25.11.2020

Remote First Capital: So funktioniert der Fonds von Andreas Klinger

Remote First Capital ist ein Fonds mit Fokus auf Remote-Startups. Initiator Andreas Klinger erläutert, was es damit auf sich hat.
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Andreas Klinger, Initiator von Remote First Capital.
Andreas Klinger, Initiator von Remote First Capital. (c) der brutkasten

Ganz alteingesessenen Hasen der heimischen Gründerszene ist Andreas Klinger noch als Founder des Startups Lookk bekannt, mit dem er damals die Fashion-Branche revolutionieren wollte. Das war im Jahr 2010, uns seitdem ist viel passiert: Klinger war CTO und Founding Member bei Product Hunt, beschäftigte sich anschließend als Head of Remote bei AngelList intensiv mit dem Thema Remote Work und hat dann den Fonds „Remote First Capital“ (RFC) gegründet. Im Gespräch mit dem brutkasten erläutert er, was es mit dem Fonds auf sich hat. Außerdem gibt er im nachfolgenden Video Tipps für den Umgang mit Investoren.

Andreas Klinger im Video-Talk über Remote First Capital

Über Remote First Capital

Insgesamt ist Remote First Capital rund 2,5 Millionen Dollar schwer, die Schecks bewegen sich im Bereich zwischen 25- und 50.000 Dollar. Jeder Investor in dem Fonds ist entweder selbst Founder eines Remote Teams, managed selbst ein Remote Team oder hat bereits zuvor in ein Remote Team investiert.

Der Fonds investiert entweder in Startups, die Remote Work verbessern – etwa durch Infrastruktur oder durch andere Lösungen für die Zukunft der Arbeit – oder in Unternehmen, die Remote Work auf eine einzigartige Weise nutzen. Dazu gehört etwa eine besondere Art, geographische Verteilung zu nutzen oder wenn indirekte Effekte durch die Nutzung von Remote Work entstehen – etwa, wenn sich Mitarbeiter die Miete in San Franciso sparen und das Geld somit anders genutzt werden kann.

Laut Website schaut der Fonds also konkret nach den folgenden Faktoren.

Was Remote First Capital sucht:

  • Startups, die Remote Work verbessern
  • Startups, die auf einzigartige Weise Remote Work nutzen

Das kann konkret beinhalten:

  • Tools für Remote Work
  • Problemlöser für globale Teams
  • Zugang und Möglichkeiten für globale Talente
  • Dinge, die möglich sind, weil ein Team global arbeitet
  • Dinge, die nützlich sind, weil mehr Menschen aus der Ferne arbeiten
  • Alles aus diesem Bereich, woran man derzeit noch nicht mal denkt

Wie Remote First Capital investiert:

  • USD $25.000 – $50.000
  • Pre-Seed und Seed
  • USA und Global
  • Gerne gemeinsam mit anderen Investoren

Wie Remote First Capital helfen möchte:

  • Produkt-Feedback, Erfahrungsberichte und Verkäufe
  • Netzwerk zu Remote-Teams, Investoren und potenziellen Neueinstellungen
  • Führungs- und Managementerfahrung

Gründung schon vor der Coronakrise

Der Fonds wurde vor 1,5 Jahren, also vor der Coronakrise gestartet, wie Klinger sagt. Der Grund ist, dass er zuvor gute Remote-Projekte an Investoren weiter geleitet hatte, die wiederum mit dem Thema wenig anfangen konnten. Wenn er aber selbst investiere, so habe dies einen Effekt auf die Wahrnehmung der anderen Investoren, sagt er. Allerdings lassen sich solche Investments schwer alleine machen, weshalb er den Fonds gründete.

Zugleich hat die Coronakrise sehr wohl einen Effekt auf die Investoren des Silicon Valley: Denn diese brechen nun ihre geographischen Grenzen auf uns schauen sich auch nach Gelegenheiten außerhalb der Bay Area um. Auch Y Combinator setzt zum Beispiel auf Remote Batches, wie Klinger erläutert.

Investment-Faktoren und Ideen

Klinger hat außerdem zwei eigene Decision Making Frameworks definiert, nach welcher er die Investments anders auswählt als herkömmliche Investoren. Das Erste sind die „Innovation Execution Credentials“, welches die drei Faktoren Innovation, Execution und Credentials berücksichtigt. In diesen drei Achsen versucht Klinger jeweils, den potenziellen Deal zu platzieren.

Das zweite Framework heißt „Bets“. Hier unterscheidet Klinger zwischen „Core Bets und „Side Bets“. Bei einem HealthTech-Startup ist zum Beispiel die gesundheitliche Lösung der Core Bet, das Marktpotenzial ist der Side Bet. Wenn Klinger den Core Bet nicht unterschreiben kann, weil er zum Beispiel im Health-Bereich die Lösung nicht ausreichend versteht, er aber Marktpotenzial hat, dann sucht er einen fähigen Lead Investor. Wenn er aber den Core Bet für gut befindet, dann investiert er auch unabhängig davon, wer zusätzlich investiert.

Beide Frameworks hat Klinger unter diesem Link zusammengefasst.

Zudem hat Klinger bereits vor rund einem Jahr Prognosen dazu zusammengefasst, wie sich Remote Work in den kommenden Jahren entwickeln könnte – und welche potenziellen Business Cases daraus entstehen. Die Ideensammlung ist durchaus inspirierend und kann über den folgenden Twitter-Thread abgerufen werden.

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Niceshops
© Niceshops -Firmensitz Niceshops.

Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Niceshops, der Betreiber von rund 30 Nischen-Online-Shops in unterschiedlichen Produktkategorien in bis zu 18 Sprachen, einen Umsatz von 97,3 Millionen Euro und ein EBITDA von rund fünf Millionen Euro. Der Umsatz stieg damit um 23,6 Prozent, das EBITDA um 38,3 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Während der österreichische Handel laut Wirtschaftskammer Österreich im ersten Halbjahr 2026 inflationsbereinigt um 0,7 Prozent schrumpfte, entwickelte sich Niceshops gegenläufig.

Niceshops: „Nicht um jeden Preis“

„Wir wachsen nicht um jeden Preis. Dass unser EBITDA deutlich stärker steigt als der Umsatz, zeigt, dass wir unsere Prozesse mit dem Wachstum skalieren können und gleichzeitig unsere Margen verbessern“, sagt Geschäftsführerin Carina Hödl. „Gerade in einem Marktumfeld, in dem viele Händler mit rückläufigen Umsätzen und Margendruck kämpfen, ist diese Entwicklung ein deutlicher Beleg für die Stärke unseres Geschäftsmodells.“

Die aktuellen Zahlen markieren eine Erholung nach den schwierigen Jahren 2022 und 2023. Anfang 2024 musste Niceshops rund 90 der damals etwa 450 Mitarbeiter:innen abbauen. Das entsprach rund einem Fünftel der Belegschaft – brutkasten berichtete.

Der Weg aus der Krise erforderte erhebliche Einschnitte. Geschäftsführer Christoph Schreiner beschrieb die Lehren daraus im Mai im Podcast 123C unter anderem als Mischung aus „Größenwahn und Respekt vor dem Mitbewerber“ und sprach gar von 130 Kolleg:innen, die gehen mussten. Folglich setzte das Unternehmen dabei auf eine intensive Restrukturierung gemeinsam mit den finanzierenden Banken.

2025 erfolgreichstes Geschäftsjahr

2025 folgte das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte: Niceshops erzielte 169 Millionen Euro Umsatz und rund acht Millionen Euro EBITDA. Für 2026 hat das Unternehmen erstmals mehr als 200 Millionen Euro Umsatz als Ziel ausgegeben.

„Unser mittelfristiges Ziel ist klar. Wir wollen unser operatives Tagesgeschäft aus einem starken eigenen Cashflow finanzieren und damit aus eigener Kraft weiter wachsen“, beschreibt Firmengründer und Geschäftsführer Roland Fink die strategische Stoßrichtung.

Trotz der Erfahrungen aus der Krise investiert Niceshops weiter in seine Infrastruktur. Im Juli erwarb das Unternehmen am Standort Saaz ein 23.000 Quadratmeter großes Grundstück. Damit sollen zusätzliche Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der Logistik geschaffen werden.

Niceshops arbeitet an Robotiklösungen

Parallel bereitet Niceshops den gezielten Einsatz von Automatisierungs- und Robotiklösungen vor. Eine vollständige Automatisierung des Standorts ist in der aktuellen Unternehmenskommunikation nicht als Ziel formuliert; vielmehr spricht man von einem gezielten Einsatz entsprechender Technologien.

Auch im firmeninternen Portfolio gibt es Wachstumsimpulse. 3DJake bleibt innerhalb der rund 30 von Niceshops betriebenen Shop-Welten der größte Umsatzbringer. Das Unternehmen bezeichnet den Spezialisten für 3D-Druck als europäischen Marktführer im Onlinehandel seines Segments. Mit Peganto hat das Unternehmen im laufenden Jahr zudem einen weiteren Online-Shop auf den Markt gebracht.

DACH dominiert

International bleibt der DACH-Raum die umsatzstärkste Kernregion, wie aus der Aussendung hervorgeht. Gleichzeitig entwickeln sich die Märkte außerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz laut Niceshops noch dynamischer. Das größte relative Wachstum verzeichnete das Unternehmen zuletzt in Ungarn – genaue Zahlen dazu werden jedoch nicht genannt. Bis zum Frühjahr 2027 sollen zwei weitere Länder erschlossen werden.

Schreiner abschließend dazu: „Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass neue Märkte und Shop-Konzepte in die bestehende Technologie- und Logistikstruktur effizient integriert werden können.“

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AI Summaries

Remote First Capital: So funktioniert der Fonds von Andreas Klinger

  • Klinger war CTO und Founding Member bei Product Hunt, beschäftigte sich anschließend als Head of Remote bei AngelList intensiv mit dem Thema Remote Work und hat dann den Fonds „Remote First Capital“ (RFC) gegründet.
  • Insgesamt ist Remote First Capital rund 2,5 Millionen Dollar schwer, die Schecks bewegen sich im Bereich zwischen 25- und 50.000 Dollar.
  • Jeder Investor in dem Fonds ist entweder selbst Founder eines Remote Teams, managed selbst ein Remote Team oder hat bereits zuvor in ein Remote Team investiert.
  • Zugleich hat die Coronakrise sehr wohl einen Effekt auf die Investoren des Silicon Valley: Denn diese brechen nun ihre geographischen Grenzen auf uns schauen sich auch nach Gelegenheiten außerhalb der Bay Area um.
  • Klinger hat außerdem zwei eigene Decision Making Frameworks definiert, nach welcher er die Investments anders auswählt als herkömmliche Investoren.

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  • Insgesamt ist Remote First Capital rund 2,5 Millionen Dollar schwer, die Schecks bewegen sich im Bereich zwischen 25- und 50.000 Dollar.
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  • Zugleich hat die Coronakrise sehr wohl einen Effekt auf die Investoren des Silicon Valley: Denn diese brechen nun ihre geographischen Grenzen auf uns schauen sich auch nach Gelegenheiten außerhalb der Bay Area um.
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