18.07.2025
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Replico: KI macht Nerven auf MRT-Bildern sichtbar

Das Pariser MedTech-Startup Replico will mit seiner Technologie Chirurg:innen zeit- und kostenintensive Überraschungen ersparen. Aktuell ist das Unternehmen auf Partnersuche - auch in Österreich.
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Replico-Gründer Juan Pablo de la Plata | (c) Replico / Hintergrund (c) Accuray via Unsplash
Replico-Gründer Juan Pablo de la Plata | (c) Replico / Hintergrund (c) Accuray via Unsplash

„Nicht die Nerven verlieren“ ist eine Regel, die in vielen Jobs von Bedeutung ist. Für Chirurg:innen gilt sie in besonderer Weise. Bei ihnen geht es nämlich nicht nur um die – sprichwörtlichen – eigenen Nerven, sondern auch um die Nervenstränge der Patient:innen. Werden diese im Zuge einer Operation verletzt, können nämlich, je nach Körperstelle, unterschiedliche bleibende Schäden entstehen.

Böse Überraschungen während der Operation

„Es kann etwa bei Tumoren passieren, dass sie Nerven verdecken oder verdrängen. Chirurg:innen sehen das erst während der OP und müssen teilweise sogar die Operation abbrechen und über einen anderen Zugang neu beginnen, um die Nerven nicht zu schädigen“, erklärt Juan Pablo de la Plata. Der Spanier lebt seit vielen Jahren in Paris und gründete dort das Startup Replico.

Besser geplante OPs sparen Zeit und Geld

Dessen Technologie verarbeitet mittels Deep Learning und Symbolic AI Magnetresonanztomographie-Daten (MRT) so, dass die Nerven der Person in einem 3D-Modell sichtbar werden. Eine solche Darstellung war bislang nur für das Gehirn möglich, in dem die Nervenstränge leichter identifizierbar sind, nicht aber im Rest des Körpers. „Chirurg:innen sehen damit vorab, wo die Nerven genau liegen und können die Operation viel besser planen und präziser durchführen. Das spart Zeit, medizinisches Material und damit auch Geld“, erklärt de la Plata.

Die Nervenstränge werden am 3D-Modell dargestellt | (c) Replico
Die Nervenstränge werden am 3D-Modell dargestellt | (c) Replico

Forschung an Sorbonne und Co. im Hintergrund

Die Basis für die Technologie wurde in jahrelanger Forschung an verschiedenen Einrichtungen gelegt, darunter der Sorbonne-Universität, der Université Paris Cité und der technischen Uni Télécom ParisTech. Mit dem Pariser Krankenanstalten-Verband Assistance publique – hôpitaux de Paris (AP-HP) wurde zudem ein großer Partner für die klinische Evaluierung gewonnen.

Klinische Studien laufen bereits

Denn noch befindet sich das Produkt von Replico in der Testphase. Aktuell konzentriert sich das Startup dabei auf den Beckenbereich, der aufgrund seines komplexen Aufbaus mit Ausscheidungs- und Fortpflanzungsorganen eine besondere Herausforderung darstellt, wie de la Plata erklärt. „Es ist ein Medizinprodukt und muss daher klinische Tests bestehen. Als nicht-invasive Methode können wir aber einige Phasen, die etwa bei Medikamenten erforderlich sind, überspringen“, erklärt der Gründer. Und diese klinischen Studien laufen bereits. De la Plata rechnet mit einem Abschluss in etwa eineinhalb Jahren.

Replico auf Suche nach weiteren Partnern – auch in Österreich

Trotzdem sucht Replico aktuell nach weiteren „Beta-Usern“. „Wir wollen mindestens 15 Spitäler finden, die unsere Technologie testen“, so der Gründer. Mit Kliniken in seinem Heimatland Spanien sei man bereits in fortgeschrittenen Gesprächen. Doch auch in anderen europäischen Ländern, darunter Deutschland und Österreich sehe man sich nach Partnern um.

Framework für Testung

„Wir haben in Frankreich bereits ein Framework für diese Tests aufgebaut, das sich auch in den anderen EU-Ländern umsetzen lässt. Weil die Methode nicht invasiv ist, kann sie vergleichsweise leicht getestet werden. Die entscheidenden Punkte sind die Zustimmung der Patient:innen und die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen“, erklärt der Gründer.

In Zukunft weitere Usecases

Auf Dauer soll die Technologie freilich zum internationalen Standard in der OP-Vorbereitung werden. Zunächst will Replico neben dem Beckenbereich weitere Körper-Areale, etwa den Hals-Nasen-Ohren-Bereich oder den “Plexus Brachialis”, das Nervengeflecht im Bereich Hals und Achseln, erschließen. Aber das ist nicht alles. „Es gibt noch viele weitere potenzielle Usecases“, sagt de la Plata. Die Methode könne generell mehr Erkenntnisse über das Nervensystem des menschlichen Körpers liefern und zukünftig etwa auch in der Prävention von Nervenschäden eingesetzt werden. Jetzt gehe es aber erst einmal darum, weitere Nutzer:innen für den ersten Anwendungszweck zu finden: „Wir wollen klar beweisen, dass es einen Bedarf für unsere Technologie gibt“, so der Gründer.


