28.02.2025
NACHGEFRAGT

Regierungsprogramm: Stimmen von Energy-Startups zu den geplanten Maßnahmen

Wie bewerten heimische Gründer:innen von Energy-Startups die Maßnahmen im Regierungsprogramm zur Energiewende? Wir haben nachgefragt.
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Gestern haben ÖVP, SPÖ und NEOS ihr gemeinsames Regierungsprogramm vorgestellt – mit einem starken Schwerpunkt auf der Energiewende. Das Programm sieht unter anderem beschleunigte Genehmigungsverfahren und ein neues Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ELWG) vor. Weitere zentrale Maßnahmen sind die Reform der Netztarife sowie die Förderung von Speichern – alles Eckpunkte, die den nächsten Schub für eine flexible und dezentrale Energiezukunft einleiten sollen.

brutkasten hat sich unter Energie-Startups umgehört: Im Großen und Ganzen begrüßen die Gründer:innen das Programm, weisen aber auch darauf hin, dass konkrete Umsetzungsmaßnahmen, insbesondere der Abbau bürokratischer Hürden und gezielte Investitionsanreize, noch ausstehen.


Michael Altrichter | Co-Founder und Investor 2nd Cycle

Das vorgelegte Programm der neuen Bundesregierung enthält Maßnahmen, auf die der Energiesektor schon lange wartet: schnellere, unkompliziertere Genehmigungsverfahren beispielsweise oder weitere Vereinfachungen beim Stromhandel für private Anlagenbetreiber. Der Ausbau von Speicheranlagen, also Batterien, soll forciert werden, was ich gut und notwendig finde. Beim Ausbau des Wasserstoffs frage ich mich als studierter Physiker nach wie vor, ob das wirtschaftlich im großen Stil jemals Sinn machen wird – aber das ist ein industriepolitisch emotionalisiertes Thema, das (noch) nicht rational diskutiert wird.

Der Wille zur digitalen Innovation, Stichwort KI-Einsatz für die Netzsteuerung, ist zeitgemäß und sinnvoll. Spannend ist die in den Raum gestellte Überarbeitung der Merit-Order, weil bisher 100-Prozent-Grünstombezieher durch dieses Prinzip mit hohen Gaspreisen „bestraft“ worden sind.

Zusammengefasst: Die Vorhaben gehen in die richtige Richtung, aber Papier allein produziert keine Kilowattstunden – es geht um das Umsetzen!


Lorena Skiljan und Peter Gönitzer | Founder und CEOs Nobile

Zunächst möchten wir unserer Freude Ausdruck verleihen, dass wir in Österreich nach monatelangem Tauziehen und Stillstand in vielen Bereichen endlich eine neue Regierung haben, welche mit dem vorliegenden Regierungsprogramm ganz klar die richtigen Themen in Angriff nimmt, um unser Land wieder aus der Krise und in eine erfolgreiche Richtung zu führen. Ganz besonders freut es uns, dass die Energiepolitik dabei einen wesentlichen Eckpfeiler bildet und vor allem auch die richtigen Vorhaben und Stoßrichtungen setzt. Natürlich muss das erst in konkrete Maßnahmen übersetzt und umgesetzt werden.

Mit dem klaren Bekenntnis zur Fortführung der Dekarbonisierung unter Beibehaltung der Klimaziele sowie der Fortführung der Energietransformation werden absolut die richtigen Zukunftsthemen priorisiert und forciert: Leistbare Energiepreise, Stärkung des Wettbewerbs, Ausbau der Modelle für Energiegemeinschaften, Beschleunigungsmaßnahmen als Turbo für die Energiewende, Vorantreiben des erneuerbaren Ausbaus, zukunftsfähige und leistbare Energienetze sowie die Steigerung der Resilienz und Sicherheit gegen externe Schocks bilden die wesentlichen Schwerpunkte.

Als Anbieter von Plattformlösungen und Serviceleistungen für Energy Sharing und dynamische Energietarife liegt unser Hauptaugenmerk ganz klar auf den Themen Ausbau von Energiegemeinschaften, erneuerbarer Ausbau und zukunftsfähige Energienetze. In einer Welt von zunehmender Elektrifizierung werden diese Maßnahmen zu einem kritischen Erfolgsfaktor für eine moderne, zunehmend dekarbonisierte Volkswirtschaft.

