27.08.2025
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RTL AdAlliance: „Der neue Markenauftritt ist weit mehr als ein Namenswechsel“

Seit dem 1. Juli firmiert IP Österreich unter dem neuen Namen RTL AdAlliance. Was hinter der neuen Marke steckt und welche Ziele damit verfolgt werden, erzählt Elisabeth Frank, Director Multichannel Sales / ppa, im Interview.
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IP Österreich, RTL+
Elisabeth Frank ist Director Multichannel Sales / ppa bei RTL AdAlliance. | © Katharina Schiffl

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2025 “Schubkraft” erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


brutkasten: Was steckt hinter dem Markenwandel?

Elisabeth Frank: Der neue Markenauftritt ist weit mehr als ein Namenswechsel – er steht für eine strategische Neuausrichtung. Wir sind internationaler, moderner und technologiegetriebener aufgestellt. Unsere Kund:innen profitieren von einem erweiterten Total-Video-Portfolio mit internationaler Reichweite, starken Content-Partnern und innovativen technologischen Lösungen.

RTL AdAlliance steht für „simplicity for advertisers und value for publishers“; ein klares Leistungsversprechen. Wir schaffen simple Zugänge zu komplexen Medienumfeldern über Plattformen, die Werbung effizient, transparent und datengestützt planbar machen. Wir unterstützen Medienhäuser mit modernster AdTech, strategischer Beratung und neuen Erlösmodellen – insbesondere im Bereich Addressable TV und digitale Transformation. Unser Fokus liegt auf dem Ausbau des digitalen Portfolios, lokal ebenso wie übergreifend europäisch.

Welche Ziele verfolgt ihr in Österreich?

Wir wollen wachsen. Addressable TV ermöglicht es, TV-Werbung gezielt an unterschiedliche Zielgruppen auszuspielen, sodass einzelne Haushalte zur gleichen Zeit die für sie passenden Werbeinhalte sehen. Das Potenzial ist längst nicht ausgeschöpft – besonders für regionale Kleinstbetriebe entstehen attraktive Werbemöglichkeiten auf dem Big Screen.

Hervorheben möchte ich unsere AdTech-Unit „smartclip“, mit der wir datengetriebene Targeting Modelle wie „Smart Audiences“ nun in Österreich ausrollen. Das ist ein datenbasiertes Targeting-Modell, das auf First-Party-Daten aus TV- und HbbTV-Nutzung aufbaut. Diese werden mit soziodemografischen Merkmalen und externen Kontextdaten kombiniert, um präzise Zielgruppensegmente zu erstellen – etwa „sportaffine junge Familien“. So können Kampagnen noch zielgerichteter und effizienter ausgespielt werden.

Zudem verfolgen wir das Ziel, bis 2028 Marktführer im Bereich Total Video in Europa zu werden – sowohl im linearen TV als auch im Streaming. Mit einem erweiterten Inhalteangebot stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und bieten ein noch attraktiveres Portfolio.

Sind TV-Kampagnen nicht längst zu teuer?

Im Gegenteil, TV ist zugänglicher denn je. Mit Addressable TV bieten wir Sichtbarkeit im linearen TV schon ab 500 Euro. Genau damit zeigen wir, dass es auch in Europa echte Alternativen zu Meta, YouTube und Co gibt.

Wie gelingt der RTL AdAlliance in Österreich die Positionierung als internationaler Player mit starker europäischer Identität?

Neben den US-Giganten gibt es nicht viele Anbieter, die so international aufgestellt sind wie die RTL AdAlliance. Unsere Stärke liegt in einem europaweit vernetzten Team, das über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeitet – mit einem gemeinsamen Verständnis für Qualität, Vertrauen und medienübergreifende Kommunikation. Wir setzen bewusst auf europäische Perspektiven, langfristige Partnerschaften und markensichere Umfelder. Damit bieten wir eine glaubwürdige europäische Alternative zu US-Plattformen und können gleichzeitig die spezifischen Anforderungen des österreichischen Markts optimal bedienen.

