26.04.2023

Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien plant Kooperation mit Bitpanda

Von N26 bis Mambu nutzen bereits mehrere große europäische Fintechs die Infrastruktur von Bitpanda, um ihren Kund:innen Kryptowährungen und andere Assets anbieten zu können. Mit der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien könnte nun erstmals eine traditionelle Bank dazukommen.
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Bitpanda Co-Founder und CEO Eric Demuth mit Michael Höllerer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien
Bitpanda Co-Founder und CEO Eric Demuth mit Michael Höllerer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien | Foto: RLB NÖ-Wien, Roland Rudolph

Bitcoin oder Ethereum über das Raiffeisen-Online-Banking ELBA kaufen? Das könnte bald Realität werden. Zumindest prüft die Raiffeisenlandesbank (RLB) Niederösterreich-Wien eine Kooperation mit dem Wiener Investment-Unicorn Bitpanda. Die Bank hat eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Bis Ende 2023 will sie den Evaluierungsprozess für ein konkretes Angebot abgeschlossen haben.

„Wir sind eine traditionelle Bank, wir sind aber auch eine Bank im Umbruch“, kommentierte Generaldirektor Michael Höller die Ankündigung auf einer Pressekonferenz am gestrigen Dienstag. „Gemeinsam wollen wir eine digitale Veranlagungslösung für Kund:innen erarbeiten und umsetzen“. Als führende Plattform für digitale Assets in Europa sei Bitpanda der optimale Kooperationspartner.

Die Kooperation besteht vorerst ausschließlich für die RLB Niederösterreich-Wien. Eine Ausweitung auch auf andere Raiffeisenbanken in Österreich sei vom Interesse der Verbundunternehmen abhängig.

ELBA bekommt “Powerriegel” 

„ELBA bekommt einen Powerriegel“, kommentierte Bitpanda-CEO Demuth die mögliche Kooperation. Die Grundlage der gemeinsam zu erarbeitenden digitalen Lösung sei die „Investing-as-Service“-Infrastruktur von Bitpanda Technology Solutions (BTS). RLB-Kund:innen soll so die von Bitpanda angebotenen Finanzprodukte über ELBA kaufen können.

Konkret könnte das Angebot unter anderem Krypto-Assets, ETFs, Aktien und Rohstoffe enthalten. An der genauen Umsetzung sowie dem tatsächlich verfügbaren Produktportfolio wird in den kommenden Monaten gearbeitet. ELBA–User:innen, die über ein Girokonto verfügen, soll jedenfalls eine „intuitive Lösung aus einer Hand geboten“ werden, sagte Generaldirektor Höllerer. Die „Mein ELBA“-App wurde bisher 2,3 Mio. mal heruntergeladen.

“Du bist nur ganz oben, wenn du Synergien nutzt”

„In einer digitalen Welt muss man Synergien schaffen und nutzen. Man ist nur oben dabei, wenn man mit Partnerschaften die besten Produkte aus unterschiedlichen Komponenten zusammenbaut”, sagte der Bitpanda-CEO im Rahmen der gestrigen Pressekonferenz. “Die Synergien sind da – jetzt bauen wir ein gemeinsames Interface, dass die Kund:innen alles aus einer Hand regeln können. Im traditionellen Banking ist die RLB nun die erste in Europa, die eine derartige Lösung anbieten kann“, sagt Demuth. 

Neukund:innen gewinnen und digitale Affinität stärken

„Digitale Lösungen sind etwas, woran alle Banken arbeiten müssen”, so der RLB-Generaldirektor. Bitpanda-CEO Demuth sagt dazu: “Im digitalen Zeitalter muss man gut sein, sonst nutzen es die Kunden nicht. Entweder man ist selbst Profi und baut alles selber. Oder man nutzt Synergien mit Partnern und baut die relevanten Puzzleteile zusammen“.

Der Bitpanda-CEO sieht in der geplanten Kooperation einen Wettbewerbsvorteil für die RLB NÖ-Wien: „Mit Jahresende ist die Raiffeisenlandesbank dann besser aufgestellt als alle anderen europäischen Banken. Unsere Lösung ist eine optimale Ergänzung für all jene Kundenschichten, die noch nicht im Wertpapier-Depot unterwegs sind.“

Mit der Bitpanda-RLB-Kooperation soll nicht nur die Zufriedenheit bestehender Kund:innen erhöht werden. Es sollen vor allem digital affine Neukund:innen akquiriert werden. „Gerade im DACH-Raum investieren Privatkund:innen nicht viel. Mit unserer neuen Lösung wollen wir das Traden und Investieren in digitale Finanzprodukte intuitiv gestalten – und damit noch mehr Menschen ansprechen“, sagt Demuth.

White-Label-Lösung bereits 2021 gestartet, seit 2023 Bitpanda Technology Solutions

Bitpanda stellt seine Trading- und Investment-Infrastruktur schon länger anderen Unternehmen zur Verfügung. Eine White-Label-Lösung ist bereits im Mai 2021 in einem brutkasten-Talk angekündigt worden. Nur wenig später wurde sie dann offiziell präsentiert.

