21.12.2018

Rück- und Ausblick: Startup-Szene, InvestorInnen und Politik über 2018 & 2019

Wir haben AkteurInnen der österreichsichen Startup- und Innovationsszene um einen Rückblick auf 2018 und einen Ausblick auf 2019 gebeten.
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Rückblick und Ausblick
Collage: Wir haben unter anderem von Florian Gschwandtner, Margarete Schramböck, Herbert Gartner und Lisa Fassl Statements eingeholt.

Im vergangenen Jahr hat sich in der österreichischen Startup-Szene wieder einiges getan. Es gab vielversprechende Newcomer, zahlreiche Millioneninvestments und große Exits. Die Digitalisierung bildet dabei die große Klammer, in der Neues entsteht. Auch vom kommenden Jahr ist nicht zu erwarten, dass es langweilig wird. Wir haben einige Player aus der österreichischen Startup- und Innovationsszene, InvestorInnen sowie PolitikerInnen um einen Rückblick und einen Ausblick gebeten. Dabei haben wir ganz unterschiedliche Blickwinkel eingeholt.

+++ Newcomer: Diese 55 Startups wurden 2018 in Österreich gegründet +++


Szene

Florian Gschwandtner, Founder Runtastic

Rückblickend war es ein sehr turbulentes Jahr. In der Startup-Welt ist viel passiert. Es hat einige große Finanzierungsrunden gegeben. Das Ökosystem ist gewachsen. Ob dabei auch die Qualität entsprechend gewachsen ist, weiß ich aber nicht. Es muss auch kommendes Jahr darauf geachtet werden, dass diese hochgehalten wird.

Was uns erwartet? Technologie wird nach wie vor eine sehr wichtige Rolle spielen. Vor allem im Bereich Artificial Intelligence, wo wir noch nicht so stark sind, und vielleicht im ersten Schritt auch noch nicht sein müssen.

Lisa Fassl, Geschäftsführerin aaia, Co-Gründerin Female Founders

Wir haben 2018 mehr Spezialisierung und Fokussierung gesehen, das heißt Programme und Aktivitäten werden besser auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten. Es gab viel Investmentaktivität, vor allem aus den Bundesländern – das zeigt hoffentlich den Wiener*innen, dass es sich lohnt über die Hauptstadt hinaus zu schauen.

Für 2019 habe ich eher Wünsche: Mehr Diversity im Ökosystem und eine tatsächlich gelebte Positionierung von Österreich als Gateway zwischen Ost- und Westeuropa. Und mehr Kooperation im Ökosystem. Wir können international nur aufzeigen und uns positionieren, wenn wir vor Ort gut aufgestellt sind. Ansonsten wünsche ich mir höhere Qualität und mehr Professionalität im Ökosystem und einen Fokus auf das, worum es wirklich geht: authentisches Unternehmertum.

Markus Raunig, Geschäftsführer AustrianStartups

2018 war in vielerlei Hinsicht das Jahr der Wahrheit. Bemerkenswerte Erfolgsstories, große internationale Finanzierungsrunden, aber auch einige bekannte Startups, die gescheitert sind – die Szene ist ohne Zweifel reifer geworden und für viele Teams hat sich ultimativ herausgestellt, ob sich die zentralen Hypothesen hinter der Gründung bewahrheiten. Mit dem Austrian Startup Monitor wurden dazu viele Bauchgefühle zur österreichischen Startup Szene endlich durch Zahlen, Daten und Fakten ersetzt – und die zeigen einmal mehr, wie viel Startups in Österreich schon bewegen.

2019 wird das Jahr der Serial Entrepreneurs. Ehemalige Startup Gründer und Mitarbeiter werden ihren wertvollen Erfahrungsschatz nutzen, um einige richtig spannende neue Unternehmen auf den Markt zu bringen. Ich würde mir dazu von der Politik ein echtes Commitment zum Startup-Standort Österreich wünschen – der europäische Tech-Sektor wächst mittlerweile fünf Mal schneller als der Rest der Wirtschaft und es ist höchste Zeit sich hier zu positionieren.

Irene Fialka, CEO INiTS

2018 war ein extrem spannendes Jahr. Es wurden mehrere Acceleration-Programme gelauncht bzw. weiter ausgebaut, bei denen sich etablierte Unternehmen engagieren. Health Hub Vienna, Legal Tech Hub Vienna, Pier4 oder TACC Salzburg sind einige Beispiele, die das zunehmende Interesse und Engagement der Corporates bei Startups und open innovation-Initiativen belegen. Mit der Beteiligung an Conda, Pioneers und Talent Garden hat startup300 gleich mehrere Coups geliefert, die die Szene bewegen werden – auch im kommenden Jahr. Der Austrian Startup Monitor hat erstaunliche Zahlen und Fakten aufgezeigt. Wir haben unzählige Investments in österreichische Startups gesehen, und auch einige Exits.

