20.01.2021

RESPOND: Das bietet der Nachhaltigkeits-Accelerator der BMW Foundation

Der Respond Accelerator geht in eine neue Runde. Bis zum 15. Februar 2021 suchen die BMW Foundation Herbert Quandt und UnternehmerTUM wieder Gründerinnen und Gründer nachhaltiger Startups für das fünfmonatige Accelerator-Programm.
/artikel/respond-accelerator-2021
RESPOND; Accelerator, UnternehmerTUM, Startups, Programm, Heba, Aguip
(c) BMW Foundation - Chief Executive RESPOND Heba Aguib: "Trotz des turbulenten Jahres konnten die teilnehmenden Unternehmen große Erfolge verbuchen."

Bewerbungen für den Accelerator können seit dem 18. Januar bis zum 15. Februar 2021 eingereicht werden. Das Ziel: Durch RESPOND sollen Gründer inspiriert und vor allem befähigt werden, einen Beitrag zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Agenda 2030 der UN zu leisten. Dabei liegen die Schwerpunkte, in denen für das Programm im Jahr 2021 Startups gesucht werden, auf den folgenden Bereichen:

  • Die Zukunft der Arbeit
    RESPOND sucht nach Lösungen, die Menschen mit den richtigen Fähigkeiten und Werkzeugen für die Zukunft der Arbeit ausstatten, einen gleichberechtigten Zugang zu Beschäftigung ermöglichen und Technologie zur Verbesserung prekärer Arbeitsbedingungen nutzen.
  • Nachhaltige Urbanisierung
    Hier werden Lösungen gesucht, die intelligente und nachhaltige urbane Systeme fördern und das Einbeziehen aller Bürger unterstützen.
  • Verantwortungsvolle Wirtschaft
    In diesem Bereich werden Startups gesucht, die den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, nachhaltige Produktions- und Konsummuster, den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft und das Mindern von Umweltrisiken verfolgen.
(c) Miki Yokoyama – Miki Yokoyama, COO RESPOND: „Gutes Netzwerk relevant für Gründer“

In den „vier Sprintphasen“ des Programms werden die Gründer vor Ort in München sowie digital in Sachen „verantwortungsvoller Führung und Skalierung“ ihrer Unternehmen mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit unterstützt. Neben Coaching- und Mentoring-Angeboten soll vor allem der Austausch und die Zusammenarbeit untereinander und mit den globalen Netzwerken der „BMW Foundation“ und der „UnternehmerTUM“ geschärft werden.

Pitch auf der Demo Night

Zudem erhalten Unternehmer während der fünf Monate kostenfreien Zugang zu Coworking Spaces im neuen „Munich Urban Colab„. Auf der „RESPOND Demo Night“ am 13. Oktober können sich die Startups vor einer internationalen Gruppe von Investoren, Branchenvertretern und der Presse präsentieren.

Im Vorjahr 400 Bewerber aus 74 Ländern

Heuer ist es das zweite Jahr, dass das RESPND-Programm seine Pforten öffnet. Im Vorjahr gab es über 400 Bewerbungen aus 74 Ländern, aus denen zehn für die Sprintprogramme ausgewählt wurden. Dort kümmerten sich 36 Coaches um die Teilnehmer, die dann noch die Chance hatten sich mit 27 VCs, 50 Mentoren und 18 Partnern auszutauschen.

„Golden Pretzel Award“ für Teilnehmer

„Die Unterstützung durch RESPOND zeigte 2020 direkt beeindruckende Ergebnisse in der Skalierung der Startups. Trotz des turbulenten Jahres konnten die teilnehmenden Unternehmen große Erfolge verbuchen. Wie etwa Made of Air, die nicht nur mit dem ‚Golden Pretzel Award‘ der Bits & Pretzels, sondern auch als ‘Science Breakthrough of the Year’ von der ‚Falling Walls Foundation‚ ausgezeichnet wurden“, erklärt Heba Aguib, Chief Executive RESPOND, BMW Foundation: „Wir freuen uns, auch in diesem Jahr wieder einer ganzen Reihe von Gründerinnen, Gründern und Startups einen solchen ‘Boost’ zukommen zu lassen, damit sie ihr Potenzial, die Welt zum Besseren zu verändern, noch schneller entfalten können.“

