30.03.2026
FINANZIERUNG

Reploid: Welser Insektenzucht-Scaleup holt 1,65 Mio. Euro via Crowdinvesting

Reploid vergab über die Plattform Invesdor Unternehmens-Anleihen. Das angestrebte Emissionsvolumen von 1,5 Mio. Euro wurde überzeichnet.
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Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

Seit vergangenem Jahr ist das Welser Scaleup Reploid bekanntlich an der Wiener Börse im „Direct Market Plus“ gelistet (brutkasten berichtete). Nun holte sich das Unternehmen über eine Emission 1,65 Millionen Euro. Dabei wurden aber keine Aktien, sondern Anleihen ausgegeben. Und es passierte auch nicht über die Börse, sondern über die Crowdinvesting-Plattform Invesdor.

Kampagne „vollständig überzeichnet“

„Nur wenige Tage nach dem Start war das Emissionsvolumen von 1,5 Millionen Euro erreicht und die Kampagne mit einem Volumen von 1,65 Millionen Euro vollständig überzeichnet. Infolgedessen wurde die Transaktion deutlich früher als geplant abgeschlossen“, heißt es vom Unternehmen. Anleger:innen hatten ab einem Betrag von 250 Euro einsteigen können. Insgesamt beteiligten sich 756 Crowdinvestor:innen aus Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden und Finnland. Sie sollen für die Anleihe einen Zinssatz von 9,5 Prozent pro Jahr erhalten.

Reploid auf Expansionskurs

Reploid hat erst kürzlich mit mehreren Personalien und dazugehörigen Expansionsplänen sowie mit einer neuen Insektenmast-Anlage in Bayern auf sich aufmerksam gemacht. Zudem verkündete das Scaleup, sein Personal vergangenes Jahr verdoppelt zu haben und selbiges auch dieses Jahr anzustreben, wie brutkasten berichtete. Dabei wurde auch die Eröffnung neuer Standorte in Oberösterreich und im deutschen Bundesland Sachsen kommuniziert.

Upcycling von Reststoffen mittels Larven

Mit seinen mittlerweile mehr als 100 Mitarbeiter:innen baut und vertreibt Reploid Anlagen zur Mast von Junglarven der Schwarzen Soldatenfliege. Diese werden vom Scaleup gezüchtet und dann in den Anlagen („ReFarmUnits“) der Kunden eingesetzt. Dort werden mit Hilfe der Insekten Reststoffe der regionalen Lebensmittel-Wertschöpfungskette verarbeitet. Die Larven selbst liefern Proteine und Fette, etwa für die Tierfuttermittelindustrie. Aus dem Insektenfrass stellt das Unternehmen organischen Dünger her.

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Mit dem Marienkäfer-förmigen Sensor „Mary“, der an der Unterwäsche von Babys und Kleinkindern angebracht werden kann, und dort Vitalwerte wie Temperatur und Atmung misst, wollte das Klagenfurter Startup Sticklett durchstarten. 2016 gestartet, holte man sich 2017 ein sechsstelliges Investment, wie brutkasten berichtete. 2018 schloss man eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne ab, im Jahr danach gab es eine Investment-Zusage in der Show 2 Minuten 2 Millionen – samt Listung bei Bipa. Hinzu kam eine ganze Reihe von Awards in den Folgejahren.

„Geschäftsverlauf ist hinter den Erwartungen geblieben“

Doch der große Durchbruch gelang dem Startup seitdem nicht. Und wie die Kreditschutzverbände nun vermelden, musste das Unternehmen einen Konkursantrag einbringen.

Die Kosten für Produktentwicklung und Markteinführung seien in den ersten Jahren primär durch Eigenmittel und Förderungen gedeckt worden, wird beim AKV aus dem Konkursantrag zitiert. „Der Geschäftsverlauf ist jedoch trotz grundsätzlich guter Voraussetzungen (funktionierende Produkte; funktionierender Produktionsprozess) letztendlich leider hinter den Erwartungen geblieben, da es nicht gelungen ist, die Produktionskosten auf ein solches Maß zu senken, dass auch die Attraktivität und damit die Nachfrage am Markt eine entsprechende Steigerung erfahren hätte.“

Zuletzt geplatztes Millioneninvestment

Für Vertriebs- bzw. Marketingaktivitäten, die es ermöglicht hätten, einen weit größeren Bekanntheitsgrad zu erlangen und damit einen weit größeren Markt zu erschließen, habe das Geld nicht ausgereicht. Zuletzt habe man noch intensiv versucht, Investor:innen zu finden und dabei auch über ein Investment in Höhe von einer Million Euro verhandelt. „Bedauerlicherweise ist es – trotz zunächst auch positiv abgeschlossener Gespräche – dann zu keiner Umsetzung des Investments gekommen“, heißt es von Sticklett. Entsprechend könne man aktuell keine positive Fortbestandsprognose stellen.

Möglicher Sanierungsantrag steht noch im Raum

Insgesamt sind zwölf Gläubiger:innen betroffen. Dienstnehmer:innen hatte das Unternehmen hingegen zuletzt keine mehr. Die Passiva betragen 550.527 Euro. Diesen stehen laut Unternehmensangaben Aktiva von rund 124.000 Euro gegenüber. Es scheint aber noch einen Hoffnungsschimmer für das Startup zu geben: Noch stehe nicht fest, ob ein Sanierungsplan gestellt werden kann oder nicht, heißt es im Konkursantrag.

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