23.12.2025
VERTRIEB

SalesPort bringt KI in die B2B-Kaltakquise – Österreicher mit Schweizer Startup

SalesPort mit Sitz in der Schweiz entwickelt eine KI-gestützte Plattform zur Unterstützung von B2B-Kaltakquise. Wir haben mit den beiden österreichischen Co-Foundern Daniel Kleinheinz und Max Niedersüss über Aufbau, Produkt und weitere Wachstumsschritte gesprochen.
/artikel/salesport
(c) Salesport

Vertrieb ist für Unternehmen der zentrale Wachstumstreiber. Gleichzeitig ist er noch immer stark von manueller Arbeit geprägt. Recherche, Datenpflege und das Zusammenführen von Informationen aus unterschiedlichen Tools nehmen viel Zeit in Anspruch und reduzieren den Fokus auf tatsächliche Verkaufsgespräche. SalesPort setzt genau an dieser Schnittstelle an. Das Startup mit Sitz in Luzern entwickelt eine KI-gestützte Plattform, die Vertriebsorganisationen dabei unterstützen soll, Rechercheprozesse zu bündeln und strukturierter zu gestalten.

Der Ursprung der Idee liegt in der eigenen Berufserfahrung. Co-Founder und CEO Daniel Kleinheinz war zuvor bei Zoom in den Niederlanden im Bereich Business Development tätig und erkannte dort ein Problem, das viele Vertriebsmitarbeiter:innen kennen. Entweder werden viele standardisierte Nachrichten versendet, oft mit geringer Rücklaufquote, oder es wird viel Zeit in individuelle Recherche investiert, um potenzielle Kunden gezielt anzusprechen. Dieser Ansatz führt zwar zu besseren Gesprächen, lässt sich aber nur schwer skalieren. Bestehende Tools konnten das Problem nur begrenzt auflösen.

Das Team von SalesPort

Aus dieser Beobachtung entwickelte sich die Idee zu SalesPort. Kleinheinz gründete das Unternehmen gemeinsam mit Max Niedersüss, der die kaufmännischen und organisatorischen Aufgaben übernahm, sowie Alexander Winter, der aus dem Agenturumfeld kommt und sich auf Produkt und Frontend-Themen konzentriert. Nachdem Problem, Lösung und Markt gemeinsam geprüft worden waren, kam Ruslan Bakeyev als vierter Co-Founder hinzu. Er ist Full-Stack-Entwickler mit Computer-Science-Background und verantwortet die technische Umsetzung im Backend.

Gründung in der Schweiz

Die konzeptionelle Arbeit begann rund um das Jahr 2023. Die Entscheidung, SalesPort in der Schweiz zu gründen, fiel nach Abwägung mehrerer Faktoren. Ausschlaggebend waren vor allem pragmatische Rahmenbedingungen. „Der größte Vorteil als junger Unternehmer in der Schweiz ist, dass es deutlich weniger bürokratisch ist. Vor allem in den anfänglichen Phasen kommt man schneller von A nach B“, sagt Niedersüss. Hinzu kam für mehrere Gründer die persönliche Perspektive, die Schweiz langfristig als Lebensmittelpunkt zu wählen. Zudem habe man früh erkannt, dass der Markt kapitalstark ist. „Wir haben gesagt, wir machen das einfach mal. Bis jetzt haben wir es nicht bereut.“

Fokus auf Recherche und Datenqualität

SalesPort versteht sich als Recherche- und Analyseplattform für den B2B-Vertrieb. Ziel ist es, Unternehmen schneller einzuordnen, relevante Themen zu erfassen und passende Ansprechpartner zu identifizieren. “Um ein Unternehmen wirklich tief zu verstehen, muss man mehrere Stunden Recherche machen. Wer sind die richtigen Entscheidungsträger und wie kann man sie kontaktieren? Das ist extrem viel manuelle Arbeit”, so Kleinheinz. Und er ergänzt: “Ungefähr 71 Prozent der Arbeit eines Verkäufers sind non sales related tasks.“ SalesPort kombiniert öffentlich zugängliche Informationen mit firmeneigenen und lizenzierten Datenquellen, die zusätzlich verifiziert werden.

