An der Kreuzung von technischer Entwicklung, Corona-Krise und extremer Geldpolitik ist viel Verkehr. Das Startup Robinhood treibt in den USA derzeit die etablierten Broker vor sich her. Zumindest medial und am Feld der Innovation. Denn mit der App kamen zwei neue Trends in den Markt, die man vorher noch nicht kannte: „Zero fees“ und „fractional ownership“. Also gratis Trading und der „teilweise Besitz“. Zweiteres ist ziemlich genial, denn eine Aktie von einem beliebten Unternehmen wie Amazon ist oft zu teuer für Kleinanleger, wenn sie anfangen. Bei Robinhood kann man sich auch eine halbe Aktie oder einen noch kleineren Teil zulegen. Das war vorher schlicht nicht möglich.
Aber die Sache mit den Gebühren ist noch wichtiger für den Erfolg der App: Der Kauf und Verkauf von Wertpapieren führt bei Robinhood nicht zu Kosten. Das hat eine ganz neue Generation von Anlegern und Zockern in den Markt geholt. Junge Anleger, deren Leben sich am Smartphone abspielt, werden von einem App-Interface begrüßt, das nicht viel komplizierter ist als jenes von Tinder.
Ist Robinhood die „Demokratisierung“ der Börsen?
Die erklärte Mission der Robinhood-Gründer Vladimir Tenev und Baiju Bhatt, deren Firma (wie könnte es anders sein) im Silicon Valley angesiedelt ist: Die „Demokratisierung“ der Börsen. Handel für alle! Und siehe da, es funktioniert. Binnen vier Jahren ist die Userbase der App von einer halben Million auf 13 Millionen angewachsen. Im Crash von 2020 kamen viele dazu. Gerade Millenials, die Geld vom Staat erhielten aber ihre Jobs nicht verloren, nutzten die Gelegenheit für einen Markteinstieg.
Was wir hier sehen, ist eine ganz neue Klasse von Anlegern. Sie fangen klein an. Auch wegen der Möglichkeit, Aktien in Teilen zu kaufen. Ein durchschnittliches Portfolio bei Robinhood ist nur 1.000 bis 5.000 Dollar groß. Beim Marktführer Charles Schwab liegt dieser Wert bei 240.000 Dollar. Insgesamt verwaltet Robinhood bisher nur 20 Milliarden Dollar. Bei Charles Schwab liegen 3.800 Milliarden, bei TD Ameritrade sind es 1.300 und bei E-Trade 600 Milliarden. Und doch blieb den großen Anbietern in den vergangenen Jahren nichts anderes übrig, als bei den Gebühren nachzuziehen. Nach und nach stellten alle auf gratis Trading um. Ein Trend, der bei uns übrigens noch nicht angekommen ist.
In Österreich bleibt der Aktienhandel teuer
Trotz des Erfolgs einiger Direktbanken wie Dadat und Hellobank sowie von App-Brokern wie Bitpanda, die ebenfalls in immer mehr Assetklassen vorstoßen, ist der Handel mit Wertpapieren in Österreich bis heute deutlich teurer als in den USA. Der von dort vorgegebene Trend wird hierzulande zwar auch irgendwann ankommen. Ausländische Broker wie Degiro und Trade Republic sind immerhin schon am Markt. Und Own360 macht den eigenen „Standortfonds“ gebührenfrei handelbar.
Aber für Kleinanleger bleiben aufgrund des breiten Angebots und der simplen steuerlichen Abwicklung die Platzhirsche als wichtigste Option. In Deutschland, wo der Konkurrenzkampf zwischen Online- und Neobrokern stärker ist, sind die Gebühren zwar schon niedriger als in Österreich, aber noch nicht bei null angelangt. Mehr dazu in diesem Überblick.
Glorifiziert Robinhood die Zockerei?
Es ist auch kein reiner Segen, wenn Trading gratis ist. Klar, Gebühren sind der einzige Faktor, den ein Investor kontrollieren kann. Daher ist ein günstiges Angebot immer zu bevorzugen. Überhaupt wird der negative Effekt von Gebühren, auch jenen für die Verwaltung von Fonds zum Beispiel, gerne unterschätzt. Aber das gratis Trading hat Robinhood in die Kritik gebracht, eine Generation von Zockern heran zu züchten. Denn wer rasch kaufen und verkaufen kann, wird das auch tun. Wem dabei Kosten anfallen, der wird es sich vielleicht noch überlegen.
