19.09.2019

Rotes Kreuz: Conda-Whitelabel-Lösung für Online-Spenden

Das Österreichische Rote Kreuz will verstärkt junge Menschen zum Spenden animieren. Für eine neue Online-Spenden-Plattform holte man sich eine Whitelabel-Lösung von Conda.
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Rotes Kreuz: Neue Online-Spenden-Plattform mit Whitelabel-Lösung von Conda
(c) Rotes Kreuz

Im Jahr 2018 verbuchte das Österreichische Rote Kreuz rund 72 Millionen Euro an Einnahmen durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Das Problem: Die Spender sind im Durchschnitt (!) 75 Jahre alt. Man wolle also „die eigene Finanzierung proaktiv und nachhaltig in Angriff nehmen und Spenden auch für jüngere, web-affine Generationen attraktiver gestalten“, heißt es in einer Aussendung. Denn: „Das klassische ‚von Tür zu Tür gehen und Geld einsammeln‘ wird nicht einfacher und in Zeiten der Digitalisierung erwarten insbesondere jüngere Zielgruppen zeitgemäße Wege, um ihren persönlichen sozialen Beitrag leisten zu können“. Derzeit werde nur ein Bruchteil der Rotes Kreuz-Spenden online generiert.

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Neue Plattform: Spenden „zu 100 Prozent in die Projekte“

Um das Ziel mit einer zeitgemäßen Online-Spenden-Option umzusetzen, holte man sich nun Unterstützung von Conda (startup300 Gruppe). Auf Basis einer Whitelabel-Lösung des Wiener Crowdfinancing-Unternehmens wurde die Plattform www.jetzt-helfen.at eingerichtet. Spender können dort genau definieren, wie viel sie für welche Kampagne spenden möchten. „Jedenfalls fließen die generierten Mittel zu 100 Prozent in die Finanzierung der Projekte und sind steuerlich absetzbar“, heißt es vom Roten Kreuz.

Rotes Kreuz: Crowdfunding für Therapiehunde und Bezirksstellen

Man unterstütze damit dabei,  „eine Online-Community aufzubauen und bei einer neuen Zielgruppe Bewusstsein für wichtige soziale Projekte zu schaffen“, kommentiert Conda-Co-Founder Daniel Horak. Durch den neuen Crowdfunding-Ansatz sollen besonders Projekte der Rotes Kreuz-Landesverbände profitieren. „Wenn man spendet, unterstützt man so beispielsweise Erste-Hilfe-Kurse für interessierte Jugendliche, Training von Therapiebegleithunden für Senioren und den dringend notwendigen Neubau von Bezirksstellen in einzelnen Bundesländern“, so das Rote Kreuz.

Conda: Von Startup-Crowdinvesting zu Whitelabel-Geschäft?

Conda hat mit seiner Crowdinvesting-Plattform seit 2013 mehr als 100 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 27 Millionen Euro umgesetzt. In den vergangenen Jahren waren die Zahlen jedoch rückläufig. Der Marktanteil des ehemaligen österreichischen Marktführers sank sukzessive zugunsten von auf Immobilien spezialisierten Plattformen und liegt inzwischen im einstelligen Prozentbereich. Dazu beigetragen haben dürfte auch eine Häufung von Insolvenzen Conda-finanzierter Unternehmen. Schon länger setzt man daher auf andere Geschäftszweige, darunter auch das bereitstellen von Whitelabel-Lösungen. Vor dem Roten Kreuz wurden bereits Projekte für das Technikum Wien und den Fußballclub Austria Wien umgesetzt.

⇒ Zur neuen Plattform

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(c) Brantner

Die Paprec-Gruppe wird strategischer Mehrheitsgesellschafter von Brantner green solutions, der Umwelt- und Abfallwirtschaftssparte der Kremser Brantner Gruppe. Das gaben die Unternehmen am Dienstag bekannt. Paprec übernimmt 80 Prozent, die restlichen 20 Prozent bleiben im Besitz der Familie Brantner. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der erforderlichen regulatorischen Genehmigungen, der Vollzug wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Zum Kaufpreis machen die Unternehmen keine Angaben. Der brutkasten hat bei Brantner green solutions nachgefragt.

