14.04.2026
PERSONALIEN

Reploid: Welser Insektenzucht-Scaleup stärkt Heimtierfutter-Bereich mit Neuzugang

Reploid verkündet gleich drei Personalien, darunter Paul van der Raad, der als Director Global Petfood die Heimtierfutter-Sparte des Scaleups vorantreiben soll.
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(v. r. n. l.): Lars-Henrik Lau Heckmann, Maurice Brenninkmeijer und Paul van der Raad. | (c) Reploid

Mit dem Einstieg beim steirischen Petfood-Unternehmen Herosan Healthcare setzte das Welser Scaleup Reploid bereits vergangenen Oktober einen großen Schritt im Bereich Heimtierfutter (wie brutkasten berichtete). Nun wurde der Fokus auf die Branche auch mit einer Personalie im oberen Management gestärkt: Der dänisch-niederländische Manager Paul van der Raad wird Director Global Petfood.

Van der Raad: Erfahrung mit insektenbasiertem Tierfutter

Van der Raad bringt fast 30 Jahre internationale Erfahrung in der Heimtierbranche mit. Er war Global Director der Heimtiersparte des auf insektenbasiertes Tierfutter spezialisierten niederländischen Unternehmens Protix BV und bringt umfassende Führungserfahrung im Top-Management mit, einschließlich CEO- und Vorstandsmandaten in mehreren Tiernahrungsunternehmen. Im Laufe seiner Karriere war er in den Bereichen Private Label, Markenprodukte, Zutaten, Strategie, Wachstum und globales Business Development tätig.

„Bei Reploid wird er die Weiterentwicklung der globalen Heimtieraktivitäten der Gruppe unterstützen – mit einem Fokus auf funktionale und nachhaltige Lösungen für Heimtiere, Zutaten, Marken, strategische Partnerschaften, Beziehungen zu Handelsunternehmen und Produzenten sowie profitables Wachstum entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, heißt es vom Scaleup.

Zwei weitere Personalien im Business Development

Zeitgleich kommunizierte Reploid noch zwei weitere Personalien im Bereich Business Development. Lars-Henrik Lau Heckmann wird Head of Business Development & Regulatory Affairs, Maurice Brenninkmeijer wird Head of Business Development & Partnerships. Sie sollen das International Sales & Business Development Team unter der Leitung von Andrew Bernard verstärken. Lau Heckmann bringt mehr als zwölf Jahre (Führungs-)Erfahrung aus der Insektenzucht mit. Brenninkmeijer kommt aus dem Bereich Business Development und Aufbau von Partnerschaften und war, wie van der Raad, ebenfalls bei Protix BV tätig.

Reploid-Co-Founder und CEO Philip Pauer kommentiert: „Erneut ist es uns gelungen, hochqualifizierte und erfahrene Führungspersönlichkeiten für Reploid zu gewinnen. Ich bin überzeugt, dass wir mit diesen drei Neuzugängen unsere dynamische Expansion klug und fokussiert vorantreiben werden.“

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Prewave
Harald Nitschinger, Gründer von Prewave | (c) Prewave

Es nennt sich Quantified Resilience und soll zeigen, was Lieferkettenrisiken tatsächlich kosten. Das neue Portfolio des Wiener Startups adressiert die Risikolandschaft für globale Lieferketten, die sich seit Covid, der Chipknappheit sowie dem Krieg im Iran und in Russland verändert hat. Unternehmen haben in den vergangenen Jahren darauf reagiert und auf mehr Transparenz gesetzt, mehr Lieferanten überwacht und mehr Signale und Warnmeldungen verfolgt. Doch Einkaufsteams wollen nicht mehr Informationen, meint Co-Founder und seit Jänner alleiniger CEO Harald Nitschinger. „Sie wollen eine belastbare Entscheidungsgrundlage“, sagt er und bezieht sich auf eine Gartner-Studie aus 2026 mit dem Titel: „Market Overview for Supplier Risk Management Solutions.“ Teams, die ihre Zeit damit verbringen, schwer fassbare Risiken bei Sub-Tier-Lieferanten zu recherchieren und zu bewerten, hätten kaum Kapazitäten, um langfristige Resilienz aufzubauen.

Prewave: KI-Agenten übernehmen Recherche

Hier soll Quantified Resilience helfen, die globalen Risikodaten von Prewave mit den eigenen Daten eines Unternehmens zu verbinden, darunter Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Umsatzzahlen. Spezialisierte KI-Agenten würden dann die Recherche übernehmen, Risiken priorisieren und deren mögliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten.

Ein Bestandteil des neuen KI-Portfolios heißt Prewave Respond und beinhaltet KI-Agenten, die Signale aus der gesamten Plattform bündeln und Risikosituationen danach ordnen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Risikomanager würden so auf einen Blick sehen, welche Situationen jetzt Aufmerksamkeit erfordern und welche warten können. Die Agenten lassen sich an die eigenen Prozesse und Prioritäten des jeweiligen Unternehmens anpassen.

Plattform zeigt Betroffenheit

„Die Bewertung einer Störung hat unser Risikoteam früher einen halben Tag gekostet, plus Abstimmung mit den Konzerneinkäufern, um die Auswirkungen auf die Lieferanten zu verifizieren“, erklärt Verena Rausch, Group Risk Manager bei der Vaillant Group, wie Prewave den Aufwand bei der Bewertung einzelner Störungen reduziert. „Beim Erdbeben von Kumamoto hat Prewave rund 50 aufgezeigte Lieferanten auf 11 eingegrenzt, die geprüft werden mussten, und einen unmittelbaren Produktionsstopp aufgezeigt. Das verkürzt den Zeitaufwand für jede Bewertung.“

Der Schlüssel zu dieser Priorisierung liege darin zu verstehen, was eine Störung für das Geschäft bedeutet. Die Prewave-Plattform kombiniert Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-n-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit den eigenen Lieferketten- und ERP-Daten des Unternehmens. Sie zeige so, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind.

Für Nitschinger ist Quantified Resilience der nächste Schritt im Umgang mit zunehmend komplexen Lieferkettenrisiken: „Unseren Kunden fehlt es nicht an Informationen. Im Gegenteil, sie werden mit Warnmeldungen, Ratings und Lieferanten-Updates überflutet. Wir geben ihnen jetzt Werkzeuge an die Hand, die diese Signale in eine konkrete Entscheidungsgrundlage verwandeln: Was verdient meine Aufmerksamkeit? Wo bin ich tatsächlich exponiert? Was steht finanziell auf dem Spiel? Und wo sollten wir Resilienz aufbauen, um die größte Wirkung zu erzielen? Quantified Resilience macht diese Zusammenhänge messbar und damit steuerbar.“

Resilienz von Kostenfaktor soll zur Investitionsentscheidung werden

Über die Priorisierung hinaus berechnet Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Daten wie Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatz, heißt es. Damit soll die Resilienz von einem Kostenfaktor zu einer Investitionsentscheidung werden. Unternehmen könnten Ausgaben dorthin lenken, wo sie am meisten bewirken, und sie gegenüber Geschäftsführung und Vorstand mit belastbaren Zahlen untermauern.

Künftig will Prewave diesen Ansatz nutzen, um die Lieferketten seiner Kunden ganzheitlich und proaktiv zu optimieren. Prewave Optimise, ein weiteres Tool aus der „Quantified Resilience“-Strategie, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, soll zeigen, wo Absicherungen über das notwendige Maß hinausgehen und wo gefährliche Lücken bestehen. Ziel ist ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Resilienz entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert.

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