2019 könnte ein Jahr werden, wo es auch einmal einen IPO gibt, auch wenn aktuell die Kapitalmärkte sich gerade nicht so günstig darstellen. 2019 wird jedenfalls ein Jahr der zunehmenden Partnerschaften innerhalb der Szene aber auch am internationalen Parkett. Alleine INITS schlägt mit Start:IP und Health Hub Vienna Brücken zu internationalen Unis und Startup-Ökosystemen um F&E-basierte Deeptech Startups zu forcieren. Aber da gibt es viele Beispiele! INiTS hat 2018 begonnen in Startups zu investieren. STARTKapital wurde mit der Wirtschaftsagentur Wien als nachhaltiges Frühphasen-Finanzierungsinstrument entwickelt. Für uns ist das der Start eines ganz neuen Kapitels, das uns 2019 auch intensiv beschäftigen wird. Langweilig wird uns sicher nicht.

Christoph Richter, Serial Entrepreneur

Aktuell wäre natürlich mehr Startupfreundlichkeit der Regierung nett, sage ich jetzt in eigener Sache. Und kürzere Behördengänge. Was ich mir erwarte ist, dass 2019 wohl das Jahr der Internationalisierung wird. Ich glaube, dass wir mittlerweile es verstanden haben und unser Netzwerk gut genug ausgebaut haben, dass viele der nun gereiften Startups sich in internationalen Märkten etablieren können. Ich freue mich, dass die ganzen Aktivitäten von GIN über die Außenwirtschaft und das viele Networking der Angels langsam richtig gut funktionieren. Dies ist auch ein essentieller Schritt für weitere heimische Finanzierungen.

Was ich mir wünschen würde ist, dass der Zusammenhalt wieder etwas stärker wird. Sehr vieles ist nun „professionell“ geworden – zu ungunsten der Community…

Lorena Skiljan, CEO Hackabu

2018 war für das Startup-Ökosystem in Österreich ein sehr spannendes Jahr! Vieles ist passiert, viele Übernahmen und auch neue Gesichter, die das Ökosystem bereichern. Besonders freut mich jedoch, dass viele Impulse, die seitens der Szene gesetzt wurden, von relevanten Playern der österreichischen Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft aufgegriffen und umgesetzt wurden. Somit ist eine hohe Erwartungshaltung für weitere neue Impulse, kreative Ideen und Ansätze gesetzt worden.

Im kommenden Jahr erwarte ich mir, dass das Ökosystem noch weiter wächst und immer mehr an Potential für heimische Wirtschaft aber auch Forschung und Entwicklung entfaltet. Ich würde mich freuen, wenn die nächsten großen technologischen und wissenschaftlichen Errungenschaften aus Österreich kommen und die Welt erobern!

Oliver Csendes, CEO Pioneers

2018 haben zwei Punkte Pioneers geprägt: Die Entwicklungen rund um und mit unseren neuen Eigentümer startup300 und natürlich unsere Hauptveranstaltung Pioneers ’18. Besonders spannend ist, dass das Event im Vergleich zu allen anderen Startup-Veranstaltungen weltweit das mit der internationalsten Reichweite ist, und wir auf der anderen Seite 2018 zum zweiten Mal in Folge nach 2017 ein Startup mit Hauptsitz in Österreich zum Gewinner kürten. Es sind jedes Jahr 500 selektierte Startups dabei und wir bemerken, dass immer mehr davon aus Österreich kommen. Waren 2016 noch 18 Prozent der teilnehmenden Startups „Österreicher“, so waren es 2017 bereits 28 Prozent und 2018 34 Prozent.

Es zeigt sich also ganz klar, dass sich das österreichische Ökosystem rasch weiterentwickelt, und wir in den nächsten Jahren einige positive Veränderungen im internationalen Vergleich und der heimischen Community erwarten können. Das ist großartig und ich freue mich mit Pioneers hier aktiv mitzugestalten und diese Entwicklungen zu unterstützen. Um diesem Trend Rechnung zu tragen, haben wir für nächstes Jahr am zweiten Tag der Hauptveranstaltung eine Neuerung für die österreichische Startup-Community: Auf der zweiten Bühne gibt es einen eigenen Programmschwerpunkt für österreichische Startups mit vielen bekannten und prägenden Gesichtern der Szene, Vorträgen und Gesprächsrunden. Man darf also gespannt sein, was Pioneers nächstes Jahr wieder liefert.

Tanja Sternbauer, Co-Founder Startup Live & Female Founders

2018 war sicher eines der stärksten Jahre, wenn es um Startup-Investments geht und auch Event-technisch gab es viel Angebot. Man merkt, die Szene wächst und wird reifer. Am prägnantesten waren für mich klar alle Aktivitäten rund um startup300 mit dem Talent Garden-Opening, dem Pioneers-Kauf und der Conda-Übernahme, was die Szene nachhaltig verändern wird.

