18.05.2020

Regierung gibt Einblick in Arbeit der Taskforce und nennt Regeln für Hotellerie

Am Montagvormittag trat Gesundheitsminister Rudolf Anschober gemeinsam mit Vertretern der Coronavirus-Taskforce vor die Presse, um Einblicke in die aktuelle Containment-Strategie zu geben. Im Anschluss informierte Anschober mit Tourismusministerin Elisabeth Köstinger über die "Rahmenbedingungen für Beherbergungsbetriebe". Zudem informierten Vizekanzler Werner Kolger und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler über ein Treffen mit NGO-Vertretern, um über klimaschutzrelevante Konjunkturmaßnahmen zu beraten.
/artikel/regierung-task-force-hotellerie-offnung
Hotellerie
(c) Christopher Dunker / BKA

In einer Pressekonferenz unter dem Titel „Pro und Contra zur Öffnungsstrategie, Einblicke in Überlegungen und Strategien hinsichtlich einer möglichen zweiten Infektionswelle“ gab am Montagvormittag Gesundheitsminister Rudolf Anschober einen Einblick in die aktuelle Containment-Strategie der Bundesregierung. Vor die Presse traten auch Vertreter des Beraterstabs der Coronavirus-Taskforce. Im Anschluss informierte Anschober gemeinsam mit Tourismusministerin Elisabeth Köstinger über aktuelle Regeln für die Wiedereröffnung der Beherbungsbetriebe.

+++ Corona, Wirtschafts und Innovation +++

Lockerung hatte keine negativen Auswirkungen

Anschober ging zu Beginn des Pressegesprächs auf die aktuellen Infektionszahlen ein. Derzeit liegt die Steigerungsrate bei 0,17 Prozent, was laut Anschober einer „überschaubaren Steigerung“ entspricht. Die Kurve verläuft laut Anschober „genau nach Plan.“ Bisher weiß man laut Anschober, dass die Öffnung der Geschäfte keine negativen Auswirkungen auf die Zahl der Neuinfektionen hatte. Die weiteren Lockerungen – insbesondere was Großveranstaltungen angeht – sollen von groß angelegten Evaluierungen begleitet werden.

Arbeit der Taskforce

Im Rahmen des Pressegesprächs gab Herwig Ostermann, Mitglied der Coronavirus-Taskforce und Geschäftsführer der Gesundheit Österreich Gmbh, Einblick in die drei Ebenen des Krisenmanagements der Bundesregierung. Dazu zählen das ständige Monitoring der Zahlen, die Definition von Bereichen, wo gewisse Maßnahmen getroffen werden, sowie ein Stufensystem für das Setzen gewisser Maßnahmen.

Neben Ostermann traten unter anderem die Bioethikerin Christiane Druml und Infektiologe Herwig Kollaritsch vor die Presse. Beide sind ebenfalls Teil der Taskforce. Kollaritsch ging auf die Gefahr einer zweiten Welle ein. Die Situation im Herbst könnte laut Kollartisch durchaus zu einer Herausforderung werden. Schuld daran sind das kältere Wetter sowie der Neustart des Semesters an Schulen und Universitäten. Sofern es in der Bevölkerung eine hohe Awareness gebe, könnte eine zweite Welle allerdings vermieden werden. Er sei jedenfalls Optimist, so Kollaritsch.

Ebenfalls vertreten war der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes Gerry Foitik. Er plädierte für drei Punkte, die seiner Meinung nach in einer „Containment-Strategie 2.0“ entscheidend seien. Dazu zähle eine „hohe Sensitivität“, „umfangreiches Testen“, sowie „Isolation im Falle eines Verdachtes“. Insbesondere letzteres erfordere eine hohe Selbstdisziplin im privaten Bereich, so Foitik. Das kann auch soweit führen, dass Ehepartner im Falle eines Verdachtes nicht das gleiche Bett teilen.

Regeln für Hotellerie

Im Anschluss an das Pressegespräche mit den Vertretern der Taskforce informierte Anschober gemeinsam mit Tourismusministerin Elisabeth Köstinger über die aktuellen Rahmenbedingungen für die Wiedereröffnung der Beherbergungsbetriebe in Österreich.