Insbesondere im Bereich der Energiegemeinschaften sehen wir ein sehr hohes schlummerndes Potenzial, um im Rahmen der Energietransformation in mehrfacher Hinsicht wertvolle positive Effekte zu erreichen. Einerseits ermöglichen Energiegemeinschaften den direkten Zugang zu leistbarer, erneuerbarer Energie. Daher ist es absolut folgerichtig, das Konzept für energiearme Haushalte und größere Unternehmen auszubauen. Andererseits führen sie zu einer Stärkung des Wettbewerbs und der Möglichkeit für Haushalte und Unternehmen, sich aktiv an der Transformation des Energiesystems zu beteiligen und von der Energiewende zu profitieren. Darüber hinaus können Energiegemeinschaften, wenn sie zweckmäßig aufgesetzt sind, stabilisierend auf Energienetze und Marktpreise wirken. Kein Wunder also, dass in Europa Österreich vielfach für die bisherigen Erfolge und Fortschritte in diesem Sektor bewundert und als Vorbild gehandelt wird. Und wir brauchen noch mehr davon.

In Expertenrunden, wie zu lesen ist, sollen nun diese Vorhaben in konkrete Maßnahmen übersetzt und danach umgesetzt werden. Das ist mit Sicherheit der richtige Weg. Dabei bleibt nur zu hoffen, dass die Regierung sich dabei von einem breiten Kreis von Experten aus unterschiedlichen Bereichen und Sektoren der Energiewirtschaft beraten lässt und nicht nur wieder auf die „üblichen Verdächtigen“ und „Platzhirsche“ setzt. Denn sonst bekommen wir „more of the same“ und wo das hinführt, haben wir alle in den letzten Jahren schmerzhaft erlebt.


Walter Kreisel | Founder und CEO neoom

Walter Kreisel | (c) brutkasten / viktoria waba

Ich bin begeistert, aber auch wachsam. Der nächste Schub zur Energiewende mit Hausverstand ist längst überfällig – und dieses Programm zeigt, dass die Politik das endlich ernst nimmt.

Beschleunigte Genehmigungsverfahren und das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ELWG) könnten einen Wendepunkt markieren, da nun auch große Stromspeicher über 1 MW im Fokus stehen. Für uns bei neoom ist es ein Highlight, dass diese Speicher – ebenso wie Pumpspeicherkraftwerke – im ELWG netzkostenbefreit werden sollen. Dadurch können sie ohne finanzielle Nachteile gleichberechtigt betrieben werden – ein Durchbruch für die Demokratisierung und Liberalisierung des Energiemarktes.

Unsere Solarspeicherkraftwerke ermöglichen es Bürgern, Unternehmen und Energiegemeinschaften, selbst in erneuerbare Energien zu investieren und unabhängiger zu werden. Weg von zentralen Strukturen hin zu einer Energiewelt, die den Menschen gehört – das ist unsere Vision.

Die Reform der Netztarife mit Anreizen für systemdienliches Verhalten und die Förderung großer Speicher über 1 MWh – die Überschüsse speichern, Spitzen abfangen und das Netz stabilisieren – sind weitere entscheidende Schritte. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch Spitzenkappungen bei Photovoltaik und Wind sowie eine integrierte Infrastrukturplanung, die Synergien schafft und die Energiewende effizienter macht.

Bei neoom gleichen unsere Technologien täglich Schwankungen aus und stärken dezentrale Systeme. Wenn die Politik konsequent umsetzt – etwa durch eine stärkere Besteuerung fossiler Energie – könnten wir eine Investitionswelle bei Energiegemeinschaften und privaten Akteuren auslösen. Steigende zentrale Energiepreise machen unsere dezentralen Lösungen noch attraktiver, da sie günstige Solarenergie speichern und unabhängig von Netzschwankungen verfügbar machen.

Kritisch sehe ich jedoch den „Standortbeitrag“ von 200 Millionen Euro jährlich. Bei neoom investieren wir jeden Cent in Innovationen, Speicherlösungen und Arbeitsplätze. Diese Abgabe schränkt den dringend benötigten Investitionsspielraum ein. Statt zu belasten, sollte die Politik Bürokratie abbauen oder Investitionen steuerlich fördern.

