27.06.2024
SPIN-OFF

Regierung präsentiert neue Spin-off-Initiative – hier die wichtigsten Punkte

Nahezu jedes vierte österreichische Startup ist ein Spin-off, das direkt oder indirekt aus einer Hochschule oder Forschungseinrichtung gegründet wurde. Heute von Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher und Bildungsminister Martin Polaschek angekündigte Maßnahmen sollen das gesamte österreichische Startup-Ökosystem weiter stärken.
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Spin-off-Initiatve, Startups aws, VC, double equity
(c) bmaw/bmbwf/aws/ffg - Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher, Bildungsminister Martin Polaschek, aws-Geschäftsführer Bernhard Sagmeister und FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth.

Die neue Spin-off-Initiative der Bundesregierung besteht im Wesentlichen aus vier Punkten: Schaffung einer neuen Förderung für den Auf- und Ausbau von Spin-off-Hubs, Hebeln von Risikokapitalinvestments in Spin-offs, einem Ausgründungsleitfaden und Förderung von Prototypen.

Spin-off-Initiative: Leichterer Zugang zu VC

Im Detail bedeutet das, man verfolgt das Meta-Ziel, potentiell VC-fähige Spin-offs einen erleichterten Zugang zu privatem Venture Capital zu ermöglichen, wie Co-Geschäftsführer der aws, Bernhard Sagmeister erklärt.

„Ziel der neuen Spin-off-Initiative ist es, das Ökosystem entsprechend zu stärken, weiter zu professionalisieren und mit in Österreich aktiven Venture Capital Fonds bis zu 50 Millionen Euro zu mobilisieren. Wir wollen damit eine Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft schlagen und damit eine Erhöhung der Anzahl an Gründungen von Spin-offs sowie mehr Investitionen in diese erreichen“, präzisiert er.

Push and Pull

Dabei gibt es zwei Ansätze: Beim Push-Ansatz sollen engagierte Hochschulen unterstützt werden, privatwirtschaftliche Strukturen aufzubauen, die eine gezielte Identifizierung und Beratung potentiell risikokapitalfähiger Spin-offs ermöglichen, um diese für privates Risikokapital attraktiv und nutzbar zu machen.

Der Pull-Ansatz hingegen zielt darauf ab, akademische Spin-offs zu unterstützen, indem Investments von Investorinnen und Investoren verdoppelt werden und so privates Risikokapital gehebelt wird. So möchte die aws das Vertrauen von privaten Risikokapitalgeberinnen und -gebern stärken, in neu geschaffene private Risikokapitalstrukturen zu investieren. Nähere Details zu beiden Modulen werden am 15. Juli vorgestellt. Die Kapitalzusage an qualifizierte Investor:innen soll mit September starten.

Aufbau-Fazilität

Bezüglich des Auf- und Ausbaus von Spin-off-Hubs möchte man sich nach internationalen Vorbildern orientieren. Bei Hebeln von Risikokapitalinvestments in Spin-Offs durch Risikokapitalmittel bei der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) werden die Aufbau-Fazilität und die Risikokapitalmittel mit insgesamt 8,5 Millionen Euro aus dem Fonds Zukunft Österreich finanziert.

Die Anschubfinanzierung von insgesamt bis zu 1,5 Millionen Euro soll dabei den Auf- und Ausbau professioneller und stabiler Investitionsstrukturen durch Hochschulen unterstützen, die internationalen Best Practices entsprechen. Ziel ist es, skalierbare Spin-offs gezielt auszuwählen und Venture Capital-Finanzierungen bereitzustellen. Start hier: Sommer 2024.

Die Förderung von Prototypen wird mit Mitteln ebenfalls aus dem Fonds Zukunft Österreich in Höhe von vier Mio. Euro finanziert.

Ausgründungsleitfaden: 10 Empfehlungen

Der Ausgründungsleitfaden wurde durch das BMBWF in Auftrag gegeben und soll als strategischer Rahmen zur besseren Orientierung und Umsetzung für Hochschulen und Forschungseinrichtungen dienen. Er stelle eine wichtige Grundlage für die Zielsetzungen der neuen Leistungsvereinbarungen 2025 bis 2027 mit den Universitäten im Bereich Wissens- und Technologietransfer dar. Und umfasst zehn Empfehlungen für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.

  • Commitment zu Spin-offs in Gesamtstrategie integrieren und veröffentlichen
  • Klare und allen Stakeholdern zugängliche Richtlinien für Spin-offs entwickeln
  • Standardisierte Prozesse für Ausgründungen entwickeln
  • Effiziente, klar definierte und auf Langfristigkeit ausgelegte Governance-Strukturen schaffen
  • Differenziert Verwertungs- und Beteiligungsstrategie an Spin-offs entwickeln
  • Passende, individuelle Verwertungs- und Beteiligungsstrukturen schaffen
  • Interinstitutionelle Kooperationen entlang inhaltlicher geographischer Schwerpunkte
  • Umfassendes Angebot an Entrepreneurship-Education bereitstellen
  • Private Investor:innen frühzeitig in den Spin-off-Prozess einbinden
  • Finanzierung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen stärken