Beherbergungsbetriebe dürfen mit 29. Mai wieder öffnen. Prinzipiell gelte die Regel von einem Meter Abstand mit Ausnahmen von Personen, die in einem gemeinsamen Haushalt leben, aber auch Personen innerhalb einer Gästegruppe. Im Bereich der Rezeption und den Gängen wird es zudem eine Maskenpflicht geben. Im Gastronomiebereich der Hotels gelten dieselben Regen wie für Lokale. Sofern die hygenischen Auflagen erfüllt werden, sind allerdings Frühstücksbuffets für Übernachtungsgäste möglich.

Zudem können auch Wellness-Bereiche in Hotels wieder öffnen. Hier gelten die gleichen Bestimmungen wie in Bädern. Auch das Abhalten von Seminaren soll wieder möglich sein, wobei hier ebenfalls die Ein-Meter-Abstandsregel inklusive der Maskenpflicht einzuhalten ist. Ausnahmen soll es hingegen bei spezifischen Seminaren, wie Erste-Hilfe-Kurse, geben. Damit sich die Betreiber von Beherbergungsbetrieben und Gäste über alle Regeln im Detail informieren können, soll laut Köstinger noch am Montag eine eigene Website eingerichtet werden.

Abschließend hielt Köstinger fest, dass insbesondere die Stadthotellerie ein Sorgenkind sei, da diese in der Vergangenheit sehr stark vom Tourismus aus dem Ausland und Kongressen profitiert hätte. Zudem rief sie die Bevölkerung dazu auf, Urlaub in Österreich zu machen.

Konjunkturpaket und Klimaschutz

Ebenfalls am Montag informierte Vizekanzler Werner Kolger und Klimaschutzministerin Leonore Gewessler die Öffentlichkeit über ein Treffen mit NGO-Vertretern, um über klimaschutzrelevante Konjunkturmaßnahmen zu beraten.

Im Vorfeld des Treffens betonte Gewessler, dass Investitionen in den Klimaschutz eine tragende Säule des Konjunkturpakets sind, das derzeit von der Bundesregierung geplant wird. Als Maßnahmen nannte sie den Ausbau der erneuerbaren Energien und thermische Sanierung von Gebäuden.

Nähere Details zum Konjunkturpaket sollen in den nächsten Wochen unter Einbindung unterschiedlichster Gruppen im „gemeinsamen Dialog“ erarbeitet werden.


=> zur Page des BKA

Deine ungelesenen Artikel:
04.08.2026

WienIT: 500 Nutzer:innen für die konzernweite KI-Plattform

Vor eineinhalb Jahren nahm das bei der WienIT angesiedelte Competence Center KI der Wiener Stadtwerke-Gruppe seine Arbeit auf. Eine Zeit, die vor allem von Aufbauarbeit geprägt war. Im Zentrum steht heute weniger ein einzelner Vorzeige-Use-Case als eine Infrastruktur: eine zentrale KI-Plattform für den gesamten Konzern. Warum dabei bewusst auf Eigenentwicklung gesetzt wird und Startups bislang nicht unmittelbar beteiligt sind.
/artikel/wienit-500-nutzerinnen-fuer-die-konzernweite-ki-plattform
04.08.2026

WienIT: 500 Nutzer:innen für die konzernweite KI-Plattform

Vor eineinhalb Jahren nahm das bei der WienIT angesiedelte Competence Center KI der Wiener Stadtwerke-Gruppe seine Arbeit auf. Eine Zeit, die vor allem von Aufbauarbeit geprägt war. Im Zentrum steht heute weniger ein einzelner Vorzeige-Use-Case als eine Infrastruktur: eine zentrale KI-Plattform für den gesamten Konzern. Warum dabei bewusst auf Eigenentwicklung gesetzt wird und Startups bislang nicht unmittelbar beteiligt sind.
/artikel/wienit-500-nutzerinnen-fuer-die-konzernweite-ki-plattform
Larisa Stanescu (l.) vom Competence Center KI der Wiener Stadtwerke-Gruppe und Product Owner Jonathan Mayer | (c) WienIT

Im August 2025 zog die WienIT in einem eigenen Beitrag eine erste Zwischenbilanz des Competence Center KI. Der Bogen spannte sich damals vom Wissensmanagement-Tool bis zur KI-gestützten Lösung für Förderanträge.

