21.03.2025
MOUNTAIN'S GOAT

Salzburger Getränke-Startup muss Konkurs anmelden

Das in Faistenau angesiedelte Startup Mountain's Goat kann seine Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen – das Landesgericht Salzburg eröffnete ein Konkursverfahren.
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easyvegan Pixelrunner FireStart P4 Therapeutics - Insolvenzen
(c) Adobe Stock

Der Getränkemarkt gilt seit Jahren als heiß umkämpftes und äußerst schwieriges Terrain für Startups. Immer neue Trendgetränke, hohe Produktionskosten und eine starke Konkurrenz etablierter Marken erschweren insbesondere jungen Unternehmen den Markteintritt und die langfristige Etablierung. Genau in diesem Umfeld musste nun die Salzburger Mountain’s Goat GmbH Insolvenz anmelden. Wie heute bekannt wurde, hat das Landesgericht Salzburg ein Konkursverfahren über das Unternehmen eröffnet.

Getränke-Startup setzt auf Alpenkräuter

Die 2021 von Julia Ronzheimer-Gerstl und Lisa Weise-Schmidbauer gegründete Mountain’s Goat GmbH wollte mit ihrem Erfrischungsgetränk MOUNTAIN’S GOAT Alpen Tonic eine neue Generation von Tonic Water etablieren. Das Besondere: Es kam ohne Chinin aus, enthielt stattdessen aromatische Alpenkräuter und Cannabis-Terpenen und wies nur die Hälfte des Zuckers herkömmlicher Tonic Waters auf. Die beiden Gründerinnen hatten sich dabei von der Natur ihrer alpinen Heimat inspirieren lassen und setzten konsequent auf hochwertige, regionale Zutaten.

Die Eigentümerverhältnisse

Zur Höhe der Passiva des Getränke-Startups liegen aktuell keine Informationen vor. Auf der Seite des AKV heißt es dazu lediglich: „Die Mountain’s Goat GmbH kann ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen.“ Laut wirtschaft.at hielt die AMADÉ GmbH zuletzt einen Anteil von 60 Prozent an der Mountain’s Goat GmbH, während Julia Ronzheimer-Gerstl 25,1 Prozent und Lisa Weise-Schmidbauer 14,9 Prozent besaßen. Damit lag die Mehrheit der Gesellschaftsanteile bei der AMADÉ GmbH, gefolgt von den beiden Gründerinnen als Minderheitsgesellschafterinnen.


Disclaimer: Das Startup wurde um ein Statement angefragt. Sobald dieses eintrifft, wird es hier ergänzt.



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Die Aitiologic-Gründer (v.l.n.r.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic

Im Oktober 2024 verließ das Wiener Startup Aitiologic den „Stealth Mode“. Damals hatte es 2,5 Millionen Euro an Investments und Förderungen eingesammelt. Jetzt folgt eine Seed-Finanzierung über 6,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab.

Angeführt wird die Runde von den Healthcare-Investoren Heal Capital und Ananda Impact Ventures. Die bisherigen Investoren Push VC und Lana Ventures sind wieder dabei. Dazu kommen laut Startup mehrere Biotech-Gründer, die bereits Börsengänge und Exits hinter sich haben.

Ein Bluttest, der zeigt, was im Gewebe passiert

Aitiologic entwickelt die Plattform „Aitios“. Sie untersucht zellfreie DNA im Blut und wertet die Daten mit KI aus. Das Ziel: Aus einer normalen Blutprobe soll sich ablesen lassen, aus welchem Gewebe die DNA stammt und was dort gerade passiert. Die Technologie geht auf Forschung von Gründer und CEO Andreas Posch bei Siemens Healthineers zurück. Aitiologic hat sie exklusiv lizenziert.

2024 sprach das Startup noch allgemein von Krebs- und Pränataldiagnostik. Nun ist die erste Anwendung klar: die Risikoabschätzung für Präeklampsie im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Bluthochdruck-Erkrankung betrifft laut Aussendung geschätzt drei bis acht Prozent aller Schwangerschaften. Sie ist eine der wichtigsten Ursachen für Todesfälle von Müttern und Föten weltweit. Aitiologic will dafür dieselbe Blutprobe nutzen, die ohnehin für den nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) abgenommen wird. Eine zusätzliche Blutabnahme wäre also nicht nötig.

Eine erste Studie mit Kypros Nicolaides und dem Fetal Medicine Research Institute habe gezeigt, dass sich damit das Präeklampsie-Risiko einschätzen lässt, so das Startup. Jetzt läuft eine größere Studie mit der Fetal Medicine Foundation, an der mehr als 1.000 Schwangere teilnehmen. „Wir sind von einer Technologie-Hypothese zu publizierten klinischen Daten gekommen“, sagt Posch. Das frische Kapital soll in diese Studie und in die Produktentwicklung fließen.

Oxford-Nanopore-Mitgründer im Beirat, neue Chief Medical Officer

Mit der Finanzierung holt Aitiologic zwei bekannte Namen an Bord. Gordon Sanghera hat Oxford Nanopore Technologies mitgegründet, ein britisches Unternehmen für DNA-Sequenzierung. Er führte es 21 Jahre lang als CEO, vom Spinoff der Universität Oxford bis zum Börsengang in London. In der Aussendung wird er als „Pionier der Molekulardiagnostik“ bezeichnet. Für Aitiologic ist das relevant, weil die eigene Plattform auf der Sequenzierung von DNA aus dem Blut aufbaut: Sanghera bringt also Erfahrung mit dem Aufbau, der Finanzierung und der Skalierung genau dieser Art von Technologie mit. Er investiert in die Runde und wird Mitglied des Beirats. Die ersten klinischen Daten von Aitiologic seien „sehr ermutigend“, sagt Sanghera.

Neue Chief Medical Officer ist Rebecca Ertl. Sie ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und hat ein nach eigenen Angaben führendes Zentrum für Pränataldiagnostik in Österreich gegründet. Bei Aitiologic verantwortet sie die medizinische Strategie, zunächst für das Präeklampsie-Programm. Ertl nennt bereits ein mögliches nächstes Thema: Man prüfe, ob der Bluttest auch bei Schwangerschaftsdiabetes früher Hinweise liefern könne.

Neben dem Risikokapital erhält Aitiologic Förderungen von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Wirtschaftsagentur Wien. Dazu kommt Unterstützung über den Europäischen Investitionsfonds (EIF) im Rahmen von InvestEU. Zugelassen ist die Plattform noch nicht, sie befindet sich weiterhin in der Entwicklung.

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