12.05.2020

Rocket Internet macht 162 Millionen Euro Verlust in der Coronakrise

Rocket Internet teilte am Montag überraschend mit, dass man wegen der Coronakrise im ersten Quartal 2020 einen Verlust in Höhe von 162 Millionen Euro schreiben werde.
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Oliver Samwer, Rocket Internet.
Oliver Samwer, Gründer jund CEO von Rocket Internet. (c) Rocket Internet

Der in Berlin ansässige Startup-Investor und -Inkubator Rocket Internet erwartet, wegen der Coronakrise im ersten Quartal einen Verlust von etwa 162 Millionen Euro zu schreiben. Das entspricht einem Verlust von 1,18 Euro pro Aktie. Das teilte das Unternehmen am Montag in einer ad-hoc-Meldung mit. Die komplette Quartalsbilanz von Rocket Internet wird am 28. Mai veröffentlicht.

+++startup300 machte letztes Jahr 1,3 Millionen Euro Verlust+++

„Das vorläufige Ergebnis für das erste Quartal 2020 wird erheblich durch niedrigere Bewertungen von Beteiligungen beeinflusst, die in einem von Covid-19 betroffenen Marktumfeld gesunken sind“, heißt es seitens Rocket Internet: „Das Finanzergebnis für den Zeitraum wird mit etwa -98 Millionen EUR erwartet und enthält hauptsächlich die Nettoveränderungen (Verluste und Gewinne) im Fair Value von Aktieninstrumenten, die erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden. Darüber hinaus wird erwartet, dass der Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen und Joint Ventures das Quartalsergebnis mit etwa -48 Millionen EUR negativ beeinflussen wird.“

Rocket Internet machte 2019 noch Gewinn

Im Gesamtjahr 2019 hatte Rocket Internet noch einen Gewinn gemacht, wie es in einer Meldung von 2. April 202o hieß. Das Geschäftsjahr 2019 wies einen konsolidierten Umsatz von 67 Millionen EUR und einen konsolidierten Gewinn von 280 Millionen EUR aus, was einem Gewinn pro Aktie von 1,90 EUR entspricht (1,28 EUR Gewinn pro Aktie im Geschäftsjahr 2018).

Rocket Internet inkubiert, baut, entwickelt und investiert strategisch weltweit in Internet- und Technologieunternehmen. Dabei bietet Rocket Internet den Unternehmen operative Unterstützung und hilft ihnen bei der internationalen Skalierung. Zu den Unternehmen des Rocket Internet Portfolios gehören unter anderem bekannte Scale-ups wie Helpling und Home24.

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easyvegan Pixelrunner FireStart P4 Therapeutics - Insolvenzen
(c) Adobe Stock

5.139 Unternehmen mussten laut aktueller Hochrechnung des Kreditschutzverbands KSV1870 in den ersten drei Quartalen 2026 in Österreich Insolvenz anmelden. Das entspricht einem Plus von 0,4 Prozent zum gleichen Zeitraum im Vorjahr. Nach Jahren des deutlichen Anstiegs bedeutet das eine Stagnation auf hohem Niveau. Diese erwartet der Verband auch für das gesamte Jahr. Die Passiva sind wegen einer etwas geringeren Zahl an Großinsolvenzen in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund sieben Prozent auf etwa sechs Milliarden Euro gesunken. Bei den Branchen – Handel vor Baugewerbe und Gastronomie – gab es „wenig Bewegung“.

„Kräftiger Aufschwung gegenwärtig nicht erkennbar“

Insgesamt gibt es seitens des KSV1870 weiter keine Entwarnung. Die schwache Konjunktur, die verhaltene Nachfrage und die hohen Kosten würden Betriebe weiterhin belasten, „ein kräftiger Aufschwung ist gegenwärtig nicht erkennbar“, heißt es vom Verband. „Wo Margen und finanzielle Reserven knapp sind, kann der anhaltende wirtschaftliche Druck schnell existenzbedrohend werden. Entsprechend hoch bleibt die Zahl der Betriebe, die ihre finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können und den Weg in die Insolvenz antreten müssen“, kommentiert Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz.

Weiterer Zuwachs bei nicht eröffneten Fällen „alarmierend“

Mehr noch beschäftigt den Verband eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschärft hat, und vom KSV als „besorgniserregend“ eingestuft wird: ein massiver Zuwachs bei den nicht eröffneten Fällen. So ist die Zahl der eröffneten Unternehmensinsolvenzen im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 7,2 Prozent gesunken, die Zahl der mangels Masse nicht eröffneten Verfahren dagegen um nicht weniger als 12,6 Prozent gestiegen. Konkret war es laut KSV seit Jahresbeginn bei 2.204 Fällen, also ca. 43 Prozent aller Verfahren mangels Kostendeckung nicht möglich, diese einer geordneten Abwicklung zuzuführen.

„Dass es zwischen den eröffneten und abgewiesenen Fällen mittlerweile nur noch einen zahlenmäßig geringen Unterschied gibt, ist alarmierend. Das ist ein Umstand, den die Gläubiger massiv zu spüren bekommen, da sich in diesen Fällen ihre Verluste weiter erhöhen. Das kann auch für wirtschaftlich gesunde Unternehmen mittel- und langfristig zum Problem werden“, erläutert Götze.

KSV1870 sieht Betrugsbekämpfungsgesetz „zumindest punktuell“ als Auslöser

Die Gründe für die Dynamik laut KSV: Nicht nur werde immer häufiger mit der Insolvenzanmeldung zu lange gewartet, der Verband sieht die Entwicklung auch „zumindest punktuell“ als eine Folge des im Jänner 2026 beschlossenen Betrugsbekämpfungsgesetzes. „Denn infolgedessen ist es vielfach so, dass vor der Änderung der Gesetzeslage durchsetzbare Anfechtungsansprüche nun nicht mehr geltend gemacht werden können, die Zahl der Gläubigeranträge sinkt und auch die Quoten dementsprechend für die Gläubiger zurückgehen“, heißt es vom KSV. In diesem Zusammenhang seien – „wie bereits beim Gesetzesbeschluss seitens des KSV1870 vorausgesagt“ – Folgeinsolvenzen zu befürchten.

Der KSV1870 erwartet auch für das vierte Quartal keine Entschärfung der Insolvenzdynamik und auch keine Verbesserung bei den nicht eröffneten Fällen. „Angesichts dieser Faktenlage ist es höchst an der Zeit, eine gesetzliche Basis zu schaffen, wie mit den mangels Masse abgewiesenen Fällen zukünftig umzugehen ist. Andernfalls wird sich der gesamtwirtschaftliche Schaden weiter erhöhen“, meint Götze.

Deutliches Statement zur Insolvenz-Entgelt-Fonds-Diskussion

Der Verband äußert sich zudem zur Diskussion rund um eine Finanzierungslücke beim Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF). „Aus Sicht des KSV1870 ist dabei ein Punkt wesentlich: Aufgrund der Tatsache, dass sich Österreichs Unternehmen seit einigen Jahren mit massiven wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sehen, ist eine automatische Anhebung der Dienstgeberbeiträge keine Option“, heißt es dazu. Götze kommentiert: „Dadurch würden die Betriebe finanziell zusätzlich belastet werden, was angesichts der derzeitigen Situation nicht erstrebenswert sein kann.“ Wichtig in der Diskussion sei jedenfalls, „nicht nur den Bedarf für das Jahr 2027 zu bewerten, sondern langfristig zu denken und sowohl die Interessen der Arbeitgeber wie auch jene der Arbeitnehmer zu berücksichtigen“, so der Verband abschließend.

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