2019 steht für mich ganz klar im Zeichen von „the future is female“ – neben unserem Accelerator-Launch und der geplanten Female Entrepreneurship Conference werden nicht nur wir mit Female Founders international Wellen schlagen. Auch andere Ökosystem-Player erkennen langsam das Potential und eröffnen (potentiellen) Gründerinnen so ganz neue Wege.

Thomas „Tosh“ Schranz, Serial Entrepreneur & Developer

Für mich war 2018 ein bisschen wie das Snow Leopard Update bei macOS. Auf den ersten Blick sieht alles aus wie bisher. Gleichzeitig ist aber extrem viel wichtige strukturelle Arbeit passiert, die vermutlich erst in ein paar Jahren sichtbar wird.

Ein paar persönliche Highlights waren ua: Kira Zatsepina wird neben Natalie Korotaeva co-lead für den Facebook Developer Circle in Wien. Eva Lettner und Barbara Ondrisek starten Women && Code. Lena Hödl kommt zu Female Founders und baut den Accelerator „Grow F“ auf. Die Sorority bringt das Buch „No Bullshit“ heraus und stürmt damit gleich die Buch-Charts. Katharina Binder bringt über Elevate von The Ventury internationale Teams sowie Mentoren von Facebook, Poncho und Slack nach Wien. Birgit Hofreiter, Alexandra Negoescu & Nathalie Koeck etablieren bei i2c an der TU Wien ein Mentoring-Programm für Technical Founders mit extrem gutem Signal/Noise Ratio, das mit internationalen Accelerators und Incubators wie YCombinator, Seedcamp und Angelpad vergleichbar ist. Spannend mitzuerleben waren der g-tec br41n.io Hackathon beim Ars Electronica Festival und die Facebook f8 Developer Conference bei der viele Teams aus Österreich präsent waren.

Für kommendes Jahr habe ich eher einen Wunsch: Noch viel viel mehr spannende Projekte und Produkte von Teams die über den österreichischen Tellerrand in die bunte weite Welt hinaus schauen.


InvestorInnen

Herbert Gartner, Investor, Geschäftsführer eQventure

In Österreich wurden 2018 rund 200 Millionen und in Deutschland rund 5 Milliarden Euro Venture Capital investiert. Damit hinken wir im Vergleich zu Deutschland BIP-äquivalent um 100 Prozent hinterher und in Vergleich zu China oder den USA müssten wir BIP-äquivalent fünf bis zehn mal mehr investieren. Wir sehen in Österreich immer noch einen großen Aufholbedarf.

Michael Altrichter, Investor, Aufsichtsratsvorsitzender startup300

Der größte Meilenstein für das heimische Startup-Ecosystem war sicherlich der Aufstieg der startup300 AG zum führenden Ökosystem für Startups und innovative Corporates. Nicht zuletzt mit dem Kauf der Conda und der Pioneers hat das Unternehmen um Michael Eisler und Bernhard Lehner mit seinen 200 Aktionären eine hochkarätige Community aus leidenschaftlichen Unternehmern, Investoren, Startups und Visionären errichtet, die eine Plattform mit Know-how, Kapital, Ausbildung und Räumen betreibt, um neue Geschäfts­modelle im digitalen Wandel zu bauen oder bestehende zu verändern.

Auch der Ausblick ins nächste Jahr steht ganz im Zeichen der startup300: Gleich zu Jahresbeginn, am 21. Jänner, ist mit dem geplanten Listing der startup300 im „Direct Market Plus“, dem neuen Marktsegment der Wiener Börse, ein fulminanter Auftakt geplant. Dadurch sollen weitere Startups zur öffentlichen Notiz in Wien animiert werden.

Der zweite große Meilenstein 2018 war das Series C-Investment in TourRadar. Mit 50 Millionen Dollar das größte Investment des Jahres in ein österreichisches Startup hat TCV, einer der bekanntesten VCs in Silicon Valley (investiert u.a. in Facebook, Netflix, Spotify) das Reiseportal für Gruppenreisen in einen neuen Orbit geschossen und damit gezeigt, dass auch heimische Startups mit den großen internationalen Playern mithalten können. Für mich persönlich besonders erfreulich, da ich bei TourRadar mit dem frühen Einstieg schon sehr lange begleite. Gratulation an die Gründer-Brüder Pittman und das gesamte TourRadar-Team.

Selma Prodanovic, Investorin, „Grande Dame der österreichischen Startup-Szene“

Es war wunderbar viel los – mit allen den negativen und positiven Seiten davon bzw. entsprechend des Marktentwicklungsgrads. Es wird immer schwieriger für die Founders, es ist immer mehr Druck da. Deswegen werde ich persönlich 2019 ein paar „erfolgreiche“ Founders die kurz vor Burnout stehen, oder schon so weit sind, beraten und coachen, wie sie erfolgreicher werden können. Die Headline: „Designing your lifestyle, business & impact“.

