16.03.2026
"MEILENSTEIN"

Reploid: Welser Insekten-Scaleup eröffnete „ReFarmUnit“ für täglich 40 Tonnen Abfälle in Bayern

In der Reploid-Anlage werden organische Reststoffe aus der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie von etwa einer halben Milliarde Larven der schwarzen Soldatenfliege verarbeitet.
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Die Reploid-Anlage im bayrischen Burghausen | (c) Reploid
Die Reploid-Anlage im bayrischen Burghausen | (c) Reploid

Vergangenes Jahr machte das Welser Scaleup Reploid mit seinem Börsengang auf sich aufmerksam. Brutkasten berichtete im Herbst auch von einer Millionenfinanzierung und zuletzt von aktuellen Personalien. Neben all dem geht natürlich auch das Tagesgeschäft voran. Nun verkündete das Scaleup die Eröffnung einer neuen großen Insektenzuchtanlage im bayerischen Burghausen.

Abfälle aus 50 Kilometer Umkreis

Von der Steinberger ReFarmUnit GmbH in Auftrag gegeben, befindet sich die Anlage in einer 24 mal 60 Meter großen Halle und kann 40 Tonnen organische Reststoffe pro Tag verarbeiten. Dazu sind rund eine halbe Milliarde Larven der schwarzen Soldatenfliege im Einsatz. Die Abfälle aus Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie werden aus einem Umkreis von etwa 50 Kilometern geliefert. Nicht nur die Larven selbst werden als Protein- und Fettquelle verarbeitet. Auch ihre Ausscheidungen werden als Dünger genutzt.

CEO Pauer: „Sicherlich ein Meilenstein für uns“

„Die Eröffnung der Anlage in Burghausen ist sicherlich ein Meilenstein für uns. Es war einer dieser Tage, an dem man gesehen hat, was aus viel Arbeit, Ausdauer und Teamgeist entstehen kann“, kommentiert Reploid-Gründer und CEO Philip Pauer. Dabei ist die Anlage nur eine von vielen. Allein vergangenes Jahr wollte man 30 davon verkaufen, wie Pauer im Juni gegenüber brutkasten sagte.

Mit 880.000 Euro gefördert

Für die nun eröffnete Anlage erhielt Betreiber Simon Steinberger eine Förderung über 880.000 Euro durch Bayern im Rahmen des Programms „BayBioökonomie-Scale-UP“. Bei der Eröffnung war dann auch Polit-Prominenz vor Ort, unter anderem der bayerischen Vize-Ministerpräsident und Wirtschafts-Staatsminister Hubert Aiwanger, der die Förderung überreichte.

Bayerischer Vize Aiwanger: „Eröffnet der Landwirtschaft neue Perspektiven“

„Wenn Lebensmittelabfälle, Pflanzen oder Schlachtabfälle plötzlich wieder eine wirtschaftlich sinnvolle Verwertung erfahren und sogar zusätzliche Einnahmen ermöglichen, eröffnet das der Landwirtschaft neue Perspektiven“, kommentiert Aiwanger. Außerdem vor Ort waren die oberösterreichische Landesrätin Michaela Langer-Weninger und Burghausens erster Bürgermeister Florian Schneider.

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OwnerChip wurde 2022 von Michael Schramm, Julian Kainz und Lukas Götz gegründet, der bekannte Business Angel Niki Futter war als Founding Angel an Bord. Das Startup verknüpfte manipulationssichere NFC-Chips in physischen Objekten mit digitalen Zwillingen auf der Blockchain – als Echtheits- und Eigentumsnachweis für den Onlinehandel mit hochpreisigen Kunst- und Luxusgütern. Als Showcase stattete das Unternehmen unter anderem die teuerste neu gebaute Geige der Welt mit seiner Technologie aus. Nach Unternehmensangaben vom Frühjahr 2025 waren zuletzt über 1.100 Objekte im Wert von mehr als fünf Millionen US-Dollar gechippt.

Konkursverfahren am Handelsgericht Wien

Nun ist das Unternehmen insolvent: Über das Vermögen der OwnerChip GmbH wurde am 3. Juli 2026 am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren eröffnet. Das geht aus einer Aussendung des Kreditschutzverbands KSV1870 hervor. Der Antrag wurde vom Unternehmen selbst gestellt. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Georg Mitteregger bestellt, Gläubigerforderungen können bis 3. September angemeldet werden. Die erste Gläubigerversammlung samt Prüfungs- und Berichtstagsatzung ist für den 17. September angesetzt. Angaben zu Passiva und Insolvenzursachen liegen noch nicht vor.

Series A kam offenbar nicht zustande

Erst im Mai 2025 hatte sich OwnerChip rund 500.000 Euro frisches Kapital gesichert – brutkasten berichtete. Das Investment in Form eines Convertible Loan wurde vom Business-Angel-Pool Angels United angeführt, dessen Ticket über das Programm aws Start-up-Invest der Austria Wirtschaftsservice (aws) verdoppelt wurde. Ebenfalls beteiligt: Kapa Ventures rund um Gerhard Pail und Frank Kappe sowie US-Angel Ryan Quinn. Das Darlehen sollte im Rahmen einer für 2026 geplanten Series-A-Runde in Eigenkapital konvertieren, mit der die Expansion in die USA und nach Asien finanziert werden sollte. Dazu kam es offenbar nicht mehr.


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