14.01.2026
WIRTSCHAFTSSTANDORT

Regierungsklausur 2026: Wie die Regierung Technologie priorisieren will

Mit dem Abschluss der Regierungsklausur am 14. Jänner 2026 hat die Bundesregierung konkretisiert, wie sie Forschung, Technologie und Innovation (FTI) künftig stärker mit der Standortpolitik verzahnen will.
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Am 13. Jänner 2026 fand in Mauerbach die Klausurtagung der Bundesregierung statt. | (c) BKA/Andy Wenzel

Im Zentrum steht dabei ein neuer Fokus auf sogenannte Schlüsseltechnologien, die gezielt gefördert werden sollen und als strategische Antwort auf internationalen Wettbewerbsdruck, technologische Abhängigkeiten und wirtschaftliche Transformation verstanden werden.

Der aktuell laufende FTI-Pakt für die Jahre 2024 bis 2026 umfasst ein Gesamtvolumen von rund fünf Milliarden Euro. Innerhalb dieses Rahmens erfolgt nun eine gezielte Priorisierung bestimmter Bereiche. Die im Zuge der Regierungsklausur kommunizierten 2,6 Milliarden Euro beziehen sich auf staatliche Investitionen bis 2029, die für definierte Schlüsseltechnologien vorgesehen sind. Diese Summe steht daher nicht im Widerspruch zum bestehenden FTI-Pakt, sondern ist innerhalb des bereits budgetierten Rahmens verortet.

Bei den 2,6 Milliarden Euro handelt es sich somit nicht um einen zusätzlichen Fördertopf, sondern um eine politische und inhaltliche Schwerpunktsetzung jener Mittel, die in den kommenden Jahren im Forschungs- und Innovationssystem eingesetzt werden sollen.

Neun Schlüsseltechnologien

Erstmals hat die Bundesregierung nun auch klar benannt, auf welche technologischen Bereiche sich diese Investitionen konzentrieren sollen. Insgesamt wurden neun Schlüsseltechnologiefelder definiert, in denen Österreich bestehende Stärken ausbauen, neue Wertschöpfung generieren und technologische Souveränität sichern will.

Diese neun Bereiche sind:

  • Mobilitätstechnologien
  • Künstliche Intelligenz und Dateninnovation
  • Chips und elektronische Komponenten
  • Fortgeschrittene Produktionstechnologien und Robotik
  • Quantentechnologie und Photonik
  • Fortgeschrittene Werkstoffe („Advanced Materials“)
  • Biotechnologie
  • Energie- und Umwelttechnologien
  • Weltraum- und Luftfahrttechnologien

Mit dieser Auswahl orientiert sich die Bundesregierung sowohl an europäischen Technologieprogrammen als auch an bestehenden industriellen und wissenschaftlichen Kompetenzen in Österreich. Ziel ist es, gezielt jene Bereiche zu fördern, in denen Forschungsergebnisse in industrielle Anwendungen, wirtschaftliche Skalierung und strategische Unabhängigkeit überführt werden können.

Forschungspolitik als Standortpolitik

Die Regierung möchte damit wohl auch deutlich machen, dass Forschung und Innovation nicht mehr isoliert betrachtet werden, sondern als integraler Bestandteil der Wirtschafts- und Standortpolitik. Die gezielte Bündelung von Fördermitteln auf Schlüsseltechnologien soll Unternehmen Planungssicherheit geben, Kooperationen zwischen Wissenschaft und Industrie stärken und Österreich langfristig im internationalen Technologiewettbewerb positionieren, heißt es in verschiedenen Aussendungen der Regierungsparteien.

Der FTI-Pakt ist seit dem Inkrafttreten des Forschungsfinanzierungsgesetzes (FoFinaG) im Jahr 2021 gesetzlich abgesichert. Entscheidend ist also weniger die absolute Höhe der Mittel als deren strategische Konzentration. Mit der klaren Benennung von konkreten Zielen der 2,6-Milliarden-Euro-Finanzierung aus dem FTI-Pakt, weg von einer breit gestreuten Förderlogik, hin zu klar definierten technologischen Schwerpunkten setzt die Regierung offensichtlich klare Prioritäten innerhalb des bereits bestehenden Budgetrahmens.

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Ora Computing
© Ora Computing - (l.) Stefan Sack und Raimel Medina.

Ora Computing, ein Startup, das sich auf die Optimierung und Komprimierung von KI-Foundation-Modellen spezialisiert hat, gab heute den Abschluss einer Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 3,5 Millionen Euro bekannt. Die Runde wurde von Constructor Capital und Greencode Ventures angeführt, mit fortgesetzter Unterstützung des Gründungsinvestors XISTA Science Ventures, der beim Aufbau und der Einführung des Unternehmens geholfen hat.