Ein Jahr später hat sich der Schwerpunkt verschoben. In den Vordergrund gerückt ist eine zentrale KI-Plattform, die allen Mitarbeitenden der Wiener Stadtwerke-Gruppe Zugang zu KI-Werkzeugen geben soll. Sie ist produktiv, und seit dem Rollout wurden nach Angaben des Unternehmens rund 500 Nutzer:innen gewonnen.

„Die vergangenen eineinhalb Jahre waren vor allem von Aufbauarbeit geprägt“, sagt Jonathan Mayer, Product Owner der KI-Plattform. Das größte Vorhaben sei die Entwicklung eben dieser Plattform gewesen, mit dem Ziel, einen „einfachen, sicheren und vertrauenswürdigen Zugang zu KI-Technologien“ zu ermöglichen.

Larisa Stanescu, die das Competence Center leitet, wertet die Zahl als Bestätigung: Die Entwicklung zeige, dass der Bedarf an KI-Werkzeugen im Arbeitsalltag groß sei und kontinuierlich wachse. Entscheidend sei dabei, dass die Plattform einen sicheren und unternehmenskonformen Zugang biete.

Vom Freitextfeld bis zur Bestellprognose

Inhaltlich sieht das Competence Center einen großen Bedarf im Wissensmanagement. Informationen würden immer umfangreicher und verteilter, KI könne relevantes Wissen schneller auffindbar machen.

Daneben kommt KI zur Datenanalyse zum Einsatz, etwa bei der Auswertung offener Antworten aus Mitarbeiter- und Kundenbefragungen. Freitextdaten enthielten oft wertvolle Erkenntnisse, deren manuelle Analyse aber sehr zeitaufwendig sei, so Mayer.

Stanescu betont, dass klassische Data-Science- und Machine-Learning-Ansätze darüber nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Aktuell arbeite man an mehreren Use Cases in der Logistik, bei denen historische Daten genutzt werden, um Bestellmengen und Bestellzeitpunkte präziser zu prognostizieren.

Larisa Stanescu vom Competence Center KI | (c) WienIT

Digitale Souveränität als Leitprinzip

Die Frage nach Modellen und Infrastruktur ist für das Competence Center mehr als eine technische. „Digitale Souveränität ist für uns ein strategisches Leitprinzip“, sagt Mayer. Ziel sei es, die Kontrolle über die eigenen Daten und deren Verarbeitung zu behalten und gleichzeitig die Vorteile moderner Cloud- und KI-Technologien nutzen zu können.

Der Weg dorthin wird als pragmatisch beschrieben: Abhängig von den Anforderungen eines Use Cases und der Sensibilität der Daten wird entschieden, welche Infrastruktur und welche Technologien zum Einsatz kommen.

Konkret wird es beim nächsten Release der Plattform. Dann sollen Nutzer:innen zwischen verschiedenen Modellen selbst auswählen können, etwa europäischen Modellen oder Thinking-Modellen. Parallel dazu soll Model Routing implementiert werden, das automatisch das passende Modell für die jeweilige Fragestellung auswählt.

Warum Startups bislang nicht unmittelbar beteiligt sind

Bemerkenswert für ein Innovationsthema dieser Größenordnung: Startups sind bislang nicht unmittelbar beteiligt. „Aktuell arbeiten wir in unseren KI-Projekten nicht unmittelbar mit Startups zusammen“, sagt Stanescu. Den Wiener Stadtwerken sei der interne Knowhow-Aufbau besonders wichtig, weshalb auch im Hinblick auf digitale Souveränität stark auf Eigenentwicklungen gesetzt werde.

Eine grundsätzliche Absage ist das nicht. Entscheidend sei, ob eine Lösung konkreten Mehrwert biete und sich in die Anforderungen an Sicherheit, Datenschutz und Integration einfüge. Künftige Kooperationen schließe man keineswegs aus, so Stanescu: Gerade im dynamischen KI-Markt könnten Partnerschaften mit innovativen Unternehmen eine interessante Ergänzung zu etablierten Technologieanbietern sein.