Bernhard Lehner, Investor, Co-Founder startup300

2018 hat sich das Ecoystem für Startups spürbar verbessert. Es entwickelt sich eine gute Auswahl an Supporting-Struktur für Gründer. Nicht zuletzt kann man das auch an den neuen physischen Hubs erkennen, die entstehen. Da gibt es nun eine gute Dynamik, es entwickelt sich sogar sowas wie Wettbewerb – das kann nur gesund sein für die Professionalisierung des Systems. Zweiter großer Trend war das weiter wachsende Interesse von Corporates an Startups, das nun weit über reines Scouting hinausgeht. Es entsteht ein offener Austausch und der Willen, auf Augenhöhe miteinander zu arbeiten und zu lernen.

Nächstes Jahr wird sich zeigen, wie ernst die Regierung das Thema „Startup“ nimmt; ich bleibe optimistisch und hoffe, dass wir nun Rahmenbedingungen bekommen werden, die Startups wirklich fördern. Gespannt bin ich auch auf die weitere Entwicklung mit der Wiener Börse. Das neue Marktsegment Direct Market Plus könnte spannend für Startups werden.

Berthold Baurek-Karlic, Founder Venionaire Capital

Das Ökosystem wird reifer, die Angebote besser und es ist deutlich mehr Kapital verfügbar. Startups aus Österreich machen international immer stärker auf sich aufmerksam. Investoren schaffen es ebenfalls, deutlich besser sich grenzüberschreitend zu vernetzen – hier ist unser European Super Angels Club sicherlich eine der führenden Initiativen.

Nächstes Jahr erwarte ich, dass es weitere neue Corporate Accelerator und Venture Fonds geben wird – der Markt wird breiter und der Wettbewerb um die besten Talente höher und das wird sich nicht auf Österreich beschränken. Unsere Hubs werden langsam international wahrgenommen und unsere Investments und Co-Investments werden davon natürlich beeinflusst. Die Standortpolitik wird zeigen, ob es besonders gute Anreize gibt Talente nach Österreich zu ziehen und Kapital in unserm Land zu allokieren. Es wird spannend!


Politik

Margarete Schramböck, Ministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort

Die Startups sind 2018 erwachsen geworden und in der breiten Bevölkerung setzt sich das Verständnis durch, dass die Wünsche dieser Unternehmen genauso relevant sind, wie aus anderen Wirtschaftsbereichen.

Deshalb müssen wir nicht bei jeder Maßnahme, die dem Standort nutzt, den Startup-Stempel draufgeben. Natürlich profitieren auch Startups von der Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte, der regionalen Mangelberufsliste, flexiblen Arbeitszeiten und leichteren und elektronischen Gründungen. Mit den Erleichterungen für Crowd-Funding, den neuen Förder-Formaten bei der aws und der Ausweitung des GIN-Programms nach Mainland China haben wir auch noch spezifische Schwerpunkte für die Branche gesetzt. Mit Andreas Tschas bei der Digitalisierungsagentur und Mic Hirschbrich beim Thema Artificial Intelligence, um nur zwei Personen zu nennen, arbeiten Experten aus dem Startup-Bereich an Schnittstellen der Republik. Auch das zeigt die Qualität und den Stellenwert der Szene.

2019 werden wir mit den elektronischen Behördenwegen, den ersten Digital Innovation Hubs, den im Startup-Frühstück vorgeschlagenen Digi Bootcamps sowie dem Fokus auf digitale Kompetenzen, wichtige Schritte Richtung digitale Transformation setzen. Von großer Bedeutung für die Branche werden unsere geplanten Maßnahmen im Bereich Risiko- und Wachstumskapital sein. Hier braucht es einen leichteren Zugang für die Unternehmen. Auch bei den rechtlichen Rahmenbedingungen, sowohl im Bereich bestehender Bürokratie als auch bei der Erprobung neuer Technologien – Stichwort regulatory Sandboxes – müssen wir besser werden.

Das Fachkräftethema wird uns auch im kommenden Jahr begleiten, daher bauen wir die Austrian Business Agency zu einer Standortagentur mit weiterem Fokus auf Mitarbeiter aus dem Ausland um und ich werde wieder selbst im Ausland für den Standort und die besten Mitarbeiter werben. Ebenfalls beibehalten möchte ich das Format des Startup-Frühstücks, 2019 werden wir auch weiterhin gezielt Investoren einbinden, um Geschäftsmodelle und Kapital besser zu vernetzen. Darüber hinaus wird nächstes Jahr ein wichtiges Vorbereitungsjahr für die Steuerreform, hier werden wir uns entsprechend einbringen, um die wichtigsten Druckpunkte der Wirtschaft zu berücksichtigen.

