kann. Ein eigenes Community-Forum, die „Retrostrap Boards“, startet gemeinsam mit dem Projekt. Ebenfalls am Start: „Retrospace“, ein kuratiertes Verzeichnis für Seiten im Retro-Stil.

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