07.06.2021

Routago: Sicherheit im Straßenverkehr für Blinde dank KI

Gerd Güldenpfennig und Stefan Siebert, die Routago-Gründer, haben eine sichere und KI-basierende Fußgängernavigation für Blinde und Personen mit Sehbeeinträchtigungen entwickelt.
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(c) Routago/FB - Routago, ein KI-Navigations-Assistent für Blinde.

Es gibt weltweit 2,2 Milliarden Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. Davon sind rund 36 Millionen blind und 217 Millionen Menschen mit einer größeren Sehbehinderung geplagt. Ein Grund warum Gerd Güldenpfennig sich Gedanken machte, wie Menschen, die nicht sehen können sicher durch den Straßenverkehr kommen. Dazu bräuchten jene viele Informationen, etwa, ob man einen Weg tatsächlich überqueren muss, es Überführungen gibt, um einer großen Straße auszuweichen, oder ob gar Hindernisse auf einen lauern, die es zu überwinden gilt. Gemeinsam mit Stefan Siebert entwickelte Güldenpfennig daher Routago – eine Fußgängernavigation speziell für Sehbehinderte und Blinde.

Routago mit Voice-Over

Je mehr Informationen ein sehbehinderter Mensch hat, desto mehr Sicherheit und Unabhängigkeit bekommt er zurück, so die einfache Philosophie des Startups. Im Gegensatz zu anderen gängigen Navigationssystemen, deren Fokus auf dem Straßennetz für Autos liegt, berücksichtige laut Gründern ‚Routago Assist‘, wie ein Fußgänger am Verkehr teilnimmt. Die Wegführung kann in einer Routenvorschau „abgelaufen“ werden, um sich den Weg bereits vorab einprägen zu können. Via Voice-Over erhalten User genaue Weg-Anweisungen und durch eine Objekterkennung werden bestimmte Objekte im Videobild der Smartphone-Kamera identifiziert. Und auditiv ausgewiesen.

Sensoren & Geodaten

Routago ist ein Startup aus Karlsruhe und Forschungspartner des KIT. Es vervollständigt in seiner Funktionsweise die bereits weltweit vorhandenen Geodaten durch algorithmische Ergänzung (speziell für Fußgänger), verwendet die Smartphone-Sensoren oder nutzt externe Messwerte. „Machine Learning“ und KI-basierte Anwendungsprofile inkludiert.

Routago Assist Tutorial

Wer die KI-basierende Verkehrshilfe für Blinde näher kennenlernen möchte, hat montagabends in der „Höhle der Löwen“ Gelegenheit dazu. Weiters dabei: FitOaty, Click A Tree/B’n’Tree, miss.pinny und Mary’s Dream Coffee.

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Hansi Hansmann auf der Main Stage des Female Future Festivals 2026. © brutkasten

Unter dem Motto „The Power of Connection“ versammelten sich am 22. Oktober rund 2.000 Teilnehmende in der Wiener Ottakringer Eventlocation. Das von den Schwestern Verena Eugster und Patricia Zupan-Eugster gegründete Female Future Festival widmete sich Themen wie Leadership, künstlicher Intelligenz und Finanzkompetenz. Neben Fachpanels zu Verhandlungsstrategien oder finanzieller Gesundheit war auch Business Angel Hansi Hansmann als Keynotespeaker auf der Bühne zu sehen.

„…, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“

Im Gespräch mit brutkasten nannte Hansmann seine Motivation für den Besuch: „Ich habe zwei kleine Töchter und ich möchte gerne, dass meine Töchter später im Leben irgendwann alles das machen können, was sie machen wollen, ohne dass ihr Geschlecht sie daran hindert.“ „Ich bin ein ganz, ganz großer Fan davon, dass es mehr Unternehmerinnen und mehr Investorinnen gibt. Überhaupt mehr Frauen an der Macht, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“, ergänzt er zu seinen Beweggründen.

Was seine Beteiligungen angeht, sieht der Investor und ehemalige Manager in Sachen Geschlechterverteilung ein klares Muster: „Ich habe in alles investiert: in rein männliche Teams natürlich viel mehr, aber auch rein weibliche und gemischte Teams. Am besten performen gemischte Teams aus meiner Erfahrung.“

Der Hebel gemischter Teams

Den Vorteil gemischter Teams sieht Hansmann im Zusammenspiel unterschiedlicher Stärken: Es gebe „unterschiedliche Eigenschaften und Skills zwischen Frauen und Männern, und die Mischung macht’s aus“.

Als Beispiel nennt er den Markteintritt: „Ein reines Männerteam geht mit dem Produkt raus, wenn es fertig ist. Nach dem Motto ’das können wir mal rausschieben in den Markt, probieren wir mal, schauen wir mal, ob es ankommt.’ Beim reinen Frauenteam, da muss das Produkt perfekt sein. Und das dauert natürlich fünf Monate länger, bis die auf den Markt gehen, und damit vergeht Zeit.“ Für ihn gilt: „Das gemischte Team, wo sozusagen alle Stimmen zu Wort kommen, ist das Ideale.“

Deutlicher Finanzierungs-Gap in H1/2026

Doch obwohl die Teamkonstellation am besten zu performen scheint, bestehen nach wie vor große Ungleichheiten in Sachen Startup-Finanzierung. Erst kürzlich zeigte der Female Start-up Funding Index H1/2026 von EY Österreich, Female Founders und Fund F das Ausmaß. Im ersten Halbjahr flossen 472 Mio. Euro Risikokapital in österreichische Startups, ein Plus von 329 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rein männliche Teams erhielten davon 94,9 Prozent, gemischte Teams 4,8 Prozent und rein weibliche Teams 0,3 Prozent. Der Frauenanteil unter den analysierten Gründer:innen lag bei rund 13 Prozent. „Frauen dürfen gründen. Finanziert werden Männer“, brachte es Lisa-Marie Fassl, Managing Partner von Fund F, in der damaligen Aussendung auf den Punkt.

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