14.05.2021

Rewe testet Pick & Go-Technologie in Köln

Der Lebensmittelhändler Rewe lässt aktuell in Deutschland mit einem spannenden Pilotprojekt aufhorchen. In einem Kölner Markt wird derzeit die neue "Pick & Go"-Technologie getestet, die das Einkaufen ohne Bezahlvorgang an der Kassa ermöglicht.
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Rewe Pick & Go
© www.rewe-group.com

Die Rewe-Filiale in der Kölner Innenstadt will ihren Kunden ab dem Spätsommer die Möglichkeit bieten, ihre Einkäufe schnell, einfach und kontaktreduziert abzuwickeln. Als erster Anbieter in Deutschland setzt man dazu auf die innovative Pick & Go-Technologie, die aktuell von einem ausgewählten Mitarbeiterkreis auf Herz und Nieren getestet wird. Wer den neuen Service in Anspruch nehmen will, muss sich mittels spezieller App am Eingang registrieren und kann dann alle Produkte aus dem Regal nehmen, einpacken und ohne Bezahlvorgang das Geschäft verlassen. Die Rechnung wird an die App gesendet, wo auch etwaige Reklamationen möglich sind. Fragen, die sich nicht selbst klären lassen, können über eine Hotline abgewickelt oder wie gewohnt mit dem Marktpersonal besprochen werden.

Weil die Produkte beim Einkauf – im Gegensatz zur in Wien Meidling im Business Park im Euro Plaza installierten Methode Scan & Go – nicht gescannt werden müssen, ist die gesamte Filiale mit intelligenten Kameras, Sensoren in den Regalböden und weiteren Hightech-Bausteinen ausgestattet. Datenschutzhinweise machen auf den Einsatz dieser aufmerksam, die Kunden selbst sollen auf den erfassten Bildaufnahmen aber nicht persönlich erkennbar sein.

Trigo Vision Ltd. als Partner

Rewe betont, sich bereits seit zwei Jahren mit den notwendigen Prozessen zu beschäftigen und weltweit im Austausch mit den besten Technologiepartnern zu stehen. Konkret arbeitet man für dieses Projekt mit Trigo Vision Ltd., einem auf Computer-Vision-Technologie spezialisierten Unternehmen, zusammen. Dieses erstellt ein 3D-Modell des Supermarkts, bildet die Umgebung und die Bewegungen darin ab und sorgt dafür, dass die Kunden Artikel auswählen können und ihre Privatsphäre geschützt wird.
Zudem habe man auch eigene Entwicklungen angestoßen, um den vielfältigen Anforderungen, die nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Formate und der breiten Sortimente, sondern insbesondere beim Datenschutz relevant sind, zu entsprechen. Pick & Go soll im Übrigen im Rahmen eines hybriden Einkaufserlebnisses angeboten werden – das heißt: Wer lieber wie gewohnt an der Kassa bezahlt, kann das auch weiterhin so machen.

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(c) Enpulsion
(c) Enpulsion

Das am Wiener Flughafen ansässige Scaleup Enpulsion hat sich in den vergangenen Jahren eine beachtliche Position auf dem SpaceTech-Weltmarkt herausgearbeitet. Nach eigenen Angaben ist man mittlerweile Europas führender industrieller Hersteller für Weltraum-Antriebssysteme. Im Zentrum stehen dabei bislang elektrische Antriebe für Mikro- und Nano-Satelliten, die die „FEEP-Technologie“ nutzen, bei der flüssiges Metall (Indium) in winzige geladene Teilchen zerlegt und ausgestoßen wird. Mittlerweile bietet man zudem auch Antriebe für größere Satelliten mit bis zu 500 Kilogramm Gewicht an.

Konkurrierende Antriebssysteme

Diese elektrischen Antriebe, mit denen Enpulsion groß geworden ist, sind eine Alternative zu vielfach genutzten chemischen Antriebssystemen. Ein nun kommunizierter strategischer Schritt kann daher auf den ersten Blick durchaus verwundern: Mit Lift Me Off Ltd (LMO) aus dem Vereinigten Königreich will man ein Unternehmen zu 100 Prozent übernehmen, das auf chemische Weltraum-Antriebssysteme spezialisiert ist. Das Unternehmen ist unter anderem an den ESA-LEO-Missionen (Low Earth Orbit) und geplanten Mondmissionen beteiligt.

Über den Kaufpreis gibt es dabei keine Angabe. Erst im März dieses Jahres hatte Enpulsion eine 22,5 Millionen Euro schwere Finanzierungsrunde verkündet. Die aktuelle Transaktion muss noch von den britischen Behörden im Rahmen des National Security and Investment Act 2021 (NSIA) bewilligt werden. Der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Mit Technologie-Kombination zum Komplettanbieter

Bei Enpulsion argumentiert man die Übernahme als strategischen Schritt, um hybride Antriebssysteme aus einer Hand anbieten zu können. Man wolle durch die Kombination mit dem konkurrierenden Antriebssystem einen „complete spacecraft mobility backbone“ aufbauen, wird Gründer und CEO Alexander Reissner in einer Aussendung zitiert: „LMO bringt Erfahrungen im institutionellen Bereich, ein talentiertes Team und eine komplementäre Technologiebasis im Bereich chemischer Antriebe und Tanksysteme mit.“ In Kombination mit den industriell produzierten elektrischen Antrieben könne man Kunden ermöglichen, ihre gesamte Weltraum-Mobilitätsarchitektur über einen einzigen Partner aufzubauen, so Reissner.

LMO-Chef Shaun Dormon sieht einen logischen Schritt für beide Unternehmen, die eine ähnliche Vision, aber unterschiedliche technologische Zugänge hätten. „Gemeinsam können wir eine Kombination aus hocheffizientem und agilem Manövrieren im Weltraum bei minimaler Komplexität schaffen“, so Dormon. Das LMO-Team, das im Harwell Space Cluster nahe dem ESA-Zentrum ECSAT angesiedelt ist, soll erhalten bleiben. Auch die laufenden Missionen werden weitergeführt.

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