Remote Year: 12 Millionen für Workation-Veranstalter
Workation, die Verbindung aus arbeiten und Urlaub, boomt. Nun hat der Reise-Veranstalter Remote Year 12 Millionen Dollar frisches Kapital erhalten. Unter den Investoren sind die Gründer von WeWork Labs und Airbnb.
Der Workation-Trip-Veranstalter Remote Year hat ein Series-A-Investment in der Höhe von zwölf Millionen Dollar erhalten. Der Großteil des frischen Kapitals kommt von US-Investor Highland Capital Partners. Außerdem haben sich WeWork Labs Co-Founder Jesse Middleton und Airbnb Co-Founder Nate Blecharczyk beteiligt.
Wanderlust stillen
Das Konzept hinter Remote Year ist die Kombination aus Arbeiten und Reisen. Weil beide Bereiche sich gerade für junge Selbständige kaum mehr trennen lassen, liegen diese Arbeitsreisen voll im Trend. Dabei machen sich die Teilnehmer nicht alleine, sondern in einer größeren Gruppe aus Gleichgesinnten auf den Weg. Bei Remote Year arbeiten 75 Teilnehmer ein ganzes Jahr lang an verschiedensten Plätzen der Welt, einmal pro Monat wird der Aufenthaltsort gewechselt. Der Großteil der Reisehungrigen kommt aus dem Bereich Makreting.
Als er den Trip zum ersten Mal anbot, hätten sich 25 000 Personen um einen Platz beworben, erzählt Gründer und CEO Greg Caplan. Heute, etwa zwei Jahre später, bietet Remote Year sechs unterschiedliche Programme an, an denen insgesamt 500 Personen teilnehmen. Geht es nach Caplan, soll diese Zahl künftig stark ansteigen. Außerdem will er sein Team weiter aufstocken. Derzeit besteht es aus 85 Personen, die über die ganze Welt verteilt arbeiten.
Co-Working am Strand von Split
Das Investment soll außerdem dazu genutzt werden, die Infrastruktur an einigen Reisedestinationen zu verbessern. So hätte es etwa in Kroatien bislang keine geeignete Co-Working-Gelegenheit gegeben, bis Remote Year einen Co-Workingspace direkt am Strand von Split errichtete.
Wer an der Arbeitsreise teilnehmen möchte, muss 5000 Dollar anzahlen. Die nächsten elf Monate kosten jeweils 2000 Dollar. Über Sinnhaftigkeit und Qualität von Remote Year ist man in der Community geteilter Meinung: Der Reiseblog Atlas Obscura erzählt etwa von Unzufriedenheiten der Teilnehmer hinsichtlich Sauberkeit und Funktion des Wireless Lans.
Florian Gschwandtner zu seiner neuen App Zone5: „Es muss nicht alles so groß wie Runtastic werden“
Florian Gschwandtner geht mit seiner Foxyfitness GmbH den nächsten Schritt. Nach der „100 Push-Ups App“ folgt mit Zone5 eine neue Fitness-App, die KI und Smartphone-Kamera zum persönlichen Trainingscoach machen soll. Der Gründer erklärt gegenüber brutkasten, welche Rolle der Longevity-Gedanke bei der App spielte und wie er mittelfristig die Zukunft seines Startups sieht.
Florian Gschwandtner zu seiner neuen App Zone5: „Es muss nicht alles so groß wie Runtastic werden“
Florian Gschwandtner geht mit seiner Foxyfitness GmbH den nächsten Schritt. Nach der „100 Push-Ups App“ folgt mit Zone5 eine neue Fitness-App, die KI und Smartphone-Kamera zum persönlichen Trainingscoach machen soll. Der Gründer erklärt gegenüber brutkasten, welche Rolle der Longevity-Gedanke bei der App spielte und wie er mittelfristig die Zukunft seines Startups sieht.
2023 und somit acht Jahre nach dem Runtastic-Exit an Adidas startete Florian Gschwandtner seine neue App Foxyfitness. Anfänglich noch als „Sidehustle“ tituliert, vergrößerte sich die Foxyfitness GmbH und es kamen seine Runtastic-Co-Founder René Giretzlehner und Christian Kaar mit ins Boot.
Gschwandtner verkaufte vor rund einem Jahr zwei Drittel seines neuen Startups an seine ehemaligen Kollegen und es wurde ein neues Ziel ausgerufen: Ein KI-getriebenes App-Unternehmen aus Österreich zu erschaffen – brutkasten berichtete.