Stephanie Cox, Digitalisierungssprecherin JETZT (vormals Liste Pilz)

Der Startup Monitor hat gezeigt: „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, was sehr positiv ist. Die Szene ist am erwachsen werden. Es gibt aber noch viel zu tun, beispielsweise bei der Anzahl der weiblichen Gründerinnen. Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung – es sind viele Chancen und Möglichkeiten da. Hier muss man aber auch die richtigen Rahmenbedingungen setzen, dass diese zum Wohle aller ausfallen kann. Ich denke im Allgemeinen, dass eine Politik der Ausgrenzung zu einer Atmosphäre führt die nicht innovationsfreundlich ist und auch nicht wichtige Talente aus dem Ausland anzieht. Die brauchen wir aber im Startup-Bereich.

Ministerin Schramböck ist durchaus sehr bemüht, aber es wird mir noch zu viel geredet und noch zu wenig umgesetzt. Ich möchte im Jahr 2019 noch mehr Taten sehen. Auch im Bereich der Künstlichen Intelligenz – ich habe hier ein Forderungspapier veröffentlicht. Von Regierungsseite muss hier viel mehr passieren. Die größte Developer-Konferenz in Österreich ist bereits nach Berlin abgewandert, das sagt einiges aus.

Im Jahr 2019 braucht es noch mehr Fokus auf Talente. Die Kernfrage ist: Wie können wir Talente in Österreich behalten und herbekommen? Bei der Rot-Weiß-Rot-Karte gibt es noch immer Aufholbedarf, beispielsweise bei der Abwicklungsdauer und bei den Bewertungskriterien. Viele Startups suchen händeringend nach Talenten. Wir müssen deswegen auch schon hier Bildungsbereich wichtige Akzente setzen: Die Schule muss ein Ort sein, wo Talente gefördert werden und zum gründen angeregt wird. Ein Ort wo auch Mädchen angeregt werden, in den MINT-Bereich zu gehen. Neueste Studien zeigen, dass Schülerinnen oft vom Informatikstudium abgeraten wird. Dazu braucht es auch weitere Ausbildungen, etwa Programmieren als Lehrberuf – nicht nur E-Commerce, wie zuletzt eingeführt.

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Liquid Preference, Mofidian
© Armin Hubner/Canva - Wirtschafts- und Tech-Anwalt Manuel Mofidian.

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Für viele Gründer:innen sind 40-Stunden-Wochen ein Fremdwort und freie Wochenenden ein ferner Wunsch – sie opfern unzählige Arbeitsstunden und verzichten auf Gehalt, um ihr Startup aufzubauen. Doch am Ende dieses jahrelangen harten Einsatzes bleibt selbst bei einem vermeintlich erfolgreichen Millionen-Exit in manchen Fällen kaum etwas übrig. Der Grund kann in einer unscheinbaren Klausel des Beteiligungsvertrags liegen; einer Sonderregel für die Verteilung des Exit-Erlöses. Räumt man etwa späteren Investoren eine „Liquidation Preference“ ein, bedienen sich diese beim Verkauf zuerst. Die Realität sieht dann wie folgt aus: Während die Branche gratuliert, können die Gründer:innen und frühe Kapitalgeber trotz fließender Millionen fast leer ausgehen.

So ein Fall sorgte jüngst für Aufsehen, als Martin Granig, Gründer der Spar-App monkee.rocks, von einem Bekannten berichtete, der einen 15-Millionen-Exit hingelegt hatte. Der Founder meinte nach Glückwünschen bloß, der Exit hätte massiver sein müssen, „damit sich was ausgeht“ – hier hatte die Liquidation Preference gegriffen.

Was ist eine Liquidationspräferenz?

Die historischen Wurzeln der Liquidationspräferenz reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als US-Eisenbahngesellschaften und Banken Vorzugsaktien nutzten. In den 1950er- bis 1970er-Jahren adaptierte die VC-Branche das Modell und machte es im Silicon Valley zum Standard. Doch obwohl die Klausel omnipräsent ist, sorgt sie bis heute für Missverständnisse.

Der Wirtschafts- und Tech-Anwalt Manuel Mofidian bringt es auf den Punkt: „Eine Liquidationspräferenz ist kein gesetzlich definierter Begriff, sondern eine Klausel in einem Beteiligungsvertrag, die man im Einzelfall auslegen muss, aber häufig einem gewissen spezialisierten Marktstandard entspricht.“ Verankert wird sie in der Praxis meist im sogenannten Shareholders Agreement (kurz SHA, deutsch: Gesellschaftervereinbarung). Es geht dabei nicht um die prozentuelle Beteiligung an einem Startup, sondern um die harte Reihenfolge bei der Verteilung von echten Einnahmen (Proceeds) nach einem bestimmten Trigger-Event – im Normalfall dem Exit.

„Vereinfacht gesagt ist die Liquidationspräferenz eine vertraglich vereinbarte Erlösvorzugs-Regelung. Im Normalfall wird ein Verkaufserlös entsprechend den Beteiligungsquoten (pro rata) verteilt; das entspricht auch der gesetzlichen Grundregel. Für den Exit-Fall soll jedoch eine Sonderregel geschaffen werden; mit mitunter überraschendem Ergebnis: Wer etwa 20 Prozent der Anteile hält, aber 70 Millionen Euro investiert hat, kann bei einem Verkaufserlös von 70 Millionen Euro den gesamten Erlös erhalten – und das dank einer Liquidationspräferenz“, so Mofidian.