„Akademische Spin-offs sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Innovationsökosystems und tragen maßgeblich dazu bei, Forschungsergebnisse in marktfähige Lösungen zu überführen“, sagt FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth. „Gerade in Zeiten eines schwierigen Investitionsumfeldes ist die kontinuierliche und verlässliche Unterstützung durch öffentliche Förderungen essenziell, um Innovationen voranzutreiben. Mit der neuen Spin-off-Initiative werden Forschende bei der Entwicklung ihrer bahnbrechenden Ideen zielgerichtet unterstützt. Diese Initiative wird nicht nur das heimische Startup-Ökosystem stärken, sondern auch einen erheblichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit Österreichs leisten.“

FFG Spin-off Fellowships

Für FFG Spin-off Fellowships indes stellt das BMBWF bis 2026 insgesamt 15 Millionen Euro zur Verfügung. Aktuell werden 22 Projekte mit rund 9,75 Millionen Euro über dieses FFG-Instrument gefördert. Das Programm ermöglicht Forschenden, sich ausschließlich auf die technische Weiterentwicklung ihrer Produkt- oder Dienstleistungsidee zu konzentrieren. Gefördert werden insbesondere Personal- und Sachkosten in Höhe von maximal 500.000 Euro pro Projekt für die Dauer von bis zu 18 Monaten. Aktuell läuft eine Ausschreibung unter dem Titel „Spin-off Fellowship meets Expedition Zukunft“ bis 17. September 2024.

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Innovation Circle
© Technisches Museum Wien/APA-Fotoservice/Heinz Tesarek.

Das Technische Museum Wien (TMW) hat sich seit jeher den Auftrag gegeben, Innovationen zu fördern, sie zu zeigen und technischen Fortschritt in die Gesellschaft zu tragen. Diese Mission steht auch im Mittelpunkt der Arbeit eines neu gegründeten Netzwerks: Am 18. Juni 2026 fand die Auftaktveranstaltung des Innovation Circle im TMW statt.

Innovation Circle

Der Innovation Circle lädt zum Perspektivwechsel ein, um gemeinsam zukunftsweisende Formate zu entwickeln, die insbesondere der Förderung junger Talente aus Wissenschaft und Technik zugutekommen, heißt es per Aussendung: „Die Mitglieder des Innovation Circle verbindet die Leidenschaft für technische Innovation und Forschung“, präzisiert TMW-Generaldirektor und Begründer des Innovation Circle Peter Aufreiter. „Der Gedanke war naheliegend, das Museum nicht nur als Vermittler zwischen Technik und Gesellschaft zu sehen, sondern auch einen direkten, nachhaltigen Austausch von Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu etablieren, um so das ganze Potenzial innovativen Denkens in Österreich sichtbar zu machen und zu fördern.“

Für Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende Infineon Technologies Austria und Gründungsmitglied des Innovation Circle, entsteht Innovation nicht im Alleingang: „Sie braucht Exzellenz, offene Zugänge und echten Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Innovation Circle im Technischen Museum Wien will genau dafür einen Rahmen schaffen und dazu beitragen, Technik verständlich zu machen, Begeisterung zu wecken und damit Zukunftskompetenz zu stärken.“

Ein entscheidender Faktor dabei ist das gesellschaftliche Standing des Museums. Laut Aufreiter genießt das TMW hohes Vertrauen in der Öffentlichkeit. Diese Verantwortung wolle man nutzen, um „Interessierten die Werkzeuge in die Hand zu geben, innovativ zu denken und zu handeln, mutig zu sein und sich einzubringen.“

Vorteile für Mitglieder

Für Unternehmen, Investor:innen und innovationsgetriebene Privatpersonen soll der Circle zudem nicht nur eine Möglichkeit für CSR (Corporate Social Responsibility) und Nachwuchsförderung sein, sondern auch Vorteile fürs Business und Networking bieten.

Mitglieder erhalten Zugang zu einem exklusiven Kreis an Entscheidungsträger:innen aus Wirtschaft und Forschung. Neben dem ganzjährig freien Eintritt lockt das TMW mit speziellen „Members only“-Events oder kuratierten Blicken hinter die Kulissen der Ausstellungen. Wer Teil des neuen Netzwerks werden will, kann zwischen vier Stufen wählen, die sich in erster Linie durch den Grad der Sichtbarkeit und die inkludierten B2B-Vorteile unterscheiden.

Schnittstelle von Mensch und Maschine

„In Zeiten des Wandels ist die Bereitschaft, immer wieder Neuland zu betreten, unverzichtbar“, sagt Markus Hengstschläger, Vorstand des Instituts für Medizinische Genetik an der Medizinischen Universität Wien und Gründungsmitglied des Innovation Circle. „Die Zukunft wird wesentlich von Innovationen geprägt sein, die an der Schnittstelle von Mensch und Maschine entwickelt werden. Wo könnte man die innovative Wirkung der kooperativen Intelligenz von Mensch und Maschine besser zeigen und diskutieren als in einem technischen Museum.“

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