Auch die Tatsache, dass das Interface einfach ist, bringt Kritik. Der simple Zugang zum Handel mit Optionen etwa, hat in einem sehr tragischen Fall sogar zu einem Selbstmord geführt.
Ein tragischer, unnötiger Selbstmord
Ein 20-Jähriger Trader hatte sich bei einem Kontostand von minus 700.000 Dollar das Leben genommen und Robinhood in seinem Abschiedsbrief angeklagt, es unerfahrenen Anlegern zu leicht zu machen, ihr Geld zu riskieren. Auch die Hinterbliebenen von Alexander E. Kearns werfen Robinhood vor, das Zocken zu glorifizieren.
Besonders traurig: Kearns hatte nie so viel Geld verloren wie er dachte. Der negative Kontostand war temporär. Der junge Trader verstand das Produkt nicht, mit dem er handelte und nahm sich deswegen das Leben. Robinhood hat versprochen, mehr Sicherheitsbarrieren aufzubauen und auf Ausbildung zu setzen. Aber der Name Alexander E. Kearns wird für immer mit der App verbunden sein, die Millionen junger Amerikaner an die Börse gebracht hat.
Disclaimer: Dieser Text sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Steuerberatung, Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sie dienen lediglich der persönlichen Information. Es wird keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Die Inhalte von brutkasten.com richten sich ausschließlich an natürliche Personen.
Über den Autor
Niko Jilch ist Finanzjournalist, Podcaster und Speaker. Website: www.nikolausjilch.com Twitter: @nikojilch
Wenn die KI das Experiment plant: Zu Besuch im Labor, das sich selbst steuert
Auf dem Campus Hönggerberg der ETH Zürich arbeiten Roboter und Künstliche Intelligenz zusammen: Eine Software des schweizerisch-amerikanischen Startups Atinary entwirft die Experimente, Roboter in den Laboren von SwissCAT+ an der ETH Zürich führen sie aus, rund um die Uhr. brutkasten war vor Ort und hat mit Atinary-Mitgründer und CTO Loïc Roch sowie Christoph Schnidrig, Head of Technology bei Amazon Web Services Schweiz, über den beschleunigten Forschungsbetrieb gesprochen. Und darüber, warum die größte Hürde nicht die Technologie ist.
Wenn die KI das Experiment plant: Zu Besuch im Labor, das sich selbst steuert
Auf dem Campus Hönggerberg der ETH Zürich arbeiten Roboter und Künstliche Intelligenz zusammen: Eine Software des schweizerisch-amerikanischen Startups Atinary entwirft die Experimente, Roboter in den Laboren von SwissCAT+ an der ETH Zürich führen sie aus, rund um die Uhr. brutkasten war vor Ort und hat mit Atinary-Mitgründer und CTO Loïc Roch sowie Christoph Schnidrig, Head of Technology bei Amazon Web Services Schweiz, über den beschleunigten Forschungsbetrieb gesprochen. Und darüber, warum die größte Hürde nicht die Technologie ist.
Loïc Roch, Mitgründer und CTO von Atinary, in den SwissCAT+-Laboren am Campus Hönggerberg | (c) Martin Pacher
Wer auf den Hönggerberg im Norden Zürichs fährt, lässt die Stadt hinter sich. Der zweite Campus der ETH, entstanden ab 1961, liegt in ländlicher Umgebung, hier sind unter anderem die Departemente für Chemie, Physik und Materialwissenschaft zu Hause. Und hier, in den SwissCAT+-Laboren der Hochschule, lässt sich derzeit besichtigen, wie Forschung aussehen könnte, wenn nicht mehr der Mensch jeden einzelnen Handgriff macht.
In diesen Laboren übernehmen Roboter die Arbeit, die sonst Forschende beschäftigt: Sie hantieren mit Flüssigkeiten und Pulvern, bereiten Proben vor, testen sie und messen laufend die Ergebnisse. Das Bemerkenswerte daran ist aber nicht die Automatisierung selbst, sondern wer die Versuche plant: eine Künstliche Intelligenz. Die Software stammt vom Startup Atinary, das an der ETH keinen eigenen Standort hat, sondern mit der Technologieplattform SwissCAT+ zusammenarbeitet. Sie schlägt vor, welches Experiment als nächstes sinnvoll ist, lernt aus jedem Ergebnis und berechnet daraus den nächsten Schritt. Dieser Kreislauf läuft rund um die Uhr, ohne dass ein Mensch eingreifen muss.