„Erst wenn die jeweilige Liquidationspräferenz erfüllt wurde, kommt die nächste liquidationspräferierte Gruppe zum Zug; sind alle Liquidationspräferenzen bedient, wird der Rest pro rata verteilt“, erklärt der Wirtschaftsanwalt das sogenannte „Wasserfallprinzip“. Reicht das Geld bei einem mittelgroßen oder kleinen Exit nicht aus, könnten all jene, die ganz unten im Wasserfall stehen, leer ausgehen.

„Ein Startup durchläuft typischerweise gewisse Phasen“, erläutert Mofidian. „So lassen sich die Investorengruppen ganz gut typisieren: Häufig startet man mit ersten Investoren, Business Angels, Family and Friends, teilweise noch Convertibles. Hier herrscht oft noch eine andere Logik als bei späteren Investmentrunden, wo beispielsweise VC-Fonds einsteigen. In diesen späteren Runden, den ‚Series‘, mit professionelleren neuen Investoren verschieben sich regelmäßig die Kräfteverhältnisse, was zu einer Anpassung der Verträge und der damit verbundenen Rechte führt.“

Das Multiple (X-Faktor) als wichtiger Hebel

Bevor man sich jedoch in rechtliche Details und konkrete Definitionen vertieft, muss man bei Liquidation Preference einen wichtigen Hebel verstehen: das Multiple (oder den X-Faktor). Diese Zahl legt fest, wie viel von seinem ursprünglichen Investment der Geldgeber beim Exit vorrangig – also vor der allgemeinen Verteilung nach Beteiligungsquoten – beanspruchen kann.

Das „1×-Multiple“ findet sich so häufig in den Verträgen, dass man dieses fast schon als Branchenstandard bezeichnen könnte. Das bedeutet: Der Investor holt sich zunächst exakt jene Summe zurück, die er in das Startup gesteckt hat. Komplex wird es, wenn Investoren in schwierigen Marktphasen höhere Multiples durchsetzen. Liegt der Faktor bei 1,5×, 2× oder gar 3×, bedeutet das, dass der Investor vorab – also vor der Verteilung nach Prozenten – ein Vielfaches seines eingesetzten Kapitals fordern kann. „Der Faktor hat mit der Beteiligungsquote nichts zu tun: Auch wer nur ein Prozent hält, kann eine fünffache Liquidationspräferenz vereinbart haben“, erklärt Mofidian. Hat ein VC-Fonds also beispielsweise zehn Millionen Euro bei einem 2×-Multiple investiert, zieht er beim Exit sofort 20 Millionen Euro als Liquidationspräferenz ab, bevor der nächste Gesellschafter auch nur einen Cent sieht. Das schmälert den Erlös für Gründer:innen und frühe Investor:innen – mitunter auch für andere, im Rang nachstehende Investorengruppen – dramatisch.

Participating vs. non-participating

Wenn der Faktor (das Multiple) bzw. damit verbunden die Höhe geklärt ist, regeln weitere Zusätze, wie genau ein Investor am restlichen Erlös beteiligt wird.

So gilt „non-participating“ als die üblichste Variante. Der Investor hat hierbei ein Wahlrecht: Er erhält entweder vorab seine Präferenz, also zum Beispiel sein 1×-Investment, zurück, oder er verzichtet auf diesen Vorabzug und nimmt stattdessen seine reguläre prozentuale Quote am gesamten Erlös. Demgegenüber steht „participating“: Diese investorenfreundliche Variante bezeichnet Mofidian als „Eierlegende Wollmilchsau“ – der Geldgeber bekommt zuerst sein Investment als garantierte Risikoprämie vorab ausbezahlt und partizipiert danach zusätzlich noch entsprechend seiner prozentualen Quote am verbleibenden Erlös-Topf; er wird also faktisch doppelt bedient.

Rangordnung – „Senior“ und „Pari passu“

Aus Sicht eines Investors spielt es zudem eine große Rolle, in welchem Rang seine Liquidationspräferenz eingeordnet wird. „Die Ränge drücken das Rangverhältnis der Liquidationspräferenzen zueinander aus. Nach dem Wasserfallprinzip wird grundsätzlich jeder vorrangige Rang vollständig bedient, bevor Erlöse an den nachfolgenden Rang verteilt werden“, erklärt Mofidian. „Reicht der Erlös auf einem Rang nicht, um alle dort angesiedelten Präferenzansprüche voll zu bedienen, wird typischerweise pro rata verteilt – meist im Verhältnis der jeweiligen Präferenzansprüche. Der genaue Schlüssel ist aber Vertragssache.“

