09.04.2021

Safro: 19-jähriger OÖ-Gründer mit „Gegenteil von Energy Drink“

Der 19-jährige Sebastian Bardach will mit dem "Relaxation Drink" Safro von Bad Wimsbach in Oberösterreich aus den Markt erobern.
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Safro: Gründer Sebastian Bardach
(c) Safro: Gründer Sebastian Bardach

Bei manchen Gründern liefert schon die Kurzbiografie klare Hinweise darauf, wie sie auf ihr Produkt gekommen sind. Zu dieser Gruppe zählt auch der erst 19-jährige Oberösterreicher Sebastian Bardach. 2001 geboren arbeite er seit 2017 als Mediendesigner in einer Werbeagentur, heißt es in einem Text über ihn: „Doch was sich für die meisten nach voller Auslastung anhört, ist für Sebastian eher ein 40-Stunden-Nebenjob – denn seit Beginn seiner Lehre ist er unternehmerisch tätig. Anfang 2019 gründete er seine erste Firma“. Seitdem startete er zwei weitere Unternehmen und mache „nebenbei laufend Kurse und Weiterbildungen“. Irgendwie verständlich also, dass Bardach mit seinem Startup Safro auf das Thema Entspannung setzt – er dürfte ein wenig davon selbst brauchen.

Safro: Safran-Tee und Rosenwasser mit großen Versprechungen

Das auf Safran und Rosenwasser basierende Getränk soll als „Relaxation Drink“ das „Gegenteil von einem Energy Drink“ sein. Man habe dazu ein altes Safrantee-Rezept an den europäischen Geschmack angepasst – sprich: mit Kohlensäure und Zucker versetzt. Durch das orientalische Gewürz soll Safro neben Entspannung eine ganze Reihe positiver Wirkungen haben. Versprochen werden u.a. weniger Stress, „nie mehr depressive Verstimmungen“, ein verbesserter Schlafrythmus und bessere Performance beim Sport. Man wolle damit den „Problemen unserer Zeit“ wie Stress und Schnelllebigkeit entgegenwirken.

Rosenwasser und Safran werden aus dem Iran bezogen, der Rest der Zutaten stammt aus Österreich, wo auch produziert wird. Seinen Sitz hat das Startup im oberösterreichischen Bad Wimsbach südwestlich von Wels. Auf den Markt ging Safro im Sommer 2020. „Durch die Coronakrise waren viele Arbeitsschritte erschwert, doch das änderte nichts daran, dass gewisse Dinge getan werden mussten“, sagt der Gründer. Derzeit ist das Getränk nur im eigenen Online-Shop erhältlich. Man suche nach Vertriebspartnern.

Schon ein bisschen weiter ist hier übrigens ein ebenfalls von sehr jungen Gründern gestartetes Konkurrenz-Startup aus Wien. Ayoka ist mit seinem „Good Mood Drink“ unter anderem österreichweit in Selecta-Automaten erhältlich und war Anfang dieses Jahrs sogar einmal komplett ausverkauft.

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REEDuce-Gründerin Birgit van Duyvenbode (Mitte) bei der Eröffnung der neuen Schilf-Lärmschutzwand | (c) Strabag

An der A1 Westautobahn bei Völlerndorf nahe St. Pölten geht eine neue Lärmschutzanlage in Betrieb. Statt auf herkömmliche Materialien wie Beton oder Aluminium setzt diese auf Schilf, Thermoholz und Lehm. Dahinter steckt das Wiener Startup REEDuce rund um Gründerin und CEO Birgit van Duyvenbode. Gemeinsam mit der Asfinag und dem Baukonzern Strabag wurde die Technologie nun auf einem rund einen Kilometer langen Autobahnabschnitt umgesetzt.

REEDuce-Geschäftsführerin Birgit van Duyvenbode, Infrastrukturminister Peter Hanke und ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl bei der Präsentation der neuen Schilf-Lärmschutzwand an der A1.

4.000 Schilfbündel für einen Kilometer Lärmschutz

Die Anlage entstand im Zuge der Sanierung der A1 zwischen St. Pölten und Völlerndorf. Auf einer Fläche von rund 2.690 Quadratmetern wurden Lärmschutzelemente mit einem Rahmen aus thermisch behandeltem Holz, einer Lehmfüllung und beidseitiger Schilfabdeckung verbaut.

Das verwendete Schilf stammt aus dem Raum Neusiedler See. Für den rund einen Kilometer langen Abschnitt wurden insgesamt 4.000 Schilfbündel benötigt. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der gesamten österreichischen Schilfernte. Die Nutzung des Rohstoffs soll gleichzeitig zur Pflege des Ökosystems am Neusiedler See beitragen.

Anders als konventionelle Lärmschutzwände soll die Konstruktion nach Angaben von REEDuce vollständig kreislauffähig sein. Zugleich soll sie dieselben technischen Anforderungen hinsichtlich Lärmschutz und Haltbarkeit erfüllen, wie herkömmliche Systeme.

„Mit dem ersten Autobahn-Kilometer unserer Lärmschutzwand aus Schilf, Thermoholz und Lehm erreichen wir einen wichtigen Meilenstein“, sagt Gründerin van Duyvenbode. Die Technologie zeige, dass Lärmschutz und Umweltschutz gemeinsam funktionieren können.

Von der Idee des Vaters zum Startup

Der Ursprung der Idee reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Damals entwickelte das Sägewerk von van Duyvenbodes Vater im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts eine ökologische Lärmschutzwand, die an der A22 bei Langenzersdorf errichtet wurde. Die Gründerin griff die Idee später auf und entwickelte die Technologie unter dem Namen REEDuce weiter.

Bereits Anfang 2022 berichtete brutkasten über das Startup. 2023 wurde REEDuce bei der #glaubandich Challenge zum „Startup des Jahres“ gekürt. Im selben Jahr folgte ein erstes Pilotprojekt mit der Asfinag: An der S33 bei Herzogenburg wurde eine 16 Meter lange Testwand errichtet, um die Technologie unter realen Bedingungen zu erproben.

Mit der neuen Anlage an der A1 kommt die weiterentwickelte Technologie nun in deutlich größerem Umfang zum Einsatz. Für die Asfinag ist das Projekt zugleich eine Möglichkeit, weitere Erfahrungen mit der Bauweise aus regionalen Naturmaterialien zu sammeln.

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