15.04.2025
PRE-SEED-FINANZIERUNG

Salzstrom: Millioneninvestment für Wiener Salzbatterie-Startup

Salzstrom will mit seiner Natrium-Ionen-Technologie eine sichere und nachhaltigere Alternative zu Lithium-Ionen-Akkus bieten.
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Die Salzstrom-Gründer Jürgen Ellensohn, Peter Arnold und Stefan Nolte | (c) Salzstrom
Die Salzstrom-Gründer Jürgen Ellensohn, Peter Arnold und Stefan Nolte | (c) Salzstrom

E-Autos, Heimstromspeicher, Smartphones, Laptops, etc. – Lithium-Ionen-Akkus sind überall. Dabei sind die Probleme der Technologie bekannt, etwa die Abhängigkeit von seltenen Rohstoffen und damit von bestimmten Exportländern, aber auch Gefahren, die von kaputten Akkus ausgehen und Umweltschäden bei Herstellung und Entsorgung. Das Wiener Startup Salzstrom will mit seiner Natrium-Ionen-Technologie eine Alternative bieten.

Salzstrom mit Natrium-Ionen-Akkus bereits am Markt

Und diese Alternative soll alle Stücke spielen: Sie sei sicherer, nachhaltiger, verfüge über eine besonders lange Lebensdauer und eine hohe Temperaturbeständigkeit. Dabei ist das keine Versprechung für die Zukunft. Salzstrom hat – als erstes Unternehmen – schon ein CE-zertifiziertes Batteriemodul auf Natrium-Ionen-Basis auf dem europäischen Markt eingeführt. Der Vertrieb laufe bereits gut, heißt es vom Startup.

Seriengründer mit Batterieerfahrung und Manager im Hintergrund

Hinter dem Unternehmen stehen mit Peter Arnold ein Seriengründer mit Erfahrung im Bereich Batterien sowie mit Stefan Nolte und Jürgen Ellensohn zwei erfahrene Manager mit Fertigkeiten im Unternehmens- und Marken-Aufbau. Nun gab Salzstrom bekannt, eine siebenstellige Pre-Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen zu haben – eine genaue Summe wurde nicht genannt. Unter den Financiers ist laut Startup die Erste Bank – im Firmenbuch sind aktuell noch keine neuen Beteiligungen ablesbar.

„Finanzierung ist ein sehr starkes Signal und ein wesentlicher Meilenstein“

„Diese Finanzierung ist ein sehr starkes Signal und ein wesentlicher Meilenstein auf unserem Weg“, kommentiert Co-Founder Stefan Nolte. „Wir sind überzeugt, dass die Zeit reif ist für eine sichere, umweltfreundliche und faire Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien“. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Salzstrom werden nun strategisch in einer neuen FlexCo gebündelt, um die technologische Entwicklung weiter voranzutreiben, heißt es vom Unternehmen.

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Vl.: Georg Reich, CFO/COO Checkyeti, Timothée de Roux, CEO Manawa, Jakob Keller, CEO Checkyeti | (c) Checkyeti
Vl.: Georg Reich, CFO/COO Checkyeti, Timothée de Roux, CEO Manawa, Jakob Keller, CEO Checkyeti | (c) Checkyeti

Medial war es in den vergangenen Jahren eher ruhig rund um den Wiener Outdoor- und Nature-Activity-Marktplatz Checkyeti. Brutkasten berichtete zuletzt 2019 über eine Vier-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde. Seitdem hat sich dem Vernehmen nach jedoch einiges getan, wie öffentlich einsehbaren Firmendaten zu entnehmen ist.

So dürfte es etwa 2024 eine größere Finanzierungsrunde gegeben haben – in diesem Jahr kam es zu einer signifikanten Anteilsverschiebung zur oberösterreichischen Investmentgesellschaft Bamberger GmbH und einer deutlichen Steigerung des im Jahresabschluss ausgewiesenen Eigenkapitals. Zudem verließ in dem Jahr Co-Founder Stefan Pinggera das Unternehmen. Georg Reich hingegen ist nach wie vor Geschäftsführer – mittlerweile gemeinsam mit Jakob Keller. Im jüngsten einsehbaren Jahresabschluss 2024/2025 steht weiterhin eine Vergrößerung des Bilanzverlusts um fast drei Millionen Euro zu Buche, was auf Verluste in der Höhe hindeutet. Gleichzeitig stiegen die liquiden Mittel deutlich.

Zwei „sehr komplementäre“ Unternehmen

Nun gab Checkyeti aber die Übernahme eines französischen Konkurrenten bekannt. Mit der 2021 in Paris gegründeten Alentour SAS kauft das Wiener Unternehmen den Marktplatz Manawa auf, der ebenfalls auf Outdoor- und Nature-Aktivitäten spezialisiert ist. Dabei bringe man „zwei sehr komplementäre“ Unternehmen zusammen, wird betont. „Die Transaktion bringt nicht nur eine Vergrößerung des Unternehmens, sondern vereint sich ergänzende geografische Stärken, Produktportfolios, Technologien und langjährige Beziehungen zu Anbietern und schafft so eine stärkere Plattform für Kund:innen, Anbieter von Aktivitäten und Reiseziele gleichermaßen“, heißt es dazu.

Französische Banque des Territoires finanziert Deal mit

Über das Volumen des Deals gibt es keine Auskunft. Der Deal werde teilweise über die französische Banque des Territoires finanziert, die bereits zuvor Manawa finanzierte und nun auch Anteilseigner der Gruppe wird. Die Marke Manawa soll innerhalb der Gruppe erhalten bleiben, das Unternehmen weiterhin eigenständig agieren – aber im Rahmen einer intensiven Zusammenarbeit. Gemeinsam biete man nun ein Netzwerk von mehr als 8.000 Anbietern in ganz Europa mit Zugang zu mehr als 27.000 Outdoor- und Naturerlebnissen und schaffe damit den größten spezialisierten Marktplatz für Outdoor- und Naturaktivitäten auf dem Kontinent.

„Wir können nun die Zukunft unserer Branche aktiv mitgestalten“

„Diese Transaktion spiegelt die Position wider, die Checkyeti in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Wir können nun die Zukunft unserer Branche aktiv mitgestalten, anstatt nur an ihr teilzunehmen. Unsere Ambition geht weit über den Zusammenschluss zweier erfolgreicher Unternehmen hinaus“, kommentiert Checkyeti-CEO Jakob Keller. Und Co-Founder und COO Georg Reich meint: „Manawa ist eine hervorragende strategische Ergänzung, die komplementäre Stärken, tiefes lokales Fachwissen und vertrauensvolle Beziehungen zu Anbietern einbringt. Gemeinsam können wir mehr in den digitalen Vertrieb, die KI-gestützte Kundenakquise, Automatisierung und das Kundenerlebnis investieren und gleichzeitig einen deutlich größeren Mehrwert sowohl für Anbieter als auch für Reisende schaffen.“

Manawa-CEO Timothée de Roux sagt: „In den vergangenen Jahren haben wir eine starke Plattform und vertrauensvolle Beziehungen zu Tausenden von Erlebnisanbietern in ganz Europa aufgebaut. Teil von CheckYeti zu werden, gibt uns die Größe, die Technologie und die Ressourcen, um diesen Weg zu beschleunigen und noch mehr Mehrwert für unsere Partner und Kunden zu schaffen.“

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