04.02.2026
WACHSTUM

Salzstrom: „Haben im Jänner gesamten Jahresumsatz des Vorjahrs überboten“

Das auf Natrium-Ionen-Batterien spezialisierte Wiener Startup Salzstrom hatte im ersten vollen Geschäftsjahr einen knapp siebenstelligen Umsatz. Nun soll es so richtig losgehen - mit stärkerem Fokus auf Gewerbe und Industrie.
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Die Salzstrom-Gründer Jürgen Ellensohn, Peter Arnold und Stefan Nolte | (c) Salzstrom
Die Salzstrom-Gründer Jürgen Ellensohn, Peter Arnold und Stefan Nolte | (c) Salzstrom

„Wir haben letztes Jahr unseren Umsatz versiebenundzwanzigfacht“, sagt Stefan Nolte, Co-Founder und CFO des Wiener Startups Salzstrom. Ganz so beeindruckend, wie auf den ersten Blick, ist diese Entwicklung aber doch nicht: Das Startup hatte erst im Oktober 2024 gestartet und dann bis Jahresende erste Umsätze gemacht. Das erste volle Geschäftsjahr 2025 wird hier also mit etwas mehr als zwei Monaten verglichen. Deutlich aussagekräftiger ist wohl die letzte Entwicklung, die Nolte gegenüber brutkasten beschreibt: „Wir haben alleine jetzt im Jänner den gesamten Jahresumsatz des Vorjahres überboten.“

Siebenstelliger Umsatz

Man sei im Umsatz mittlerweile knapp siebenstellig. Aus dem Team aus den drei Gründern – neben Nolte noch Peter Arnold (CEO) und Jürgen Ellensohn (CSO/CMO) – sind inzwischen mehr als 20 Leute geworden. Und ein dreiköpfiges Advisory Board, bestehend aus Simon Schmitz (Gründer aWATTar), Gregor Zehetner (Mitgründer Tapkey) und Bernhard Garger (Partner GSP Legal), stehe dem Gründerteam in strategischen Fragen zur Seite, sagt Nolte.

Natrium-Ionen-Batterien „haben eigentlich nur Vorteile“

Zusammen arbeiten sie daran, Natrium-Ionen-Batterien als Stromspeicher zu etablieren. Im Gegensatz zu den heute überall verbauten Lithium-Ionen-Akkus sind die dafür nötigen Ressourcen deutlich besser verfügbar. Produziert werden die Salzstrom-Produkte dennoch in Asien, wie Nolte erklärt, in Wien beschäftigt das Startup aber ein Entwickler-Team. „Wir nutzen hier die besten Produkte weltweit. Die Batterien sind CE-zertifiziert und die sicherste und nachhaltigste Lösung, die in Europa am Markt ist“, so der Gründer.

Denn die Natrium-Ionen-Technologie habe noch weitere Vorteile gegenüber Lithium-Ionen-Batterien, als nur die Ressourcenverfügbarkeit: „Sie sind temperaturresistenter und langlebiger. Abgesehen davon, dass sie eine etwas geringere Energiedichte haben, haben sie im stationären Bereich eigentlich nur Vorteile“, so Nolte. „Daher sind wir überzeugt, dass Natrium-Ionen-Akkus dort die Technologie der Zukunft sind.“

Drei Speicher-Größen

Stationär bedeutet für Salzstrom aktuell drei konkrete Anwendungsgebiete: kleine Heimspeicher, mittelgroße Speicher für den Gewerbebereich und Container-große Industriespeicher. Während man im vergangenen Jahr noch stark auf den Heimspeicher-Markt fokussierte, wolle man dieses Jahr auch den Gewerbe- und Industriebereich forcieren, sagt der Gründer.

Ein großer Referenzkunde, mit dem man in allen Bereichen zusammenarbeitet, ist Burgenland Energie – brutkasten berichtete. Der Energieversorger fungiert als Abnehmer und als Vertriebspartner und bietet die Speicherlösungen von Salzstrom seinen Kund:innen im B2C- und B2B-Bereich an. In Sachen Endkund:innen-Geschäft kam dem Startup kürzlich aber auch ein anderer Kanal zugute: „Es gab im Dezember ein Youtube-Video über uns, das mittlerweile rund 194.000 Klicks hat und uns extrem viele Kundenanfragen gebracht hat“, erzählt Nolte.