„Ein Labor ist eine große Küche“
Wie soll man sich das vorstellen? Loïc Roch, Mitgründer und CTO von Atinary, greift im Gespräch mit brutkasten zu einem Alltagsbild: „Am Ende ist ein Labor eine große Küche. Wir liefern die Rezepte. Wir nutzen KI, um Rezepte zu erzeugen, die dann im Labor getestet werden.“ Das Ziel: möglichst schnell zum besten Rezept kommen. Denn jeder einzelne Versuch kostet Zeit, Material und Geld. Wer statt tausender Versuche nur ein paar Dutzend braucht, spart enorm.
Genau darauf ist die Software ausgelegt. Statt sich blind durch unzählige mögliche Kombinationen zu probieren, lernt das System mit jedem Experiment dazu und empfiehlt gezielt die vielversprechendsten nächsten Schritte. „Self-Driving Labs“ nennt Atinary das Prinzip, selbstfahrende Labore. Den Begriff hat sich das 2019 gegründete Unternehmen sogar markenrechtlich schützen lassen.
Loïc Roch, Co-founder und CTO von Atinary | (c) Martin Pacher / brutkasten
Den Bedarf für solche Werkzeuge begründet Roch mit einem unbequemen Befund: Forschung wird immer teurer und langsamer, es braucht immer mehr Zeit und Geld, bis Neues gefunden ist. Dazu kommt eine handfeste Vertrauenskrise: Roch verweist auf eine vielzitierte Befragung von rund 1.500 Forschenden, wonach ein Großteil daran scheitert, Experimente zu wiederholen, in der Chemie sind die Quoten besonders hoch. Das ist nicht nur für die Wissenschaft ein Problem: Ohne verlässliche Daten lässt sich auch keine verlässliche KI trainieren.
100 Jahre Forschung in sechs Wochen
Was das System kann, zeigt das Vorzeigeprojekt direkt vor Ort. Gemeinsam mit dem SwissCAT+-Team suchte Atinary nach dem besten Katalysator, also jenem Hilfsstoff, mit dem sich das Treibhausgas CO₂ in Methanol umwandeln lässt, einen Ausgangsstoff für nachhaltige Treibstoffe. Laut Atinary kamen dafür mehr als 20 Millionen mögliche Kombinationen infrage. Das Ergebnis wurde in einem Fachjournal publiziert: In sechs Wochen wurden 144 Katalysator-Kandidaten hergestellt und getestet, mit minimalem menschlichem Zutun. Die Zahl, mit der Atinary seither wirbt, ist eindrucksvoll: eine 1000-fache Beschleunigung, umgerechnet 100 Jahre Katalyse-Forschung in nur sechs Wochen. SwissCAT+-Chef Paco Laveille, der die Umsetzung an der ETH verantwortet, bestätigt beim Besuch die Größenordnung: von Jahren an Forschung hinunter zu Wochen.
(c) Martin Pacher / brutkasten
Beim konkreten Nutzen für Firmenkunden hält sich Roch hingegen zurück, aus einem strukturellen Grund: „Wir sind ein Dienstleister. Wir sehen den generierten Mehrwert nicht, und die Kunden wollen ihn nicht teilen.“ Das habe auch mit Sicherheitsanforderungen zu tun, ergänzt das Unternehmen: Angaben zum erzielten Return on Investment erhalte Atinary dann, wenn Kunden sie von sich aus teilen — teils münde das in gemeinsame Publikationen.
Die einzige konkrete Zahl, die er im Gespräch nennt, stammt aus einer gemeinsamen Publikation mit dem Aromen- und Duftstoffkonzern dsm-firmenich: Dort konnte der Einsatz eines teuren Edelmetalls so stark reduziert werden, dass dessen Kostenanteil um rund 95 Prozent sank. Es sei nicht die einzige gemeinsame Veröffentlichung mit Kunden, betont das Unternehmen — weitere gebe es etwa mit dem Pharmakonzern Takeda.
