16.09.2022

roofSec: Linzer Startup holt Investment, damit ihr keinen Dachschaden bekommt

roofSec hat ein vollautomatisches Monitoring-System für Flachdächer entwickelt. Nun holte man sich ein sechsstelliges Investment.
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Das roofSec-Team mit Investoren
Das roofSec-Team mit Investoren v.l.n.r.: Wahlmüller, Stadler, Fridl, Prinz, Gschwandtner, Sorg | (c) roofSec

Ein kleines Leck in einem Flachdach ensteht schnell. Tatsächlich beläuft sich die jährliche Schadenssumme bei Flachdächern in Österreich laut dem Linzer Startup roofSec auf mehr als 110 Millionen Euro. Mit der eigenen Technologie könne man diese Summe „gegen null senken“, meint Thomas Stadler, CEO des Unternehmens. Denn kleine Lecks seien mit ein paar Handgriffen beseitigt. Teuer wird es, wenn bereits eine Zeit lang Wasser eintritt. Doch vor allem bei Gründächern und Flachdächern mit Photovoltaikinstallationen sei eine Ortung des Lecks oft schwierig.

roofSec-System wird direkt im Flachdach verbaut

Das System von roofSec besteht aus Sensoren entlang eines Kabels, das in bestimmter Anordnung im Dach verbaut wird, und einer Kommunikationseinheit, die Wassereintritte samt Lokalisierung an einen Cloud-Service weiterleitet, der die Informationen auswertet und dann den Kunden benachrichtigt. „Durch unser System hält das Flachdach auch wirklich die angedachten 30-40 Jahre, ohne frühzeitig saniert werden zu müssen. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt“, meint Gründer Stadler, der sein Startup daher nicht nur als „PropTech“ sondern auch als „GreenTech“ bezeichnet.

Sechsstellige Serie A-Finanzierungsrunde

Nun schloss das tech2b-Alumni-Unternehmen seine Serie A-Finanzierungsrunde ab. Dabei wurde vom Unternehmen CFP GmbH und dem Unternehmer Ewald Wahlmüller ein nicht genau bezifferter sechsstelliger Betrag investiert. Das Kapital soll vor allem für den Ausbau der Vertriebsaktivitäten und zur Steigerung des Bekanntheitsgrades verwendet werden, heißt es vom Startup. „Wir gehen davon aus, dass Systeme wie roofSec bald zum Stand der Technik gehören und mittel- bis langfristig auf nahezu allen Flachdächern zum Einsatz kommen“, kommentiert Ewald Wahlmüller. Und Eugen Sorg, Geschäftsführer der CFP Holding, sieht „einen großen Zusatznutzen für Bauherren, Bauunternehmen und auch Versicherungen und letztendlich der gesamten Gesellschaft, im Sinne einer nachhaltigen Bauweise“.

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Matteo Rosoli, CEO von eustella © eustella

„In den USA wird gerade die Ära der Superintelligenz ausgerufen. Europa darf dabei nicht zuschauen“, sagt Matteo Rosoli, CEO von eustella. Das Wiener Startup hat am 20. Oktober die Version 1.5 seiner Plattform für KI-Agenten veröffentlicht. Sie läuft nach eigenen Angaben auf rein europäischer Cloud-Infrastruktur.

Nachtraining statt Neuentwicklung

Eustella entwickelt kein Sprachmodell von Grund auf. Stattdessen setzt das Team auf offene Modelle, deren Gewichte frei verfügbar sind, und entwickelt sie mit eigenen Daten und Verfahren weiter. Ausgangspunkt ist laut Aussendung „das chinesische Basismodell Qwen 3.8 27B”. Die leistungsstärksten offenen Modelle stammten demnach „derzeit überwiegend aus China”. Das Nachtraining soll auch deren Voreingenommenheit reduzieren.

Ergebnisse aus eigener Messung

Wie viel das Nachtraining bringt, hat eustella selbst gemessen, mit 14 gängigen Leistungstests für KI-Modelle (Benchmarks). Laut Unternehmen schneidet v1.5 in allen 14 besser ab als das Basismodell, im Schnitt um fünf Punkte. Am deutlichsten fällt der Zuwachs beim Programmieren (LiveCodeBench, plus 17,1 Punkte), beim Befolgen komplexer Anweisungen (IFBench, plus 10,9) und in mehrstufigen Gesprächen (MultiChallenge, plus 10,8) aus.

Im Vergleich mit US-Modellen zieht eustella folgende Bilanz: v1.5 erreicht mit 27 Milliarden Parametern bei LiveCodeBench 89,1 Prozent, fast identisch mit Claude Opus 5 (89,0). GPT-5.6 Sol kommt auf 82,6. Bei GPQA Diamond, einem Test mit naturwissenschaftlichen Expertenfragen, liegt eustella mit 92,6 Prozent hinter Claude Opus 5 (93,9). Beim Verstehen langer Dokumente (AA-LCR) führt v1.5 laut eigenen Angaben mit 87,5 Prozent vor Claude Opus 5 (79,0) und GPT-5.6 Sol (84,0).

Auch gegenüber dem französischen Anbieter Mistral liegt v1.5 laut eustella in allen sieben vergleichbaren Benchmarks vorn, obwohl Mistral Medium 3.5 rund fünfmal so viele Parameter habe.

Die im Sommer verglichenen Modelle sind allerdings nicht mehr die aktuellsten ihrer Anbieter. Anthropic hat mit Fable 5.1 (seit 1. September) und Opus 5.5 (seit 22. September) zwei jüngere Modelle veröffentlicht. Auch OpenAI und Mistral haben mittlerweile neue Modelle vorgestellt.

Vom Launch zur Unternehmensplattform

Vorgestellt hat eustella seine App am 24. Juni. Beim Start im Juni waren es knapp 5.000 Nutzer:innen, jetzt mehr als 22.000. Die KI-Agenten unterstützen mehrstufige Aufgaben wie Recherchen, Präsentationen oder Reiseplanung. Ende August folgte laut eustella eine Optimierung, die das Achtfache an Nutzung zum gleichen Preis ermöglicht. Mit v1.5 kommen Team- und Enterprise-Pläne: „Orbit” kostet 20 Euro pro Nutzer:in und Monat, „Constellation” mit vierfachem Nutzungsvolumen 80 Euro. Die ersten 25 Partner:innen haben bereits API-Zugriff.

Eigene Technologie in Planung

„Wir haben diesen Sommer gezeigt, dass ein europäisches Team mit offenen Modellen und eigener Forschung an die Weltspitze heranrücken kann”, sagt Rosoli. v1.5 sei „erst der Anfang”. Weitere Forschung ist in Vorbereitung, eigene KI-Technologie will eustella Schritt für Schritt entwickeln.

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