Zone5: Kamera erkennt Übungen
Nun und nach einer mehrwöchigen Beta-Phase stellt die Foxyfitness GmbH mit Zone5 eine neue App im Bereich Longevity vor. Die Anwendung nutzt Augmented Reality und Künstliche Intelligenz, um Übungen über die Smartphone-Kamera zu erkennen, zu zählen und in Echtzeit anzuleiten. Dafür sind weder Sensoren noch Wearables oder zusätzliche Hardware erforderlich.
„Zone5 ist ein Produkt wie die 100 Push-ups App„, erklärt Gschwandtner brutkasten gegenüber. „Eine Fitness-App, bei der die Kamera dein Coach wird, inklusive Trainingsplan.“
Die Kamera erkennt mehr als 30 Übungen (Seilspringen, Burpees etc.) automatisch, zählt jede Wiederholung und gibt Feedback. Die Workouts dauern fünf bis 30 Minuten und trainieren gezielt in zwei Intensitätsbereichen: in Zone 2 für die aerobe Grundlage und den Fettstoffwechsel, oder in Zone 5 für maximale Intensität und die Entwicklung der VO2max – jenem Wert, der – laut dem Foxyfitness-Team – in der Longevity-Forschung als einer der stärksten Marker für Gesundheitsspanne und Lebenserwartung gilt.
(c) Foxyfitness
Oder anders gesagt: „Als die maximale Menge an Sauerstoff in Millilitern, die ein Körper während einer körperlichen Belastung pro Minute und Kilogramm Körpergewicht aufnehmen und verwerten kann“.
Longevity-Gedanke kam aus Selbst-Analyse
„Der Longevity-Gedanke (Anm.: bei diesem Projekt) kam eigentlich aus der Selbst-Analyse. Ich beschäftige mich viel mit dieser Thematik“, erklärt Gschwandtner. „Es ist natürlich ein Trend-Thema, aber es geht nicht nur darum ’nur gesund‘ zu leben, sondern auch darum, die Lebenserwartung zu erhöhen und gesund älter zu werden. Heutzutage fangen Menschen ab 30 damit an. Man muss sich bloß ansehen, was im Bereich der Supplements, der Blutanalyse, in Longevity-Laboren oder beim IHHT-Training (Anm.: Intermittierendes Hypoxie-Hyperoxie) passiert.“
Dabei ist für den Gründer vor allem der VO2-max-Wert als Longevity-Indikator essentiell. Gschwandtner zufolge sollte man idealerweise 20 Minuten in der Woche (beim Training) in der Gegend der Zone 5 – also in der höchsten Herzfrequenzzone – verbringen, weil es diesen Wert steigere. „Genau, das ist bei uns einer der Punkte und Gedanken dahinter“, sagt er.
Automatischer Trainingsplan und Zeitraffer
Zone5 bietet für Personen, die nicht selbst planen wollen, auch einen automatisierten 12-Wochen-Trainingsplan, bei dem die App Umfang, Intensität und Übungsauswahl wöchentlich festlegt und an den individuellen Fortschritt anpasst. Alle Trainingseinheiten werden mit Apple Health synchronisiert und können in ein bestehendes Gesundheits- und Trainingsprofil eingebunden werden.
Ein weiteres Merkmal ist die automatische Aufzeichnung jeder Trainingseinheit als Zeitraffer-Video, das lokal auf dem Smartphone gespeichert wird und Übungen, Wiederholungen sowie Trainingszone zeigt. Die Videos sind für das Teilen auf Plattformen wie TikTok, Instagram-Reels oder für Stories vorgesehen und sollen kurze Trainingseinheiten in ein sichtbares, teilbares Ergebnis verwandeln.
Zone5: Cross-Selling und Symbiosen in Planung
„Die meisten Menschen wissen, dass Ausdauer und Kraft die besten Investments in ein langes, gesundes Leben sind. Woran es scheitert, sind nicht die Erkenntnisse, sondern Zeit, Ausrüstung und Anleitung. Genau da setzt Zone5 an: Du brauchst zehn Minuten, ein Smartphone und keinerlei Vorwissen – deine Kamera übernimmt den Rest“, sagt Gschwandtner, der sich des Erfolgs der App sicher ist und andeutet, was aus der Foxyfitness noch kommen wird.
„Ich glaube, es muss gar nicht alles so groß wie Runtastic werden“, sagt er. „Ich bin aber davon überzeugt, dass es eine sehr erfolgreiche App werden kann. Vor allem über eine mittelfristige Zeit, wenn wir noch die eine oder andere App im Fitnessbereich entwickeln und sich gutes Cross-Selling bzw. Symbiosen ergeben.“ Zone5 ist ab sofort im App Store und auf Google Play verfügbar.
Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.