Geschäftsmodell und Marktzugang

SalesPort ist als SaaS-Lösung konzipiert und arbeitet mit nutzerbasierten Lizenzen. Kleinheinz beschreibt das Modell als „maßgeschneiderte Name-based Licenses“. Ergänzend setzt das Unternehmen auf Begleitung beim Setup. “Wenn wir die Kunden an die Hand nehmen und durch den Prozess führen, sehen sie deutlich mehr Resultate, als wenn man sie mit der Software alleine lässt.“

Beim Marktzugang arbeitet SalesPort mit Partnern und Resellern. „Wir haben ein Reseller Netzwerk in Österreich, Deutschland, Frankreich, den Benelux-Ländern und der Schweiz“, sagt Kleinheinz. Rund die Hälfte der Kundinnen und Kunden stammt derzeit aus Österreich. Zu ihnen zählen beispielsweise myclubs, KernTec oder der ORF.

Finanzierung und Ausblick

Ende 2024 entschied sich das Team für eine kleine Finanzierung mit Angels. Die Runde wurde über einen SAFE strukturiert. Der Post Money Valuation Cap lag bei 1,2 Millionen Schweizer Franken.

Aktuell liegt der Fokus auf organischem Wachstum. Niedersüss betont, man wolle bootstrappen und sich externe Finanzierung offenhalten. Produktseitig arbeitet SalesPort daran, nicht nur einzelne Unternehmen zu analysieren, sondern auch größere Kundenlisten zu priorisieren. „Unsere KI scannt ganze Kundenlisten und sagt dir, welche Firmen gerade relevant sind. Dann hat man innerhalb von zehn Minuten einen Überblick.“ Ziel sei es, Vertriebsarbeit planbarer zu machen und mehr Zeit für aktiven Verkauf zu schaffen.

Deine ungelesenen Artikel:
11.06.2026

„Methoden wie vor 100 Jahren“ – Wiener MedTech Startup digitalisiert Schiel-Diagnostik

Das Wiener MedTech-Startup EyeStrab entwickelt eine digitale Plattform für die Augenheilkunde, die die analoge Schielwinkelmessung automatisieren soll. Mit einem kamerabasierten Handgerät und einer geplanten Seed-Runde adressiert das Team ein lange unangetastetes Segment der Augenheilkunde.
/artikel/methoden-wie-vor-100-jahren-wiener-medtech-startup-digitalisiert-schiel-diagnostik
11.06.2026

„Methoden wie vor 100 Jahren“ – Wiener MedTech Startup digitalisiert Schiel-Diagnostik

Das Wiener MedTech-Startup EyeStrab entwickelt eine digitale Plattform für die Augenheilkunde, die die analoge Schielwinkelmessung automatisieren soll. Mit einem kamerabasierten Handgerät und einer geplanten Seed-Runde adressiert das Team ein lange unangetastetes Segment der Augenheilkunde.
/artikel/methoden-wie-vor-100-jahren-wiener-medtech-startup-digitalisiert-schiel-diagnostik
Das "EyeStrab"-Gerät im Einsatz © EyeStrab

Die Vermessung von Augenfehlstellungen (Strabismus) erfolgt in der Praxis oft noch „wie vor 100 Jahren“, erklärt Gründer Eren Çerman im Interview: rein manuell mittels analogen Methoden. „Die Schielheilkunde ist wahrscheinlich die letzte große nicht digitalisierte Subdisziplin in der Augenheilkunde“, fügt der Augenarzt an der Wiener Klinik Donaustadt hinzu. Gemeinsam mit seinem Team will er das ändern. Das System soll die Schielwinkelmessung sowie die Refraktionsbestimmung – also die Ermittlung, ob eine Fehlsichtigkeit vorliegt – in einer digitalen Plattform bündeln.