Kontakt

Elisabeth Frank: +43 1 36780408061, [email protected]


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(c) Tony Sebastian via Unsplash
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Die jüngere Geschichte des deutschen Essenzustellungs-Konzerns Delivery Hero, der u.a. vom Österreicher Markus Fuhrmann (mittlerweile mit Gropyus erfolgreich) mitgrgründet wurde, ist durchaus durchwachsen. Ausgerechnet im Heimatmarkt räumte man bereits 2018 durch einen Verkauf des gesamten Deutschland-Geschäfts an die niederländische Takeaway.com, zu der unter anderem Lieferando gehört, das Feld. Ein kurzer Comeback-Versuch mit der asiatischen Marke Foodpanda im Zuge des Lieferbooms der Corona-Pandemie wurde abgeblasen.

Anders sieht die Situation in eine Reihe weiterer globaler Märkte aus: Im arabischen Raum und in asiatischen Ländern wie Südkorea ist man über diverse Tochtermarken teils Marktführer. In mehreren lateinamerikanischen und europäischen Ländern zählt man zu den wichtigsten Playern. Auch in Österreich steht Delivery Hero mit der Marke Foodora auf Platz zwei hinter Takeaway.com mit Lieferando.

Konsolidierung Richtung USA: Uber Eats wird durch Übernahme zu globaler Nummer 1

Nun werden die Karten aber neu gemischt: Denn wie Uber heute bekanntgab, legte man ein Übernahmeangebot für den börsennotierten Berliner Konzern und will diesen für umgerechnet rund 12,7 Milliarden Euro aufkaufen. Das Angebot liegt dabei deutlich über dem aktuellen Aktienkurs. Geht der Deal durch, bedeutet das eine massive Marktkonsolidierung in Richtung USA. Uber betreibt mit Uber Eats selbst einen globalen Player in der Essenzustellung, der etwa Marktführer in Frankreich, Japan, Australien, Mexiko und Kanada ist – im Heimatmarkt USA aber recht weit hinter Konkurrent Doordash liegt.

Durch die geplante Übernahme von Delivery Hero kauft sich Uber führende Positionen in einer ganzen Reihe von Ländern ein. Mit 99 Märkten und einem Bruttowarenvolumen von 236 Milliarden Dollar (auf Basis der Werte aus 2025) wäre es nachher nach eigenen Angaben das größte Lieferdienst-Unternehmen der Welt.

14 Märkte, darunter Österreich, wegen Kartellrecht an anderen Käufer

Insgesamt 14 Märkte spart Uber bei der Übernahme aber bewusst aus. Diese sollen auf Basis eines Vertrags mit der New Yorker Investmentfirma SSW Partners von dieser für umgerechnet rund 1,4 Milliarden Euro übernommen werden. Das betrifft bis auf Chile, Ecuador und die Türkei europäische Länder, darunter etwa Schweden, Spanien und auch Österreich. Um die Marken geht es dabei nicht – Foodora (Europa), Glovo (Europa/Asien/Afrika) und PedidosYa (Lateinamerika) gehen mit ihren nationalen Töchtern teilweise an Uber und teilweise an SSW Partners.

Grund für die sehr selektive Aufspaltung ist das Kartellrecht. Laut offizieller Uber-Aussendung zum geplanten Deal übernehme SSW Partners „insbesondere dort, wo sich Uber Eats und Delivery Hero bereits überschneiden“. Sprich: Es werden proaktiv Märkte ausgespart, wo Kartell-Klagen und ein Einschreiten von Wettbewerbsbehörden vorprogrammiert sind.

Österreichischer Markt als Spezialfall

Im Fall von Österreich, wo Uber Eats nach einem gescheiterten ersten Versuch momentan gar nicht am Markt ist, geht es vor allem um die EU-Wettbewerbshüter, die den Gesamtmarkt im Blick haben. Durch den Schachzug steht gleichzeitig dem bereits kommunizierten Wiedereinstieg mit der Marke Uber Eats in den österreichischen Markt nichts im Wege.

Die New Yorker Investmentgesellschaft wird übrigens nicht dauerhaft Eigentümerin von Foodora Österreich und den weiteren Töchtern bleiben. Man werde „den Prozess leiten, um die besten langfristigen Heimstätten für diese Unternehmen zu finden, in denen sie weiterhin florieren können“, heißt es von SSW Partners.

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