(c) Martin Pacher / brutkasten
Auch ein aktueller gemeinsamer Blogbeitrag von AWS und Atinary liefert Anhaltspunkte. Ein Manager von Takeda wird dort mit der Aussage zitiert, eine Optimierung habe mit dem selbstfahrenden Ansatz rund eine Woche gedauert, verglichen mit ein bis zwei Monaten auf dem herkömmlichen Weg. Am MIT wiederum löste ein Forschungsteam mit der Software eine knifflige Aufgabe aus der Solarzellenforschung in nur 25 Versuchen, innerhalb einer strikten Frist von vier Wochen. Und über das eigene Labor, das Atinary heuer in Boston eröffnet hat, heißt es: Es erzeuge in einer Woche mehr Versuchsdaten, als ein Doktorand in fünf Jahren produziert.
Bezahlter Pilot, Lizenz pro Arbeitsplatz
Wirtschaftlich steht Atinary noch am Anfang. Das Unternehmen befindet sich in der Seed-Phase, öffentlich auffindbar sind laut Roch rund zehn Millionen an bisheriger Finanzierung, eingesammelt über Venture Capital, Family Offices und Förderungen. Als Nächstes peilt er eine Series A an. Das Wachstumskapital dafür werde voraussichtlich aus den USA kommen: „Der Ansatz ist in Europa und den USA sehr unterschiedlich.“
Paco Laveille, Managing Director, SwissCAT+ East, ETH Zurich | (c) Martin Pacher / brutkasten
Verdient wird über Software-Lizenzen, abgerechnet pro Arbeitsplatz. Am Anfang steht ein dreimonatiger, bewusst kostenpflichtiger Testlauf. „Wenn der Pilot nicht bezahlt ist, stecken die Kunden nicht die Ressourcen hinein, um ihn richtig zu testen“, sagt Roch. Dass er mit diesem Modell Geld liegen lässt, räumt er offen ein: Eine Beteiligung am geschaffenen Wert wäre lukrativer, scheitert aber daran, dass die Kunden diesen Wert eben nicht offenlegen.
Die Kundschaft kommt bisher vor allem aus der Pharmabranche, die laut Roch am ehesten bereit ist, Neues zu riskieren; der Rest der Industrie folge dann. Einsatzfelder gibt es aber quer durch: Lebensmittel, Duftstoffe, Materialforschung, grüne Energie, und gemeinsam mit Stanford sogar Zelltherapien gegen Krebs. Umsatz machen vor allem Konzerne. Mit Universitäten arbeitet Atinary eng zusammen, weil sich dort Ergebnisse veröffentlichen lassen, sie werden so zu Botschaftern der Technologie. Auch KMU zählen zu den Kunden, das jüngste sei erst vor wenigen Tagen dazugekommen. Die Arbeitsteilung im Unternehmen: Das Entwicklerteam sitzt bei Roch in Lausanne, das eigene Labor steht in Boston, dort, wo die großen Pharma-Forschungszentren angesiedelt sind.
„Fast jeden zweiten Tag ein neues Startup“
Beim Thema Konkurrenz wird Roch deutlich: Der Bereich „AI for Science“ ziehe derzeit massiv Gründungen an, fast jeden zweiten Tag komme ein neues Startup dazu. Gefährlich sei daran vor allem eines: Mit den heutigen KI-Werkzeugen lasse sich sehr schnell ein beeindruckender Prototyp bauen, der Kunden begeistert. „Unter der Haube ist das aber kein produktionsreifer Code, der bei einem Großunternehmen laufen kann.“ Atinary sieht er im Vorteil, weil man seit 2019 das gesamte Paket aufgebaut habe: die Anbindung an die Laborgeräte, das eigene KI-Training, die Anwendungen und die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit durch den eigenen Beirat. Dazu kommt laut Unternehmen ein Netzwerk an Technologiepartnern, darunter AWS, ABB Robotics, Agilent, Bruker, Chemspeed und Mettler-Toledo. Im wissenschaftlichen Beirat sitzt unter anderem der MIT-Chemiker Stephen Buchwald — im Bostoner Labor optimiert Atinary nach eigenen Angaben ausgerechnet die nach ihm benannte Buchwald-Hartwig-Reaktion.
(c) Martin Pacher / brutkasten
Zugleich beobachtet er seit heuer einen Umschwung im Markt: Kunden dächten zunehmend in einer Wettlauf-Logik. Wer die Technologie nicht als Erster einsetze, riskiere, dass es die Konkurrenz tut. Und wenn diese in Wochen schafft, wofür man selbst Jahre braucht, sei der Rückstand kaum aufzuholen.