Wird der Liquidationspräferenz eines Investors ein „Senior“-Rang eingeräumt, bedeutet das Vorrang gegenüber den zu diesem Zeitpunkt bestehenden bzw. den vertraglich bezeichneten Liquidationspräferenzen. „‚Senior‘ ist eine relative Rangangabe – man ist immer gegenüber jemandem vorrangig. Soll der oberste Rang gemeint sein, spricht man etwa von ‚most senior‘ oder ‚senior to all other liquidation preferences‘. Maßgeblich ist am Ende ohnehin die Verteilungsreihenfolge der Waterfall-Klausel selbst“, so der Anwalt. Vor später geschaffenen „noch vorrangigeren“ Rängen könne man sich durch einen Zustimmungsvorbehalt schützen; das könne allerdings künftige Finanzierungsrunden erschweren und sei auch unüblich.

Mofidian weiter: „Investor:innen vereinbaren häufig, dass ihre Liquidationspräferenz ‚pari passu‘ mit den Liquidationspräferenzen anderer Investor:innen oder Anteilsklassen rangiert – die betreffenden Präferenzen sind dann gleichrangig, keine wird vor der anderen bedient. Innerhalb derselben Anteilsklasse ist eine ausdrückliche Pari-passu-Regelung häufig nur deklaratorisch, sofern für alle Anteile dieselben Präferenzrechte gelten; sie kann jedoch in einigen Konstellationen auch klarstellende Bedeutung haben. Eine wesentliche Bedeutung entfaltet sie zwischen unterschiedlichen Anteilsklassen oder Finanzierungsrunden: Man kann etwa festlegen, dass die Liquidationspräferenzen einer Series A und einer Series B trotz unterschiedlicher Anteilsklassen auf demselben Rang stehen. ‚Pari passu‘ beschreibt also nicht die Anteilsklasse als solche, sondern das Rangverhältnis der jeweiligen Präferenzen“. Gleichrangigkeit bedeutet dabei nicht zwingend, dass auch die Höhe der Präferenzansprüche, die Multiplikatoren oder die sonstigen Investorenrechte identisch sind.

Die Rangordnung führt in der Praxis oft zu sogenannten Stacked Preferences (gestapelten Präferenzen). Faktisch gesehen kommt es dabei meist zum Prinzip „Last in, first out“: Der späteste Geldgeber (z. B. der Lead-Investor der Series C) sichert sich meist den höchsten Rang und holt sich beim Exit (nach Rückführung von Fremdkapital) als Allererster sein Geld aus dem Topf. Ist seine Präferenz bedient, darf sich die vorherige Series B aus dem verbleibenden Rest bedienen; und so weiter bis hinunter zur Series A. Häufig warten am Ende der Nahrungskette die frühen Seed-Investoren sowie Gründer:innen und Mitarbeiter:innen mit ESOP-Anteilen – ist der Exit-Erlös nicht hoch genug, ist der Topf leer, bevor sie erreicht werden.

„Eine der Schwierigkeiten bei Liquidation Preferences ist die Unschärfe der Begrifflichkeiten“, betont Mofidian an dieser Stelle und erklärt, warum es zu Streitereien unter den Beteiligten kommen könnte. Ein typischer Konfliktherd können Triggerdefinitionen sein: Was ist ein Exit? In einem „frühen“ Vertrag kann ein Exit anders definiert sein als im späteren Beteiligungsvertrag. Dazu kommen Side Letters bzw. in Investitionsdokumenten enthaltene Rechte, bei denen Widersprüche auftreten können. Liquidationspräferenzen können ein sinnvolles Instrument der Risikoverteilung sein – aber es kann zu unangenehmen Überraschungen kommen, weil die Beteiligten nicht jedes Szenario durchdenken und durchrechnen.

Die Schicksalsgemeinschaft der Frühphase

Oliver Holle, CEO des Seed-VCs Speedinvest, sieht die Debatte vor allem für die Frühphase pragmatisch: Dank klarer Standards (1×, non-participating) bilden frühe Kapitalgeber und Gründer:innen hier eine Schicksalsgemeinschaft im Sinne von „engsten Verbündeten“. Dramatisch wird es jedoch bei Wertberichtigungen in späten Runden, wenn sich die Ansprüche durch viel frisches Kapital massiv aufsummieren – die bereits erwähnten Stacked Preferences. Wie das in der Praxis aussieht, veranschaulicht Holle am E-Scooter-Anbieter Tier, dessen Preference-Stack nach mehreren Runden und Mergern auf fast eine Milliarde Euro angewachsen ist: „Das sind sie jetzt doch nicht mehr wert. Das heißt, wir haben das wahrscheinlich schon lange auf null abgeschrieben, und die Gründer auch, weil wir da kein Geld rausholen werden, auch wenn diese Firma für fünf-, sechs- oder siebenhundert Millionen Euro verkauft wird. Das ist also eine Realität, die wir absolut durchlebt haben.“ Und damit ist Speedinvest nicht allein.