Ich hoffe auf Tempo und Mut – die Klimakrise duldet keinen Aufschub. Mit Technologie, Vision und unseren Systempartnern sind wir bereit. Wenn die Regierung das Spielfeld bereitet und unsere Arbeit, wie die Netzkostenbefreiung im ELWG, Früchte trägt, können wir die Energiezukunft sicher, sauber, leistbar und dezentral gestalten – ein Erfolg für alle. Wir sind seit über fünf Jahren mit Vollstrom dabei.


Michael Kowatschew | Co-Founder Heizma

Foto: Michael Kowatschew | Foto: morgen ventures, Adobe Stock (Hintergrund)

Mit dem Regierungsprogramm will die neue Koalition die richtigen Impulse für die Energiewende setzen, aber jetzt braucht es eine schnelle und klare Umsetzung. Industrien wie Wärmepumpen, Heizungstausch und erneuerbare Energien boomen bereits – doch ohne stabile Rahmenbedingungen riskieren wir, dass Investitionen stocken und bereits aufgebaute Strukturen ins Leere laufen. Dabei geht es nicht nur ums Klima – die Energiewende ist ein globaler Billionenmarkt und eine enorme wirtschaftliche Chance für Österreich. Jetzt muss schnell gehandelt werden, damit wir weiterhin mitgestalten statt nur nachzuziehen.


Alexander Hojas | Co-Founder Sonnenschmiede

Grundsächlich bringt das Regierungsprogramm der neuen Koalition mit der geplanten Umsetzung des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes und des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes wichtige Schritte für den Ausbau erneuerbarer Energien. Besonders für gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen (GEA) könnte das neue ELWG eine Vereinfachung und rechtliche Klarheit bringen. Ein positives Signal ist das klare Bekenntnis zur stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien in der dezentralen Energieversorgung. Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ELWG) könnte endlich die dringend benötigte Rechts- und Investitionssicherheit schaffen. Zudem unterstreicht das Regierungsprogramm die Weiterentwicklung von Energiegemeinschaften und die Evaluierung bürokratischer Erleichterungen, um den Zugang zu erleichtern. Besonders erfreulich ist, dass Modelle für die Gründung von Energiegemeinschaften für größere Unternehmen und energiearme Haushalte geprüft werden – was neue Beteiligungsmöglichkeiten eröffnen könnte.

Dennoch bleibt Luft nach oben: Es ist noch offen, wie die bürokratischen Hürden für die Abwicklung und Verwaltung einer GEA verringert werden sollen. Dabei könnten gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen eine direkte Entlastung gegen die steigenden Netzkosten bieten, indem sie den Strom lokal erzeugen und verbrauchen. Ohne klare Vereinfachungen könnten viele potenzielle Projekte ausgebremst werden.

Unser Fazit: Die Weichenstellung für eine saubere Energiezukunft ist da, aber es bedarf noch Nachbesserungen. Besonders bei der Förderung von gemeinschaftlichen Erzeugungsanlagen und Energiegemeinschaften sowie der Unterstützung von Batteriespeichern und flexibler Netzintegration bleibt die Regierung mit Antworten gefragt. Die Sonnenschmiede GmbH wird sich weiterhin für praktikable und faire Lösungen einsetzen, die den Ausbau von Sonnenstrom für alle vorantreiben.


Matthias Nadrag | Co-Founder und CEO Enixi

Die überfällige Erneuerung des Rechtsrahmens für die Energiewende soll laut neuem Regierungsprogramm bis zum Sommer 2025 geschaffen werden. Das bietet nicht nur Rechtssicherheit, sondern eröffnet auch neue Geschäftsmodelle, z. B. im Bereich der Batteriespeichernutzung. Die Flexibilisierung des Energiesystems und die Digitalisierung der Netze sind wesentliche Treiber einer rascheren Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energie. Energy Sharing ermöglicht durch die Öffnung und Entbürokratisierung von Energiegemeinschaften noch mehr Menschen und Unternehmen den einfachen Zugang zu regional erzeugter erneuerbarer Energie.

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Das Helferline-Führungsteam (vl.) Janko Glavić (CTO) und die beiden Gründer Clemens Schmidgruber (CEO) und Alexander Niederhofer (COO) | (c) Helferline
Das Helferline-Führungsteam (vl.) Janko Glavić (CTO) und die beiden Gründer Clemens Schmidgruber (CEO) und Alexander Niederhofer (COO) | (c) Helferline

Wer zuhause technischen Support, etwa mit Internet, TV oder Smartphone braucht, bekommt vom Wiener Startup Helferline innerhalb weniger Stunden eine:n Techniker:in aus seinem flächendeckenden Netzwerk vermittelt. Das ist bereits seit der Gründung vor etwas mehr als zehn Jahren so, in denen mehr als 100.000 Personen das Service nutzten.

