riz up GENIUS 2018: Das sind Niederösterreichs geniale Innovationen
Niederösterreich prämierte mit dem riz up GENIUS Ideen- und Gründerpreis 2018 bereits zum 17. Mal seine genialen Innovationen, Geschäftskonzepte und Forschungsprojekte.
Das Schloss Thalheim in der Nähe von St. Pölten bot ein angemessenes Ambiente für die Vergabe des riz up GENIUS 2018. Zum ersten Mal nach dem Rebranding, aber insgesamt zum 17. Mal prämierte Niederösterreichs Gründeragentur riz up die genialsten Geschäftskonzepte und Forschungsprojekte des Bundeslands. Mehr als 170 Einreichungen hatte es in den vier Kategorien, „Geniale Startups“, „Geniale UnternehmerInnen“, „Geniale Forschung und Entwicklung“ und „Genial digital“ gegeben – eine Steigerung von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Weitere 80 Bewerber gab es für die zeitleich vergebenen riz up GENIUS Jugendpreise.
„Das zeigt, dass es wahnsinnig viele innovative Menschen in Niederösterreich gibt. Das macht uns nicht nur als Wirtschaftsstandort, sondern als ganzes Bundesland innovativ und positioniert und national und international sehr gut“, sagt die niederösterreichische Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav im Gespräch mit dem Brutkasten. riz up Geschäftsführerin Petra Patzelt ergänzt: „zusätzlich zu diesem quantitativen Quantensprung waren waren die diesjährigen Bewerber auch qualitativ top. Die Ideen sind, wie der Name ‚Genius‘ schon sagt, genial“. Und die Förderung durch riz up höre nicht bei der Vergabe der Preise auf. Die kostenlosen Services in vielen regionalen Zentren Niederösterreichs und online, stünden jedem zur Verfügung. Die starke Partnerschaft mit weiteren Akteuren im Bundesland sichere eine optimale Betreuung für Startups und Projekte.
riz up Geschäftsführerin Petra Patzelt im Video-Interview
Die Kategorie-Sieger des riz up GENIUS 2018 im Video-Interview
Platz 1 in der Kategorie „Geniale Startups“: nxtbox – smart manufacturing
Platz 1 in der Kategorie „Geniale UnternehmerInnen“: CaPoFix Teichrandbaustein
Platz 1 in der Kategorie „Geniale Forschung & Entwicklung“: Implosionsvorrichtung
Platz 1 in der Kategorie „Genial digital“: Permedio Medikamentensicherheit
Jugendpreis in der Kategorie „Geniale Forschung und Entwicklung“: mitwachsende Armprothese
Social Cycle: Ein Wiener Startup entwickelt neues System zum Pfandflaschensammeln
Pfandflaschen, die im Mistkübel landen, werden laut den Gründern Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler bald der Vergangenheit angehören. Ihr Startup Social Cycle setzt auf ein neues Design, das bisherige Pfandringe in den Schatten stellen soll.
Social Cycle: Ein Wiener Startup entwickelt neues System zum Pfandflaschensammeln
Pfandflaschen, die im Mistkübel landen, werden laut den Gründern Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler bald der Vergangenheit angehören. Ihr Startup Social Cycle setzt auf ein neues Design, das bisherige Pfandringe in den Schatten stellen soll.
Jeder kennt es: Der Softdrink ist getrunken und übrig bleibt nur die leere Plastikflasche. Was soll man mit ihr machen? Wegwerfen und so Pfandsammlern die Arbeit erschweren oder doch bis zum nächsten Supermarkt gehen und dort die Flasche ordnungsgemäß retournieren? Genau diesem Problem nehmen sich die beiden Gründer von Social Cycle, Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler, an. Sie haben ein System zum Pfandsammeln entwickelt, das herkömmliche Pfandringe ersetzen soll. Laut den Gründern ist es u.a. flexibler einsetzbar, sauberer und billiger.
Sammeln mit einer Röhre
Social Cycle setzt auf eine röhrenartige Konstruktion, in die leere Flaschen und Dosen gesteckt werden können. Ihr Sammelsystem ist wesentlich günstiger als herkömmliche Pfandringe. „Unser System kostet zwischen 79 und 99 Euro. Die Pfandringe kosten alleine in der Produktion schon 300 Euro, mit genau der gleichen Kapazität an Flaschen. Außerdem spart man sich die Montage“, sagt der Unternehmensberater. Die Sammelkonstruktionen von Social Cycle werden nämlich nur mit Schellen fixiert, was für zusätzliche Flexibilität sorge. „Du kannst dann einfach die Module z.B. vom Bahnhof abmontieren und dann bei einem Fest montieren“, erklärt Schwarz.
Zudem sei die Reinigung wesentlich einfacher als bei allen anderen Systemen am Markt. Weiters passen die Module laut dem Co-Founder besser ins Stadtbild als bisherige Sammelsysteme. „Wir haben auch das Feedback bekommen, dass es einfach viel besser im öffentlichen Raum ausschaut, was natürlich eins der größten Probleme bei den Pfandringen ist“, erklärt Schwarz.
Social Cycle ist bereits an über 150 Standorten in Österreich und Deutschland vertreten, unter anderem in Bregenz, Steyr und Kahl am Main. Nur in Wien fehlen noch jegliche Pfandsammelsysteme. Auf brutkasten-Anfrage erklärt das Büro des Wiener Klimastadtrats Jürgen Czernohorszky (SPÖ), dass Pfandsammelsysteme auch zur „Ablagerung sonstiger Abfälle“ verwendet würden, was zu höheren Reinigungskosten führe.
„Dabei haben wir eben unser System genau so entwickelt, dass es dieses Problem nicht gibt“, erklärt Schwarz. Ab September gebe es erneut Gespräche mit der SPÖ, den NEOS und den Grünen. Der 25-Jährige ergänzt: „Wir rechnen zu 100 Prozent mit einem positiven Ausgang. Wir sind wirklich überzeugt, dass es einfach eine perfekte Lösung auch für Wien ist.“
Dem Büro des Klimastadtrats sind Gespräche im Herbst nicht bekannt. Es erklärt, dass das Einwegpfand u. a. das Ziel verfolge, Getränkeverpackungen in den Recyclingkreislauf zurückzuführen. „Die Einführung von Pfandsammelbehältnissen würde diesem Grundgedanken entgegenstehen, da dadurch ein Anreiz entstehen kann, Pfandgebinde bewusst im öffentlichen Raum zurückzulassen und deren Rückführung auf Dritte zu verlagern“, ergänzt das Büro.
Präsenz in ganz Europa
Das im März 2026 gegründete Unternehmen finanziert sich mittels Bootstrapping. Investoren soll es keine geben. Als Kunden kommen für Social Cycle Städte, Gemeinden und Abfallverbände in Frage. Die Gründer wollen ihr Produkt durch konstantes Feedback verbessern und sich so gegenüber ihrer Konkurrenz durchsetzen. Dabei setzen sie auf Mundpropaganda, Medienberichte und die eigene Kommunikation z.B. mittels Mails. Schwarz und Linsbichler denken trotz langsamen Wachstums bereits an die nächsten großen Schritte. Das Startup soll u.a. nach Holland und Irland expandieren und seine Präsenz in Deutschland verstärken. Schwarz möchte mit dem Pfandsammelsystem auch in Hamburg und Berlin vertreten sein. „Unser Ziel ist es wirklich, dass unsere Module in die Infrastruktur eingebunden sind wie Mistkübel, in ganz Europa“, stellt der Co-Founder fest.
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