Im Oktober 2021 wurde mit dem italienischen Open-Finance-Fintech Fabrick erstmals ein Partner vorstellt. Im November 2021 kam die französische Fintech-„Superapp“ Lydia dazu, die zu diesem Zeitpunkt 5,5 Mio. Nutzer:innen aufwies. Auch die britische Challenger-Bank Plum und das Berliner Cloud-Banking-Fintech Mambu nutzen das Bitpanda-Angebot.

Der in Österreich bekannteste B2B-Kunde ist aber wohl N26. Die von den beiden Wienern Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gegründete Neobank setzt für ihr im Vorjahr gestartetes Krypto-Angebot ebenfalls auf Bitpanda. Anfang 2023 kommunizierte Bitpanda, dass die White-Label-Lösung zu „Bitpanda Technology Solutions“ ausgebaut wurde. Die modulare Plattform ermöglicht eine Integration via API oder eben einer White-Label-Lösung.

Disclaimer: Die Bitpanda GmbH ist mit 3,9849 % an der Brutkasten Media GmbH beteiligt.

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v.l.: Ronald Pranz (COO & CFO), Nikolaus Weber (CEO) und Alexander Ortner (CTO) © 36Agency

Jede Firma sucht nach ihr: Effizienz. Keyvero hilft dabei, diese in Unternehmen zu verbessern. Mit seiner AI Office Solution dokumentiert das Unternehmen, was im Unternehmen passiert und wo Zeit und Qualität verloren gehen. Im vergangenen September beteiligte sich Ronald Pranz mit einem Investment an dem Wiener Startup. Über die Höhe wollte der Investmentbanker aus strategischen Gründen nichts sagen. Nächste Woche stünden Kooperationsverhandlungen mit einem asiatischen Unternehmen an. Nun verlautbarte Keyvero, dass Pranz als COO und CFO bei dem Unternehmen einsteigt.

„Definitiv gut, auch operativ mitzuwirken“

„Bei unserem ersten Auftritt bei Austrian Advantage ist das Produkt sehr gut angekommen und es hat gleich Fahrt aufgenommen. Deshalb habe ich mir gedacht, dass es definitiv sinnvoll ist, auch operativ mitzuwirken“, sagt Pranz gegenüber brutkasten, der auch Inhaber der runprosale GmbH ist, die sich auf Vertriebs- und Finanzstrategien spezialisiert hat. Bei Keyvero lege er seinen Fokus auf die Ausweitung der Marktposition im DACH-Raum und darauf, die nächsten internationalen Wachstumsschritte einzuleiten.

„Eine wesentliche Basis für den gemeinsamen Erfolg bieten die langjährigen Erfahrungswerte seines
Unternehmens, auf die wir in unserer Zusammenarbeit setzen“, sagt Nikolaus Weber, Co-Founder von Keyvero.

Gegründet, um Unternehmen zu entlasten

Keyvero wurde 2026 von Weber und Alexander Ortner gegründet. „Jedes Unternehmen hat Abteilungen, in denen KI heute schon spürbar entlasten könnte. Den meisten Betrieben fehlt jedoch das notwendige Know-how oder die Motivation, um KI in ihre Prozesse zu integrieren. Um diesen Firmen zu helfen, haben wir Keyvero gegründet“, sagt Weber.

Aus den unterschiedlichen Abteilungen in Unternehmen würden unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche an KI-Assistenzlösungen resultieren. Die Module von Keyvero arbeiten vernetzt innerhalb des Unternehmens und lernen aus den Informationen der Mitarbeitenden, um diese gezielt zu entlasten. Dabei helfe Keyvero jungen Unternehmen, schneller zu wachsen und etablierten, ihre Marktposition zu stärken.

„Der KI-analytische Ansatz soll unseren Kunden zeigen, wo ein KI-Modul in der Firma überhaupt
Sinn ergibt, um Qualität und Quantität zu optimieren“, heißt es von Keyvero. Pranz ergänzt: „Für die Unternehmen ist es wichtig, sich mit unseren KI-Assistenz-Modulen zu befassen und sie Schritt für Schritt in ihren täglichen Arbeitsablauf einzubauen.“

Keyvero biete auch das Modul Telefonassistenz an, das Wissen über Kundenverhalten strukturiert liefere. Für viele Unternehmen sei das der Einstieg in die Zusammenarbeit mit dem Wiener Startup.

Implizites Wissen nutzbar machen

Ende des Jahres soll der nächste Entwicklungsschritt folgen: Keyvero möchte einen KI-Assistenten auf den Markt bringen, der undokumentierte Arbeitsabläufe und implizites Wissen der Mitarbeitenden nutzbar macht. Dabei würden unterschiedliche unstrukturierte Datenquellen, beispielsweise E-Mails, Gesprächsnotizen oder Dokumente, analysiert werden. Das soll unentdeckte Potentiale sichtbar machen. Ein weiteres Keyvero-KI-Modul könne daraufhin selbstständig Lösungen umsetzen.

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