Fünf Länder, 65 Standorte

Brantner green solutions wurde 1936 gegründet und ist in Österreich, wo sich auch der Hauptsitz befindet, sowie in der Slowakei, Tschechien, Rumänien und Serbien tätig. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.500 Mitarbeitende an 65 Anlagen und Niederlassungen und betreut mehr als 28.000 kommunale, industrielle und gewerbliche Kunden. Der Umsatz liegt bei mehr als 320 Mio. Euro.

Für Paprec ist es der Eintritt in fünf neue Märkte. Nach der Schweiz, Spanien und Italien bezeichnet die Gruppe den Schritt als nächste Etappe ihrer europäischen Expansion und als Wachstumsplattform in Mittel- und Osteuropa.

„Diese Transaktion ist unsere wichtigste Akquisition seit dem Zusammenschluss mit Coved im Jahr 2016. Sie ermöglicht uns den Eintritt in fünf neue Länder und stärkt unsere europäische Präsenz erheblich“, wird Mathieu Petithuguenin, Chairman und CEO der Paprec-Gruppe, in der Aussendung zitiert.

Logistik und Immobilien bleiben in der Familie

Der Deal betrifft ausdrücklich nur die Kreislaufsparte. „Wichtig ist zu betonen, dass sich diese Partnerschaft ausschließlich auf Brantner green solutions bezieht. Brantner logistic solutions und Brantner Real Estate bleiben vollständig im Eigentum der Familie Brantner und werden unabhängig weiterentwickelt“, stellt Bernd Brantner klar. Er führt die Brantner Gruppe seit 24 Jahren als CEO und vertritt die dritte Generation der Familie.

Der Entscheidung ging laut Aussendung ein fast zweijähriger Prozess voraus, an dessen Ende sich die Familie einstimmig für Paprec aussprach. „Die Chancen, die vor uns liegen, sind enorm, ihre Realisierung wird jedoch erhebliche langfristige Investitionen erfordern“, begründet Bernd Brantner den Schritt. Als Familie habe man sich deshalb bewusst für einen starken strategischen Gesellschafter entschieden, der die eigenen unternehmerischen Werte teile. In der neu geschaffenen Gesellschaft übernimmt er die Rolle des stellvertretenden Vorsitzenden.

Von 40 auf 26.000 Mitarbeitende

Paprec startete vor 32 Jahren als kleines Altpapierrecycling-Unternehmen mit 40 Mitarbeitenden in La Courneuve bei Paris. Die Schweiz war vor mehr als 15 Jahren der erste Markt außerhalb Frankreichs, in Spanien beschäftigt die Gruppe heute fast 4.000 Menschen. Nach Abschluss der Transaktion soll Paprec rund 26.000 Mitarbeitende in 15 Ländern zählen und einen Jahresumsatz von mehr als 4,5 Mrd. Euro erreichen.

Brantner fiel zuletzt mit Innovationsprojekten auf

Das Kremser Familienunternehmen war in den vergangenen Jahren mehrfach mit Vorstößen in der Kreislaufwirtschaft präsent. 2024 vereinbarte Brantner green solutions gemeinsam mit dem Schaumstoffproduzenten Neveon die Gründung eines Joint Ventures für das Recycling von Matratzen mit Sitz in Krems. In Hohenruppersdorf betreibt das Unternehmen zudem eine Anlage, in der Asche und Schlacke aus der Müllverbrennung aufbereitet werden. Und mit Scarab brachte Brantner Österreichs ersten autonomen Müllroboter auf die Straße, der Mülltonnen ohne menschliches Zutun leert.

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