09.08.2019

Revolut: „Wachsen schneller als N26 und Monzo zusammen“

Die Londoner Challenger-Bank Revolut kann ihr User-Wachstum weiter massiv steigern. Valentin Scholz, Head of Engagement, gab dem brutkasten ein paar Insights.
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Revolut -
(c) Revolut

Gerade einmal sechs Wochen ist es her, dass beim Londoner FinTech Revolut von rund 20.000 neuen Usern pro Tag die Rede war. Nun stehe man bereits bei einem Zuwachs von mehr als 40.000 Nutzern pro Tag, sagt Valentin Scholz, Head of Engagement, gegenüber dem brutkasten. „Im Moment wachsen wir schneller als N26, Monzo, Monese, Starling und weitere Konkurrenten zusammen“. Eventuell knacke man noch diesen Monat die 7-Millionen-Kunden-Marke, 6,5 Millionen würden „noch diese Woche“ erreicht werden. Und Scholz legt noch nach: „Wir könnten noch mehr Neukunden pro Tag haben, aber unsere Partner sind nicht auf das Wachstum vorbereitet“.

+++ Fokus-Channel: FinTech +++

„Haben ein paar Sachen optimiert“

Der rapide Anstieg komme „von den eigenen Nutzern“. „Wir haben da in den vergangenen Monaten ein paar Sachen optimiert und rollen das jetzt langsam aus“, sagt Scholz. Er könne dazu aber aus Konkurrenz-Gründen nicht ins Detail gehen. Revolut arbeitete zuletzt stark mit Affiliate-Programmen und Weiterempfehlungsprämien. Besonders starkes User-Wachstum verzeichne man im Heimatmarkt Vereinigtes Königreich, in Frankreich und in Spanien. In „den meisten“ Ländern wachse man mittlerweile um mehr als 1000 User pro Tag, darunter neben den genannten auch Italien, Irland, Portugal, Polen, Rumänien und N26-Heimatmarkt Deutschland. Eine brutkasten-Frage zur genauen Situation im DACH-Raum lässt Scholz jedoch unbeantwortet.

Revolut-US-Launch „in den nächsten paar Wochen“

Der Wettlauf mit Erzrivale N26 läuft bekanntlich auf vielen Ebenen. Während Revolut die Berliner Challenger-Bank im User-Wachstum derzeit abzuhängen scheint, gelang dieser zuletzt ein wichtiger Etappensieg in Sachen Expansion. Vor rund einem Monat setzte N26 als erstes der beiden FinTechs die Jahre alte Ankündigung in die Tat um, in den USA zu launchen. Diesen Vorsprung wolle man entsprechen nutzen, deutete Gründer und CEO Valentin Stalf damals im brutkasten-Gespräch an. Doch Revolut will schon sehr bald folgen. „In den nächsten paar Wochen“ sei es soweit, sagt Scholz.

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Die Wiener High-Tech-Gruppe TTTech stellt sich neu auf. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 gründet das Unternehmen die TTTech Systems SE, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft, in der die Geschäftsfelder Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur gebündelt werden. Zur kritischen Infrastruktur zählt TTTech etwa Anwendungen in der Energieerzeugung. Laut Aussendung wachsen diese Märkte gerade in Nordamerika und Europa stark.

Das Portfolio der neuen Gesellschaft umfasst Komponenten, Produkte und komplette Plattformlösungen für sicherheitsrelevante Anwendungen. Zum Einsatz kommen sie nach Unternehmensangaben in Kommunikations- und Avionikarchitekturen von Verkehrsflugzeugen, militärischen Luftfahrzeugen, Advanced-Air-Mobility-Plattformen, Satelliten, Raumfahrzeugen und Trägerraketen. Technologien und Produkte von TTTech kommen unter anderem in der europäischen Trägerrakete Ariane 6 und bei der NASA-Mondmission Artemis II zum Einsatz.

Nächster Schritt nach NXP-Deal und Invest-AG-Einstieg

TTTech ordnet die Gründung als weiteren Schritt seiner langfristigen Wachstumsstrategie ein. Anfang 2025 hatte die Gruppe ihre Anteile an der von ihr mitbegründeten TTTech Auto an NXP verkauft und sich danach stärker auf ihre Kerngeschäfte konzentriert. Erst im August stieg zudem die Linzer Invest AG mit 11 Prozent bei TTTech ein (brutkasten berichtete).

Das Unternehmen verweist auf die weltweit steigende Nachfrage nach sicheren, resilienten und zunehmend autonomen Technologien. Gleichzeitig würden technologische Souveränität, Versorgungssicherheit und digitale Resilienz an Bedeutung gewinnen.

„Europa braucht in Bereichen wie Raumfahrt, Verteidigung, kritischer Infrastruktur und industrieller Automatisierung starke Technologieunternehmen mit langfristiger Perspektive. Mit der TTTech Systems SE schaffen wir die Voraussetzungen, unsere Stärken gezielter einzusetzen und neue Wachstumschancen in internationalen Märkten zu nutzen“, wird Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTech, in der Aussendung zitiert.

Eddie Myers wird CEO

An der Spitze der TTTech Systems SE steht Eddie Myers. Er ist am 15. Juli zu TTTech gekommen und derzeit als CEO von TTTech North America tätig. Die Leitung der neuen Gesellschaft übernimmt er mit 1. Oktober zusätzlich. Myers soll laut Aussendung Branchenkenntnisse und Verbindungen in Nordamerika, einen Kernmarkt von TTTech, einbringen und die weltweite Marktpositionierung der Tochter vorantreiben.

Hauptsitz bleibt Wien

Sowohl TTTech als auch die TTTech Systems SE haben ihren Hauptsitz in Wien. Die Stadt soll auch künftig das Zentrum der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Gruppe bleiben, ergänzt durch Engineering-Teams in Deutschland, Finnland, Serbien und Rumänien.

Für Kunden, Partner und Lieferanten ändert sich mit dem Übergang der Geschäftsbereiche laut TTTech nichts. Produkte, Dienstleistungen, laufende Projekte und Supportleistungen würden in gewohnter Form fortgeführt. Bestehende Verträge, Zertifizierungen und Geschäftsbeziehungen bleiben demnach gültig, ebenso die bisherigen Ansprechpartner und Prozesse.

„Gleichzeitig steht dieser Schritt für Kontinuität. Unsere Kunden und Partner können weiterhin auf die technologische Exzellenz und Verlässlichkeit vertrauen, für die TTTech seit Jahrzehnten steht“, so Kopetz.

Die TTTech Group beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1.200 Mitarbeitende an zwölf Standorten in elf Ländern.

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