Zu diesem B2C-Angebot kam schon bald nach dem Start eine B2B2C-Schiene dazu. Mit A1, Magenta und Drei setzen die drei großen heimischen Mobilfunker ebenso bereits seit Jahren im Service auf Helferline, wie etwa MediaMarkt, Emporia, die Uniqa oder Assa Abloy.

„Wir hatten viele harte Jahre. Jahre, in denen wir uns kein Gehalt ausgezahlt haben“

Doch die betriebswirtschaftliche Realität hinter den großen Namen und beachtlichen Zahlen war über lange Zeit hinweg weniger rosig, wie die beiden Gründer, Clemens Schmidgruber und Alexander Niederhofer, im Gespräch mit brutkasten im Büro im 9. Wiener Bezirk erzählen. „Wir hatten viele harte Jahre. Jahre, in denen wir uns kein Gehalt ausgezahlt haben und in denen wir das Glück hatten, dass auch unsere Mitarbeiter so sehr an die Idee geglaubt haben, dass sie mehrmals längeren Verzögerungen beim Gehalt zugestimmt haben“, sagt Schmidgruber.

„Wir konnten auch nicht, wie andere Tech-Unternehmen, Corona mitnehmen. Auf uns hat sich das negativ ausgewirkt, die Nachfrage nach Vor-Ort-Service ist zurückgegangen“, ergänzt Niederhofer. Und Jahre der Dauerkrise hätten ihre Spuren hinterlassen. „Die Belastung ging bei mir bis zum Burnout. Und irgendwann sind wir an den Punkt gekommen, an dem wir gesagt haben: Wenn es zu Weihnachten immer noch so aussichtslos ist, hören wir auf.“

Das war vor rund zwei Jahren. Mittlerweile schreibt das Unternehmen monatlich sechsstellige Gewinne. Was ist also in der Zwischenzeit passiert?

Eine Reihe von Gamechangern

„Wir haben damals bei einem Event Hansi [Anm. Hansmann] getroffen und sehr offen mit ihm über die schwierige Situation gesprochen. Ihm hat die Idee immer noch gefallen, er hat Potenzial gesehen und meinte, man kann immer noch was machen“, erzählt Schmidgruber. Schließlich stieg das Hansmann Family Office über einen Secondary in das Unternehmen ein. „Wir haben davor oft versucht, Kapital zu raisen, sind aber gescheitert. Die Zahlen haben nie entsprechend ausgesehen, wir hatten kein Hockeystick-Wachstum. Aber Hansi ist jemand, der Chancen erkennt und einfach anpackt, und hatte damit – wie so oft – den richtigen Riecher. Das hat uns den Atem gegeben, doch noch weiterzumachen“, sagt Niederhofer.

Doch das war nicht der einzige Gamechanger für Helferline. „In den letzten Jahren haben alle direkten Konkurrenten in Mitteleuropa aufgegeben bzw. ihr Geschäftsmodell geändert, dadurch mussten alle Firmen mit Bedarf an Vor-Ort-Service zu uns“, so Niederhofer. Und dieser Bedarf bestehe durchaus. „Über Jahre hinweg haben die Anbieter immer mehr auf Plug & Play und do it yourself gesetzt und den Field Service abgebaut. Das hat sich als nicht richtig herausgestellt. Der Bedarf ist weiterhin da – auch in der Telekom-Branche. Auch 2026 kennen sich immer noch nicht alle mit Technik aus“, sagt der Gründer.