Jonathan Mayer, Product Owner der KI-Plattform von WienIT | (c) WienIT

Keine hochsensiblen Daten, On-Premises als Option

Auf technischer Ebene arbeitet das Competence Center mit klaren Datenklassifizierungen. Derzeit werden auf der Plattform keine hochsensiblen Daten verarbeitet. In Pilotprojekten wird evaluiert, wie künftig auch sensiblere Anwendungsfälle umgesetzt werden können, etwa durch On-Premises-Modelle, bei denen Daten die eigene Infrastruktur nicht verlassen.

Unabhängig von der Technologie gelte ein Grundsatz, sagt Mayer: KI unterstütze Menschen bei ihrer Arbeit, ersetze aber nicht die menschliche Verantwortung. Bei wichtigen Entscheidungen bleibe die finale Bewertung und Freigabe stets in menschlicher Hand.

Begleitet wird der Rollout von einem Change- und Enablement-Ansatz. Jede neue Nutzerin und jeder neue Nutzer der Plattform erhält ein strukturiertes Onboarding zu den Regeln im Umgang mit KI, dazu kommen Informationsveranstaltungen, Schulungen und eine Community für den Erfahrungsaustausch.

„Welches Problem lösen wir?“

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Monate formuliert Stanescu grundsätzlich: KI sei kein reines IT-Thema, technologische Exzellenz allein reiche nicht aus. Erfolgreiche Projekte entstünden dort, wo Fachbereiche, IT, Informationssicherheit, Datenschutz und Change Management früh eingebunden werden. Die Abstimmung dieser Anforderungen brauche oft mehr Zeit als die technische Umsetzung selbst.

Der Erfolg von KI-Anwendungen hänge zudem wesentlich stärker von Akzeptanz, Vertrauen und nutzbaren Anwendungsfällen ab als von der Leistungsfähigkeit einzelner Modelle. Statt „Welches Modell ist das beste?“ solle man fragen: „Welches Problem lösen wir für unsere Kolleginnen und Kollegen?“

Agentische KI und ein Hackathon

In den kommenden Monaten liegt der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung der Plattform. Der Zugang zu KI soll weiter vereinfacht, zusätzliche Anwendungsfälle sollen erschlossen werden.

Parallel beschäftigt sich das Competence Center mit agentischer KI. Das Competence Center für Intelligent Process Automation pilotiert erste agentische Fähigkeiten innerhalb der Wiener Stadtwerke-Gruppe. Evaluiert wird, wie KI künftig nicht nur Informationen bereitstellen, sondern komplexere Aufgaben und Prozessschritte eigenständig unterstützen kann.

Um die Innovationskraft im Konzern zu stärken, ist außerdem ein KI-Hackathon geplant, bei dem Mitarbeitende eigene Ideen umsetzen können.

Langfristig sieht das Competence Center seine Rolle nicht darin, einzelne Lösungen bereitzustellen, sondern nachhaltige KI-Kompetenz im gesamten Konzern aufzubauen. Der größte Hebel liege nicht in einzelnen Tools, sondern in den Menschen, die diese Technologien sinnvoll einsetzen.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Regierung gibt Einblick in Arbeit der Taskforce und nennt Regeln für Hotellerie

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Regierung gibt Einblick in Arbeit der Taskforce und nennt Regeln für Hotellerie

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Regierung gibt Einblick in Arbeit der Taskforce und nennt Regeln für Hotellerie

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Regierung gibt Einblick in Arbeit der Taskforce und nennt Regeln für Hotellerie

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Regierung gibt Einblick in Arbeit der Taskforce und nennt Regeln für Hotellerie

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Regierung gibt Einblick in Arbeit der Taskforce und nennt Regeln für Hotellerie

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Regierung gibt Einblick in Arbeit der Taskforce und nennt Regeln für Hotellerie

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Regierung gibt Einblick in Arbeit der Taskforce und nennt Regeln für Hotellerie

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Regierung gibt Einblick in Arbeit der Taskforce und nennt Regeln für Hotellerie