Konflikte, Statistiken und eine mögliche Zukunft

Was konkrete Statistiken angeht, gibt es im DACH-Raum kaum belastbare öffentliche Marktdaten. Mofidians subjektiver Praxisbeobachtung nach kommen Liquidationspräferenzen jedoch in fast jedem Deal vor, sind ein von Investoren erwarteter Standard und in ihrer Grundform kaum wegzuverhandeln.

Aufgrund globaler Krisen brauchten viele Startups zuletzt jedoch Bridge-Finanzierungen. Um ihre Bewertungen hochzuhalten („Vanity Valuation“), akzeptierten Gründer:innen oft harte Konditionen. Mofidian kann sich vorstellen, dass es in Zukunft aufgrund dieser Dynamik zu Konflikten kommen könnte: „Aufgrund von Brückenfinanzierungen könnten Liquidationspräferenzen wahrscheinlich jetzt relevanter werden, weil wir jetzt einige Senior-Investoren sehen, die zu sehr guten Terms eingestiegen sind, darunter auch Verkaufsrechte. Wenn du in den letzten Jahren investiert hast, und das zu einer vermeintlich guten Bewertung, mit starken Terms, und dir viele Rechte geholt hast, jetzt aber daran zweifelst, dass eine neue Runde zu einer höheren Bewertung realistisch ist, dann pushst du möglicherweise in den Exit. Und das machst du wahrscheinlich nur, weil du eine Liquidationspräferenz, vielleicht sogar mit einem ‚Über-Eins-Faktor‘, hast“, zeichnet Mofidian eine mögliche Zukunft für die heimische Szene. „Ich kann mir vorstellen, dass die Logik, die Liquidationspräferenzen und anderen damit funktionell verbundenen Terms zugrunde liegt, dazu führt, dass der eine oder andere Investor sagt: ‚Ich nutze jetzt meine vertraglichen Möglichkeiten, dränge auf den Exit und hole mir lieber mein Investment 1,5-fach plus ein bisschen extra vom verbleibenden Erlöstopf. Das macht mehr Sinn, als nur darauf zu hoffen, dass es noch eine Runde zu einer viel höheren Bewertung gibt – und selbst wenn sich das so großartig entwickelt, was nicht sicher ist, steht der nächste Investor vermutlich nach dem Last-in-first-out-Prinzip mit seiner Präferenz wieder vor mir.‘“

Der Anwalt ergänzt: „‚Drängen‘ heißt in diesem Kontext: Wenn dieser Investor – etwa in Kombination mit anderen Investoren – starke Drag-Along-Rechte hat, kann er den Verkauf auch gegen den Willen der Founder rechtlich erzwingen.“ Dies gelte selbst dann, wenn die Founder die Bewertung als zu niedrig empfänden und aufgrund der Liquidation Preference leer ausgingen.

Trotz dieser Konsequenzen betont Mofidian nachdrücklich, dass man das Thema auch aus der Investorenperspektive betrachten muss: Die Liquidationspräferenz sei per se nichts Böses und in der Praxis völlig in Ordnung, wenn man sie korrekt verwendet. „Man muss diese Klauseln verstehen, durchrechnen und verschiedene Szenarien durchspielen, damit böse Überraschungen ausbleiben“, sagt der Jurist.

Secondaries als mögliches Instrument

Für Gründer gilt laut dem Experten eine wichtige Regel: Man sollte sich niemals nur auf eine möglichst hohe Firmenbewertung fixieren, wenn die Vorzugsrechte der Investoren im Gegenzug gefährlich stark ausgeprägt sind. Mofidian rät, das Term-Sheet stets als bewegliches Gesamtsystem zu betrachten.

Anstatt Deals aus reiner Angst vor einem Null-Ausstieg kategorisch platzen zu lassen, empfiehlt der Anwalt, allenfalls ungünstigere Liquidationspräferenzen durch andere Mechanismen auszugleichen. Dazu zählen klug verhandelte Drag-Along- und Tag-Along-Rechte. Wenn der Druck allerdings über die Jahre extrem hoch wird, seien Secondaries ein mögliches Tool: Durch den vorzeitigen Verkauf eines kleinen Teils der eigenen Anteile an spätere Investoren könnten Gründer bereits auf dem Weg zum Exit etwas Geld auf dem Privatkonto sichern.

„Das ist jedoch nicht gern gesehen und auch in Österreich oder im DACH-Raum relativ unüblich, aber es passiert“, sagt Mofidian. „Nach ein paar Jahren Arbeit kann man in so einem Fall sagen: ‚Ich habe eine ordentliche Netto-Summe auf meinem Konto. Das erlaubt mir zumindest, mit freiem Kopf weiter an meiner Vision zu bauen.‘“

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AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

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Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

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Rück- und Ausblick: Startup-Szene, InvestorInnen und Politik über 2018 & 2019

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