Disclaimer: Replico gewann dieses brutkasten-Feature als Preis im paneuropäischen Startup-Wettbewerb „The Waltz of Pioneers“ der TU Wien im Rahmen der ViennaUP 2025.

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Andreas Klinger ist einer der Initiatoren von EU Inc | (c) brutkasten / Dervisevic
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„Das Startup-Ökosystem muss vor dem 16. Juli laut werden.“ – mit diesem Appell wendet sich die Initiative EU-INC aktuell an die europäische Startup-Szene. Denn die kommenden Wochen seien das entscheidende Zeitfenster, um noch auf den Gesetzgebungsprozess in Brüssel einzuwirken. Die Warnung der Initiatoren fällt deutlich aus: „Mehrere Lobbygruppen drängen darauf, genau die eine Klausel zu streichen, die das Ganze funktionsfähig macht.“ Konkret geht es um die freie Wahl des Registrierungssitzes. Diese Klausel bildet ein Herzstück des Entwurfs. Falle sie weg, drohe das gesamte Projekt für Startups seinen Wert zu verlieren, meint man bei der Initiative.

Kritik bereits bei Kommissions-Entwurf im März

Die Forderung nach einer einheitlichen europäischen Rechtsform für Startups treibt das Ökosystem seit Monaten an. Die Initiative EU-INC sammelte zehntausende Unterschriften, um ein Gegenkonzept zur regulatorischen Fragmentierung in der EU und damit eine ernsthafte Alternative zur US-Rechtsform Delaware Inc. für europäische Startups zu schaffen. Das klare Ziel: Gründungen, grenzüberschreitende Skalierung und Investments deutlich zu vereinfachen.

Die EU-Kommission griff die Forderung auf und lieferte schließlich im März einen Entwurf, der den Begriff „EU Inc.“ von der Initiative übernahm, aber bei weitem nicht alle Forderungen (brutkasten berichtete). Schon vor der offiziellen Veröffentlichung äußerten viele aus dem Ökosystem Kritik an Kompromissen und potenziellen Hürden. Sie befürchteten, dass nationale Interessen eine wirklich einheitliche Lösung blockieren.

EU Inc. als „Plug-in“

Nun liegt eine juristische Detailprüfung des Kommissionsentwurfs im Auftrag der Initiative vor. Und mit ihr folgt seitens EU-INC eine teilweise Neupositionierung. Der Entwurf bringe nicht das ursprünglich geforderte „28. Regime“ – also eine völlig losgelöste, eigenständige europäische Rechtsform mit einem eigenen Gesellschaftsrecht und einem eigenen Gerichtssystem, wird klargestellt. Stattdessen bewerten die Expert:innen die EU Inc. nun als „Plug-in für das Rechtssystem jedes Landes“.

Die Initiative passte ihre Vorschläge nun an diese Gegebenheiten an. Die Rechtsform könne weiterhin als Wegweiser zu einem paneuropäischen Standard dienen, vorausgesetzt, die Politik setze sie korrekt um, heißt es. Da setzt die aktuelle Kritik an. Die Initiative spricht sich vehement gegen das Szenario aus, dass nationale Anpassungswünsche den Entwurf aushöhlen und am Ende „27 verschiedene Geschmacksrichtungen“ entstehen. Eine Kern-Forderung der Initiator:innen: „Lasst nicht zu, dass die freie Wahl des Registrierungssitzes verwässert wird“. Sie betrachten diese Wahlfreiheit als die absolut unverhandelbare Grundvoraussetzung für den Erfolg der Rechtsform.

Klinger: „Phase 3 beginnt“

EU-INC bläst unter anderem via LinkedIn zur Mobilisierung innerhalb der europäischen Startup-Szene. Andreas Klinger, Co-Initiator und bekanntes Gesicht der Kampagne, kommentiert in einem Posting: „Das ist groß. Die Phase 3 von EU-INC beginnt.“ Man brauche nun die gesamte Startup-Community hinter den Forderungen der Initiative. „Lasst uns das über die nächste Ziellinie bringen“, so Klinger.

Konkret ruft die Initiative Gründer:innen und Investor:innen auf: „Postet auf LinkedIn. Fordert: Ein Europa. Einen Standard.“ Die Akteure sollen ihre EU-Abgeordneten sowie Staats- und Regierungschefs in ihren Beiträgen direkt markieren. Gerade im deutschsprachigen Raum sollen die Gründer gezielt Politiker wie den SPD-Europaabgeordneten René Repasi, der bereits vergangenes Jahr mit einem Gegenentwurf zur Initiative auf sich aufmerksam machte, in die Pflicht nehmen und den öffentlichen Druck aufrechterhalten. „Helft uns, das bis zum 16. Juli richtigzustellen“, so die Initiator:innen.

Aufruf von AustrianStartups

Von AustrianStartups kommt zugleich ein Aufruf an die heimische Community: Es sei an der Zeit, laut zu werden – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene. Österreichische Minister:innen könnten nämlich im Rat der EU Einfluss auf die finale Entscheidung nehmen. „In Österreich zieht aber nicht jeder am selben Strang. Die typischen Interessensvertetungen arbeiten dagegen“, heißt es von AustrianStartups. Man arbeite sowohl „hinter verschlossenen Türen“ als auch öffentlich an Verbesserungen.

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