08.03.2017

RIZ GENIUS: Niederösterreich prämiert geniale Startups und Innovationen

Am 21. März findet in Wiener Neustadt die Preisverleihung des bereits zum 16. Mal ausgetragenen RIZ GENIUS-Wettbewerbs statt. Bis zum 20. März kann man noch beim Online-Voting über die Sieger des Publikumspreises entscheiden.
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(c) fotolia.com - peshkova
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Ein smarter Schuh für Menschen mit Sehbehinderung, ein kreditkartengroßer Strahlendetektor, der mit dem Smartphone arbeitet und ein vollautomatisches Orgelpfeifenstimmgerät – diese drei Erfindungen mögen zunächst sehr unterschiedlich wirken, haben aber zwei Dinge gemeinsam: Erstens kommen sie alle aus Niederösterreich. Zweitens haben sie es, neben 18 weiteren Innovationen, bei der diesjährigen Ausgabe des RIZ GENIUS-Wettbewerbs in die Vorauswahl aus über 120 Einreichungen geschafft.

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Sechs Preise für innovative Konzepte

Es werden Preise in vier Kategorien vergeben: „Geniale Startups“, „Geniale UnternehmerInnen“, „Geniale Forschung und Entwicklung“ und ein Sonderpreis für Digital Entrepreneurship. Daneben wird, wie jedes Jahr, noch der RIZ GENIUS Jugendpreis für besonders innovative Projekte niederösterreichischer Jugendlicher verliehen. Zusätzlich gibt es einen Publikumspreis, für den 15 der 21 Finalisten zur Auswahl stehen: Mittels Online-Voting kann noch bis 20. März darüber entschieden werden, welches Startup beziehungsweise Projekt aus der Vorauswahl diesen erhält.

Hier geht es zum Online-Voting:

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Von Familienfotos bis Weltraumtechnologie

Die Spanne unterschiedlicher Technologien und Ideen ist dabei enorm: Neben den drei oben genannten Erfindungen sind etwa auch die Brutkasten-Adventkalender-Sieger in4me Family-TV vertreten, mit deren System Verwandten Fotos und Videos direkt auf den Fernseher geschickt werden können. Mit dem IFM Nano Thruster steht sogar ein Stück Weltraum-Technologie, das für die europäische Raumfahrtagentur ESA entwickelt wurde, zur Auswahl. Auch ein Kleinstkraftwerk, das mit der Abwärme der privaten Heizung Strom erzeugt, und eine besonders kleine Getränke-Abfüllanlage sind unter den Top 15 für den Publikumspreis.

Verleihung am 21. März in Wiener Neustadt

Die Verleihung der Awards findet am 21. März in der Arena Nova in Wiener Neustadt statt. Die Preise werden von der niederösterreichischen Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav vergeben. Nach der Verleihung können die 21 Innovationen bei der „Ideen-Ausstellung“ vom Publikum genauer unter die Lupe genommen werden. Auch für ausreichend Networking-Möglichkeiten am anschließenden Buffet ist gesorgt. ⇒ zur offiziellen Website

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V.l.n.r. LH Stv. Stephan Pernkopf, COO Gate Space Johannes Pammer, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher | © NLK Filzwieser

Die Zukunft des ESA-Phi-Lab Austria ist bis 2031 sicher. Das Land Niederösterreich und die ESA (über den Bund) finanzieren den Space Hub in Schwechat mit 4,4 bzw. 5,2 Millionen Euro, wie bei den Austrian Space Days bekanntgegeben wurde. Somit können weitere Unternehmen gefördert werden. Ziel für die Förderperiode ab 2028 ist, neuartige Raumfahrttechnologien schneller vom Prototyp in die industrielle Produktion zu bringen.

Unabhängigkeit und Wertschöpfung

Aufgrund der geopolitischen Lage sei es zentral, mit der „Konkurrenz aus den USA und Asien mithalten zu können“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie präzisiert: „Wenn wir die Schlüsseltechnologien nicht in der Hand haben, dann steigt unsere Abhängigkeit sowohl politisch, aber vor allem auch wirtschaftlich. Was das heißt, haben wir in den letzten Jahren hautnah zu spüren bekommen.“

Außerdem sieht sie eine Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich: „Wir erwarten uns neue Jobs, neue Unternehmen und dadurch auch neue Wertschöpfung, aber vor allem auch Wohlstand in der Zukunft.“ Während andere Branchen laut Mikl-Leitner wegen der wirtschaftlichen Lage verloren gingen, habe die Raumfahrt Potential. „Es gibt in der Raumfahrt ein Wachstum von zehn Prozent pro Jahr. Raumfahrttechnologie und auch Bahntechnologie sind die am schnellsten wachsenden Bereiche weltweit und da wollen wir natürlich auch mit dabei sein.“

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont: „Die Verlängerung des ESA-Phi-Lab ist wichtig, um zu zeigen, dass wir auch in angespannten Budgetzeiten in Zukunftstechnologien investieren.“

Vier Ausschreibungen, mehr als 150 Einreichungen

Seit seiner Einführung im Jahr 2024 gab es vier Ausschreibungsrunden, in denen insgesamt über 150 Projekte eingereicht wurden. Einreichungen seien weiterhin laufend möglich. Die Förderung betrage zwischen 200.000 und 500.000 Euro die Projekte würden 12 bis 24 Monate begleitet werden. Der Schwerpunkt liege auf Upstream-Technologien, also der Hard- und Software für Satelliten und Raumfahrzeuge und ihren Betrieb. Das Programm verbindet die Finanzierung mit Unterstützung u. a. bei Geschäftsmodellen, Marktanalyse und Skalierung.

Im ESA Phi-Lab Austria werden aktuell 13 Projekte umgesetzt. Dabei sind Firmen wie Peak Technology, R-Space oder auch Gate Space beteiligt. Letztere designte einen Satelliten, der im Februar nächsten Jahres von SpaceX in den Orbit geschossen werden soll. Der Beaconsat ist Österreichs erster Militärsatellit und soll Angriffe auf Navigationssignale sichtbar machen.

Der Beatconsat (Bildmitte) wurde von Gate Space im Auftrag des Verteidigungsministeriums entwickelt. | © brutkasten

Auf Space Factory folgt Ausbau von Space Hub

Im Sommer dieses Jahres wurde die Space Factory, eine Infrastruktur für Prototyping und Tests, gegründet (brutkasten berichtete). Nun folgt der Ausbau des Space Hubs, um Platz für mehr Firmen zu schaffen. Aktuell sind dort zehn Unternehmen tätig. „Als österreichischer Generaldirektor bin ich wirklich sehr beeindruckt, wie dynamisch die Szene hier ist, wie schnell sich das aufbaut und wie vorwärtsschauend die Region Niederösterreich, aber Österreich insgesamt ist. Die Industrie ist aufgewacht und sehr aktiv. Das rennt jetzt“, sagt ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.

Space Region Lower Austria

In Niederösterreich möchte man „Raumfahrt weiterdenken“ und arbeitet daher an der Initiative „Space Region Lower Austria“. Von Seibersdorf über Wiener Neustadt bis zum Flughafen Wien-Schwechat sollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen besser vernetzt werden und unter einer Dachmarke auftreten. „Wir stehen für Raumfahrttechnologie, wir wollen im internationalen Wettbewerb auch mitspielen können. Wir wollen uns von den USA und letztendlich auch von Asien abheben können“, sagt Mikl-Leitner.

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