RESPOND gegen schwere Zeiten

Auch Miki Yokoyama, COO RESPOND, UnternehmerTUM, weist auf die schweren Zeiten hin, in denen der Austausch besondere Wirkung hat: „Im ersten Jahr des Programms hat sich deutlich gezeigt, wie wertvoll ein gutes Netzwerk für die Gründerinnen und Gründer ist. Wir freuen uns, unser Netzwerk an relevanten Investoren, Unternehmen und Mentoren stetig auszubauen und damit auch im nächsten Jahr einen echten Mehrwert für alle teilnehmenden Startups zu bieten.“

Promo-Video RESPOND

Weitere Informationen zur Bewerbung um eine Teilnahme an dem Accelerator-Programmgibt es hier.

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Mitarbeiterbeteiligung - Werner Wutscher | (c) Luiza Puiu
Werner Wutscher | (c) Luiza Puiu

Transkribus ist eine KI-Plattform, die historische Handschriften automatisch erkennt. Entstanden ist sie an der Universität Innsbruck, heute ist sie als Europäische Genossenschaft organisiert und wird weltweit von Archiven und Forschenden genutzt. Ein Paradebeispiel für ein akademisches Spinoff, nur eben keines aus der Technik, sondern aus den Geisteswissenschaften. Genau solche Gründungen will ein neuer Ausgründungsrahmen künftig systematisch ermöglichen.

„SHAPE Austria“ wurde im Rahmen der ECN-Konferenz von Werner Wutscher (New Venture Scouting) und Sektionschef Elmar Pichl vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) vorgestellt. SHAPE steht für Social Sciences, Humanities and the Arts for People and the Economy. Der Bericht ergänzt den Ausgründungsrahmen von 2024, der den Hochschulen erstmals einheitliche Standards für Spinoffs vorgab. „Da war der klare Fokus auf skalierbare, technologieorientierte Startups. Die Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften und Künste sind zu kurz gekommen“, sagt Wutscher. Das Ministerium habe den Rahmen komplettieren wollen.

27 Institutionen in der Arbeitsgruppe

Erarbeitet wurde der Bericht von November 2025 bis Juni 2026 mit einer Arbeitsgruppe aus 27 Institutionen, darunter 16 Hochschulen von der Universität Wien über das Mozarteum bis zur Kunstuniversität Linz. Dazu kamen Interviews mit 16 Einrichtungen, die bereits weiter sind, etwa dem britischen ARC Accelerator, der Erasmus University Rotterdam oder der Universität Köln.

Das Ergebnis sind elf Empfehlungen, sechs an die Leitungsebene der Hochschulen, fünf an Transferstellen und Career Center. „Um auch strategische Themen zu diskutieren, braucht man unbedingt auch die Leitungsebene, also die Rektorate für diese Diskussionen“, so Wutscher.

Andere Sprache, andere Strukturen

Der zentrale Befund: Gründungen aus diesen Disziplinen folgen einer anderen Logik. Sie entstehen selten aus einer Marktchance, sondern aus einem gesellschaftlichen Problem. Im Bericht ist von „Reluctant Founders“ die Rede, Menschen, die nicht primär ein Unternehmen aufbauen, sondern etwas verändern wollen. „Du musst sehr stark über die Wirkung reden, über den Impact reden, um die dann gut abzuholen“, sagt Wutscher. Empfohlen wird ein „Prinzip der Zweisprachigkeit“: nach innen Wirkungssprache, nach außen klassische Startup-Begriffe, damit Finanzierung und Netzwerke nicht verschlossen bleiben. Statt von Kund:innen spricht man dann von Audiences.

Strukturell sind SHAPE-Gründungen meist günstiger und schneller als Tech-Spinoffs: kein Labor, kein Patentierungsprozess, kürzere Validierungszyklen. Dafür braucht es niederschwellige, mehrstufige Begleitung und offene Rechtsformen. Statt der GmbH kann auch ein Verein, eine Genossenschaft oder ein Hybridmodell passen. „Wenn du einen Verein gründest, um Gesundheitspolitik zu promoten, brauchst du kein Labor“, so Wutscher.