„Der Markt bewegt sich schneller als erwartet“

Und wie geht es weiter? „Der Markt für Natrium-Ionen-Batterien bewegt sich schneller als erwartet“, sagt Nolte. Nun wolle man Vertrauen für die Technologie schaffen und sie in industriellem Maßstab nach ganz Europa bringen. Und der Gründer gibt sich optimistisch, dass das gelingt: „Wir sind stabil, wachsen stark und sind sehr gut aufgestellt.“

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Die Fahne der EU (c) Adobe Stock

Im aktuellen „European Innovation Scoreboard 2026“ der Europäischen Kommission behauptet sich Österreich im oberen europäischen Mittelfeld. Mit einer Innovationsleistung von 113 Prozent des EU-Durchschnitts im Jahr 2026 belegt das Land wie schon im Vorjahr den achten Rang unter den EU-Mitgliedstaaten und verbleibt in der Klasse der sogenannten „Strong Innovators“. Langfristig verzeichnet Österreich zwar einen Zuwachs der Innovationskraft von 8,9 Prozentpunkten gegenüber dem Basisjahr 2019, im Vergleich zu 2025 gab der nationale Gesamtindex jedoch um 2,3 Prozentpunkte nach. Diese Abschwächung spiegelt eine wirtschaftliche Dynamik wider, die infolge anhaltender externer Schocks und gestiegener Betriebskosten an internationaler Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt hat.

Im Schatten der Spitzenreiter

Angeführt wird das europäische Gesamtklassement unverändert von der Schweiz, die mit 141,3 Prozent des EU-Durchschnitts den innovativsten Standort des Kontinents darstellt. Innerhalb der EU-Grenzen sichert sich erneut Schweden die Spitzenposition (139 Prozent), gefolgt von Dänemark und den Niederlanden. Finnland, das in den Vorjahren fest zur Spitzengruppe der „Innovation Leaders“ zählte, verlor an Schwung und stürzte in die Leistungsklasse Österreichs ab.

Im Vergleich mit dem größten Handelspartner Deutschland (EU-Rang 9) hat Österreich zwar knapp die Nase vorn. Einige Diskrepanzen: Während Deutschland bei den forschungsbezogenen Staatsausgaben im öffentlichen Sektor auf Platz 5 liegt, belegt Österreich hier den hervorragenden dritten Platz. Bei der direkten und indirekten steuerlichen Forschungsförderung für Betriebe verweist Österreich den Nachbarn (Deutschland Rang 23) mit dem vierten Platz klar auf die hinteren Ränge.

Die Achillesferse: Wagniskapital und Skalierungsbarrieren

Für die heimische Startup- und Scaleup-Szene liefert das Scoreboard eine ernüchternde Bilanz in puncto Wachstumsfinanzierung. Als chronischer Schwachpunkt erweist sich einmal mehr der Bereich Venture Capital: Bei den Wagniskapital-Investitionen erreicht Österreich magere 47,9 Prozent des EU-Durchschnitts und belegt im EU-Vergleich lediglich Platz 15.

Diese strukturelle Finanzierungslücke schlägt sich auch im komplementären „European Startup and Scaleup Scoreboard“ (ESSS) nieder: Zwar wird Österreich dort mit 113,8 Prozent des EU-Durchschnitts auf Rang 10 als „High-performing“ eingestuft, die Erhebung attestiert dem Standort jedoch eine deutliche Diskrepanz zwischen einer hohen Startup-Dichte pro Kopf und einer gleichzeitig unterdurchschnittlichen Zahl an schnell wachsenden Unternehmen („Centaurs“ und „Unicorns“). Bereits im Zuge des letztjährigen Rankings stand die stagnierende Entwicklung im Fokus der Kritik, insbesondere im Hinblick auf strukturelle Finanzierungshemmnisse (brutkasten berichtete).

Spürbarer Rückgang bei KMU-Innovationen trotz starker Schutzrechte

Sorge bereiten zudem die Innovationsaktivitäten im KMU-Bereich. Der Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die Produkt- oder Geschäftsprozessinnovationen einführen, ist mittelfristig deutlich zurückgegangen – ausgewiesen wird ein Minus von 24,4 Prozentpunkten bei Produkt- bzw. 21,2 Prozentpunkten bei Prozessinnovationen seit dem Jahr 2019. Demgegenüber steht eine traditionelle Stärke bei der Sicherung von geistigem Eigentum, wo Österreich im Bereich der intellektuellen Vermögenswerte im EU-Vergleich den hervorragenden zweiten Platz belegt.

Doch auch dieses Fundament zeigt Ermüdungserscheinungen: Seit 2019 verzeichneten die Designanmeldungen einen spürbaren Rückgang um 49,7 Prozentpunkte, während Patentanmeldungen (-16,8 Prozentpunkte) und Markenanmeldungen (-11,1 Prozentpunkte) ebenfalls schrumpften. Positiv hervorzuheben ist die enge Vernetzung im System bei den öffentlich-privaten Co-Publikationen (EU-Rang 3), wenngleich die Jobmobilität von hochqualifizierten Fachkräften in Wissenschaft und Technologie im Jahresvergleich um empfindliche 32,4 Prozentpunkte einbrach.