Interdisziplinäre Expertise im Gründerteam

Hinter EyeStrab steht das Trio Eren Çerman, Evrim Bakir und Alexander Jatzko. Die drei Gründer vereinen nach eigenen Angaben ein breites Spektrum an Kompetenzen für das Vorhaben: Gemeinsam bringen sie mehr als 20 Jahre klinische Expertise in der Augenheilkunde, über 25 Jahre internationale Management- und Transformationserfahrung sowie mehr als 25 Jahre Erfahrung im Aufbau und Management technologiegetriebener Projekte und Unternehmen in das Startup ein.

Hardware-Plattform auf NVIDIA-Basis

Technisch basiert das System auf einer NVIDIA-Edge-Plattform. Das physische Messgerät versteht das Unternehmen dabei als ersten Baustein einer künftig erweiterbaren Plattform. Es fungiert als digitale Konsole, auf der weitere augenärztliche Untersuchungsmodule als reine Software-Updates geladen werden können. Ziel ist eine cloudunabhängige All-in-One-Diagnoseplattform mit einem konkreten Marktpotenzial. Laut Çerman weisen rund 15 Prozent aller augenärztlichen Patientenkontakte einen Strabismus-Bezug auf.

Für den Vertrieb setzt EyeStrab auf eine Doppelstrategie. Bei niedergelassenen Augenärztinnen und Augenärzten ist ein nutzungsbasiertes „Pay-per-Use“-Modell geplant, bei dem sich die Technologie über die tatsächlichen Anwendungen in der Praxis amortisiert. Öffentliche Krankenhäuser möchte man via klassischen Direktverkauf gewinnen. Die spätere Serienfertigung soll laut Unternehmen über einen ISO-konformen Auftragsfertiger laufen, wobei die finale Endmontage (Assembly) zur Qualitätssicherung fix in Österreich bleiben soll.

Validierung an einer Wiener Klinik

Derzeit wird der EyeStrab-Prototyp in einer klinischen Studie an einer Wiener Klinik validiert. Ziel der Studie ist es, objektive und reproduzierbare Messwerte wissenschaftlich zu belegen. Für den offiziellen Markteintritt strebt EyeStrab eine MDR-Zertifizierung als Medizinprodukt an. Der Audit ist für das erste Quartal 2027 geplant. Bis Ende 2026 fokussiert sich das Kernteam auf die technische Dokumentation und die vorbereitende ISO-Prozesszertifizierung.

Seed-Runde und FFG-Förderung geplant

Bisher wurde das patentierte Projekt durch Eigenmittel sowie kleinere Zuschüsse der Wirtschaftsagentur Wien und der FFG finanziert. Aktuell bereitet das Startup eine Seed-Finanzierungsrunde vor und finalisiert parallel einen FFG-Förderantrag, der rund 45 Prozent des Projektvolumens abdecken soll. Das Gesamtbudget für diesen Entwicklungsschritt liegt laut den Gründern knapp unter einer Million Euro. Mit dem frischen Kapital möchte das Team vor allem die Bereiche Softwareentwicklung und System-Testing ausbauen.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

SalesPort bringt KI in die B2B-Kaltakquise – Österreicher mit Schweizer Startup

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SalesPort bringt KI in die B2B-Kaltakquise – Österreicher mit Schweizer Startup

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SalesPort bringt KI in die B2B-Kaltakquise – Österreicher mit Schweizer Startup

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SalesPort bringt KI in die B2B-Kaltakquise – Österreicher mit Schweizer Startup

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SalesPort bringt KI in die B2B-Kaltakquise – Österreicher mit Schweizer Startup

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SalesPort bringt KI in die B2B-Kaltakquise – Österreicher mit Schweizer Startup

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SalesPort bringt KI in die B2B-Kaltakquise – Österreicher mit Schweizer Startup

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SalesPort bringt KI in die B2B-Kaltakquise – Österreicher mit Schweizer Startup

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

SalesPort bringt KI in die B2B-Kaltakquise – Österreicher mit Schweizer Startup