Soft IP statt Patente

Ein eigener Schwerpunkt gilt dem geistigen Eigentum. Wo keine Patente entstehen, sondern Urheberrecht, Software, Daten oder Know-how, greifen die üblichen IP-Richtlinien nicht. Der Bericht empfiehlt getrennte Regeln für Hard und Soft IP mit deutlich günstigeren Konditionen und nennt als Benchmark die University of Bristol: 20 Prozent Beteiligung bei patentbasierten Spinoffs, fünf Prozent bei „IP light“, null Prozent ohne verwertbares IP. Leitprinzip: so offen wie möglich, so geschlossen wie nötig, inklusive Creative-Commons- und Open-Source-Lizenzen.

Weil die Wirkung im Vordergrund steht, sollen Hochschulen auch nicht auf Lizenzeinnahmen hoffen, sondern Impact messen. Anlage 1 des Berichts liefert dafür beispielhafte Indikatoren, von erreichten Nutzer:innen bis zu Impact Case Studies.

Netzwerk und gemeinsames Programm

Weil die Pipelines einzelner Hochschulen klein sind, empfiehlt der Bericht ein österreichweites SHAPE-Netzwerk nach dem Vorbild des britischen Aspect Network und ein gemeinsames Frühphasenprogramm, angedockt an bestehende Strukturen wie AplusB, ECN oder die Ludwig Boltzmann Gesellschaft. New Venture Scouting koordiniert dafür ein Jahr lang Quartalstreffen der Arbeitsgruppe. Dazu kommt die Forderung, Transfer und Gründung in Berufungen und Evaluierungen anzuerkennen, im Sinne der CoARA-Initiative, die von rein publikationsbasierten Metriken abrücken will.

Die Beispiele in Anlage 2 reichen von ArtWave, einem Startup zweier Opernsängerinnen für Stressreduktion und Burnout-Prävention, über die Praxissoftware freudio für Psychotherapeut:innen bis zur Kärntner Freiwilligenplattform inmojo. „Wir haben noch sehr wenige. Deswegen haben wir den Ausgründungsrahmen um Success Stories ergänzt, damit sich die Leute das vorstellen können“, sagt Wutscher.

„Da wären wir mit vorne dabei“

Für Wutscher ist der Zeitpunkt entscheidend: Die großen Fragen rund um KI, Ethik oder Medizin bräuchten interdisziplinäre Teams. Und beim SHAPE-Thema stehe ganz Europa noch am Anfang. „Deswegen wäre das jetzt so spannend, wenn wir das jetzt starten könnten. Da wären wir mit vorne dabei.“

Bleibt der Haken: das neue Universitätsbudget. Wutscher, der auch Vorsitzender des Universitätsrats der Universität Klagenfurt ist, nennt die Kürzungen einen „massiven Dämpfer“. Die große Herausforderung sei, „dass diese Einsparungen nicht dazu führen, dass Innovation und das Neue gedrosselt werden“. Gerade bei Entrepreneurship-Aktivitäten sei die Entwicklung zuletzt nach oben gegangen: Österreichweit gebe es mittlerweile 31 Forschungs-Spinoffs, 2024 waren es noch 25.

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AI Summaries

RESPOND: Das bietet der Nachhaltigkeits-Accelerator der BMW Foundation

  • Durch RESPOND sollen Gründer inspiriert und vor allem befähigt werden, einen Beitrag zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Agenda 2030 der UN zu leisten.
  • In den „vier Sprintphasen“ des Programms werden die Gründer in München sowie digital in Sachen „verantwortungsvoller Führung und Skalierung“ ihrer Unternehmen mit besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit unterstützt.
  • Zehn Teilnehmer werden ausgewählt. Die Finalisten dürfen am Demo Day vor Investoren und Medien pitchen.

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RESPOND: Das bietet der Nachhaltigkeits-Accelerator der BMW Foundation

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