O2 wird zum großen Hebel

Und ein Großauftrag in genau diesem Bereich war es schließlich auch, der bei Helferline zum großen Hebel wurde. „Ende vergangenen Jahres haben wir mit einem riesigen Projekt für O2 begonnen. Der Anbieter schenkt jedem Neukunden einen Helferline-Einsatz – und das bei zehntausenden Neukunden im Monat“, erzählt Schmidgruber. Niederhofer ergänzt: „Mit diesem Angebot will O2 sich vom Wettbewerb absetzen und die Nummer 1 im Bereich Kundenzufriedenheit werden.“

Helferline habe die Aktion unter anderem einen Auftritt in deutschlandweiten TV-Spots und indirekte Werbung auf der Titelseite der Bild-Zeitung gebracht. Die Kapazitäten in kurzer Zeit für einen derartigen deutschlandweiten Auftrag auszubauen, sei aber alles andere als einfach gewesen, erzählt Schmidgruber und zeigt auf den „Schlachtplan“, der zur Erinnerung noch immer an der Bürotür im 9. Bezirk hängt: „Wir haben ja ein Freelancer-Modell. Wir mussten innerhalb weniger Wochen hunderte neue Techniker rekrutieren, onboarden und auf die Plattform bringen, um das Projekt abbilden zu können.“

Niederhofer führt aus: „Es war letztlich ein großer Team-Effort: Wir haben jede Menge Growth Hacks genutzt, haben Techniker als Promotoren an technische Unis geschickt, jedes schwarze Brett genutzt, Flyer verteilt und sogar Bierflaschen beklebt.“ Die teuerste Maßnahme sei das Engagement der größten deutschen Tech-Influencer gewesen. „Die haben uns dann auch über Nacht tausende Bewerbungen gebracht“, erklärt Niederhofer.

Doch bei diesem einen Großauftrag sollte es nicht lange bleiben. Gerade als das O2-Projekt in trockenen Tüchern war, sei bereits der nächste gekommen, erzählen die Gründer – und zwar auf ungewöhnliche Weise. „Es kam eine Mail an Alex [Anm. Niederhofer] herein, die auf den ersten Blick extrem nach Spam aussah“, erzählt Schmidgruber. Niederhofer führt aus: „Da schreibt jemand, der meint, er arbeitet bei Starlink und sie suchen jemanden, der die Installation für die Starlink-Satellitenschüsseln in ganz Europa übernimmt.“

Entgegen des ersten Impulses habe man die Mail ernstgenommen. „Wir haben uns gefragt: Ist es realistisch, dass unsere Techniker in Zukunft Sat-Schüsseln installieren, obwohl wir zu dem Zeitpunkt noch niemanden hatten, der das machen konnte? Sollen wir uns das trauen?“, erzählt Schmidgruber. Die beiden haben die Frage mit Ja beantwortet – ohne zu ahnen, was auf sie zukommen wird. Die Kooperation mit dem Musk-Unternehmen war von Anfang an nicht mit den europäischen Kooperationspartnern vergleichbar.

Niederhofer bringt ein Beispiel: „In einem Call wurde kurz darüber gesprochen, ob wir theoretisch die Logistik für Ersatzteile übernehmen könnten und wer unser Logistikpartner sei. Ein paar Tage später ruft mich unser Logistiker aus Deutschland an: Drei LKWs von Starlink stehen vor der Halle und wollen jetzt tonnenweise Hardware ausladen. Ohne jede Vorankündigung. Es gab zu dem Zeitpunkt weder einen Vertrag noch sonst etwas Schriftliches. Wir haben das dann mit den Amerikanern geklärt, die Ware übernommen und ein paar Tage später die erste Installation durchgeführt.“

Kurios sei auch gewesen, wie Helferline zu dem Auftrag kam: „Die amerikanischen Mitarbeiter haben einfach bei Claude eingegeben, welches Unternehmen im DACH-Raum diese Montagen am besten durchführen könne – und Claude hat geantwortet: Helferline“, erzählt Niederhofer. Das Service lief an. „Mittlerweile installieren wir in Deutschland und Österreich vierstellig Starlink-Schüsseln pro Monat – und es könnte bald fünfstellig werden“, sagt Schmidgruber. Und inzwischen installiert man schon erste Starlink-Antennen in Frankreich und den Niederlanden.

„Das war noch lange nicht alles“

Und die Welle an neuen Aufträgen reiße seitdem nicht ab. Weitere, teilweise noch größere Projekte seien bereits in der Pipeline oder unterschrieben und werden gerade vom mittlerweile 40-köpfigen Team umgesetzt. „Wir mussten so viele Hürden überwinden und sind einfach nur dankbar, dass wir jetzt eine so positive und spannende Zeit erleben dürfen“, sagt Niederhofer. Und Schmidgruber verspricht: „Aber das war noch lange nicht alles.“

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