Die größte Hürde ist der Mensch
Und was bremst die Verbreitung? Nicht die Technik, sagt Roch, sondern der Mensch. „Der Wissenschaftler im Labor ist oft seit 15, 20 Jahren dort. Wenn man ihm sagt: Wir können deine Forschung um den Faktor zehn oder hundert beschleunigen, sagt er: Nein. Ich kenne mein Fach besser als irgendein Algorithmus.“ Es sei dabei weniger mangelndes Vertrauen, die Technologie werde schlicht als Bedrohung für den eigenen Job empfunden. Christoph Schnidrig von AWS ergänzt: Dieses Muster kenne man von jeder Technologiewelle, von der Einführung der Cloud bis zur KI in der Softwareentwicklung. Rochs Haltung dazu: Jobs würden sich verändern, aber nicht verschwinden. „Am Ende ist es ein Werkzeug. Der Mensch bleibt am Steuer.“
(c) Martin Pacher / brutkasten
Zum Vertrauen gehört auch die Datenfrage, schließlich legen die Kunden ihr wertvollstes Gut, ihre Forschungsdaten, in die Plattform. Die läuft vollständig auf der Cloud von AWS. Roch verweist auf Prüfungen, Audits und Sicherheitstests; personenbezogene Daten würden praktisch keine gespeichert, schon gar keine Patientendaten, dafür sei man in der Forschung viel zu früh angesetzt. Auch deshalb sieht er im EU AI Act derzeit kein Hindernis: In Kundengesprächen sei die Regulierung bislang schlicht kein Thema gewesen.
Auszeichnung vom Weltwirtschaftsforum
Während brutkasten mit Roch in Zürich spricht, befindet sich sein Mitgründer, CEO Hermann Tribukait, gerade im chinesischen Dalian, um dort den Technology-Pioneer-Award des Weltwirtschaftsforums entgegenzunehmen. Zu den früheren Preisträgern der Auszeichnung zählen Roch zufolge Namen wie Google, Dropbox und Airbnb. Preisgeld gibt es keines, der Wert liege im Zugang zum Netzwerk des Forums und zu Entscheidungsträgern großer Unternehmen. Kunden in China hat Atinary übrigens keine, und das dürfte vorerst so bleiben: Als in den USA registriertes Unternehmen sei das Geschäft mit chinesischen Firmen „wegen der Geopolitik sehr heikel“.
Gefragt nach dem Blick fünf Jahre voraus, skizziert Roch eine Vision, die er ausgerechnet am Vorbild seines Cloud-Partners entwirft: Labore, die wie Rechenleistung aus der Cloud abrufbar sind, weltweit vernetzt, mit einer übergeordneten KI, die Erkenntnisse zwischen Forschungszentren auf verschiedenen Kontinenten austauscht.
Den Antrieb dahinter beschreibt er ganz persönlich: Er und seine Mitgründer seien Naturliebhaber, und die Energiewende brauche schnellere Forschung. „Der Planet kann nicht noch ein Jahrzehnt warten, bis wir Lösungen finden.“ Sein Befund nach sieben Jahren: „R&D ist heute noch zu langsam.“
Disclaimer: Die Reise- und Übernachtungskosten wurden von Amazon Web Services übernommen.
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Das Startup Robinhood treibt in den USA derzeit die etablierten Broker vor sich her.
Denn mit der App kamen zwei neue Trends in den Markt, die man vorher noch nicht kannte: „Zero fees“ und „fractional ownership“.
Die erklärte Mission der Robinhood-Gründer Vladimir Tenev und Baiju Bhatt, deren Firma im Silicon Valley angesiedelt ist: Die „Demokratisierung“ der Börsen.
Binnen vier Jahren ist die Userbase der App von einer halben Million auf 13 Millionen angewachsen.
Ein durchschnittliches Portfolio bei Robinhood ist nur 1.000 bis 5.000 Dollar groß.
Ein 20-Jähriger Trader hatte sich bei einem Kontostand von minus 700.000 Dollar das Leben genommen und Robinhood in seinem Abschiedsbrief angeklagt, es unerfahrenen Anlegern zu leicht zu machen, ihr Geld zu riskieren.
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Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
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