Ora Computing schrumpft Modelle

KI-Inferenz – der Prozess der tatsächlichen Ausführung eines KI-Modells zur Generierung von Outputs – ist zu einem erheblichen und schnell wachsenden Kostenfaktor für jedes Unternehmen geworden, das KI im großen Maßstab einsetzt. Große Implementierungen können mittlerweile allein für die Rechenleistung zig Millionen Euro pro Monat kosten, und das Problem verschärft sich, da die Modelle immer größer werden. Für Unternehmen, die KI lokal auf Geräten wie Autos oder Industrieanlagen ausführen möchten, seien die Modelle oft schlichtweg zu groß.

Hier setzt Ora Computing an. Seine Software komprimiert diese Modelle – sie schrumpft ihre Größe um bis zu 80 Prozent und lässt sie bis zu viermal schneller laufen – während der Genauigkeitsverlust bei Null bis fünf Prozent gehalten wird, so der Claim.

Da komprimierte Modelle deutlich weniger Rechenleistung für die Ausführung benötigen, sollen sich die Effizienzgewinne auch direkt in einem geringeren Energieverbrauch und reduzierten CO2-Emissionen niederschlagen: Ora schätzt, dass seine Technologie bei einer Marktdurchdringung von ein Prozent jährlich mehr als 50.000 Tonnen CO2 einsparen könnte.

Ansatz über verschiedene Hardwaretypen

„Wir haben Ora Computing gegründet, um die Annahme infrage zu stellen, dass eine massive Skalierung erforderlich ist, um nutzbare Intelligenz zu erreichen. Wir glauben, dass die nächste Welle der KI-Einführung durch kompaktere Modelle vorangetrieben wird, die hocheffizient und für spezifische Anwendungsfälle optimiert sind, anstatt durch große, universelle Cloud-Modelle. Ora baut den Software- und Algorithmen-Stack auf, der diesen Übergang ermöglicht“, sagt Stefan Sack, CEO und Mitgründer von Ora Computing.

Im Gegensatz zu bestehenden Komprimierungstools funktioniere der Ansatz von Ora über verschiedene Hardwaretypen hinweg und füge sich direkt in Standard-Inferenz-Frameworks ein – ohne Änderung an der bestehenden Infrastruktur. Wo konkurrierende Ansätze eine binäre Entscheidung zwischen Komprimierungsstufen erzwingen, bilde der Algorithmus von Ora kontinuierlich den gesamten Kompromiss zwischen Modellgröße und Genauigkeit ab, sodass Unternehmen für ihre spezifischen Hardware- und Kostenbeschränkungen optimieren können, so der Mitgründer.

2025: Ora Computing tritt hervor

Ora wurde von Stefan Sack und Raimel Medina gegründet, beide Forscher im Bereich Quantencomputing aus der Serbyn-Gruppe am Institute of Science and Technology Austria (ISTA). Das Unternehmen verließ Ende 2025 den Stealth-Modus und möchte die frischen Mittel dazu nutzen, um das Team zu vergrößern, die Komprimierungsfähigkeiten auf die größten Frontier-Modelle auszuweiten und ein kommerzielles Produkt für Cloud-Inferenz-Anbieter und Unternehmen, die KI am Edge einsetzen, auf den Markt zu bringen.

Ora hat die Anwendbarkeit seiner Technologie nach eigenen Angaben an einem Modell mit 70 Milliarden Parametern nachgewiesen. Der Komprimierungsprozess beanspruchte hierbei wenige Stunden und verursachte Rechenkosten von unter 1.000 US-Dollar, wohingegen der bisherige Branchenstandard für vergleichbare Leistungen ein Vielfaches dieses Betrages erfordere.

„Hunger wächst schneller“

„Der Energiehunger der KI wächst schneller, als die Welt die Infrastruktur aufbauen kann, um ihn zu stillen. Ein wichtiger Ansatz ist es, die KI selbst effizienter zu machen, und genau das tut Ora. Modelle radikal zu komprimieren, ohne die Genauigkeit zu opfern, macht für ihre Kunden einen enormen Unterschied“, sagt Terhi Vapola, Gründerin und Managing Partner bei Greencode Ventures.

Und Valentino Jadrisko, Senior Associate bei Constructor Capital, ergänzt: „Die Ära der Brute-Force-KI stößt an ihre physikalischen Grenzen: Hyperscaler nehmen wieder Kernreaktoren in Betrieb, Frontier-Labs verbrennen Milliarden für Rechenleistung, Reasoning-Modelle vervielfachen die Inferenzkosten jedes Quartal. Die einzige nachhaltige Antwort besteht darin, den Betrieb von Frontier-KI drastisch günstiger zu machen. Das ist es, was Ora Computing tut: Sie komprimieren Frontier-LLMs so, dass sie überall laufen können – in der Cloud, im Auto, in der Hosentasche. Und das ist der Grund, warum Constructor Capital stolz darauf ist, ihre 3,5-Millionen-Euro-Seed-Runde als Co-Lead anzuführen.“

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