Das Transferproblem: Viel Input, zu wenig messbarer Output

Ein altbekanntes, strukturelles Paradoxon des österreichischen Innovationssystems bleibt die mangelnde Effizienz im Transfer von Forschungserfolgen in den Markt. Während das Land beim reinen Innovations-Input die dritthöchsten Investitionen in der EU verzeichnet, reicht es beim tatsächlichen Output nur für Rang 8. Besonders deutlich wird dies bei den Verkäufen von Marktneuheiten und firmeninternen Innovationen, bei denen das Land seit 2025 einen spürbaren Rückgang verzeichnet. Dem Standort gelingt es somit unzureichend, seine enormen Forschungsförderungen und Investitionen in marktfähige, produktivitätssteigernde Produkte zu übersetzen.

Digitalisierung und weitere Kernbereiche im Überblick

In den weiteren Dimensionen des Scoreboards zeichnet sich ein differenziertes Bild ab:

  • Digitalisierung (Rang 14): Ein widersprüchliches Feld. Die Verfügbarkeit von High-Speed-Internet hinkt mit Rang 23 im EU-Vergleich hinterher, hat sich jedoch seit 2019 um 174,7 Prozentpunkte verbessert.
  • Forschungssysteme & Human Ressources: Österreich verfügt über ein hochattraktives akademisches System (Rang 8), getragen von einem sehr hohen Anteil ausländischer Doktoratsstudierender (Rang 5). Bei den Human Ressources insgesamt reicht es wegen einer im EU-Vergleich geringeren Akademikerquote jedoch nur für Rang 14.
  • Nachhaltigkeit & Außenhandel: Während der heimische Öko-Innovations-Index mit 177,1 Prozent weit über dem EU-Schnitt von 127,5 Prozent liegt (beides gemessen an 2019), ist der konsumbedingte Treibhausgas-Fußabdruck fast 20 Prozent zu hoch. Zudem schwächelt Österreich massiv beim Export wissensintensiver Dienstleistungen.

Das politische Spannungsfeld: „Champions League“ vs. „Ergebnisverwaltung“

Die Interpretation des achten Platzes sorgt auf nationaler Ebene für teils konträre Statements von Politik und Wirtschaft. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer unterstreicht: „Das European Innovation Scoreboard zeigt klar: Österreich investiert überdurchschnittlich in Forschung und Innovation. Beim Output schöpfen wir dieses Potenzial aber noch nicht ausreichend aus.“ Mit Platz 3 beim Input und Platz 8 beim Output könne man sich nicht zufriedengeben; man müsse exzellente Forschung schneller in marktfähige Produkte übersetzen.

Innovationsminister Peter Hanke betont wiederum die Stabilität in einem wirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld: „Platz 8 im European Innovation Scoreboard ist ein starkes Zeugnis für den Innovationsstandort Österreich. Dieses Ergebnis kommt nicht von ungefähr: Es ist der Verdienst unserer Unternehmen, Forschungseinrichtungen und der vielen klugen Köpfe in diesem Land.“ Er verweist auf das massive staatliche Investment von 5,5 Milliarden Euro durch den FTI-Pakt bis 2029. Stefan Harasek, Präsident des Patentamts, hält fest: „Diese starke Platzierung bestätigt einmal mehr: Österreich zählt in der sich nur zögerlich erholenden Wirtschaftsdynamik zu den Innovationsmotoren Europas und muss sich auch im internationalen Vergleich nicht verstecken.“

Eine gänzlich andere Tonlage schlägt die Industriellenvereinigung (IV) ein. Generalsekretär Christoph Neumayer warnt vor Selbstzufriedenheit: „Der Abstand zur europäischen Spitze droht zum Dauerzustand zu werden. Wir stecken mit Platz 8 im Mittelfeld fest.“ Wer ein „Innovation Leader“ werden wolle, müsse deutlich dynamischer agieren und an Geschwindigkeit zulegen. Neumayer zieht dabei einen sportlichen Vergleich heran: „Wer an die Spitze will, darf nicht nur auf Ergebnisverwaltung spielen. Champions entstehen durch Geschwindigkeit und Angriff, nicht in der Defensive.“

Auch Jochen Danninger, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), mahnt zur Bewegung: „Österreich behauptet sich im European Innovation Scoreboard 2026 erneut auf Rang 8 […] gleichzeitig zeigt das aktuelle Ergebnis aber auch, dass wir uns auf diesem Erfolg nicht ausruhen dürfen.“ Der Vergleich mit 2023 – als Österreich noch bei knapp 120 Prozent des EU-Schnitts lag – zeige deutlich, dass zusätzliche Dynamik notwendig sei, um den Anschluss an die europäische Spitzengruppe nicht zu verlieren.

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